Wie das Christentum die Welt veränderte und verändert
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... oder mehr oder weniger bekannte Aspekte des christlichen Kultureinflusses. Christliche Einstellungen zu:

Lebensbereiche Themen
Menschliches Leben und Schöpfung allgemein Tötung von Kindern - Aussetzung von Kindern - Abtreibung - Präimplantationsdiagnostik - Euthanasie - Hospizbewegung - Menschenopfer, Gladiatorenspiele - Selbstmord -  Feuerbestattung - Folter - Todesstrafe - Lebensrettung - Tierschutz - Umweltschutz, Naturschutz
Sexualität, Ehe und Familie Ehe - Familie - Intimsphäre - Ehebruch - Unzucht, vorehelicher Geschlechtsverkehr - Partnertausch - Onanie - Prostitution - Homosexualität - Pädophilie, Kinderschänderei - Gruppensex - Sodomie
Rolle und Status der Frau Geschlechtertrennung - Mätressentum - Schleierzwang - Patriarchat - Züchtigung der Ehefrau - Töchterverkauf - Frauendiskriminierung - Polygamie - Zwangsheirat - Witwenverbrennung - Genitalverstümmelung - Umbinden der Füße
Caritas und Diakonie, Nächstenliebe Fürsorge für Angehörige - Armenfürsorge - Witwenfürsorge - Waisenfürsorge - Krankenpflege - Blindenfürsorge - Geisteskrankenfürsorge - Aussätzigenfürsorge - Altenpflege - Fremdenfürsorge - Pilgerfürsorge - Kriegsopferfürsorge - Gefangenenfürsorge - Obdachlosenfürsorge
Arbeit und Soziales, christliche Sozialethik Würde der Arbeit - Lohnanspruch - Abschaffung der Kinderarbeit - Eigentumsrecht - Sozialpflicht des Eigentums - Solidarität, Brüderlichkeit - Altruismus - Gemeinwohl - Humanismus, Menschlichkeit - Steuerzahlung - Bestechung - Unterdrückung - Falschaussage - Religionsfreiheit - religiöse Toleranz - Gleichheit - Abschaffung der Sklaverei - Naturrecht - Menschenrechte - Asylrecht - Widerstandsrecht - Kapitalismus - Materialismus, Konsumismus - Utilitarismus - Hedonismus - Wegwerfgesellschaft - Sattheit - Wertrelativismus - Werteumkehrung, Wahrheitsverdrehung - Verantwortungsehtik
Bildung und Wissenschaft Katechetenschulen - Dom- und Bischofsschulen, Klosterschulen - Universitäten - öffentliche Schulen - Kindergärten - Sonntagsschulen - Behindertenunterricht - Gehörlosenunterricht - Blindenunterricht - wissenschaftliches Denken und Arbeiten - Wissenschaftliche Entdeckungen und Erfindungen - Werteerziehung
Kunst und Kultur christliche Kunst - christliches Theater - christliche Musik - christliche Literatur

 

Lebensbereiche Themen Nichtchristliche Kulturen
(griech.-röm. Kultur, wenn nicht andere Kulturen ausdrücklich genannt werden)
Christentum
Menschliches Leben
und Schöpfung allgemein
Geringschätzung des menschliche Leben, insbesondere des von Kindern, Sklaven und Kriegsgefangenen in der römischen Gesellschaft radikale Gegenethik, Betonung der Unverletzlichkeit des Lebens und der Menschenwürde
Du hast den Menschen wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk.
AT, Psalm 8,6-7
Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben.
NT, Johannes 10,10
Tötung von Kindern von vielen heidnischen Philosophen befürwortet,
lange vor dem Aufkommen des Christentums praktiziert; im heidnischen China, Indien, Japan, Brasilien, Afrika, bei Indianern, Eskimos und vielen anderen Stämmen; insbesondere als minderwertig betrachteter Mädchen, die als ökonomische Hypothek und soziale Last gesehen wurden
Du sollst nicht töten.
AT, Exodus 20,13
Du sollst das Geborene nicht töten.
Didache, Zwölfapostellehre 2,1

im 4. Jahrhundert n. Chr. Ächtung durch die christlichen römischen Kaiser
Aussetzung von Kindern jahrhundertelang üblich, häufiges Motiv in der griechisch-römischen Mythologie; in Persien, Afrika und vielen heidnischen Ländern üblich Das Aussetzen ist gerade so böse wie das Töten.
Lactanz (ca. 215-c.270 n.Chr.), lateinischer Schriftsteller

von der Kirche verurteilt, Christen retteten und adoptierten viele Findelkinder;
in neuester Zeit Babyklappen in Städten zur anonymen Abgabe von Kindern um Abtreibungen zu vermeiden
Abtreibung von Philosophen befürwortet, lange vor und nach dem Aufkommen des Christentums in praktisch allen heidnischen Kulturen Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt.
AT, Jeremias 1,5
Du sollst nicht ein Kind durch Abtreibung morden
Didache, Zwölfapostellehre 2,1
auf dem Konzil von Elvira in Spanien 306 verurteilt, Taufkandidaten, die eine Abtreibung praktiziert hatte, durften erst am Ende ihres Lebens getauft werden
Basilus von Caesarea rief die Christen auf, Frauen, die ungewollt schwanger geworden waren, zu helfen
Niemand zählt diese Morde der Ärzte, wie man vorzeiten die Morde der Inquisition nicht zählte, weil man des Glaubens war, sie würden zum Heil der Menschheit begangen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter
Wenn ein Mensch nicht mehr im Mutterschoß sicher ist, wo ist er dann in dieser Welt noch sicher?
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller
Präimplantations-
diagnostik
Der Pragraph 218 ist kein Argument für die Präimplantationsdiagnostik… Es rechtfertigt keine Praxis, die das Tor für biologische Selektion, für eine Zeugung auf Probe, weit öffnet.
Wolfgang Huber (1942-), deutscher Theologe und Bischof der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg
Euthanasie Die Nationalsozialisten propagierten die Tötung von "lebensunwertem Leben" z.B. Geisteskranken Hast du, habe ich nur so lange das Recht zu leben, solange wir produktiv sind…? Wenn man den Grundsatz aufstellt und anwendet, dass man den "unproduktiven" Menschen töten darf, dann wehe uns allen, wenn wir alt und altersschwach werden!
Clemens August von Galen (1878-1936), deutscher katholischer Theologe, Bischof von Münster
Mit der Zeit werden sie beginnen, erwachsene Menschen zu töten, behinderte Menschen und so weiter.
Mutter Teresa (Agnes Gonxha Bojaxhiu) (1910-1997), albanische Ordneschwesterin unter den Armen in Indien, Friedensnobelpreisträgerin
Hospizbewegung Sie haben wie die Tiere gelebt. Da sollen sie wenigstens wie Menschen sterben!
Mutter Teresa (Agnes Gonxha Bojaxhiu) (1910-1997), albanische Ordenschwester unter den Armen in Indien, Friedensnobelpreisträgerin
Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern bis zuletzt leben können.
Cicely Saunders (1918-2005), englische Ärztin, Sozialarbeiterin und Krankenschwester, Mitbegründerin der Hospizbewegung
Menschenopfer, Gladiatorenspiele im römischen Reich wurden zahllose Menschen zur Unterhaltung getötet; Kanaaniter, von Gott abgefallene Hebräer, und praktische alle alten Kulturen opferten Kinder; bei Azteken und Maya Opferung von Kriegsgefangenen Ein Gott Vater genehmes Opfer bringt doch nur dar, wer Menschenblut schont; denn der Herr lehrt: Den Schuldlosen und Frommen sollst du nicht töten!
AT, Exodus 23,7
Dazu haben sie ihre Gräuel in das Haus gesetzt, das von mir den Namen hat, dass sie es verunreinigten, und bauen die Altäre des Thopheth im Tal Ben-Hinnom, dass sie ihre Söhne und Töchter verbrennen, was ich nie geboten noch in den Sinn genommen habe.
AT, Jeremias 7,31

um 400 n.Chr.Verbot der Gladiatorenkämpfe durch christliche römische Kaiser
Selbstmord von heidnischen Dichtern und Philosophen geduldet bis gerühmt als Akt der Selbstverherrlichung; in allen Bevölkerungsschichten häufig Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt! ... In seiner Hand ruht die Seele allen Lebens und jeden Menschenleibes Geist.
AT, Hiob 1.21; 12,10

