Kritisch betrachtet ... Gesellschaftskritik, Kulturkritik und Zeitkritik in Zitaten
 
gegen Denkverbote, geistige Scheuklappen und durch die öffentliche (veröffentlichte) Meinung verordnete "political correctness" - aktuell über 180 Rubriken
 
Grundlegendes Gesellschaftskritik, Kulturkritik, Zeitkritik
materialistische Grundorientierung Haben
Bedürfnisse, Ansprüche

Besitz, Einkommen, Vermögen
Konsu
m, Konsumismus
Lebensstandard
Luxus, Verschwendung. Schickimicki
Überflüssiges
Geld, Geldgier

Maßlosigkeit, Unmäßigkeit
Materialismus
Utilitarismus, Nützlichkeitsdenken, Effizienz
Rentabilität, Profitgier, Shareholder Value
Wirtschaftswachstumsrate, Wachstumswahn
Wucher, Lohndumping
Kommerzialisierung
uniformierter Lifestyle und Mainstreamkultur Äußerlichkeit, äußere Werte
Statussymbole, Image, Prestige
Wellness, Fitness, Jugendwahn, Schönheitskult
Vorführehefrau/-mann/LebensabschnittspartnerIn
Sex und Pornographie
Mode, uniformierter Massengeschmack
Modern, Neu
Auto
Fernsehen, Talkshow
Computer, Internet, Handy

Sport, Fußball
Berühmtheit, Popularität, Starkult
Event, Party
Karriere. Erfolg
Angeberei, Prahlerei, Arroganz, Einbildung
Selbstverliebtheit, Narzissmus
Single, Bindungsangst
gesellschaftliche Fehlentwicklungen Wohlstandsgesellschaft, Überfluss, Übersättigung
Informationsgesellschaft, Informationsflut
Freizeitgesellschaft, Unterhaltungsindustrie, Spaßgesellschaft
Leistungsgesellschaft, Konkurrenzkampf

Massengesellschaft, Masse, Menge
Antiautoritäre Erziehung, Autoritätsverfall
Ökonomisierung und Wertrelativismus im Bildungswesen
Werbung, Wegwerfmentalität
Arbeitslosigkeit
Globalisierung
Soziale Ungerechtigkeit

Mangelnde Chancengleichheit
Ausbeutung
Unterdrückung
Armut, Armutsschere, Verarmung

Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, fehlende Integrationsbereitschaft
Parteigeist
Jammern, Selbstmitleid
Reformfeindlichkeit
Politikverdrossenheit

Fortschrittsglaube, Technikgläubigkeit, Wissenschaftsgläubigkeit
ideologische Versuche und Verirrungen Ideologie, Ismen
Nationalismus, Militarismus, Kolonialismus, Imperialismus
Sozialdarwinismus, Recht des Stärkeren
Totalitarismus, Diktatur

Terrorismus
Anarchie, Gesetzlosigkeit
Antisemitismus, Judenfeindlichkeit
Frauenfeindlichkeit, Frauendieskriminierung
Feminismus, Emanzipation
Rassismus, Rassendiskriminierung, Apartheit
Sklaverei, Sklavenhandel
Sozialismus, Kommunismus, Kollektivismus
Nationalsozialismus
Konservativismus
Kapitalismus, Neoliberalismus, Individualismus
Verabsolutierung der Aufklärung, Säkularismus
Atheistischer Humanismus, Freigeisterei
Laizismus, Säkularismus

Esoterik, New Age, Patchwork-Religion
Rationalismus, Positivismus
Zensur, Bücherverbrennung
Geschichtsfälschung
Verschlechterung der Lebensbedingungen Entfremdung
Bürokratie, Technokratie

Anonymität, Vereinsamung
Hast, Hektik, Hetze, Zeitdruck, Getriebenheit, Ruhelosigkeit
Beschleunigung, Geschwindigkeit, Schnelllebigkeit
Kalender, Uhr
Maschine, Automat
Lärm, Lautstärke

Umweltzerstörung, Klimawandel
Auflösung des Sonntags
Risiken von Atomkraft, Gentechnik
Massenvernichtungsmittel, Atombombe
Bedrohung menschlichen Lebens, PID, Abtreibung, aktive Sterbehilfe, Euthanasie
Psychische Krankheit, Depression, Neurose, Burnout
emotionale Verrohung Abstumpfung
Gefühlskälte, Intellektualismus
Lieblosigkeit, Hartherzigkeit, Unbarmherzigkeit
Gleichgültigkeit
Undankbarkeit
Egoismus, Selbstsucht
Unzufriedenheit
Neid, Missgunst
Ausgrenzung, Herabsetzung, Entwürdigung, Mobbing, Außenseiter
Hass, Feindschaft
Gewalt, Brutalität, Rohheit, Zerstörungslust
Zynismus, Menschenverachtung
Menschenquälerei, Tierquälerei
Entmenschlichung, Unmenschlichkeit
Todesstrafe
Verbrechen
Krieg, Kriegstreiberei
geistige Verdummung
 
Fremdbestimmung, Manipulation, Unmündigkeit
Öffentliche Meinung, Political Correctness, Meinungsumfrage
Verdummung, Verblödung
Verleumdung, Verunglimpfung, Anschwärzen, üble Nachrede
Gerücht, Klatsch, Tratsch
Vorurteil, Klischee, Stereotyp
Demagogie, Propaganda

Phrase
Verdrängung
Vergnügungssucht, Genussucht, Hedonismus, Zerstreuung

Spielsucht, Alkoholismus, Tablettensucht, Drogensucht
Langeweile

Bequemlichkeit
Denkfaulheit
Aktionismus
Oberflächlichkeit
Besserwisserei, Rechthaberei
Falschverstandene Freiheit
Falschverstandene Toleranz
Falschverstandene Selbstverwirklichung
Selbstzufriedenheit, Selbstgefälligkeit
Selbstgerechtigkeit

Selbstbetrug, Selbsttäuschung
spirituell-religiöse Verirrungen

Religiöse Lauheit, religiöse Gleichgültigkeit
Verdrängung von religiöser Erziehung und Religionsunterricht
Aberglaube,
Astrologie, Magie, Wahrsagerei, Horoskop
Unglaube
Skeptizismus
Gottlosigkeit
Atheismus
Blasphemie, Gotteslästerung
Pessimismus, Negativismus
Mutlosigkeit
Resignation
Nihilismus, Sinnlosigkeit, Leere, Haltlosigkeit, Bindungslosigkeit

Entwurzelung, Heimatlosigkeit
Angst, Furcht, Zukunftsangst
Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit
Fanatismus, religiöser Fanatismus
Sekten, Scientology...
Ersatzreligion
Verdrängung von Leid und Tod
Selbstzerstörung

Selbstmord

moralisch-sittlicher Verfall

Böse
Böses tun, Bosheit, Böswilligkeit

Wertrelativismus, Beliebigkeit, Permissivität
Umkehrung des Denkens, Wahrheitsverdrehung, Umwertung
Halbwahrheit, Unwahrheit, Lüge
Betrug
Verschweigen, Totschweigen
Lächerlichmachen, Spott
Rechtsbeugung, Rechtsverdrehung
Feigheit, Verleugnung

Anpassung, Konformismus, Mitläufer
Opportunismus, Schmeichelei, Kriecherei, Unterwürfigkeit
Untreue
Heuchelei

Doppelmoral, Doppelleben
Käuflichkeit, Bestechung, Korruption
Schlechter Umgang
Machtgier, Machtmissbrauch
Hybris, Machbarkeitswahn, Größenwahn, Übermensch, Selbstvergötterung, Selbsterlösung

Dekadenz, Werteverfall, Sittenverfall, Widernatürlichkeit
Ausschweifung
Prostitution
Verlust von Privatsphäre und Intimsphäre, Schamlosigkeit

Eheliche Untreue, Ehebruch
Ehescheidung
Auflösung von Ehe und Familie, Gender Mainstreaming, Homoehe
Kinderfeindlichkeit
Kindesmisshandlung, Kindesmissbrauch, Vernachlässigung von Kindern, Kinderhandel, Sextourismus

Ausblick Kirchenkritik, Religionskritik

 

  Gesellschaftskritik, Kulturkritik, Zeitkritik

Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?
NT, Lukas 12,56

Du irrst, mein Lucilius, wenn du annimmst, die Genussucht, die Vernachlässigung der guten Sitten und alles, was ein jeder seiner Zeit vorwirft, sei ein Fehler des Zeitalters. Es liegt vielmehr an den Menschen, nicht an der Zeit: noch keine Epoche war frei von Schuld.
Lucius Annaeus Seneca (1-65 n.Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Staatsmann

Ansichten, die vom herrschenden Zeitgeist abweichen, geben der Menge stets ein Ärgernis.
Germaine de Staël (1766-1817), französische Schriftstellerin

Man muss viel Geschmack haben, um dem seines Zeitalters zu entgehen.
Théodore Simon Jouffroy (1796-1842)), französischer Publizist und Philosoph

Man findet in den Höhen der Gesellschaft ebensoviel Schmutz wie in den Tiefen, er ist dort nur härter und vergoldet.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Die sieben sozialen Sünden der Gesellschaft: Reichtum ohne Arbeit, Genuss ohne Gewissen, Erkenntnis ohne Charakter, Geschäft ohne Moral, Wissenschaft ohne Menschlichkeit, Religion ohne Opfer, Politik ohne Prinzipien.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Der eigentliche Grund der furchtbaren Tragödie, die sich in unserer Zeit abspielt, ist, dass wir die Macht über die Ereignisse verloren haben. Wir fahren auf einem Schiff, das keine Fahrt mehr macht und deswegen nicht mehr manövrieren kann und ein Spiel der Wellen ist.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Man begreift gar nichts von der modernen Zivilisation, wenn man nicht zuerst einräumt, dass sie eine universelle Verschwörung gegen jegliche Art des inneren Lebens ist.
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Dichter

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller

Wenn ich den Armen zu essen gebe, nennen sie mich einen Heiligen. Wenn ich frage, warum die Armen kein Essen haben, nennen sie mich einen Kommunisten.
Dom Helder Pessôa Câmara (1909-1999), brasilianischer katholischer Theologe, Erzbischof

Der Mensch braucht Stille, aber der Fortschritt gab ihm Lärm. Der Mensch braucht Güte, aber der Fortschritt brachte Konkurrenz. Der Mensch braucht Gott, aber der Fortschritt gab ihm Geld.
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

Wir sind jetzt so tief gesunken, dass die Neuformulierung des Offensichtlichen die erste Pflicht des intelligenten Menschen geworden ist.
George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller, Essayist und Journalist

Naturwissenschaft, Technik, das tätige Leben liefern nur äußerliche, zweitrangige Lösungen, wenn es anders wäre, hätte der enorme technische Fortschritt längst unsere Ängste, unsere Aggressivität, unsere Wut verringert, statt sie immer weiter zu vermehren.
Eugène Ionesco (1909-1994), französisch-rumänischer Dramatiker

Wenn man eine Gesellschaft kritisieren will, muss man Außenseiter dieser Gesellschaft sein.
Edward Franklin Albee (1928-), US-amerikanischer Schriftsteller

Wir sind in Gefahr, eine im Erwerbsstreben sterbende Gesellschaft zu werden.
Paul Kirchhof (1943-), deutscher Verfasssungs- und Steuerrechtler, Richter beim Bundesverfassungsgericht