Sich selbst zu töten ist ganz und gar unerlaubt. Und zwar aus einem dreifachen Grunde. Erstens liebt jedes Wesen von Natur aus sich selbst: und daher kommt es, dass jedes Wesen von Natur aus sich selbst im Sein zu erhalten sucht und denen, die es vernichten wollen, widersteht, soviel es nur immer im Standes ist. Das also einer sich selbst das Leben nimmt, ist gegen den Naturtrieb und gegen die Liebe, mit der jeder sich selbst lieben muss. ... Zweites, weil jeder Teil mit allem, was er ist, dem Ganzen gehört. Jeder Mensch aber ist Teil der Gemeinschaft, deshalb gehört er mit dem, was er ist, der Gemeinschaft. Wenn er sich also selbst das Leben nimmt, fügt er der Gemeinschaft ein Unrecht zu. ... Drittens, das Leben ist ein dem Mensche von Gott gewordenes Geschenk und der Gewalt dessen unterworfen, der tötet und lebendig macht.
Thomas von Aqun (1225-1274), italienischer Theologe und Philosoph
als Verletzung des 5. Gebotes Du sollst nicht töten! betrachtet, auf der Synode von Elvira 306 verurteilt (Kritik am Verhalten mancher Christen, die das Martyrium provozierten), die Synode von Toledo 693 schloss Menschen, die Selbstmord versucht hatten, für zwei Monate vom Abendmahl aus; Das Konzil von Troyes 878 verbat das Bestatten von Selbstmördern auf dem Kirchhof
Feuerbestattung Tote wurden vielfach verbrannt und die Asche in Urnen beigesetzt; im 19. Jahrhundert kehren Freidenker zur Einäscherung zurück Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und werden hervorgehen, die Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Böses getan haben, zur Auferstehung des Gerichts.
NT, Johannes 5,28-29

Bei uns aber herrschte große Trauer, weil wir den entseelten Körper nicht beerdigen konnten.
Eusebius von Caesarea (ca. 263 - 339 n.Chr.),
Kirchenvater, Bischof, Kirchenhistoriker
unter dem christlichen Einfluss der Auferstehung des Leibes setzt sich die Erdbestattung durch
Heiligkeit des menschlichen Körpers auch nach dem Tode;
Karl der Große erklärte die Einäscherung zu einem Kapitalverbrechen
1963 erstellte die kath. Kirche eine Trauergottesdienstordnung für Urnenbestattungen, bis auf orthodoxe Ostkirchen wurde die Einäscherung akzeptiert
Folter Der Gefolterte sagt zu allem ja und weil sie dann nicht zu widerrufen wagen, müssen sie alles mit dem Tode besiegeln.
Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635), deutscher katholischer Theologe und Dichter, Jesuit, Kampf gegen die Hexenprozesse
Todesstrafe Nun hat aber Gott tatsächlich dem Menschen nicht nur die Verfügung über fremdes Leben, sondern selbst über das eigene genommen: Darf da eine Abmachung unter Menschen über gegenseitiges Töten die Schergen des Staates von jenem Verbot entbinden und ihnen erlauben, diejenigen hinzurichten, die ein irdisches Strafgesetz zu töten befiehlt? Würde dann jenes Gebot Gottes nicht nur gerade soviel gelten, als die Rechtsbücher der Menschen es dulden?
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.
Lebensrettung Es geht um die Achtung vor dem Menschen durch das Individuum hindurch. Tatsächlich besteht die Größe meiner Zivilisation darin, dass hundert Bergleute sich in ihr dazu verpflichtet fühlen, ihr Leben für die Rettung eines einzigen verschütteten Bergmannes zu wagen. Sie retten den Menschen.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger
Tierschutz Herr, du hilfst Menschen und Tieren.
AT, Psalm 36,7
Wenn du Menschen hast, die irgendwelche von Gottes Kreaturen von dem Schutz des Mitgefühls und Mitleids ausschließen, so hast du Menschen, die ebenso mit ihren Mitmenschen verfahren.
Franz von Assisi (Giovanni Bernadone) (1181-1226), italienischer Heiliger, Gründer des Franziskanerordens
Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph
Umweltschutz / Naturschutz Der Bote sprach: "Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu!"
NT, Geheime Offenbarung 7,3
Es ist der Natur um uns schlechthin unmöglich, zu leben und zu überleben, wenn wir sie so traktieren und so wenig alleine ihr Werk tun lassen.
Meister Eckhart (1260-1328), deutscher Dominikaner, Mystiker
Tragt Sorge zu unserer Erde, seid zu ihr zärtlich und lieb.
Hildegard von Bingen (1098-1179) deutsche Mystikerin, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, katholische Heilige
Wir bilden uns vielleicht ein, wir stünden nur ein Gewitter durch. In Wirklichkeit sind wir dabei, das Klima zu wechseln.
Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955), französischer katholischer Theologe, Geologe und Anthropologe
Sexualität, Ehe und
Familie
sexuelle Dekadenz und Verkommenheit der römischen Gesellschaft, Sexualität in aller Öffentlichkeit radikale Gegenethik, Betonung der Würde der Ehe
Die Ehe soll in Ehren gehalten werden bei allen.
NT, Hebräer 13.4
Ehe menschliche Institution zum Besten des Staates;
wirtschaftliche Versorgungseinrichtung; heute wegen Angst vor und Unfähigkeit zur Bindung häufiger Lebensabschnittspartnerschaften
von Gott eingesetzte heilige Einrichtung (Ehesakrament), lebenslang, Schutz der

Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben.
NT, Epheser 5,25
Familie Die Familie ist die Quelle des Segens und Unsegens der Völker.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator
Das Schicksal des Staates hängt vom Zustand der Familie ab.
Alexandre Rodolphe Vinet (1767-1847), schweizerischer evangelischer Theologe und Literaturhistoriker

Das erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie.

Adolf Kolping (1813-65), deutscher katholischer Priester, Begründer des Kolpingwerks, "Gesellenvater"
Intimsphäre Belaure nicht die Wohnstatt der Frommen, verstöre sein Ruhelager nicht!
AT, Sprüche 24,15
Wie intim Menschen auch miteinander werden können - es gibt Geheimnisse, die unaussprechlich sind.
Christine von Schweden (1626-1689), Königin von Schweden
Ehebruch Doppelmoral: eine Ehefrau, die Sex mit einem anderen hat, bricht immer die Ehe, der Ehemann nur, wenn die andere Frau verheiratet ist;
Ehefrauen höherer Gesellschaftsschichten baten in das Verzeichnis öffentlicher Prostituierten aufgenommen zu werden, dam sie nicht wegen Ehebruch bestraft werden konnten
als Sünde betrachtet
Du sollst nicht Ehebrechen.
AT, Exodus 20,14
449 wurden Männer und Frauen bezüglich des Ehebruchs gleichgestellt; jetzt konnte eine Ehefrau sich von ihrem ehebrecherischen Mann scheiden lassen
Unzucht,
vorehelicher Geschlechtsverkehr
kein religiöses, moralisches oder kulturelles Verbot des vorehelichen Geschlechtsverkehrs als Sünde betrachtet, dem Ehebruch gleichgestellt
Hütet euch vor der Unzucht! Jede andere Sünde, die der Mensch hat, bleibt außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht treibt, versündigt sich gegen den eigenen Leib.
NT,
1. Korinther 6,18
Partnertausch Sie teilen ihren Tisch mit den Gästen, aber nicht ihren Ehepartner.
Diogenetbrief, 2. Jh.
   
Onanie   als Sünde betrachtet
Da sagte Juda zu Onan: Geh mit der Frau deines Bruders die Schwagerehe ein, und verschaff deinem Bruder Nachkommen! Onan wusste also, dass die Nachkommen nicht ihm gehören würden. Sooft er zur Frau seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen und verderben, um seinem Bruder Nachkommen vorzuenthalten. Was er tat, missfiel dem Herrn, und so ließ er auch ihn sterben.
AT, Genesis 38,8-10

Gemeint ist hier der Coitus interruptus.
Prostitution kein religiöses, moralisches oder kulturelles Verbot; männliche und weibliche Prostitution galt als normal und legal, selbst Tempelprostitution in den Aphroditetempeln wurde praktiziert gilt als Verunreinigung des Leibes des Christen, der als Tempel des Hl. Geistes gesehen wird
Deine Frau wird in der Stadt zur Hure werden.
AT, Amos 7,17

Bei der Sünderin, die Jesus die Füße wusch, und die er gewähren ließ, wird vermutet, dass es sich um eine Prostituierte handelte.
Homosexualität
 
kein religiöses, moralisches oder kulturelles Verbot; legal und vielfach praktiziert als unnatürlich betrachtet
Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.
AT, Leviticus 18,22
Gott hat die Menschen dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn der Verirrung, die es sein muss, an sich selbst empfangen.
NT, Römer 1,26-27
Inzwischen wird anerkannt, dass es sich bei der Homosexualität um eine Veranlagung handelt, die nicht frei gewählt ist. Im Katechismus der Katholischen Kirche wird sie weiterhin abgelehnt. Es wird aber auch Achtung und Takt im Umgang empfohlen und vor ungerechter Zurückweisung gewarnt.
Pädophilie,
Kinderschänderei
kein religiöses, moralisches oder kulturelles Verbot; legal und vielfach praktiziert, Reiche kauften sich von der Mitgift ihrer Frau Lustknaben; Kaiser Tiberius, unter dessen Herrschaft Jesus gekreuzigt wurde, soll Scharen von Knaben sexuell missbraucht haben, Commodus soll neben 300 Konkubinen auch 300 Lustknaben gehabt haben als unnatürlich betrachtet
Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes erben.
NT, 1. Korinther 6,9-10
Du sollst nicht Knaben schänden.
Didache, Lehre der Zwölf Apostel, 2,1
Gruppensex relativ häufig, gängiges Motiv auf Kunstgegenständen als unnatürlich betrachtet
Die zwei werden ein Fleisch sein.
NT, Matthäus 19,5
Sodomie
kein religiöses, moralisches oder kulturelles Verbot des Verkehr mit Tieren; Darstellung auf Kunstgegenständen als unnatürlich betrachtet
Verflucht, wer sich mit irgendeinem Tier hinlegt.
AT, Deuteronomium 27,21
Rolle und Status der Frau Geringschätzung und Rechtlosigkeit der Frau in der römischen Gesellschaft Aufwertung der Frau mit verschiedenen Tabubrüchen:
Jesus hatte weibliche Jünger und erschien am Ostermorgen am offenen Grab zuerst den Frauen - Frauen überbringen die Nachricht von der Auferstehung; Martha, eine Frau, ist die einzige Person, die er fragt, ob sie an ihn glaube;
Frauen waren zahlenmäßig häufiger bei den Bekehrten und brachten viele Martyrer hervor;
christliche Ehemänner betrachteten ihre Frauen zunehmend nicht als Untergebene, sondern als Partner;
im Zuge der Entwicklung der Amtskirche,  wurden die Frauen nach und nach aus den leitenden Funktionen verdrängt
Die Frauen jener Tage [der frühen apostolischen Kirche] waren feuriger als die Männer.
Johannes Chrysostomos ( 344-407), griechischer Kirchenlehrer und Patriarch von Konstantinopel
Geschlechtertrennung separate Räumlichkeiten für die Ehefrau im alten Athen; die Frau hat sich zurückzuziehen, wenn männliche Gäste im Haus sind, Frauen wurden unter Verschluss gehalten
in Synagogen und Moscheen sind Frauen und Männer strikt getrennt
keine Frauengemächer, die Frau kann jederzeit bei ihrem Mann sein;
auch im öffentlichen Raum nicht mehr praktiziert; früher gab es in den Kirchen eine Männer- und eine Frauenseite (rechts, links)
Es geschah aber, als sie ihres Weges zogen, dass er in ein Dorf kam; und ein gewisses Weib, mit Namen Martha, nahm ihn in ihr Haus auf. Und diese hatte eine Schwester, genannt Maria, die sich auch zu den Füßen Jesu niedersetzte und seinem Worte zuhörte.
NT, Lukas 10,38
Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritanische Frau?
NT, Johannes 4,9
Mätressentum der Mann kann außereheliche Verbindungen eingehen (Hätere) keine außerehelichen Verbindungen erlaubt
Schleierzwang von einer Frau, die ohne Schleier ausgegangen war konnte der Mann sich scheiden lassen
nur Prostituierte und Angehörige der untersten Bevölkerungsschicht durften unverschleiert gehen;
heute noch in islamischen Ländern, in streng traditionellen Gemeinschaften noch als Vollverschleierung (Burka)
nach dem 9. Jh. stirbt die Praxis des Verschleierns aus
Patriarchat römischer Familienvater hatte die absolute Verfügungsgewalt über seine Kinder und seine Enkelkinder, sowie seine Frau, die als sein Eigentum galten (manu), die Frauen hatte selbst wenig bis keine Eigentumsrechte keine absolute Macht für den Familienvater, Emanzipation von Kindern und Frau
Mein Geliebter ist mein, und ich bin sein.
AT, Hoheslied 2,16

Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi
NT, Epheser 5,21
Ihr Männer wohnt vernünftig mit euren Frauen zusammen und gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren seine Ehre.
NT, 1. Petrus 3,7
Züchtigung der Ehefrau in vielen islamischen Ländern hat ein Ehemann das Recht seine Frau zu schlagen Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben.
NT, Epheser 5,25.28
Töchterverkauf römischer Familienvater verkaufte seine Tochter  an den Schwiegersohn (coemptio) nicht erlaubt
Frauendiskriminierung Mädchen sind weniger wert als Jungen Ich werfe unserer Zeit vor, dass sie starke und zu allem Guten begabte Geister zurückstößt, nur weil es sich um Frauen handelt.
Die Welt irrt. Gott ist kein Richter wie die Männer, die meinen, jede gute Fähigkeit bei einer Frau verdächtigen zu müssen.
Theresia von Avila (Teresa de Cepeda y Ahumada), spanische Nonne, Kirchenlehrerin, Heilige
Polygamie der Mann darf ganz legal mehrere Frauen haben die einzige akzeptierte Eheform ist die Monogamie
Mit einer Frau, die du liebst, genieß das Leben alle Tage deines Lebens voll Windhauch, die er dir unter der Sonne geschenkt hat, alle deine Tage voll Windhauch.
AT, Kohelet 9,9
Zwangsheirat Mädchen werden noch als Kinder verheiratet; heute noch in China, Indien, und anderen asiatischen und afrikanischen Ländern, z.T. mit erheblich älteren Ehemännern, in ihrer ihrer Überforderung misshandeln und vernachlässigen Kinderbräute ihre ungewollten Kinder nicht erlaubt
Wenn ein Vater sein Kind zu Ehe drängt, da das Kind nicht Lust noch Liebe hin hat, da übertritt er und übergehet er seine Gewalt und wird aus Vater ein Tyrann.
Martin Luther (1483-1545), deutscher Augustinermönch, Reformator
Witwenverbrennung jahrhundertelang im hinduistischen Indien praktiziert (Sati), in der Antike sind Fälle überliefert, bei der sich Frauen selbst verbrannten, um nicht den Feinden in die Hände zu fallen, bzw. durch Angehörige getötet wurden 1829/30 auf christlichen Druck verboten, doch ausgerottet ist die Praxis noch nicht
Genitalverstümmelung
noch heute wird die Beschneidung an Mädchen in eingen islamischen Ländern in Afrika und im Nahen Osten praktiziert (Klitoridektomie) in christlich geprägten Ländern verboten
Umbinden der Füße in China lange Zeit üblich damit Mädchen dem landläufigen Schönheitsideal entsprachen von christlichen Missionaren bekämpft und 1912 verboten
Caritas und Diakonie,
Nächstenliebe
für Geschenke wurden meist Gegenleistungen erwartet (liberalitas), Empfänger waren oft Menschen aus den oberen Schichten, die eigentlich keine Hilfe brauchten;
wenig oder kein Mitleid mit den Armen und Schwachen;
die japanischen Priester (Bonzas) lehrten, dass
uneigennützige Nächstenliebe
Wer seinen Mitmenschen nicht beachtet, macht sich schuldig; aber freuen darf sich jeder, der sich um die Hilflosen kümmert.
AT, Sprüche 14,21

Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.
NT, Matthäus 25,45
Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.
NT, Johannes 15,13
Werke der Barmherzigkeit
Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.
NT, Matthäus 25,34-36
Fürsorge für Angehörige  

Kümmert sich jemand nicht um seine Angehörigen, besonders wenn sie mit ihm zusammenwohnen, dann verleugnet er Christus und ist schlimmer als ein Ungläubiger.
NT, 1. Timotheus 5,8
Man kann den Sohn zwingen, dass er seinen armen Vater ernähre.
Talmud - Pea