Wir haben größere Häuser aber kleiner Familien; wir haben mehr wissenschaftliche Auszeichnungen aber weniger Verstand; wir haben mehr wissen aber weniger Urteilskraft; wir haben mehr Medizin aber weniger Gesundheit. Wir waren den ganzen Weg zum Mond und zurück aber wir haben Probleme damit die Straße zu überqueren um den neuen Nachbarn zu treffen.
Dalai Lama (1935-), tibetanischer buddhistischer Mönch

  Haben

An Habe gewinnen heißt an Sein verlieren.
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Hast du was, so giltst du was.
Petronius Gajus Arbiter (10-66 n.Chr.), römischer Dichter

Viel haben ist nicht reich. Der ist ein reicher Mann, der alles, was er hat, ohne Leid verlieren kann.
Angelus Silesius (Johann Scheffler) (1624-1677), deutscher Dichter, Arzt, katholischer Priester

Wir sollen nicht haben, sondern sein, nicht uns etwas erwerben, sondern etwas werden.
Johannes Müller (1864-1949), deutscher religiöser Schriftsteller

Der moderne Mensch hat viele Dinge und gebraucht viele Gegenstände, aber er ist sehr wenig. Seine Gefühle, seine Denkvorgänge sind zurückgebildet wir untrainierte Muskeln.
Erich Fromm (1900-1980), deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker

In einer Gesellschaft, in der das oberste Ziel ist, zu haben und immer mehr zu haben,... wie kann es da eine Alternative zwischen Haben und Sein geben? Es scheint im Gegenteil so, als bestehe das eigentliche Wesen des Seins im Haben, so dass nichts ist, wer nichts hat.
Erich Fromm (1900-1980), deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker

Die Falschheit des Reichtums besteht darin, dass wir das, was wir haben, mit dem verwechseln, was wir sind.
Ernesto Cardenal (1925-), nicaraguanischer katholischer Priester und Politiker

Heutzutage hat keiner genug, weil jeder zu viel hat.
Karl Heinrich Waggerl (1897-1973), österreichischer Schriftsteller

Wir haben nur das, was wir nicht halten.
Thornton Wilder (1897-1975), US-amerikanischer Schriftsteller

  Bedürfnisse, Ansprüche

Wer viel besitzt, braucht viel.
Aulus Gellius (um 130-180), lateinischer Schriftsteller

Je weniger Bedürfnisse, desto glücklicher, ist eine alte, aber sehr verkannte Wahrheit.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Je mehr du eines deiner Bedürfnisse befriedigst, umso stärker wird es, und je weniger du es befriedigst, umso weniger macht es sich geltend.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht genug für jedermanns Gier.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

  Maßlosigkeit, Unmäßigkeit

Alles Maßlose wird zum Laster.
Aristoteles (384-322 v.Chr.), griechischer Philosoph

Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.
Epiktet (50-125), griechischer Philosoph

Nichts steht so im Gegensatz zu einem Christen wie Unmäßigkeit, sagt doch unser Herr: "Nehmt euch in acht, dass nicht Unmäßigkeit euer Herz belaste."
Benedikt von Nursia (um 480-547), Mönch, Gründer des Benediktinerordens, Begründer des abendländischen Mönchtums, Heiliger

Die Seele liebt das vernünftige Maß, und Essen und Trinken können ihr bei Unmäßigkeit Schaden zufügen.
Hildegard von Bingen (um 1098-1179), deutsche katholische Ordensschwester, Äbtissin, Mystikerin, Heilige

Alles auf einmal wollen heißt, alles auf einmal zerstören.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Wenn alle der Maßlosigkeit entgegen treiben, scheint keiner dahin zu treiben. Wer stehen bleibt, macht wie ein fester Punkt die ungestüme Entwicklung der anderen wahrnehmbar.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Es ist nicht gut, zu frei zu sein. Es ist nicht gut, alles zu haben, was man will.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Zu viel Vergnügen ist lästig, ein Übermaß an Wohlleben macht reizbar. Ins Maßlose gesteigert, sind uns alle Dinge und Erscheinungen feindlich: wir fühlen sie nicht mehr, wir erleiden sie.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Untergehenden Völkern schwindet zuerst das Maß.
Adalbert Stifter (1805-1868), österreichischer Schriftsteller

Um sich greift der Mensch, nicht darf man ihn der eignen Mäßigung vertrauen. Ihn hält in Schranken nur das deutliche Gesetz und der Gebräuche tief getretne Spur.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Das moderne Leben ist der Maßlosigkeit ausgeliefert.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin und Verfasserin religiöser Schriften

  Besitz, Eigentum, Vermögen

Eine Handvoll zum Leben und dabei Ruhe und Frieden ist besser als beide Hände voll sinnloser Jagd nach Wind.
AT, Kohelet 4,6

Der Besitz ist gut, wenn keine Schuld an ihm klebt.
AT, Jesus Sirach 13,24

Besser wenig Besitz, der ehrlich verdient ist, als großer Reichtum, durch Betrug erschlichen.
AT, Sprüche 16,8

Was nützte es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele.
NT, Matthäus 16,26

Glücklich, wer bei geringem Vermögen wohlgemut, unglücklich, wer bei großem missmutig ist.
Demokrit (460-371 v.Chr.), griechischer Philosoph

Nicht der Mensch ist glücklich, der am meisten besitzt, sondern der, welcher am wenigsten braucht. Wer mit nichts zufrieden ist, der besitzt alles.
Diogenes von Sinope (400/390-328/323 v.Chr.), griechischer Philosoph

Sobald einmal die Sucht nach Reichtum Eingang gefunden hat, ist keine Erziehung, keine gute Eigenschaft und Anlage stark genug, dass der Mensch nicht früher oder später endlich erliegt.
Sallust (86-34 v.Chr.), römischer Geschichtsschreiber und Historiker

Prüfe, ob du lieber dich oder etwas von deinem Besitz aufgeben willst.
Lucius Annaeus Seneca (1-65 n.Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Staatsmann

Nicht auf die Größe des Vermögens, sondern auf die des Geistes kommt es an.
Lucius Annaeus Seneca (1-65 n.Chr.), römischer Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Staatsmann

Die Menschen sind von einer solchen Besitzgier befallen, dass sie offenbar mehr besessen werden, als das sie besitzen.
Plinius (61/62-113/115 n.Chr.), römischer Senator und Schriftsteller

Du nennst dich wohlhabend und reich und glaubst, den Besitz zu gebrauchen, den Gott dir zuerkannt hat. Gebrauche ihn aber zu heilsamen Dingen und guten Fertigkeiten! Gebrauche ihn zu dem, was der Herr gezeigt hat! Die Armen sollen schmecken, dass du reich bist, die Bedürftigen sollen schmecken, dass du wohlhabend bist. Tische Christum auf und verborge Gott in Gestalt deines Vermögens!
Cyprian von Karthago, eigentlich Thascius Caecilius Cyprianus (nach 200-258 n.Chr.), Kirchenschriftsteller, Bischof von Karthago, Heiliger

Die Erde ist für alle Menschen gemeinsam und für alle zugleich bringt sie Nahrungsmittel hervor. Vergebens beteuern deshalb diejenigen ihre Schuldlosigkeit, welche die gemeinsame Gabe Gottes sich allein aneignen, sie versündigen sich am Leben ihrer Mitbrüdern, wenn sie ihnen nicht mitteilen von dem, was sie empfangen haben. Sie vollbringen täglich an jenen Armen, welche zugrunde gehen, einen Mord dadurch, dass sie für sich behalten, was die Armen bedurft hätten.
Gregor I. der Große (um 540-604), Papst, Kirchenlehrer, Heiliger

Wenn jeder einzelne darauf verzichtet, Besitz anzuhäufen, dann werden alle genug haben.
Franz von Assisi (Giovanni Bernadone) (1181-1226), italienischer Heiliger, Gründer des Franziskanerordens

Wer etwas Eigenes haben will, verliert das Gemeinsame.
Thomas von Kempen (1379/80-1471), holländischer Augustinermönch und Prediger

Ich liebe die Güter, weil sie mir das Mittel geben, den Unglücklichen damit zu helfen.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Manche Leute haben nur das eine von ihrem Vermögen: Die Angst es zu verlieren.
Antoine Comte de Rivaról (1753-1801), französischer Schriftsteller

Die Güter der Erde höhlen die Seele nur aus und vergrößern die Leere.
François René de Châteaubriand (1768-1848), französischer Schriftsteller

Musst du denn besitzen, was dich erfreut? Unerreichbar wandeln die Sterne ihre Bahn, und jeder freut ihrer dennoch.
Christian Dietrich Grabbe (1801-1836), deutscher Dramatiker

Eigentum: eine der Grundlagen der Gesellschaft. Geheiligter als die Religion.
Gustave Flaubert (1821-1880), französischer Dichter

Nur bis zu einem gewissen Grade macht der Besitz den Menschen unabhängig, freier: eine Stufe weiter - und der Besitz wird zum Herrn, der Besitzer zum Sklaven.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Nichts bindet den Geist so stark wie Besitz. Die Furcht vor Verlust lässt keinen Frieden, die Hoffnung auf Erwerb keine Ruhe aufkommen.
August Strindberg (1849-1912), schwedischer Schriftsteller und Künstler

Ein Ziel im Leben ist das einzige Vermögen, das zu erwerben sich lohnt.
Robert Louis Stevenson (1850-1894), schottischer Schriftsteller

Es gibt keine toten Gegenstände. Jeder Gegenstand ist eine Lebensäußerung, die weiter wirkt und ihre Ansprüche geltend macht wie ein gegenwärtig Lebendiges. Und je mehr Gegenstände du daher besitzest, desto mehr Ansprüche hast du zu befriedigen. Nicht nur sie dienen uns, sondern auch wir müssen ihnen dienen. Und wir sind oft viel mehr ihre Diener, als sie die unseren.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Wer in den Kategorien von "Dein" und "Mein" denkt, kann nicht frei sein von Anhänglichkeit und Gebundenheit.
Mahatma Gandhi (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Alles Gut, das ich besitze, gehört nicht mir in dem Sinne, dass ich sage: 'Das ist mein, ich kann damit machen, was ich will', sondern nur in dem Sinne, dass ich mir sage: 'Das ist Gut, das ich in einem für die Allgemeinheit nutzbringenden Sinne verwalten soll und für das ich vor meinem Gewissen Verantwortung schuldig bin'.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Wir besitzen nichts, weil wir nicht einmal uns besitzen.
Fernando Pessoa (1888-1935), portugiesischer Dichter, Schriftsteller, Angestellter eines Handelshauses, Geisteswissenschaftler

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne und säße in deren Besitz mit einem Magengeschwür, Sodbrennen und Prostataschwellung!
John Steinbeck (1902-1968), US-amerikanischer Schriftsteller

Jeder, der etwas besitzt, hat Angst vor jenen, die weniger oder nichts besitzen.
Margarete Mitscherlich (1917-), deutsche Psychoanalytikerin, Medizinerin und Autorin

Kannst du dich an einer Blume freuen, an einem Lächeln, am Spiel eines Kindes, dann bist du reicher und glücklicher als ein Millionär, der alles hat, was er sich nur träumen kann, und der doch an nichts mehr Freude hat, denn sein eigener Reichtum hat ihn in Ketten gelegt. Nicht Besitz macht reich, sondern Freude.
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