Armenfürsorge Zusammenstellung von Matrikeln, kirchlichen Listen bedürftiger Personen
Bildung von freiwilligen Vereinigungen zur Unterstützung Notleidender (collegia, soladitates, factiones) im 2. u. 3. Jh.
Einrichtung von Armenhäuser (ptochia) im 4. Jh.
Die pietätslosen Gallier helfen ihren eigenen Armen und unseren.
Julian Apostata (der Abgefallene, da zum Heidentum zurückgekehrte römische Kaiser)
Jedem der dich bittet, gib, und fordere es nicht zurück.
Didache, Zwölfapostelbuch 1,5

Eine anständige Fürsorge für die Armen ist der wahre Test der Zivilisation.
Samuel Johnson (1709-1784), englischer Schriftsteller
Witwenfürsorge um 37 n.Chr.
Sei den Waisen wie ein Vater und den Witwen wie ein Gatte.
AT, Jesus Sirach 4,10
Waisenfürsorge durch Institution des Taufpaten (Versorgung der Patenkinder, falls sie Waisen werden);
durch Waisenhäuser und Waisenhäuser für Findelkinder ab dem 4. Jh.,
Aufnahme von Waisen in Klöstern
Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater ist der: die Waisen und Witwen Witwen in der Trübsal besuchen.
NT, Jakobus 1,27
Krankenpflege nur Diagnose und Medizin, keine Pflege (Äskulap-Tempel, iatreia) Krankenpflegeheime (nosocomia) im späten 369
Krankenpflege durch Klöster, Monte Cassino 528
Heilig.Geist-Spitäler zur Pflege und Unterbringung Kranker, z.T. auch Geisteskranker
Jesus von Nazareth Hospital für Indios in Mexiko 1524
häufig benannt nach Konfessionen, Heiligen und Persönlichkeiten
Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht.
NT, Matthäus 25,35

Die Sorge für die Kranken muss vor und über allem stehen: man soll ihnen so dienen, als wären wie wirklich Christus.
Benedikt von Nursia (480-547), italienischer Mönchsvater, Gründer des Benediktinerordens
Meine Schwestern, bemüht euch darum, den Kranken mit großer Herzlichkeit zu begegnen. Teilt mit ihnen ihr Leiden, und hört euch ihre kleinen Klagen an, wie es eine Mutter tut.
Vinzenz von Paul (1581-1660), französischer Ordensstifter, Heiliger, Gründer der Caritas
Blindenfürsorge Blindenheime (typholocomia), erstes 630 in Jerusalem
Christoffel Blindenmission der ev. Kirche
Blindheit trennt von den Dingen, Taubheit von den Menschen.
.
Helen Keller (1880-1968), US-amerikanische Sozialreformerin und Schriftstellerin, blind und taub
Geisteskrankenfürsorge Heime für Geisteskranke (morotrophia)
Heim für Geisteskranke, London (Bedlam) 15. Jh.
Irrenanstalten 17.-19. Jh.
zunehmend menschenwürdige Unterbringung von Geisteskranken, Beginn psychiatrischer Pflege
Philippe Pinel (1745-1826), französischer Mediziner, Psychiater und Philanthrop, erreichte, dass Geisteskranke nicht als Verbrecher, sondern als Kranke behandelt wurden
Aussätzigenfürsorge Leprosenheime zur Zeit der Kreuzzüge im 12. Jh.
Aussätzigenhilfswerke der Kirche
z.B.. Schwester Ruth Pfau in Pakistan
Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will's tun; sei gereinigt! Und alsbald ward er vom Aussatz rein.
NT, Matthäus 8,2-3
Ich finde mein größtes Glück drin, dem Herrn in seinen armen und kranken Kindern zu dienen, die von den anderen Menschen verstoßen werden.
Damian de Veuster (1840-1889), Arnstätter Pater
Altenpflege Aussetzung alter Menschen Altenheime (gerontocamia) im 5. Jh.
Altenheime von Caritas und Diakonie
Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst wohin du wolltest; wenn du aber alt wirst, wirst du die Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und führen wohin du nicht willst.
NT, Johannes 21,18
Fremdenfürsorge Fremdenfeindschaft (xenophobia) Herbergen für Fremde, Reisende und Kranke im späten 4. Jh.
Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.
NT, Matthäus 25,35
Pilgerfürsorge Hospize für kranke Pilger zur Zeit der Kreuzzüge
Johanniterorden im 11./12. Jh., daraus gingen die Krankenpflegeorganisationen der Johanniter und Malteser hervor, Pilgerhospize auf dem Weg nach Santiago, Rom und Compostella
Deutscher Orden
Kriegsopferfürsorge Behandlung und Pflege nur von Soldaten (valetudinaria) Lazarusorden 12. Jh.
Ist es in einer Epoche, wo man soviel von Fortschritt und Zivilisation spricht, nicht dringend nötig, da nun einmal unglücklicherweise Kriege nicht immer verhindert werden können, darauf zu bestehen, dass man im Sinne wahrer Menschlichkeit und Zivilisation einen Weg sucht, um wenigstens seine Schrecken etwas zu mildern.
Ich bin ein Jünger Christi wie im ersten Jahrhundert und sonst nichts.
Henri Dunant (1828-1910), Schweizer Philanthrop, Gründer des Roten Kreuzes, erster Friedensnobelpreis 1901
Gefangenenfürsorge Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.
NT, Matthäus 25,36
Obdachlosenfürsorge   Niemand kann selig sein, solange er kalte Füße hat, und keiner kann bekehrt werden, solange ihn Zahnschmerzen quälen.
William Booth (1829-1912), englischer Sozialarbeiter und Seelsorger, Methodist, Gründer der Heilsarmee
Arbeit und Soziales,
christliche Sozialethik
Wo keine Liebe ist, kann keine Gerechtigkeit sein.
Aurelius Augustinus ( 354-430), Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger
Würde der Arbeit körperliche Arbeit erniedrigt, ist nur etwas für Sklaven; der freie Bürger arbeitet nicht Kultivierungsgebot
Macht euch die Erde untertan..
AT, Genesis 1,28

Schafft das Eure und arbeitet mit euren eigenen Händen, damit ihr ehrbar lebt vor denen, die draußen sind, und auf niemanden angewiesen seid.
NT, 1. Thessaloniker 4,11-12
Bete und arbeite [und lese]!
Wahlspruch der Benediktiner
Lohnanspruch Wehe dem, der da baut sein Haus mit Ungerechtigkeit und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten ohne Entgelt arbeiten lässt und seinen Lohn ihm nicht gibt.
AT, Jeremias 22,13
Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht gibt, der ist ein Bluthund.
AT, Jesus Sirach 34, 26-27
Ein Arbeiter bekommt seinen Lohn nicht als Geschenk, sondern weil er einen Anspruch darauf hat.
NT, Römer 4,4
Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.
NT, 2. Thessalonicher 3,10
Es passt sich aber nicht, dass einer auf des andern Arbeit hin müßig geht, reich ist und wohllebt, während es dem Arbeitenden übel geht, wie es jetzt die verkehrte Gewohnheit ist.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator
Um dieses Verhältnis zwischen Familie und Arbeit zu bewahren, muss der Familienlohn, das heißt ein Lohn, der ausreicht, um der Familie ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen, berücksichtig und geschützt werden. Dieser Lohn muss die Bildung von Ersparnissen ermöglichen, die den Erwerb von Eigentum erlauben und damit Freiheit garantieren: Das Recht auf Eigentum ist eng mit der Existenz von Familien verbunden, die sich auch dank ihrer Ersparnisse und der Bildung von Familieneigentum vor der Bedürftigkeit schützen können.
Sozialkompendium der katholischen Kirche
Abschaffung der Kinderarbeit Anthony Ashley Cooper, Lord Shaftesbury (1801-1885), englischer Politiker, Philanthrop, Kämpfer gegen die Kinderarbeit
Eigentumsrecht
Du sollst nicht stehlen.
AT, Exodus 20,15
Was nützte es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele.
NT, Matthäus 16,26
Sozialpflicht des Eigentums Ehre den Herrn mit deinem Gut!
AT, Sprüche 3,9
Fremdes Eigentum ist, wenn man Überflüssiges besitzt. Der Überfluss gehört den Armen.
Aurelius Augustinus ( 354-430), Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger
Solidarität, Brüderlichkeit Wer den Armen unterdrückt, verhöhnt dessen Schöpfer. Wer dem Hilflosen beisteht, der ehrt Gott.
AT, Sprüche 14,31

Wir müssen als die Starken die Schwächen derer tragen, die schwach sind, und dürfen nicht für uns selbst leben.
NT, Römer 15,1
Wenn alle Menschen um dich herum vollkommen wären, was hätte dann einer von dem anderen zu leiden? Nun hat es aber Gott so nicht anders eingerichtet, dass einer die Last des anderen tragen soll; denn keiner ist ohne Fehler, keiner ohne Last, und keiner weiß sich in allem selbst zu raten. Einer muss den anderen tragen, einer den anderen trösten, stützen, unterweisen und aufrichten.