  Konsum

Du hast nicht weniger Recht, Glück zu verbrauchen ohne es zu erzeugen, als Reichtum zu verbrauchen, ohne es zu erzeugen.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Ein Drittel, vielleicht die Hälfte der Weltarbeit geht auf, um der Menschheit Reizungs- und Betäubungsmittel, Schmuck, Spiel, Tand, Vergnügungen und Zerstreuungen zu schaffen, deren sie zur Erhaltung des leiblichen, zur Beglückung des seelischen Lebens nicht bedarf, die vielmehr dazu dienen, den Menschen dem Menschen und der Natur zu entfremden.
Walther Rathenau (1867-1922), deutscher Industrieller und Politiker

Die goldene Regel lautet: Weigere dich mit Entschiedenheit, zu besitzen, was Millionen mangelt.
Gandhi, Mahatma (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgend etwas kennen zu lernen. Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Die Menschen haben keine Freunde, weil sie diese nicht in den Kaufhäusern kaufen können.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Wie kann Kaufen und Besitzen von Bedeutung sein, wenn das einzig Wichtige für den Mensch das Werden und Endlichsein ist und das Sterben im vollen Bewusstsein seines Seins.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

In unserer Gesellschaft geht ein Gespenst um, das nur wenige deutlich sehen. Es ist nicht der alte Geist des Kommunismus oder des Faschismus. Es ist ein neues Gespenst: eine völlig mechanisierte Gesellschaft, die sich der maximalen Produktion und dem maximalen Konsum verschrieben hat und von Computern gesteuert wird.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Zwanghafter Konsum ist eine Kompensation für Angst. Das Bedürfnis nach dieser Art von Konsum entspringt dem Gefühl der inneren Leere, der Hoffnungslosigkeit, der Verwirrung und dem Stress.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Wird einmal der Schein des Lebens ganz getilgt sein, den die Konsumsphäre selbst mit so schlechten Gründen verteidigt, so wird das Unwesen der absoluten Produktion triumphieren.
Theodor Wiesengrund Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker

Die gleiche Gesellschaft, die den Alternden zunichte macht, indem sie ihn aus dem ökonomischen Prozess ausstößt, fordert ihn auf, sein Alter zu konsumieren, wie er einst seine Jungend konsumierte.
Hannah Arendt (1906-1975), jüdische deutsch-amerikanische Publizistin und Gelehrte

Das große Dogma der Reklame: Mit Geld kannst du dir alles kaufen. Mit Geld kannst du dir ein schönes Haus kaufen, aber keine Wärme und Geselligkeit. Mit Geld kannst du dir ein weiches Bett kaufen, aber keinen Schlaf. Mit Geld kannst du dir Beziehungen kaufen, aber keine Freundschaft. Mit Geld öffnet sich dir jede Tür, nur nicht die Tür zum Herzen.
Phil Bosmans (1922-), belgischer katholischer Priester Ordenspriester, Schriftsteller und Telefonseelsorger

In einer Konsumgesellschaft gibt es unvermeidbar zwei Arten von Sklaven: die Gefangenen der Sucht und die Gefangenen des Neides.
Ivan Illich (1926-2002), österreichisch-US-amerikanischer Philosoph, katholischer Theologe und Priester

Der Angestellte und der Arbeiter werden heute nicht mehr in der Produktion ausgebeutet. Die Zeit dieses naiven Kapitalismus ist vorbei. Heute werden sie als Konsumenten ausgebeutet. Durch raffiniert entwickelte Bedürfnisweckung werden sie zu Sklaven der oktroyierten Wünsche, die sie für ihre eigenen halten.
Martin Walser (1927-), deutscher Schriftsteller

Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern.
Gabriel Laub (1928-1998), deutsch-polnischer Satiriker und Publizist

Diese Gesellschaft ist insofern obszön, als sie einen erstickenden Überfluss an Waren produziert und schamlos zur Schau stellt, während sie draußen ihre Opfer der Lebenschancen beraubt.
Herbert Marcuse (1898-1979),
deutsch/US-amerikanischer Philosoph, Politologe und Soziologe

  Lebensstandard

Der Lebensstandard ist der Gott dieses Zeitalters, und die Produktion ist sein Prophet.
Hans Freyer (1887-1969), deutscher Soziologe, Historiker und Philosoph

Lebensstandard ist kein würdiger Ehrgeiz für eine Nation.
Charles de Gaulle (1890-1970), französischer General und Politiker, Staatspräsident von 1958-1969

Je zweifelhafter das 'Was' des Daseins, desto wichtiger wird das 'Wie'.
Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Der hohe Lebensstandard ist ein Ziel, für das zwar viele leben wollen, für das aber im Ernstfall niemand sterben wird.
Malcolm Muggeridge (1903-1990), englischer Militär und Geheimdienstler

Dass sozialer Fortschritt mit steigendem Lebensstandard identisch sei, wird zu einem Glaubensbekenntnis.
John Kenneth Galbraith (1908-2006), US-amerikanischer Ökonom, Gesellschaftskritiker, Präsidentenberater, Romancier und Diplomat

Nicht das Verlangen nach einem besseren Leben ist schlecht, sondern falsch ist ein Lebensstil, der vorgibt, dann besser zu sein, wenn er auf das Haben und nicht auf das Sein ausgerichtet ist. Man will mehr haben, nicht um mehr zu sein, sondern um das Leben in Selbstgefälligkeit zu konsumieren.
Johannes Paul II. (Karol Woytila) (1920-2005), polnischer Papst

  Luxus, Verschwendung. Schickimicki

Wer ausgelassene Feste liebt, wird bald arm - ein aufwendiges Leben hat noch keinen reich gemacht!
AT, Sprüche 21,17

Genügsamkeit ist natürlicher Reichtum, Luxus künstliche Armut.
Sokrates (469-399 v.Chr.), griechischer Philosoph

Wer die Habsucht besiegen will, muss ihre Mutter besiegen, die Verschendung.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.), römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph

Außerdem wollen die Verschwender, dass ihre Lebensgestaltung, solange sie leben, im Gespräch sei: denn sie meinen, wenn man nicht darüber spricht, sei ihre Mühe umsonst. Daher sind sie todunglücklich, sooft sie etwas tun, was nicht öffentlich zur Sprache kommt. Viele verprassen ihr Vermögen, viele haben Geliebte. Damit man sich in diesen Kreisen einen Namen macht, muss man nicht nur eine verschwenderische Tat vollbringen, sondern auch eine, die Aufsehen erregt: in einer so geschäftigen Stadt findet die ganz normale Nichtsnutzigkeit keinerlei Beachtung.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Jetzt tragen wir des langen Friedens Übel: Uns drückt, was härter ist als der Krieg, der Luxus.
Juvenal (ca. 58/60-127/138), römischer Satiriker

Republiken enden durch Luxus, Monarchien durch Armut.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu (1689-1755), französischer Schriftsteller und Staatstheoretiker

Der Luxus verdirbt alles, sowohl den Reichen, der ihn genießt, als den Armen, der ihn begehrt.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

Jeder Luxus verdirbt die Sitten oder den Geschmack.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist und Essayist

Demnach würde zur Milderung des menschlichen Elends das Wirksamste die Verminderung, ja Aufhebung des Luxus sein.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Es ist besser man trägt den Luxus in seinen Empfindungen als auf seinen Kleidern.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Die meisten der Luxusartikel und viele der sogenannten Annehmlichkeiten des Lebens sind nicht nur unverzichtbar sondern positive Hindernisse für die Erhebung der Menschheitl
Henry David Thoreau (1817-1862), US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

Von den Dingen, die man benötigt, kann man nicht mehr als eine bestimmte Menge verbrauchen, für den Luxus indessen gibt es keine Grenzen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Darf man Luxus haben und Luxus treiben, wenn nebenan Menschen hungrig sind?
Carl Sonnenschein (1876-1929), deutscher katholischer Priester, Sozialethiker

Die banalen Ziele menschlichen Strebens: Besitz, äußerer Erfolg, Luxus, erscheinen mir seit meinen jungen Jahren verächtlich.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Wir haben die Welt geplündert: Vergeudung der Rohstoffe, Verschwendung der Nahrungsmittel in den reichen Ländern und bitterstes Elend bei den Armen.
Phil Bosmans (1922-), belgischer katholischer Priester Ordenspriester, Schriftsteller und Telefonseelsorger

Der Luxus der Zukunft verabschiedet sich vom Überflüssigen und strebt nach dem Notwendigen.
Hans Magnus Enzensberger (1929-), deutscher Dichter, Schriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Redakteur

  Überflüssiges

Wie überflüssig vieles ist, merken wir erst, wenn es nicht mehr da ist.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Lass das Überflüssige weg, dann wächst das Gesunde empor!
Bernhard von Clairvaux (1091-1153), französischer Zisterzienser-Abt und Theologe

Alles was wirklich nützt, ist für wenig Geld zu haben. Nur das Überflüssige kostet viel.
Axel Munthe (1857-1949), schwedischer Arzt und Autor

Wir leben in einem Zeitalter, in dem die überflüssigen Ideen überhand nehmen und die notwendigen Gedanken ausbleiben.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist und Essayist

  Single, Bindungsangst

Man kann in wahrer Freiheit leben und doch nicht ungebunden sein.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Die unvorteilhafteste menschliche Ordnung ist die, bei der jeder nur für sich selbst arbeitet, nur sich allein schützt und versorgt. Ich glaube, wäre dies so, und gäbe es nicht Gruppen, zumindest die Familie, wo die Menschen für andere arbeiten, sie könnten nicht existieren.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Leute, die nur ihrem Vergnügen leben, sind gewöhnlich unverheiratet.
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Schriftsteller irischer Herkunft

Eine dauernde Bindung zu einer Frau ist nur möglich, wenn man im Theater über dasselbe lacht. Wenn man gemeinsam schweigen kann. Wenn man gemeinsam trauert. Sonst geht es schief.
Kurt Tucholsky

Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe.
Wolfgang Borchert (1921-1947), deutscher Schriftsteller

Die Wahrheit, die unsere Zeit auf der ganzen Linie zuallermeist angeht, ist die, das man ohne die ewigen Bindungen nicht nur die Ewigkeit, sondern auch die Zeitlichkeit verliert.
Gertrud von le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin

  Wohlstandsgesellschaft, Überfluss, Übersättigung

Wer gesättigt ist, der zertritt Honigwaben.
AT, Sprüche 27,7

Euer Überfluss helfe ihrem Mangel ab.
NT, 2. Korinther 8,14

Der Genuss des Wohlstands und die vom Frieden begleitete Muße machen die Menschen zu übermütigen Gesellen.
Aristoteles (384-322 v.Chr.), griechischer Philosoph

Der Überfluss der Reichen ist das Lebensnotwendige der Armen. Fremdes besitzt man, wenn man Überflüssiges besitzt.
Aurelius Augustinus (354-430), Bischof von Hippo, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Wohlstand verwirrt die Köpfe mehr als Missgeschick, denn das Missgeschick gibt uns warnende Winke, während der Wohlstand bewirkt, dass man sich selbst vergisst.
Charles de Secondat, Baron de la BrIde et de Montesquieu (1689-1755), französischer Schriftsteller und Staatstheoretiker

Man wird des Guten und auch des Besten, wenn es alltäglich zu sein beginnt, bald satt.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), deutscher Schriftsteller

Überflüssiger Reichtum kann nur Überflüssiges kaufen.
Henry David Thoreau (1817-1862), US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

Den Hungrigen ist leichter geholfen, als den Übersättigten.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Kein noch so perfekter Wohlstand wird die Menschen auf die Dauer vergessen lassen, wie groß der Gegensatz ist zwischen dem, was sie erstreben, und der Vergänglichkeit des Lebens.
Ignazio Silione (1900-1978), italienischer Schriftsteller

Das endlose Wachstum materiellen Wohlstandes, von dem wir uns die Lösung aller Probleme erhoffen, ist selbst zum Hauptproblem geworden.
John Kenneth Galbraith (1908-2006), US-amerikanischer Ökonom, Sozialkritiker, Präsidentenberater, Romancier und Diplomat

Wenn ich übersättigt bin, erstarren meine Augen und mein Herz. Konsum, Reichtum und Luxus im höchsten Grad - und ich sterbe als "Mensch".
Phil Bosmans (1922--), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

Man sucht die Lebensintensität in der Quantität, und dies ist eine vergebliche Suche. Wenn uns die Dinge überall und in Fülle zur Verfügung stehen und wenn wir sie wahllos konsumieren, können wir kein sinnlich-erotisches Verhältnis entwickeln. Überfluss zerstört die Intensität, die Genussfähigkeit und die Beziehungsfähigkeit der Menschen.
Fulbert Steffensky (1933-), deutscher katholischer Theologe, Benediktinermönch

  Materialismus

Wir sorgen uns um Besitztümer für unsere Kinder. Aber um unsere Kinder selbst kümmern wir uns überhaupt nicht. Was für eine Absurdität ist das! Bilde erst richtig die Seele deines Sohnes und alles andere wird dir danach gegeben.
Johannes Chrysostomus (344-407), griechischer Kirchenlehrer und Patriarch von Konstantinopel

Heutzutage hat die Gier nach Besitz einen solchen Grad erreicht, dass es nichts im Reich der Natur gibt, weder heilig noch profan, aus dem nicht Profit herausgepresst werden kann.
Erasmus von Rotterdam (Gerhard Gerhards) (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Die Habgier kennt keinen Ort und Grenze für ihre Weite. Ihr einziges Ziel ist zu produzieren und zu konsumieren. Sie hat weder Mitleid für wunderschöne Natur noch für lebende Wesen. Ohne einen Moment zu zögern ist sie rücksichtslos bereit, die Schönheit und das Leben aus ihnen zu drücken und sie zu Geld zu formen.
Rabindranath Tagore (1861-1941), indischer Dichter, Literaturnobelpreisträger

Der Materialismus ist nie etwas anderes als die Nebenerscheinung einer Lebensanschauung, die ihrem Wesen nach Menschenkultus ist.
Sigrid Undstet (1882-1949), dänische Schriftstellerin, Literaturnobelpreisträgerin

Der Sieg der Materie über die Menschlichkeit ist das Grundübel unserer Kultur.
Sarvepalli Radhakrishnan (1888-1975), indischer hinduistischer Religionsphilosoph, Präsident Indiens

Die moderne Zivilisation hat versagt. Sie ist säkular, materialistisch. Sie hat die letzten Fragen vermieden. Das Leben war weitaus interessanter, als man noch an etwas glaubte.
Saul Bellow (1915-2005), US-amerikanischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger, Soziologe

Die heutige Welt wird zusehends materialistischer. Die Menschheit nähert sich, getrieben von dem unersättlichen Verlangen nach Macht und ausgedehntem Besitz, dem Zenith äußerer Entwicklungsmöglichkeiten. In diesem vergeblichen Streben nach äußerer Vervollkommnung der Welt mit ihren relativen Werten entfernt man sich jedoch immer weiter von innerem Frieden und geistigem Glück.
Dalai Lama (1935-), tibetanischer buddhistischer Mönch

Es gab einmal ein Zeitalter - es war das griechische - da war der Mensch das Maß aller Dinge. Heute sind die Dinge das Maß aller Menschen.
Wener Finck (1902-1978), deutscher Kabarettist, Schauspieler und Schriftsteller

Wer das Haus seines eigenen Lebens nur auf sichtbare und materielle Dinge, wie Erfolg, Karriere und Geld aufbaut, der baut auf Sand.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927-), deutscher Papst

  Utilitarismus, Nützlichkeitsdenken, Effizienz

Überall nur das Nützliche suchen zu wollen, das schickt sich am wenigsten für die, die sich um edle Gesinnung bemühen.
Aristoteles (384-322 v.Chr.), griechischer Philosoph

Es kommt sehr oft vor, dass der Nutzen mit dem Anstand im Widerstreit liegt.
Marcus Tuilius Cicero (106 v.Chr.-43 v.Chr.), römischer Philosoph

Weder Gutsein noch Großzügigkeit noch Freundlichkeit kann bestehen, ebenso wenig wie Freundschaft, wenn diese Dinge nicht an sich erstrebt, sondern auf Lust und Nutzen bezogen werden.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Die Freiheit ist in Gefahr, wenn man nicht erkennt, wie viele arme Nützlichkeitsseelen vorhanden sind, die zu jeder Knechtschaft bereit sind, wenn man sie nur in Ruhe lässt. Man will sich nicht kompromittieren, nicht anstoßen, nicht stören, nicht unbequem werden.
Friedrich Naumann (1860-1919), deutscher evangelischer Theologe und liberaler Politiker

Das Nützlichkeitsprinzip, jene Maxime der Lüge, die zu den größten Selbsttäuschungen führt, zerstört die persönliche Verantwortlichkeit, die Ehrlichkeit und die Gerechtigkeit, es untergräbt das Gewissen des Menschen vollkommen, da er sich immer mehr daran gewöhnt, alles nach jenem vermeintlichen Nutzen und nicht nach Wahrheit und Gerechtigkeit zu beurteilen.
Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler (1811-1877), deutscher katholischer Bischof, Begründer der katholischen Soziallehre

Vielleicht stammt die Zerfahrenheit des heutigen Menschen aus seinem Unvermögen, Sinn und Zweck zu unterscheiden. Seine schale Skepsis, sein verdrossenes Auf den Nutzen Starren, all das, was sein Bild so trostlos verzerrt.
Karl Heinrich Waggerl (1897-1973), österreichischer Schriftsteller

Unsere Zeit will alle Prozesse und Vorgänge an der Frage des Verhältnisses von Aufwand und Wirkung bzw. soziale Wirkung müssen.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Der Rückzug ins ausschließlich Brauchbare und ausschließlich Nützliche in Kunst und Kult hat fast ausschließlich Unbrauchbares und Nutzloses hervorgebracht.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927-), deutscher Papst

Die Haltung des gewohnten „um zu …“, des „damit …“ hat wesentlich zur Sinnentleerung unserer westlichen Industriegesellschaft beigetragen. Sie übersieht, dass die Wesen in sich einen Wert darstellen und nicht einen Zweck für andere zu erfüllen haben.
Guido Kreppold (20. Jh.), deutscher Kapuzinerpater

  Geld, Geldgier

Viele schon hat das Geld gewissenlos gemacht.
AT, Jesus Sirach 8,2

Wer das Geld liebt, bekommt vom Geld nie genug; wer den Luxus liebt, hat nie genug Einnahmen - auch das ist Windhauch. Mehrt sich das Vermögen, so mehren sich auch die, die es verzehren.
AT, Kohelet 5,9-10

Euch selbst möchte ich, nicht euer Geld.
NT, 2. Korinther 12,14

Es gibt Menschen, denen ihr Geld lieber ist als ihr eigener Leib.
Talmud Bavli Berachot 61

Es gibt nichts Schlimmeres auf der Welt als Geld. Es lässt Städte verwaisen; Menschen ihr Zuhause aufgeben; es verführt und verdirbt ehrliche Menschen und verwandelt Tugend in Falschheit; es lehrt Niedertracht und Respektlosigkeit, Gottlosigkeit.
Sophokles (497/496-406/405 v. Chr.), griechischer Dichter

Nichts ist so heilig, dass es mit Geld nicht entweiht, nichts so fest gefügt, dass es mit Geld nicht erobert werden könnte.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.), römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph

Nicht das Geld ist tadelnswert, sondern die unersättliche Habgier.
Aurelius Augustinus (354-430), Bischof von Hippo in Nordafrika, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Wo alle an alles das Geld als Maßstab anlegen, wird kaum jemals eine gerechte und glückliche Politik möglich sein, es sei denn, man will dort von Gerechtigkeit sprechen, wo gerade das Beste immer den Schlechtesten zufällt, oder von Glück, wo alles unter ganz wenige verteilt wird und [...] der Rest aber ein elendes Dasein führt.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.

Wenn es sich um Geld handelt, gehört jeder der gleichen Religion an.
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Bringst du Geld, so findest du Gnade; sobald es dir mangelt, schließen die Türen sich.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Was man ehedem "um Gottes willen" tat, das tut man jetzt um des Geldes willen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Das Geld ist das Brecheisen der Macht.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Fast alle jungen Menschen sind einem anscheinend unerklärlichen Gesetz unterworfen, das indessen seinen Grund in ihrer Jugend hat und der Art Wut, mit der sie sich jedem Vergnügen in die Arme werfen. Mögen sie arm sein oder reich: Nie haben sie Geld für die Notwendigkeiten des Lebens, während sie zur Befriedigung ihrer Launen stets welches auftreiben.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Nichts, was das Leben lebenswert macht, kann man für Geld kaufen.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Geld hat nicht nur kein Herz, sondern auch keine Ehre und kein Gedächtnis.
John Steinbeck (1902-1968), US-amerikanischer Schriftsteller

Mit allem Geld der Welt macht man keine Menschen, aber mit Menschen die lieben, macht man alles.
Abbé Pierre (Henri Groués) (1912-), französischer katholischer Pfarrer, Obdachlosenseelsorger und Gründer der Gemeinschaft Emmaus

  Rentabilität, Profitgier, Shareholder Value

Wenn sich der Mensch auf die Profitgier reduziert, ist er zum Untergang verurteilt.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Die Liebe zum Profit beherrscht die ganze Welt.
Aristophanes (445-385 v. Chr.), griechischer Komödiendichter

Jede Gesellschaft, die von privater Profitgier abhängig ist, ist dem Untergang geweiht.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Das Ziel der heutigen Gesellschaft ist nicht die Verwirklichung des Menschen. Das Ziel der heutigen Gesellschaft ist der Profit des investierten Kapitals.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Der Imperativ der Rentabilität hat den kategorischen Imperativ von Kant ersetzt.
Denis de Rougemont (1906-1985), Schweizer politischer Philosoph

Shareholder value ist sicher nicht die englische Übersetzung von Gemeinwohl.
Norbert Lammert (1948-), deutscher Politiker, CDU, Bundestagspräsident

Shareholder value ist nicht alles, Unternehmen existieren nicht nur für ihre Aktionäre.
Ralf Dahrendorf (1929-2009), deutsch-britischer Soziologe, Politiker und Publizist

Die Profiteure werden sich einen Blick auf die Verelendeten angewöhnen, der sie von allen Gewissensbissen entlastet.
Reiner Gronemeyer (1939-), deutscher Soziologieprofessor