Thomas von Kempen, auch Thomas a Kempis (Thomas Hemerken) (1379/80-1471), holländischer Augustinermönch und Prediger
Geht nicht zu denen, die euch brauchen, sondern zu denen, die euch am meisten brauchen.

John Wesley (1703-1791), englischer Theologe, Gründer der Methodisten
Es gibt keine Gemeinschaft und es kann keine geben, in der das Solidaritätsprinzip nicht gilt.
Oswald von Nell-Breuning (1890-1991), deutscher katholischer Politologe, Jesuit, Berater des damaligen Kanzlers Helmut Schmidt
Wenn Christentum einen Sinn haben soll, muss es sich einsetzen zugunsten der Armen, Geknechteten, Verfolgten, Ausgestoßenen und Verzweifelnden.
Pedro Arrupe (1907-1991), spanischer katholischer Theologe, Generaloberer der Jesuiten
Altruismus Lasst uns aufeinander Acht haben.
NT, Hebräer 10,24
Jedes Geschöpf ist mit einem anderen verbunden, und jedes Wesen wird durch ein anderes gehalten.
Hildegard von Bingen (1098-1179) deutsche Mystikerin, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, katholische Heilige
Von Leben kann man erst reden, wenn man für andere lebt oder sich zumindest darauf vorbereitet, zu einem Leben für andere fähig zu sein.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter
Wo das Bewusstsein schwindet, dass jeder Mensch uns als Mensch etwas angeht, kommen Kultur und Ethik ins Wanken.

Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph
Gemeinwohl Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.
NT, Philipper 2,4
Die erste Regel vor dem Handeln besteht darin, sich an die Stelle des anderen zu versetzten. Keine wahre Suche nach dem Gemeinwohl ist möglich außerhalb dieser.
Abbé Pierre (Henri Groués), französischer katholischer Pfarrer, Obdachlosenseelsorger und Gründer der Gemeinschaft Emmaus
Humanismus,
Menschlichkeit
Menschliche Behandlung kann sogar einen solchen zum Menschen machen, in dem Gottes Ebenbild längst erloschen ist.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter
Vielleicht kann nur ein Mensch, der sich nie Sorgen um ein Kind gemacht, der die Liebe zum Kinde verloren oder nie besessen hat, meinen, dass unser immerwährendes Streben nach mehr Menschlichkeit eine törichte Illusion, eine Utopie ohne jegliche Aussicht auf Erfolg sei.
Hermann Gmeiner (1919-1986), österreichischer Mediziner und Pädagoge, Begründer der SOS-Kinderdörfer, war als Ministrant in der Jugendarbeit tätig und kümmerte sich früh um Kriegswaise
Wahre Menschlichkeit ist Voraussetzung wahrer Religion. Wahre Religion ist Vollendung wahrer Menschlichkeit.
Hans Küng (1928-), schweizerischer katholischer Theologe
Freiheit und Verantwortung Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.
AT, Deuteronomium 19,15
Wir haben ständig die menschliche Freiheit gepredigt. Da wir aber den Menschen vergessen haben, haben wir unsere Freiheit als eine unklare Fessellosigkeit definiert, einzig begrenzt durch den Schaden, der dem Nächsten angetan wird. Das entbehrt jeder Sinngebung; denn es gibt keine Handlung, die den Nächsten nicht mit betrifft.
Saint-Exupéry, Antoine de (Marie Roger Graf von S.-E.) (),
Es hat keinen Sinn, Freiheit "von" zu fordern, wenn vorher nicht die Freiheit "zu", nämlich zu den großen Werten der personalen Existenz, gesehen und gewollt ist.

Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph
Gerechtigkeit Stellt eure Glieder nicht der Sünde als Waffen der Ungerechtigkeit zur Verfügung, sondern stellt euch ganz Gott zur Verfügung als Menschen, die von den Toten auferweckt leben, und stellt eure Glieder als Waffen der Gerechtigkeit in den Dienst Gottes.
NT, Römer 6,13
Wo keine Gerechtigkeit ist, ist keine Freiheit, und wo keine Freiheit ist, ist keine Gerechtigkeit.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller
Verzögerte Gerechtigkeit ist verweigerte Gerechtigkeit.
William Gladstone (1809-1898), englischer Politiker, Premierminister, Liberaler
Gerechtigkeit schafft Frieden.
Pius XII. (Eugenio Pacelli) (1876-1958), italienischer Papst, 1917 Nuntius in Bayern und 1920 - 1929 in Berlin
Frieden Dann schmieden sie die Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.
AT, Jesaja 2,4
Haltet Frieden untereinander.
NT, 1. Thessaloniker 5,13
Die Welt hätte Frieden, wenn die Männer der Politik nur dem Evangelium folgen würden.
Birgitta von Schweden (1303-1373), schwedische Ordensschwester, Gründerin des Birgittenordens
Mit sich selbst im Frieden zu sein, ist das sicherste Mittel um zu beginnen, mit der Welt in Frieden zu sein.
Luis de León (1527-1591), spanischer Augustinermönch, lyrischer Dichter
Es wird keinen wahren Frieden geben … solange sich die Menschen nicht einig sind, wenigstens annähernd einig darüber, was wir von einer Zukunft der Erde erwarten und hoffen dürfen.
Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955), französischer Theologe, Geologe und Anthropologe
Steuerzahlung Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
NT, Matthäus 22,21
Bestechung verbreitete Korruption, Vetternwirtschaft, Nepotismus Du sollst dich nicht durch Geschenke bestechen lassen; denn Geschenke machen blind und verdrehen die Sache derer, die im Recht sind.
AT, Exodus 23,8
Du sollst das Recht nicht beugen, die Person nicht ansehen und nicht Bestechung annehmen.
AT, Deuteronomium 16,9
Unterdrückung Hört dies, die ihr die Armen unterdrückt und die Elenden im Lande zugrunde richtet und sprecht: Wann werden wir das Maß verringern und den Preis steigern und die Waage fälschen, damit wir die Armen um Geld und die Geringen um ein Paar Schuhe in unsere Gewalt bringen? Der Herr hat geschworen: Niemals werde ich diese ihre Taten vergessen!
AT, Amos 8,4-7
Wenn ich alle diese heutigen Gemeinwesen ringsherum vor meinem Geiste vorbeiziehen lasse, kann ich - so wahr mir Gott helfe - nichts anderes sehen als die reinste Verschwörung der Reichen, die unter dem Namen und Titel des Staates für ihren eigenen Vorteil tätig sind.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.
Falschaussage Du sollst nicht falsch schwören, du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen.
Didache, Zwölfapostellehre, 2,2
Religionsfreiheit Es ist gottlos, in Glaubensfragen die Menschen ihrer Freiheit zu berauben; sie daran zu hindern, eine Gottheit zu wählen: kein Mensch, kein Gott legt Wert auf eine erzwungene Anbetung.
Tertullian (Quintus Septimius Florens), (160-230), lateinischer Kirchenlehrer, geboren in Karthago in Tunesien
Es ist eine abscheuliche Ketzerei, durch Gewalt, Schläge, Einkerkerung diejenigen an sich binden zu wollen, die man durch Vernunft nicht überzeugen konnte.
Athanasius (4. Jh.), Bischof von Alexandria in Ägypten
Religiöse Toleranz Wir wollen aufhören, uns gegenseitig zu verurteilen. Denkt lieber darüber nach, wie ihr alles vermeiden könnt, was eure Brüder verwirrt oder ihren Glauben in Gefahr bringt.
NT, Römer 14,13
In den notwendigen Dingen Einheit, in den zweifelhaften Freiheit, über allem die Liebe.