   Wucher, Lohndumping

So ist der Wucher hassenswert, weil er aus dem Geld selbst den Erwerb zieht und nicht aus dem, wofür das Geld da ist. Denn das Geld ist um des Tausches willen erfunden worden, durch den Zins vermehrt es sich dagegen durch sich selbst.
Aristoteles (384-322 v.Chr.), griechischer Philosoph

Getreide verkaufen ist Handel, es wucherisch aufkaufen ist Mord.
indisches Sprichwort

Es ist äußerst ungerecht, mehr zu fordern, als man gegeben hat, So handeln, das ist seinen Nächsten ausbeuten und auf perfide Weise mit seiner Not spekulieren.
Lactantius (ca. 250-ca.325), aus Afrika stammender lateinischer Rhetoriklehrer und christlicher Apologet, Kirchenvater

Beute die Not nicht durch Preiserhöhungen aus!
Basilius der Große von Cäsarea (330-379), griechischer Kirchenvater, Gründer der Basilianer-Mönche

Wucher ist das sicherste Mittel zum Gewinn, obwohl eines der schlechtesten, da er nichts anderes bedeutet, als sein Brot zu essen 'im Schweiße des Angesichts eines anderen'.
Francis Bacon (1561-1626), englischer Philosoph, Essayist und Staatsmann, entwarf die Methodologie der Wissenschaften

Borgen ist viel besser nicht als Betteln: so wie Leihen, auf Wucher leihen, nicht viel besser ist als Stehlen.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), deutscher Schriftsteller

Die Konkurrenz drückt auf den Preis, der Preis auf die Löhne, der arme Fabrikarbeiter mag sehen, wie er zurechtkommt.
Adolf Kolping (1813-65), deutscher katholischer Priester, Begründer des Kolpingwerks, "Gesellenvater"

Natürlich muss jede Firma die Kosten drücken, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber deswegen kann ein Unternehmen doch nicht mit Aussicht auf Erfolg zu seiner Bank gehen und sagen: ‚Tut mir Leid, mein Gewinn ist mir zu niedrig. Ich kann jetzt nur noch den halben Zinssatz zahlen.’ Aber was bei den Kapitalkosten undenkbar wäre, das soll bei den Arbeitskosten Marktwirtschaft sein?
Heiner Flassbeck (1950-), deutscher Wirtschaftswissenschaftler

   Wirtschaftswachstumstrate, Wachstumswahn

Der Handel hat seine Grenzen genau wie die Fruchtbarkeit des Bodens, sonst stiege die Wachstumsrate ins Unendliche.
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

So wie wir unsere Wirtschaft organisiert haben, stehen wir unter dem irrsinnigen Zwang, nur damit unsere Menschen hier Arbeit und Verdienst haben, Wirtschaftswachstum zu betreiben.
Oswald von Nell-Breuning (1890-1991), deutscher katholischer Theologe, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler

Jeder der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Wirtschaftswissenschaftler.
Kenneth Ewart Boulding (1910-1993), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler englischer Herkunft

Die Wachstumsrate ist noch nicht das Glück der Nation.
Jaques Chaban-Delmas (1915-2000), französischer Politiker 

Der Mensch lebt nicht nur vom Bruttosozialprodukt allein.
Paul Anthony Samuelson (1915-2009), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Nobelpreisträger

Bruttosozialprodukt ist der neue Tempel. Darin steht das Goldene Kalb, genannt Wirtschaftswachstum.
Hel
Das mut Nahr (1931-1990), deutscher Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler

Rein monetäres Wachstum ist fragwürdig, dieses Wachstum wird bezahlt mit einem Riss in der Gesellschaft.
Friedhelm Hengsbach (1937-), deutscher katholischer Theologe, Jesuit, Sozialethiker

Wir müssen den BIP-Fetischismus beenden!
Joseph E. Stiglitz (1943-), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Nobelpreisträger

  Statussymbole, Image, Prestige

Das Image ist ein geborgtes Gesicht.
Thornton Wilder (1897-1975), US-amerikanischer Schriftsteller

In der Existenzweise des Habens findet der Mensch sein Glück in der Überlegenheit gegenüber anderen, in seinem Machtbewusstsein und in letzter Konsequenz in seiner Fähigkeit, zu erobern, zu rauben und zu töten.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Manche Menschen geben Geld aus, das sie nicht haben, für Dinge, die sie nicht brauchen, um Leute zu imponieren, die sie nicht mögen.
Danny Kaye (1913-1987), US-amerikanischer Entertainer

Angeblich bestimmt der Mensch sein Image. In Wirklichkeit trifft das Gegenteil zu: Die meisten Menschen werden von ihrem Image beherrscht, um nicht zu sagen, tyrannisiert.
George Mikes (1912-1987), englischer Schriftsteller ungarischer Herkunft

Statussucher sind Leute, dies sich dauernd anstrengen, um sich mit dem sichtbaren Beweis des höheren Ranges zu umgeben, den sie beanspruchen können.
Vance Packard (1914-1996), US-amerikanischer Publizist, Gesellschaftskritiker

Lifestyle ist die teure Art, so auszusehen wie die anderen.
Klaus Klages (1938-), Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger

Die Menschen entdecken sich in ihren Waren wieder, sie finden ihre Seele in ihrem Auto, ihrem Hi-Fi Empfänger.
Herbert Marcuse (1898-1979),
deutsch/US-amerikanischer Philosoph, Politologe und Soziologe

Je weniger Charakter einer hat, desto mehr Image braucht er.
Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger (1939-), deutscher Chemiker, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker und Mitglied in den Senaten der Max-Planck-Gesellschaft sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Mitglied der Enquete-Kommission für Gentechnik des Deutschen Bundestages

Die Bindung an Äußerlichkeiten verschärft den Neid; wer nicht in sich selber ruht, macht sich abhängig von der gesellschaftlichen Macht der Surrogate.
Günter Ogger (1941-), deutscher Wirtschaftsjournalist

  Event, Party

Nur zwei Dinge begehren die Menschen: Brot und Spiele.
Juvenal (ca. 58/60-127/138), römischer Satiriker

In nichts offenbart sich die herzlose Maschinenhaftigkeit der Neuern mehr als in der Dürre ihrer Feste.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Die Sucht unserer Zeit ist die Sucht, um jeden Preis dabei zu sein.
Lytton Strachey (1880-1932), englischer
Biograph, Kritiker und Schriftsteller

Man ärgert sich, wenn man nicht zu einer Party eingeladen wird, die man ohnehin nicht besucht hätte. Das Fernbleiben ist dann nur halb so schön.
Lieselotte Pulver (1929-), schweizerische Schauspielerin

Niemand trägt auf einer Party so viel zur Unterhaltung bei wie diejenigen, die gar nicht da sind.
Audrey Hepburn (1929-1993), englisch-niederländischstämmige US-amerikanische Schauspielerin

Der zu Hause bleibt und der Party-Tiger sind gleich kontaktarm.
Ludwig Marcuse (1894-1971), deutscher Literaturkritiker, Philosoph und Journalist

Die Schickeria ist nachts nur unterwegs auf der Suche nach ihrer nächsten Pubertät.
Elmar Kupke (1942-), deutscher Aphoristiker

  Karriere, Erfolg

Erfolgreiche umringt eine Schar von Freunden, nach ihrem Sturz umgibt sie Einsamkeit, und die Freunde verlassen den Ort, wo man sie auf die Probe stellt.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Erfolg macht übermütig.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Die Menschen beurteilen alle Dinge nach dem Erfolg. Jeder sieht, was du scheinst, und nur wenige fühlen, was du bist.
Niccolò Machiavelli (1469-1527), italienischer Schrifsteller und florentinischer Staatsdiener

Der Erfolg schenkt dem Menschen oft eine schützende Verkleidung, doch der Zufall demaskiert ihn.
Christine von Schweden (1626-1689), schwedische Königin

Ein großer Erfolg ist eine große Gefahr.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), deutscher Philosoph, Mathematiker, politischer Schriftsteller und Forscher

Versuche nicht, ein erfolgreicher Mensch, sondern lieber, ein wertvoller Mensch zu werden.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Der Mensch ist durch seine großen Erfolge so geblendet, dass er die entscheidenden Dinge nicht mehr sieht.
Thornton Wilder (1897-1975), US-amerikanischer Schriftsteller

Die Räder der Karriere werden am besten mit dem Fett der Schmeichelei geschmiert.
Sigmund Graff (1898-1979), deutscher Dramatiker und Bühnenautor

Zeit haben nur diejenigen, die es zu nichts gebracht haben. Und damit haben sie es weitergebracht als alle anderen.
Giovanni Guareschi (1908-1968), italienischer Journalist, Karikaturist und Schriftsteller

Karriere: Beförderung bis zur absoluten Inkompetenz.
Cyril Northcote Parkinson (1909-1993), englischer Historiker, Soziologe und Publizist

Im Geschäftsleben wie in der Politik muss sich der Mann seinen Weg mit Hauen und Stechen durch seine Nebenmenschen bahnen, wenn er König des Berges sein will. Ist er einmal oben, dann kann er großmütig und gütig sein - aber er muss erst hinaufgelangen.
John Steinbeck (1902-1968), US-amerikanischer Schriftsteller

All unsere so genannten Erfolgreichen sind Leidende, Kranke mit verdorbenen Mägen, verdorbener Seele.
John Steinbeck (1902-1968), US-amerikanischer Schriftsteller

Bei den meisten Erfolgsmenschen ist der Erfolg größer als die Menschlichkeit.
Daphne Du Maurier (1907-1989), englische Schriftstellerin

Lass nie den Erfolg seine Leere verbergen, die Leistung ihre Wertlosigkeit, das Arbeitsleben seine Öde. Behalte den Sporn, um weiter zu kommen, den Schmerz in der Seele, der uns über uns selber hinaustreibt.
Dag Hammarskjöld (1905-1961), schwedischer Politiker, UN-Generalsekretär, Friedensnobelpreisträger

Der Erfolg verdirbt die Menschen, nicht der Misserfolg.
Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller, Existentialist

Mache dich nicht selbst abhängig von der Hoffnung auf Erfolge. Du musst damit rechnen, dass all dein Bemühen womöglich fruchtlos bleibt oder sich ins Gegenteil auswirkt. Rechne mit dieser Möglichkeit. Wenn du dich daran gewöhnst, wirst du dich allmählich immer mehr auf den Wert, auf das Richtigsein, auf die Wahrheit deiner jeweiligen Arbeit konzentrieren, und immer weniger auf ihre Ergebnisse.
Thomas Merton (1915-1968), katholischer Franziskanermönch, Mystiker

Das gefährlichste aller Rauschgifte ist der Erfolg.
Billy Graham (1918-), US-amerikanischer Evangelist und Baptistenprediger, Fernsehprediger

Erfolg steigt den Menschen vielfach zu Kopf, aber am schlimmsten wirkt er sich gewöhnlich auf die Bauchpartie aus.
Orson Welles (1915-1985), US-amerikanischer Filmregisseur, Schauspieler und Autor

Karriere. Je mehr man erreicht, um so weniger reicht es einem.
Gerhard Uhlenbruck (1929-), deutscher Biologe und Aphoristiker

Der größte Feind der Moral sind die Karriereaussichten.
Gerhard Kocher (1939-),
schweizer Politologe, Gesundheitsökonom und Aphoristiker

  Angeberei, Prahlerei, Arroganz, Einbildung

Sei nicht prahlerisch mit deinen Worten und schlaff und matt in deinem Tun.
AT, Jesus Sirach 4,29

Kommt nicht alles, was ihr habt, von Gott? Wie könnt ihr dann damit auftrumpfen, als hättet ihr es von euch selbst?
NT, 1. Korinther 4,7

Haltet euch nicht selbst für klug.
NT, Römer 12,16

Je kleiner der Geist, um so größer die Einbildung.
Äsop (um 600 v.Chr.), griechischer Fabelndichter

Wer auf den Zehen steht, steht nicht sicher. Wer große Schritte macht, kommt nicht weit. Wer sich gern selber zeigt, den übersieht man. Wer gerne Recht behält, den überhört man. Wer auf Verdienste pocht, schaff sich nichts Verdienstvolles. Wer sich hervorhebt, verwirkt den Vorrang.
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Was ist die Natur des Menschen - aufgeblasene Bälge.
Epicharm
os (um 540-460 v.Chr.), griechischer Philosoph

Zwar ist jede Arroganz abscheulich, aber die der Intelligenz und der Beredsamkeit die unerträglichste.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.), römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph

Der nahe herangerückte Tod vertreibt prahlerische Worte.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Wissen bläht auf.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Ein wirklich großer Geist neigt nicht zu Angeberei.
Petronius Gajus Arbiter (10-66 n.Chr.), römischer Dichter

Wenn dir der Mensch vorkömmt, der sich so viel dünkt und so groß und breit dasteht, wende dich um und habe Mitleiden mit ihm. Wir sind nicht groß, und unser Glück ist, dass wir an etwas Größeres und Besseres glauben können.
Matthias Claudius (1740-1815), deutscher Dichter, Redakteur, Erzähler und Herausgeber des Wandsbeker Boten

Die Arroganz der Gescheiten ist noch größer als die der Reichen.
Charles Péguy (1873-1914), französischer Schriftsteller

Der Zwerg selbst findet, sei er noch so klein, den Klein'ren, dem er mächtig imponiert.
Lord George Gordon Noel Byron (1788-1824), englischer Dichter

Das heiße Verlangen, eine Rolle in der so genannten großen Welt zu spielen, bezeugt einen gewöhnlichen Geist. Der sich besser Fühlende kommt davon bald zurück.
August von Platen (1796-1835), deutscher Dichter

Je weniger Ahnung jemand hat, desto mehr Spektakel macht er und ein desto höheres Gehalt verlangt er.
Mark Twain (Samuel Langhorne Clemens) (1835-1919), US-amerikanischer Schriftsteller

Der gewöhnliche Protze, der mit Gold prahlt, ist unleidlich; unleidlicher ist der Überzeugungsprotze, der uns jeden Augenblick mit seiner Gesinnungstreue in das Gesicht springt; am unleidlichsten aber der Wissensprotze, der über jede fremde Meinung mit spöttischem Mitleid lächelt.
Otto von Leixner
(1847-1907), deutscher Schriftsteller

Prahlerei ist nur Schamgefühl unter falscher Maske; sie glaubt nicht wirklich an sich.
Rabindranath Tagore (1861-1941), indischer Dichter, Friedensnobelpreisträger

Immer am lautesten hat sich der Unversuchte entrüstet, immer der Ungeprüfte mit seiner Stärke gebrüstet, immer der Ungestoßene gerühmt, dass er niemals gefallen.
Werner Bergengruen (1892-1964), deutscher Schrifsteller aus Livland

Arroganz ist das Selbstbewusstsein des Minderwertigkeitskomplexes.
Jean Rostand (1894-1977), französischer Biologe

Man prahlt eben mit dem, was man hat, und je weniger man hat, desto mehr neigt man wohl zum Prahlen.
John Steinbeck (1902-1968), US-amerikanischer Schriftsteller

Auch das größte Maul wird am Ende mit Erde gestopft.
Hans-Hermann Kersten (1928-1986), deutscher Aphoristiker

Nichts ist gefährlicher als die Großmannssucht der Kleinen.
Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Schriftsteller und Übersetzer

Bei uns gilt die Arroganzstruktur von oben nach unten und Ressentimentstruktur von unten nach oben.
Heinrich Böll (1917-1985), deutscher Schriftsteller

So eitel ist der Mensch, dass er sich sogar auf seine Leiden etwas einbildet.
Christian Friedrich Hebbel

  Selbtverliebtheit, Narzissmus

Wer ein großer Mann sein will, darf weder in sich noch in seine eigene Sache verliebt sein, sondern in das, was recht ist.
Plato (428/27-348/47 v.Chr.), griechischer Philosoph

Denn in dieser kranken Zeit will keiner sich selbst wehe tun; und die Menschen sind in sich selbst verliebt.
Johannes Tauler (1300-1361), elsässischer Dominikanermönch und Mystiker

Was gibt es Törichteres als von seinen eigenen guten Eigenschaften bezaubert, von seinen eigenen Verdiensten entzückt zu sein?
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Wer in sich selbst verliebt ist, hat wenigstens bei seiner Liebe den Vorteil, dass er nicht viel Nebenbuhler erhalten wird.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Aber der Mensch ist ein wahrer Narziss; er bespiegelt sich überall gern selbst, er legt sich als Folie der ganzen Welt unter.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Man kann einen narzisstischen Menschen daran erkennen, dass er äußerst empfindlich auf jede Kritik reagiert.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Der narzistische Mensch ist außerstande, sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen, der anders ist als er.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

  Wellness, Fitness, Jugendwahn, Schönheitskult

Eure Schönheit soll von Innen kommen: Freundlichkeit und Herzensgüte sind der unvergängliche Schmuck, der in Gottes Augen wert hat.
NT, 1. Petrus 3,4

Wie viele treiben Körperkultur und wie wenige Geisteskultur! Wie viele rennen zu diesen nicht ernstzunehmenden Schaustücken, und wie klein ist der Kreis bei kulturellen Veranstaltungen! Wie geistesarm ist unsere vergötterte Bicepsaristokratie.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Du triffst Vorsorge für das Alter, damit dem Körper nichts fehle. Solltest du dir nicht Gedanken darüber machen, ob der Seele etwas fehlt?
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Sorge für deinen Leib, doch nicht so, als wenn er deine Seele wäre.
Matthias Claudius (1740-1815), deutscher Dichter, Redakteur, Erzähler und Herausgeber des Wandsbeker Boten

Der vollkommenen Schönheit der Schönheitsköniginnen entspricht die vollkommene Dummheit ihrer Bewunderer.
Peter Bamm (Curt Emmerich) (1897-1975), deutscher Arzt, Journalist und Schriftsteller

Wer seiner Jugend nachläuft, wird sie nie erreichen.
André Maurois (1885-1967), französischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Historiker

Mens sana in corpore sano? - Wie viel Dürftigkeit kann zwischen prallen Muskeln wohnen, welche Kraft in einem geschundenen Leib.
Hans Kasper (1916-), deutscher Hörspielautor und Lyriker

  Vorfürehefrau/-mann, LebensabschnittspartnerIn

Für meinen Mann bin ich der Garderobenständer seines Luxus, das Aushängeschild seines Ehrgeizes, eine seiner lächerlichen Genugtuungen.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Die Ehemänner scheffeln voller Abscheu und Bitterkeit unter größten Anstrengungen und Methoden, die ihnen selbst zuwider sind, Geld, und ihre Frauen geben unvermeidlich alles aus, unzufrieden, neidisch auf andere und verbittert, und es ist ihnen zu wenig, und sie trösten sich mit der Hoffnung auf einen Lotteriegewinn.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Frau: für den erfolgreichen Mann eine Art Litfaßsäule, die seinen Wohlstand plakatiert.
Gino Marchi

Man kann nicht nur auf Probe leben, man kann nicht nur auf Probe sterben, man kann nicht nur auf Probe lieben, nur auf Probe und Zeit einen Menschen annehmen.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst

Die Lügenpropheten erklären uns, offene Beziehungen gehörten zu einer modernen Welt. Aber solange ein Mensch einen Menschen liebt, ihn ehrlich liebt, wird er danach trachten, dass diese Liebe fortdauert.
Joachim Meisner (1933), deutscher katholischer Theologe, Erzbischof, Kardinal

Imponiergehabe ist die Kosmetik des Mannes.
Gerhard Uhlenbruck (1929-), deutscher Biologe und Aphoristiker

  Sex und Pornographie

Das wahre Laster besteht darin, das man sich von den sittlichen Pflichten gegenüber dem Weibe löst, mit dem man körperlich verkehrt.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Sex ist sehr oft ein Ersatz für Freude.
Clive Staples Lewis (1898-1963), englischer Schriftsteller

Sex ist die Liebesform einer Zeit, die für die Liebe keine Zeit mehr hat.
Sigmund Graff (1898-1979), deutscher Dramatiker und Bühnenautor

Pornographie existiert für die einsamen, die hässlichen, die furchtsamen.
Rita Mae Brown (1944-), US-amerikanische Krimiautorin

Wenn wir den Kampf gegen die Pornographie nicht gewinnen, verlieren wir den Kampf um unsere Emanzipation.
Alice Schwarzer (1942-), deutsche Feministin

Pornographie erzählt Lügen über Frauen, aber sie erzählt die Wahrheit über Männer.
John Stoltenberg (1945-), US-amerikanischer Fermininist, Autor und Zeitschriftenherausgeber

Ein Sexsymbol wird eine Sache… ich hasse nur eine Sache zu sein.
Marilyn Monroe (1926-1962), US-amerikanische Filmschauspielerin, Sängerin, Filmproduzentin, Fotomodel

Was zur sexuellen Harmonie notwendig ist, ist nicht raffinierte Technik, sondern das Vertrauen auf den erotischen Charme des Augenblicks, eine wechselseitige Freigiebigkeit von Körper und Seele.
Simone de Beauvoir (1908-1986), französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin

Der Orgasmus hat das Kreuz als Fokus der Sehnsucht und Erfüllung verdrängt.
Malcolm Muggeridge (1903-1990), englischer Militär und Geheimdienstler

  Mode, uniformierter Massengeschmack

Nein, so gut ist's im Menschenleben nicht bestellt, dass das Bessere der Menschheit zusagt. Als ganz schlecht erweist sich das, worum man sich drängt.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Die Natur macht Frauen verschieden - die Mode macht sie gleich.
Christine von Schweden (1626-1689), schwedische Königin

Die Menschen sind so abhängig geboren, dass selbst die Gesetze, die ihre Schwachheit regieren, ihnen nicht genügen. Das Schicksal hat ihnen noch nicht genug Herren gegeben; sie bedürfen noch der Mode, die alles, selbst die Form der Schuhe, vorschreibt.
Luc de Clapiers Vauvenargues (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Die Modeerscheinungen werden gewöhnlich erst dann geprüft und richtig beurteilt, wenn sie nicht mehr Mode sind.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), Schweizer Pädagoge und Sozialreformer

Der Gipfel aber unseres Triumphs ist es, wenn man uns gar nicht mehr für Deutsche, sondern etwa für Spanier oder Engländer hält, je nachdem nun einer von diesen gerade am meisten in Mode ist.
Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), deutscher Erzieher und Philosoph