Aurelius Augustinus ( 354-430), Bischof von Hippo in Nordafrika, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger
Damit wir nicht denjenigen, den wir nicht in allem bessern können, gleich verleumden, verketzern, verurteilen, aus der Kirche ausweisen, sondern als Schwachen im Glauben aufnehmen, im Wissen, dass jeder vor seinem Herrn steht und fällt.
Johann Amos Comenius (Jan Amos Komeský) (1592-1670), tschechischer Theologe und Pädagoge
Ich glaube, dass sowohl in der Partei der Römisch-Katholischen als unter den Lutheranern, Reformierten, Mennoniten die Seelen zu dem höchsten Gipfel der Heiligung und Vereinigung mit Gott gelangen können.
Gerhard Tersteegen (1697-1769), deutscher protestantischer Schriftsteller
Die Demütigen, Sanften, Barmherzigen, Gerechten, Frommen und Andächtigen sind überall von einer Religion; und wenn der Tod die Maske weggenommen hat, werden sie einander kennen, obwohl die verschiedenen Kleidung, die sie hier tragen, sie zu Fremden macht.
William Penn (1644-1718), englischer Quäker, amerikanischer Politiker, Gründer von Pennsylvania, der ersten englischen Kolonie, die religiöse Toleranz praktizierte
Gleichheit Diskriminierung von Frauen, Andersgläubigen, Sklaven Da wird der Priester wie der Mann des Volkes, der Herr wie der Knecht, die Gebieterin wie die Magd, der Verkäufer wie der Käufer, der Entlehner wie der Leiher, der Schuldner wie der Schuldherr.
AT, Jesajia 24,2
Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.
NT, Galater 3,28
Wenn ihr wirklich an Jesus Christus glaubt, dann lasst euch nicht vom Rang und Ansehen des Menschen beeindrucken!
NT, Jakobus 2,1
Das Ideal der Gleichheit ist deshalb so schwer, weil die Menschen Gleichheit nur mit jenen wünschen, die über ihnen stehen.
John Boynton Priestley (1894-1984), englischer Schriftsteller
Abschaffung der Sklaverei Sklaven galten als Eigentum Nun kommt er nicht nur als Sklave wieder, du wirst viel mehr an ihm haben: einen geliebten Bruder.
NT, Philemon 16
Sagt, mit welchem Recht und mit welcher Gerechtigkeit haltet ihr jene Indianer in einer so grausamen und schrecklichen Sklaverei?
Bartolomé de Las Casas (1474-1566), spanischer Dominikaner und Indianermissionar, Kämpfer für die Rechte der Indios
Der allmächtige Gott hat mir zwei Ziele gesetzt: die Abschaffung der Sklaverei und die Besserung der Sitten in England.
William Wilberforce (1759-1833), englischer Politiker, starb drei nach Tag der Abschaffung der Sklaverei in England
Naturrecht Wertrelativismus, es werden keine absoluten Werte anerkannt, alle Werte ändern sich mit den gesellschaftlichen Bedingungen Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz fordert, so sind sie, obwohl sie das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz. Sie beweisen damit, dass in ihr Herz geschrieben ist, was das Gesetz fordert, zumal ihr Gewissen es ihnen bezeugt, dazu auch die Gedanken, die einander anklagen oder auch entschuldigen.
NT, Römer 2,14-15
Das Licht der natürlichen Vernunft, wodurch wir unterscheiden, was gut und bös ist - das Naturgesetz - ist nichts anderes als die Einstrahlung des göttlichen Lichts in uns. Darum ist offenbar das Naturgesetz nichts anderes als die in der vernünftigen Kreatur statthabende Teilnahme am ewigen Gesetz.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph
Warum hält und lehrt man denn die Zehn Gebote? Antwort: Darum, dass die natürlichen Gesetze nirgends so fein und ordentlich sind verfasset als von Mose.
Martin Luther
Das Naturrecht gilt auch unter der offensichtlich absurden Hypothese, dass Gott nicht existiert.
Hugo Grotius (1583-1645), niederländischer politischer Philosoph, Theologe und Rechtsgelehrter
Menschenrechte Dass man mit Füßen tritt alle Gefangenen der Erde, dass man das Recht des Mannes beugt vor dem Höchsten, dass man den Menschen bedrückt in seinem Rechtsstreit, soll der Herr das nicht sehen?
AT, Klagelieder 3,34-36
Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen!
AT, Sprüche 31,8
Achtet alle Menschen!
NT, 1. Petrus 2,17
Asylrecht Verbirg die Verjagten und verjage die Flüchtigen nicht!
AT, Jesaja 16,3
Wenn wir nicht auch die annehmen, deren Aufnahme uns keinerlei öffentliches Ansehen verschaffen kann oder sogar Beschimpfung und Verdächtigung einbringen wird, dann bleibt unser Christsein unglaubwürdig.
Georg Sterzinsky (1936), deutscher katholischer Theologe, Erzbischof von Berlin
Widerstandsrecht Wie, wenn denn ein Fürst Unrecht hätte, ist ihm sein Volk auch schuldig zu folgen? Antwort: Nein, denn wider Recht gebührt niemand zu tun; sondern man muss Gott mehr gehorchen denn den Menschen.
Martin Luther (1483-1545), deutscher Augustinermönch, Reformator
Sich gegen die Tyrannei zu erheben heißt Gott gehorchen.

Thomas Jefferson (1743-1826), US-amerikanischer Politiker, Präsident
Kapitalismus Jeder Arbeiter stand mit seiner Arbeitskraft, die sein ganzes Vermögen ausmacht, allein da, ihm gegenüber aber der Stand der Geldmacht, welche in demselben Masse dem Arbeiter gefährlich wird, wie ihr Inhaber ohne Gewissen, ohne Religion ist und sie daher nur zur Befriedigung des Egoismus benutzt.
Die Gottlosigkeit des Kapitals, das den Arbeiter als Arbeitskraft und Maschine bis zur Zerstörung ausnützt, muss gebrochen werden.
Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler (1811-1877), deutscher katholischer Bischof, Begründer der katholischen Soziallehre
Wir müssen das Volk darüber belehren, dass der individualistische Kapitalismus in schroffstem Gegensatz steht zur christlichen Soziallehre und Moral.
Otto Hermann Pesch (1931-), katholischer Theologe und Sozialethiker
Der Marktkapitalismus ist die erfolgreichste Religion aller Zeiten geworden.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst
Materialismus,
Konsumismus
Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werde wir auch nichts hinausbringen.
NT, 1. Timotheus 6,7
Weniger brauchen ist besser, als zuviel haben.

Aurelius Augustinus ( 354-430), Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger
Die Falschheit des Reichtums besteht darin, dass wir das, was wir haben, mit dem verwechseln, was wir sind.
Ernesto Cardenal (1925-), nicaraguanischer katholischer Priester und Politiker
Utilitarismus Die Sache der Menschlichkeit ist vorbei, wenn allein dem Nutzen gedient wird.
Pseudo-Quintilian
Die Freiheit ist in Gefahr, wenn man nicht erkennt, "wie viele arme Nützlichkeitsseelen vorhanden sind, die zu jeder Knechtschaft bereit sind, wenn man sie nur in Ruhe lässt. Man will sich nicht kompromittieren, nicht anstoßen, nicht stören, nicht unbequem werden."
Friedrich Naumann (1860-1919), deutscher evangelischer Theologe und Politiker, christlich-soziale Bewegung
Hedonismus Die Gottlosen sagen, alles sei durch Zufall geworden, alles sei vergänglich. Der Leib werde zu Asche und der Geist löse sich in Luft auf. Daher wollen sie die Güter des Augenblicks genießen, sie wollen die Welt auskosten wie in ihrer Jugendzeit. Überall setzten sie Zeichen ihrer Lust.
AT, Weisheit 2,1-3.6.9
Du dienst einem Götzen, wenn du immer nur deinen Lüsten nachlebst.
Hildegard von Bingen (1098-1179), deutsche Mystikerin, Äbtissin und Naturwissenschaftlerin, katholische Heilige
Wer dem Genuss nachjagt, findet den Überdruss.