Die Mode ist weiblichen Geschlechts, folglich hat sie ihre Launen.
Karl Julius Weber (1767-1832), deutscher Schriftsteller

Die Mode ist die Unbeständigkeit im Unsinn, die nur eine Konsequenz kennt, dass sie immer verrückter wird.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Jede Generation lacht über die alte Moden aber folgt gläubig der neuen.
Henry David Thoreau (1817-1862), US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

Keine Satzung, sie mag des Leibes oder der Seele Heil bezwecken, befolgen die törichten Menschlein so willig, ja so lüstern, als die tyrannische Willkür der Mode.
Peter Rosegger (1843-1918), österreichischer Schriftsteller

Die Mode ist so hässlich, dass man sie alle sechs Monate ändern muss.
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Schriftsteller irischer Herkunft

Die Moden sind eigentlich nur eingeführte Epidemien.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1925, Warum für Puritaner

Es gibt viel was die Ansicht unterstützt, dass die Kleider uns tragen und nicht wir sie; wir lassen sie die Form von Arm und Brust tragen, aber sie formen unsere Herzen, Gehirne, Zungen nach ihrem Gutdünken.
Virginia Woolf (1882-1941), englische Schriftstellerin und Verlegerin

Mode, das heißt: Zivil als Uniform.
Hans Lohberger
(1920-1979), österreichischer Aphoristiker

Die jungen Leute glauben, mit den Blue Jeans die Freiheit gewählt zu haben. Am Anfang war das auch wirklich so, inzwischen ist aus der Freiheit ein Zwang geworden, Konformismus, schlimmer als zuvor.
Pierre Cardin (1922-), französischer Modeschöpfer und Unternehmer

Kein Diktator kann so vielen Menschen seinen Willen aufzwingen wie ein Modeschöpfer.
Grace Kelly (1929-1982), US-amerikanische Schauspielerin, Fürstin Gracia Patricia von Monaco

Der In-Typ hat, egal wie`s heißt, alles, was der Zeitgeist scheißt.
Klaus Klages (1938-), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger

Der Glaube gibt dem Leben einen subjektiven Sinn, der in der Praxis der Liebe objektiviert wird. Eine Ware schafft jedoch nur die Illusion, das wir durch sie in den Augen Fremder mehr wert sind. Das Leben für den Konsum beweist ein schwaches Selbstwertgefühl. Ein heiliger Franziskus von Assisi oder ein Mahatma Gandhi brauchten keine In-Waren, keine Markenjeans, um sich auf sich selbst zu besinnen und sich auf die anderen und Gott zu konzentrieren.
Betto, Frei (Carlo Alberto Libânio Christo) (1944-), brasilianischer katholischer Theologe, Dominikaner

  Modern, Neu

Das Neue loben die, welche noch nicht einmal wissen, ob es gut ist, mehr als das Gangbare, das sie bereits als nützlich kennen, und das Unbegreifliche mehr als das Einleuchtende.
Hippokrates (um 460-um 370 v.Chr.), griechischer Arzt

Alles dauert immer nur vier Wochen, danach wird etwas Neues gesucht. Dieses Verlangen nach immer Neuem ist für das Volk die Mutter aller Irrtümer.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Sich sein Neusein zunutze machen: denn solange jemand noch neu ist, ist er geschätzt. Das Neue gefällt, der Abwechslung wegen, allgemein, der Geschmack erfrischt sich daran, und eine funkelnagelneue Mittelmäßigkeit wird höher geschätzt als ein schon gewohntes Vortreffliches. Das Ausgezeichnete nutzt sich ab und wird allmählich alt. Jedoch soll man wissen, dass jene Glorie der Neuheit von kurzer Dauer sein wird: nach vier Tagen wird die Hochachtung sich schon verlieren. Deshalb verstehe man, sich diese Erstlinge der Wertschätzung zunutze zu machen, und ergreife auf dieser schnellen Flucht des Beifalls alles, wonach man füglich trachten kann.
Baltasar Gracián y Morales (1602-1658), spanischer Schriftsteller und Philosoph, Jesuit

Ein Ding mag noch so närrisch sein, es sei nur neu, so nimmt's den Pöbel ein.
Christian Fürchtegott Gellert (1715-1869), deutscher Dichter

Modern sein heißt, auf dem Wege sein, unmodern zu werden.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Mit hundert Klecksen bemalt saßet ihr da ihr Modernen und alle Zeiten schwatzten durcheinander in euren Ansichten.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Modern ist, was man selbst trägt. Unmodern: was andere tragen.
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Schriftsteller irischer Herkunft

Das wahrhaft Neue ist nie eine Änderung, sondern ein Ewiges, dass erscheint.
Martin Buber (1878-1965), jüdischer Religionsforscher und Religionsphilosoph

Alles, was nicht ewig ist, ist ewig unmodern.
Clive Staples Lewis (1898-1963), englischer Schriftsteller

  Auto

Glück ist heutzutage, wenn man im neu gekauften Auto mit 150 km/h durch die innere Leere fährt.
Sigismund von Radecki (1891-1970), lettischer Feuilletonist und Übersetzer

Der Mensch von heute ist das dümmste Lebewesen, das die Erde hervorgebracht hat: Er kriecht mit seinem Auto in der Großstadt wie eine Schnecke, nimmt die Umweltgifte in sich auf wie ein Staubsauger und ist obendrein noch stolz auf das, was er zustande gebracht hat.
John Boynton Priestley (1894-1084), englischer Schriftsteller, Journalist und Literaturkritiker

Die erotische Bedeutsamkeit des Automobils wird offenbar, wenn man darauf achtet, wie viele große und elegante Wagen von hässlichen Leuten gefahren werden.
Sigmund Graff (1898-1979), deutscher Schriftsteller und Dramatiker

Ein Mann am Steuer eines Autos ist ein Pfau, der sein Rad in der Hand hält.
Anna Mangnani (1908-1973), italienische Schauspielerin

Volkswirtschaft ist die Lehre von der Notwendigkeit, dass der Mensch ein Auto braucht um Geld zu verdienen, damit er sich ein Auto kaufen kann.
Robert Lembke (1913-1989), deutscher Journalist und Fernsehmoderator

Zylinder: Statussymbol, das man nicht mehr auf dem Kopfe, sondern unter der Motorhaube trägt.
Ron Kritzfeld (1921-), deutscher Aphoristiker

Geschwindigkeitsbeschränkungen sind für viele Autofahrer so etwas wie eine amtlich verfügte Potenzminderung.
Silvia Mingotti ()

Wir denken, wir wären mehr, wenn wir mehr haben. Wir kaufen einen schicken Wagen und denken, dieser Wagen wäre nun ein Teil unserer selbst, wie ein weiteres Glied unseres Körpers. Wenn die anderen unseren Wagen bewundern, fühlen wir uns, als ob sie uns selbst bewunderten. Wir betrachten die Dinge, die uns gehören, als ob sie ein Teil unserer selbst wären.
Ernesto Cardenal (1925-), nicaraguanischer suspendierter katholischer Priester, sozialistischer Politiker, Poet, Vertreter der Befreiungstheologie

Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.
Martin Luther King (1929-1968), amerikanischer Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Wenn ein Mann einer Frau höflich die Wagentüre aufreißt, dann ist entweder der Wagen neu oder die Frau.
Uschi Glas (1944-), deutsche Schauspielerin

  Fernsehen, Talkshow

Der Preis für eine Sensation ist nie zu hoch bezahlt.
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Schriftsteller irischer Herkunft

Heute ist der Sinn des Lebens, Geschwätzwettbewerbe zu veranstalten, gigantische Krachmaschinen, Heulmaschinen, Geschwätzverstärkungsmaschinen Tag und Nacht in Betrieb zu erhalten.
Hans Arp (1887-1966), deutscher Maler, Grafiker, Bildhauer und Dichter

Für die meisten Menschen im Westen ist sinnloses Leben, sinnloses Musikhören, sinnlose Filmbetrachtung zu einer Sucht geworden, die das psychologische Gegenstück zu Alkoholismus und Morphinismus darstellt. Die Dinge sind so auf die Spitze getrieben worden, dass viele Millionen Männer und Frauen tatsächlich darunter leiden, wenn man ihnen für ein paar Tage oder auch nur für ein paar Stunden ihre Zeitungen, Radiomusik und Filme entzieht. Wie Rauschgiftsüchtige müssen sie ihrem Laster frönen.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller

Manche Kritiker meinen, in einer einzigen Show müsse man all das leisten, was das Fernsehen sonst nicht fertig bringt.
Werner Höfer (1913-1997), deutscher Journalist und Fernsehmoderator

Der Sprung von drei auf dreiunddreißig Programme wird möglicherweise den Appetit auf Bilder vergrößern, aber die Augen werden größer sein als der Magen, und dann wird's kommen: das Sodbrennen, vielleicht das Kotzen?
Heinrich Böll (1917-1985), deutscher Schriftsteller

Kinder lernen auch vor dem Fernsehschirm, dass andere Menschen geschlagen, getreten, abgeknallt werden "dürfen", sie lernen, dass Gewalt zum Leben gehört und dass die körperlich Starken oder brutaler Bewaffneten die Erfolgreicheren sind.
Johannes Rau (1931-2006), deutscher Politiker, SPD, Bundespräsident

Fernsehen wurde nicht für Idioten erschaffen - es erzeugt sie.
Neil Postman (1931-), US-amerikanischer Schriftsteller, Gesellschaftskritiker

Problematisch am Fernsehen ist nicht, dass es uns unterhaltsame Themen präsentiert, problematisch ist, dass es jedes Thema als Unterhaltung präsentiert.
Neil Postman (1931-), US-amerikanischer Schriftsteller, Gesellschaftskritiker

Wir amüsieren uns zu Tode.
Neil Postman (1931-), US-amerikanischer Schriftsteller und Kulturkritiker

Kein einziger großer Religionsstifter - weder Buddha noch Moses, weder Jesus noch Mohammed, noch Luther hat den Menschen je das geboten, was sie wollten. Sondern immer nur das, was ihnen Not tat. Das Fernsehen jedoch ist nicht sonderlich geeignet, den Menschen das zu bieten, was ihnen Not tut.
Neil Postman (1931-), US-amerikanischer Schriftsteller, Gesellschaftskritiker 

Als ich beim Fernsehen anfing, hat man mir gesagt, du musst dem Volk aufs Maul schauen. Sehe ich mir die Themen der täglichen Talkshows an, dann schauen sie dem Volk auf den Hintern.
Rudi Carrell (1934-2006), niederländischer Showmaster

Diese unendliche, ausweglose, schleichende Banalisierung und Trivialisierung des Fernsehens macht die Hirne total kaputt.
Roman Herzog (1934-), deutscher Politiker, CDU, Bundespräsident

Wenn mit schier grenzenlosen Exhibitionismus in billigen Talkshows und Pseudo-Gerichtsverhandlungen schon am Nachmittag die Hose herunter- und die Sau raus gelassen wird, auf niedrigstem Niveau Verbalschlachten über alle erdenklichen Untaten, moralische und sexuelle Schweinereien und Perversitäten zum voyeuristischen Vergnügen zelebriert werden, Brutalität, Sadismus und Horror ohnehin zur täglichen Unterhaltungskost gehören, ist es kein Wunder, wenn Kinder und Jugendliche seelisch und moralisch abstumpfen, Fiktion und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden können und unsensibel für die Verletzbarkeit und Leiden anderer werden. So kommen ihnen die ethischen Maßstäbe abhanden, die aus uns Menschen soziale Wesen machen.
Joachim Kutschke (1945-), deutscher Pädagoge