Christine von Schweden (1626-1689), schwedische Königin
Wegwerfgesellschaft Bedenke bei jedem Anschaffen und benutzen eines Gegenstandes, dass dieser ein Produkt menschlicher Arbeit ist und dass du, indem du ihn verbrauchst, zerstörst, beschädigst, diese Arbeit zerstörst und damit Menschenleben verbrauchst.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter
Es ist wohl kein Zufall, dass uns in der Wegwerfgesellschaft das Gefühl der Sinnlosigkeit besonders aggressiv bedrängt. Sind wir womöglich selbst Teil dieser Wegwerfgesellschaft?
Erhard Eppler (1926-), deutscher Politiker, SPD
Sattheit Sattheit enthält, wie jede andere Kraft, immer auch ein bestimmtes Maß an Frechheit, und dies äußert sich vor allem darin, dass der Satte dem Hungrigen Lehren erteilt.
Anton Pawlowitsch Tschechow (1860 - 1904), russischer Erzähler und Dramatiker
Wertrelativismus Ohne auf Gott als den absoluten Grund zurückzukehren, ist es schlechterdings unmöglich, ein Prinzip zu finden, welches dem ethischen Gesetz eine ausreichende Sanktion erteilte, die es über jeden Zweifel herausgerückt erscheinen ließe; ohne göttliche Sanktion ist die Allgemeinheit und unbedingte Verbindlichkeit des Sittengesetzes eine Illusion.
Eduard von Hartmann (1842-1906), deutscher Philosoph
Dies sind die Tage, in denen von den Christen erwartet wird, jeden Glauben zu preisen außer ihrem eigenen.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller
Zu allen Zeiten sind die Maßstäbe des Daseins im Religiösen verankert. Wird das Religiöse entwurzelt, so zerbrechen die Kriterien.
Walter Nigg (1903-1988), schweizerischer evangelischer Theologe und Schriftsteller
Werteumkehrung, Wahrheitsverdrehung Wehe denen, die das Böse gut und das Gute Böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.
AT, Jesaja 5,20
Diejenigen, die in der Unordnung leben, sagen zu denen, die in der Ordnung leben, dass sie sich von der Natur entfernen.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker
Der Mensch besitzt eine solche Leidenschaft für Systematik und abstrakte Folgerungen, dass er es fertig bringt, bewusst die Wahrheit zu verdrehen und mit sehenden Augen nicht zu sehen und mit hörenden Ohren nicht zu hören.
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881), russischer Dichter
Die heutige Umkehrung des Denkens zeigt sich mitunter in einer besonders hinterlistigen Form: Die Dinge werden auf den Kopf gestellt, indem man das moralisch Gute als sozialen Konformismus hinstellt. Als Helden des Tages gelten diejenigen, die sich gegen die überlieferten Werte stellen. Dafür spricht man denen, die diese Werte achten, die Glaubwürdigkeit ab.
Jean Daniélou (1905-1974), katholischer Theologe, Jesuitenpater und Kardinal
Verantwortungsethik Wenn ein Wahnsinniger mit dem Auto durch die Straßen rast, kann ich mich als Christ nicht damit zufrieden geben, die Überfahrenen zu beerdigen und die Hinterbliebenen zu trösten, sondern ich muss dazwischen springen und ihn stoppen.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe, von den Nazis im KZ ermordet
Bildung und Wissenschaft Die Furcht des Herrn ist die Anfang der Erkenntnis
AT, Sprüche 1,7
vom Mittelalter bis zur Aufklärung begründete jeder Wissenschaftler, der etwas auf sich hielt, seine Forschungstätigkeit mit religiösen Motiven
Die Wissenschaft heute, wird eine Quelle über sich suchen, oder sie wird untergehen.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin und Verfasserin religiöser Schriften
Katechetenschulen Lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
NT, Matthäus 28,20

Justin der Märtyrer um 150
zunächst galten Schulen der religiösen Unterweisung im Sinne des christlichen Missionsauftrages
Dom- und Bischofsschulen, Klosterschulen 4. Jh. und 5. Jh.
Universitäten keine bleibenden, festen Institutionen Benediktiner bauten ein ganzes Netzwerk von Bibliotheken auf (scriptoria)
erste Universität in Bologna 1158, ebenso wie Paris, Oxford, Prag, Heidelberg ursprünglich christliche Gründungen
Colleges und Universitäten sind nach christlichen Heiligen benannt
Jesuiten beförderten insbesondere die höhere Bildung
Harvard College war kongregationalistisches Seminar, Yale ebenso, Columbia episkopalisch, Princeton presbyterianisch und Brown baptistisch
Öffentliche Schulen Ich halte aber, dass auch die Obrigkeit hier schuldig sei, die Untertanen zu zwingen, ihre Kinder zur Schulen zu halten.
Martin Luther (1483-1545), deutscher Augustinermönch, Reformator
Schulbildung für alle, Steuerfinanzierung, Schulzwang
Klassenstufen durch Johannes Sturm 1530er Jahre

Die Lehrer sollen sich immer daran erinnern, dass die Schule nichts anderes ist als ein Mittel Gutes zu tun.
Johannes Bosco (Don Bosco) (1815-1888), italienischer Priester und Sozialpädagoge
Kindergärten Ich will Menschen bilden, die mit ihren Füßen in Gottes Erde, in die Natur eingewurzelt stehen, deren Haupt bis in den Himmel ragt, und in dem selben schauend liest, deren Herz beides, Erde und Himmel, das gestaltenreiche Leben der Erde und Natur und die Klarheit und den Frieden des Himmels, Gottes Erde und Gottes Himmel eint.
Jede Erziehung, soll sie Frucht bringen, muss sich auf Religion gründen.
Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782-1852), deutscher Pädagoge, Begründer des Kindergartens
Sonntagsschulen Robert Raikes (1735-18811), schottischer Philanthrop, Zeitungsverleger, Begründer der Sonntangsschulbewegung
Behindertenunterricht Auge wurde ich dem Blinden, und Fuß war ich dem Lahmen.
AT, Hiob 29,15
Die göttlichen Wahrheiten wurden für mich, was Licht, Farbe und Musik für Auge und Ohren bedeuten. Sie sublimierten mein sehnliches Verlangen nach einem normalen, gesunden Körper zu dem lebendigen Bewusstsein, dass ich ja in meinem Inneren das Bild vollkommenen Menschtums trage.
Helen Keller (1880-1968), US-amerikanische Sozialreformerin und Schriftstellerin, blind und taub
Gehörlosenunterricht Abbé Charles Milchel de l'Épée (1712-1789), französischer katholischer Theologe und Gehörlosenpädagoge, erfand eine art Lautbegleitende Gebärdensprache, 1771 erste Schule für Taube in Paris
Blindenunterricht Louis Braille (1809-1852), Sohn eines französischen Sattlers, schon als Kleinkind erblindet und vom Dorfpriester und Landbesitzer schulisch gefördert, Erfinder der Blindenschrift 1829
Wissenschaftliches Denken und Arbeiten Roger Bacon (1214-1294), englischer Franziskanermönch begründete Empirie
Francis Bacon (1561-1626), Erfinder der wissenschaftlichen Induktion
William Ockham (1285-1349), Begründer des methodischen Prinzips der Einfachheit nach der diejenige Erklärung die richtige ist, die mit den wenigsten Ausnahmen auskommt
Gründliche wissenschaftliche Arbeit ist eine Erziehung zur Gewissenhaftigkeit, zur Ehrlichkeit, zum Abscheu gegen Halbheiten und Oberflächlichkeiten.
Edith Stein (1891-1942), deutsche Philosophin aus jüdischer Familie, Ordensschwester, Ermordung im KZ, heilig gesprochen

Der Glaube bedarf der gesamten Wahrheit, auch der Wahrheit der Naturwissenschaft.
Teilhard de Chardin (1881-1955), französischer Theologe, Geologe und Anthropologe
Wissenschaftliche Entdeckungen und Erfindungen Leonardo da Vinci (1452-1519), Forscher und Erfinder
Andreas Vesalius (1514-1564), flämischer Chirurg, Begründer der Anatomie
Gregor Mendel (1822-1884), böhmischer Augustinermönch, Vater der Genetik (Vererbungslehre)
Nikolaus Kopernikus (1473-1543), katholischer Domherr und Astronom, entdeckte die Kreisbewegungen der Planeten (kopernikanische Wende, heliozentrisches Weltbild)
Johannes Kepler (1571-1630), evangelischer Theologe und Astronom
Galileo Galilei (1564-1642), italienischer Astronom
Calvinisten gründeten 1645 die Royal Society in London
Isaac Newton (1642-1727), englischer Mathematiker und Physiker
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), deutscher Mathematiker
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph und Mathematiker, Erfinder der Rechenmaschine
Alessandro Volta (1745-1927), italienischer Physiker
André Marie Ampère (1775-1836), französischer Physiker
Georg Siegfried Ohm (1789-1854), deutscher Physiker
Michael  Faraday (1791-1867), englischer Physiker
Es gibt keinen deutlicheren Beweis dafür, dass sich die Wissenschaft auf dem falschen Weg befindet, als ihre Selbstsicherheit, sie werde alles erforschen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter
Wer stark genug denkt, der wird von der Wissenschaft gezwungen werden, an Gott zu glauben.

William Thomson Kelvin (1824-1907), englischer Physiker
Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen, die Religion zum Handeln, weil wir mit unseren Willensentscheidungen nicht warten können, bis die Erkenntnisse vollständig, und bis wir allwissend geworden sind.
Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker
Die gelegentlich gehörte Meinung, dass wir im Zeitalter der Weltraumfahrt so viel über die Natur wissen, dass wir es nicht mehr nötig haben, an Gott zu glauben, ist durch nichts zu rechtfertigen. - Nur ein erneuter Glaube an Gott kann die Wandlung herbeiführen, die unsere Welt von Katastrophe retten könnte. Wissenschaft und Religion sind dabei Geschwister, keine Gegensätze.
Wernher von Braun (1912-1977), deutsch-US-amerikanischer Raketentechniker
Philippus Theoprastus Paracelsus (1493-1541), deutscher Mediziner
Wo sind die wahren Quellen von Menschenwürde, Freiheit und moderner Demokratie, wenn nicht in dem Begriff des Unendlichen, vor dem alle Menschen gleich sind.
Louis Pasteur (1822-1895), fanzösischer Chemiker und Mikrobiologe
Werteerziehung Der modische Irrtum ist, dass wir durch Erziehung jemand etwas geben können, das wir nicht haben.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller
Werteerziehung muss wieder zum Thema Nr. 1 der Bildungspolitik gemacht werden.

Heiner Geißler (1930-), deutscher Poltitiker, CDU
Kunst und Kultur Religion und Kunst entstammen der gleichen Wurzel und sind enge Verwandte. Wirtschaft und Kunst sind Fremde.
Nathaniel Hawthorne (1804-1864), US-amerikanischer Schriftsteller
christliche Kunst frühchristliche Kunst
Romanik
romanische Kirchen in Burgund: Autun; Kaiserdome am Rhein
Gotik
Notre Dame de Chartres, Mont Saint Michel, Kölner Dom
Den höchsten Anlauf nahm die Menschennatur, als sie einen gotischen Dom in Vollendung dachte. Aber er ist ein Ideal geblieben und mit Recht; denn das Vollendete muss unvollendet bleiben. Die fertigen gotischen Dome sind nicht vollendet, und die vollendeten sind nicht fertig.
Theodor Fontane (1819-1898), deutscher Dichter hugenottischer Abstammung

byzantinische Kunst
Hagia Sophia, Ravenna
Barock
Vierzehnheiligen
christl. Renaissance
Dom in Florenz, Petersdom
bretonische Calvaires
christl. Moderne
Die treibende Kraft der Kunstentwicklung ist die Religion.
Richard Wagner (
1813-1883), deutscher Komponist
christliches Theater Geistliche Dramen
Fastnachtsspiele
Passionsspiele
Krippenspiele
Jesuitentheater
christliche Musik Gregorianischer Gesang
Entwicklung der polyphonen Musik
Entwicklung spezieller christliche Musikformen

Motette, Madrigal, Anthem, Oratorium, Sonate, Sinfonie, Kantate, Passion
weltbekannte religiöse Kompositionen

Johann Sebastian Bach (Matthäus-Passionen), Friedrich Georg Händel (Messias), Amadeus Mozart (Requiem), Igor Strwainsky, Ludwig van Beethoven (Missa Solemnis), Moses Mendelsohn-Bartholdy (Oratorium Paulus), Joseph Haydn (Die Schöpfung), Franz Schubert (Ave Maria), Johannes Brahms (Deutsches Requiem), Bruckner (Te Deum), Igor Strawinsky (Kantate Babel, Oper die Sintflut)
bekannte Kirchenlieder
Martin Luther (Eine feste Burg ist unser Gott), Martin Rinckhart (Nun danket alle Gott), Arnulf von Löwen (O Haupt voll Blut und Wunden), Philipp Nicolai (Wachet auf, ruft uns die Stimme), Ignaz Franz (Großer Gott wir loben dich), Joseph Mohr (Stille Nacht)
Die Musik ist die beste Gottesgabe. Musik ist der beste Trost für einen verstörten Menschen, auch wenn er nur ein ganz wenig zu singen vermag.
Martin Luther (1483-1545), deutscher Augustinermönch, Reformator

Für Bach war alles in der Musik Religion; sie zu schreiben war ein Glaubensbekenntnis; sie zu spielen ein Gottesdienst. Jede Note war nur an Gott gerichtet. Das trifft auf alle Teile seines Werkes zu, wie weltlich auch immer ihr Verwendungszweck gewesen war.
Leonard Bernstein (1918-1990), amerikanischer Komponist
christliche Literatur frühchristliche Literatur: ermahnende, polemische, apologetische Schriften
wichtige Beiträge zur Entwicklung neue Literaturgattungen
Eusebius Kirchengeschichte
Augustinus Gottesstaat
Thomas von Kempen Nachfolge Christi
Dante Göttliche Komödie
Erasmus Lob der Torheit
Thomas Morus Utopia
John Milton Das verlorene Paradies
Blaise Pascal Gedanken

Warum diese Aufstellung?

Die christlichen Ideale, Tugenden und Werte und das christliche Menschenbild haben die Gesellschaft in allen Bereichen tief durchdrungen und geprägt - eine Wirkung die bis in die heutige Zeit anhält aber nicht nur bei Kirchenfernen in Vergessenheit zu geraten droht. Auch Nichtchristen profitieren letztlich von den positiven Wirkungen christlicher Werte.
Von manchen Kirchengegnern wird die kulturelle Wirkung des Christentums aber nur noch selektiv negativ wahrgenommen
- um etwa die Reizworte Kriminalgeschichte des Christentums, Sexualfeindlichkeit, Wissenschaftsfeindlichkeit zu nennen. Dass es im Laufe der Geschichte Fehlentwicklungen und Fehlverhalten gab, die Kirche sich von der Botschaft Jesu entfernte und schuldig machte, soll hiermit in keiner Weise bestritten werden.
Die Aufstellung ist lediglich ein sicherlich ergänzungsbedürftiger Versuch, den
Blick auf die kulturelle Wirkung des Christentums zu weiten.

Zum Stichwort Europa findet sich am 17.03.2010 unter Wikiquote als erstes Zitat folgendes:
"Das Christentum ist weit davon entfernt, für die im neuzeitlichen Europa erreichte Kultur des Humanen verantwortlich zu sein. Es blieb in Sachen Humanität ohne Schrittmacherfunktion, war der Hauptfeind des moralischen Fortschritts in der Welt." - Horst Herrmann in: „2000 Jahre Folter im Namen Gottes“, 1998, S. 215
Jeder kann sich dazu sein eigenes Urteil bilden. Dass der Autor katholischer Professor war, dem die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen wurde, erklärt sicherlich einiges.

Die einzig wirklich faire Art, das modische Thema 'Verbrechen der Christenheit' zu erörtern, wäre, diese Verbrechen mit denen der Heiden und mit der normalen Praxis der nichtchristlichen Welt zu vergleichen.
Gilbert Keith Chesterton
(1874-1936), englischer Schriftsteller und Philosoph (in "The Thing")
Das trifft sicherlich für viele so genannte "kirchenkritische" Autoren zu.


Quellen

Hans Maier: Welt ohne Christentum - Was wäre anders? Herder Verlag, Freiburg 4. Aufl. 2009 (Reihe Herder Spektrum)
Alvin J. Schmidt: Wie das Christentum die Welt veränderte. Menschen - Gesellschaft - Politik - Kunst. Verlag Dr. Ingo Resch, Gräfeling 1. Aufl. 2009
(engl. Originalausgabe: How Christianity Changed the World. Zondervan, Grand Rapids, Michigan (Dank an den Ideengeber !) u.a.
Zitate aus einer umfangreichen privaten Sammlung christlicher Zitate

 

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