TV ist 'ne Droge, TV macht süchtig.
Nina Hagen (1955-), deutsche Sängerin, Schauspielerin und Songwriterin

  Computer, Internet, Handy

Wenn das Jahrtausend beginnt, das nach dem Jahrtausend kommt werden die Menschen Trugbilder zum Leben erwecken können. Die Sinne werden getäuscht werden, und sie meinen zu berühren, was gar nicht ist. Sie werden Wege beschreiten, die nur die Augen sehen können und der Traum wird so Wirklichkeit werden. Doch der Mensch wird nicht mehr unterscheiden können zwischen dem, was ist, und dem, was nicht ist. Er wird sich in falschen Labyrinthen verlieren. Jene, welche die Trugbilder zum Leben erwecken können, werden mit dem gutgläubigen Menschen ihr Spiel treiben und ihn betrügen und viele Menschen werden zu unterwürfigen Hunden.
Johannes von Jerusalem (Jehan de Vezelay) (
1042–1119). französischer Tempelritter, Prophet, angeblich fiktive Person

Unsere Gesellschaft verkauft sich zunehmend an ein leichtgewichtiges Entertainment, das die gesamte Aufmerksamkeit monopolisiert.
Saul Bellow (1815-2005), US-amerikanischer Soziologe, Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Die Gefahr, dass der Computer so wird wie der Mensch, ist nicht so groß wie die Gefahr, dass der Mensch so wird wie der Computer.
Konrad Zuse (1910-1995), deutscher Bauunternehmer, Erfinder und Unternehmer, Erbauer des ersten Computers

Wir werden maschinell infantilisiert.
Günther Anders (1902-1992), österreichischer Philosoph und Schriftsteller

Computer haben kein Herz. In den Händen von Menschen ohne Herz werden sie gefährlich.
Phil Bosmans (1922-), belgischer katholischer Priester Ordenspriester, Schriftsteller und Telefonseelsorger

Das Internet ist ein großer Misthaufen, in dem man allerdings auch kleine Schätze und Perlen finden kann.
Joseph Weizenbaum (1923-2008), deutsch-US-amerikanischer Informatiker und Gesellschaftskritiker

Die Vorstellung, dass Menschen ihr ganzes privates und berufliches Leben von zu Hause aus bewältigen, finde ich gefährlich: Neue Eindrücke und soziale Kontakte würden nur noch per Datenleitung entstehen.
Neil Postman (1931-), US-amerikanischer Schriftsteller, Gesellschaftskritiker

Statt des persönlichen Gottes nun jedem sein eigener PC. So endet die größte aller Revolutionen in der Banalität des berechnenden Unglaubens, und es scheint, als sei das in der Vorsehung programmiert.
Nikolaus Cybinski (1936- ), deutscher Aphoristiker

Nichts verbindet so unverbindlich wie das Internet.
Klaus Klages (1938-), deutscher Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger

Handy-Kultur. Wer immer erreichbar sein will, rufe sich selbst an, um zu checken, ob er sich selber erreicht.
Walter Ludin (1945-), Schweizer katholischer Priester, Kapuziner, Journalist, Autor

Kontaktaufnahme in Foren – Zärtlichkeit via Webcam – Liebesschwüre über Messenger – Cybersex – Heiratsantrag per E-Card – Aufgebot/ Hochzeit/ Scheidung online – Psychotherapie im SMS-Abo – letzte Rundmail an Freunde – Endstation virtueller Friedhof. Welch grausame Vorstellung!
Monika Stabel (1958-), deutsche Lyrikerin

Unsere Briefe aber sind infolge der Schnelligkeit des Verkehrs und des billigen Portos so furchtbar inhaltslos geworden, dass man geistreiche Briefe wie in früheren Kulturperioden gar nicht mehr findet.
Heinrich von Treitschke (1834-1896), deutscher Historiker, Publizist und Politiker

  Berühmtheit, Popularität, Starkult, Idol

Wehe dir, wenn alle Menschen gut von dir sprechen.
NT, Lukas 6,26

Jeder Mensch, der etwas zu sehr liebt und so zu seinem Gott macht, dient fremden Göttern.
Origenes (185-254), griechischer Theologe und Philosoph, Kirchenvater

Das gilt vor allem für Schauspieler, Sänger, Redner und Dichter, die sich umso selbstgefälliger breit machen, je unbegabter sie sind.
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Worauf du nun, sag ich, dein Herz hängst und verlässt, das ist eigentlich dein Gott.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Manche Menschen gelten nur deshalb etwas in der Welt, weil ihre Fehler die Fehler der Gesellschaft sind.
François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Adeliger, Militär, Aphoristiker

Niemand ist so unglücklich wie ein Idol, das sich selbst überlebt hat.
Joseph Addison (1672-1719), englischer Diplomat, Gelehrter und Essayist

Zur Popularität gelangen deutsche Schriften durch einen großen Namen, oder durch Persönlichkeiten, oder durch gute Bekanntschaft, oder durch Anstrengung, oder durch mäßige Unsittlichkeit, oder durch vollendete Unverständlichkeit, oder durch harmonische Plattheit, oder durch vielseitige Langweiligkeit, oder durch beständiges Streben nach dem Unbedingten.
August Wilhelm von Schlegel (1767-1845), deutscher Literaturhistoriker, Übersetzer, Schriftsteller, Indologe und Philosoph

Popularität ist wie die Flamme einer Illumination oder auch einer Feuersbrunst, die um einen Mann herum gezündet wird. Sie zeigt, was an ihm ist, vermehrt seine Eigenschaften aber nicht im mindesten. Oft sogar entfremdet sie ihm viele und verzehrt den armen Mann selbst zu Asche.
Thomas Carlyle (1795-1881), schottischer Essayist und Historiker

Die Popularität einer Sache macht mich viel eher zweifelhaft und nötigt mich, mein Gewissen noch einmal zu fragen: Ist sie auch wirklich vernünftig? Denn ich habe häufig gefunden, dass man auf Akklamation stößt, wenn man auf unrichtigem Wege ist.
Otto Eduard Leopold von Bismarck (1865-1890), deutscher Politiker, Reichskanzler des Deutschen Reiches

Wer die bessere Einsicht hat, darf sich nicht scheuen, unpopulär zu werden.
Winston Churchill (1874-1965), englischer Politiker, Premierminister, Literaturnobelpreisträger

Die Hollywood-Pest heißt: Einsamkeit mit Hunden und geistvollen Flaschen.
Gloria Swanson (1897-1983), US-amerikanische Schauspielerin

Die jüngste Verkörperung der Hetäre ist der Star.
Simone de Beauvoir (1908-1986), französische Schriftstellerin

Menschen, die wie Götter verehrt werden, verlieren mit der Zeit tatsächlich ihre menschlichen Züge.
Stanislaw Jerzy Lec (1909-1966), polnischer Lyriker und Aphoristiker

Wer ein Genie ist, bestimmt die Nachwelt. Wer ein Star ist, entscheidet die Mitwelt.
Werner Höfer (1913-1997), deutscher Journalist und Nachrichtenmoderator

Hollywood ist ein Ort, an dem man dir Tausend Dollars für einen Kuss und fünfzig Cent für die Seele zahlt.
Marilyn Monroe (1926-1962), US-amerikanische Filmschauspielerin, Sängerin, Filmproduzentin und Fotomodel; vermutlich Suizid durch Medikamentenüberdosis

Diese Katapultstarts in die Berühmtheit, die haben schon sehr viele Künstler kaputt gemacht.
Rolf Zuckowski (1947-), deutscher Musiker, Komponist, Produzent und Kinderbuchautor

  Sport, Fußball

Ausschließliche Hingabe an körperliche Übungen macht den Menschen roher als nötig; aber dieselbe Hingabe an die Musik macht ihn weicher als gut für ihn ist.
Plato (428/27-348/47 v.Chr.), griechischer Philosoph

Das erste und wesentliche Merkmal des alten wie des modernen Olympismus ist: eine Religion zu sein. Durch Leibesübungen formte der Wettkämpfer der Antike seinen Körper wie der Bildhauer seine Statue und "ehrte dadurch seine Götter". Der Wettkämpfer der Neuzeit, der gleiches tut, erhöht damit sein Vaterland, seine Rasse und seine Fahne.
Pierre de Coubertin (1863-1937), französischer Pädagoge, Begründer der modernen olympischen Spiele

Was den Beitrag des internationalen Sports zur Völkerverständigung betrifft, erlaube ich mir zu bemerken, dass der Sport den heftigen Hass zwischen den Nationen verstärkt und auch zwischen jenen Völkern Zwietracht sät, die ansonsten keinen natürlichen Grund haben, miteinander zu streiten.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Schriftsteller und Regisseur

Sport… ist Krieg ohne Schießen.
George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller, Essayist und Journalist

Der Fußball ist einer der am weitesten verbreiteten religiösen Aberglauben unserer Zeit. Er ist heute das wirkliche Opium des Volkes.
Umberto Eco (1932-), italienischer Philosoph, Sprachwissenschaftler und Schriftsteller

Ich wünsche mir, dass die Leute einmal sagen werden: Er war nicht nur ein sehr guter Tennisspieler, sondern er war auch ein glaubwürdiger Christ.
Michael Chang (1972-), US-amerikanischer Tennis-Profi

  Informationsgesellschaft, Informationsflut

Alle bekommen den ganzen Tag soviel Informationen, dass sie ihren gesunden Menschenverstand verlieren.
Gertrude Stein (1874-1946),  US-amerikanische Schriftstellerin

Das Problem des 21. Jahrhunderts liegt darin, Information in Wissen zu verwandeln und Wissen in Erkenntnis - nicht in schnellerer Verbreitung von Informationen.
Neil Postman (1931-), US-amerikanischer Schriftsteller, Gesellschaftskritiker

Immer mehr Informationen überrollen uns, ungefragt und erbarmungslos. Früher brauchte man sie, um ein Problem zu lösen. Heute sind diese Daten selbst ein Problem.
Neil Postman (1931-), US-amerikanischer Schriftsteller, Gesellschaftskritiker

Wir ertrinken in Informationen, aber uns dürstet nach Wissen.
John Naisbitt (1929-), US-amerikanischer Autor mit Schwerpunkt Zukunftsforschung

Die Flut von Informationen führt zur Verdummung der Gesellschaft.
Umberto Eco (1932-), italienischer Schriftsteller, Kolumnist, Philosoph, Medienwissenschaftler

  Sozialdarwinismus, Recht des Stärkeren

Immer sind es die Schwächeren die nach Recht und Gleichheit suchen, die Stärkeren aber kümmern sich nicht darum.
Aristoteles (384-322 v.Chr.), griechischer Philosoph

Die Großen fressen die Kleinen auf.
William Shakespeare (1564-1616), englischer Schauspieler und Dramatiker

Es gibt wohl ein Recht des Weiseren, nicht aber ein Recht des Stärkeren.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist und Essayist

Was mich hauptsächlich beherrscht ... das ist der Ekel, einer Gesellschaft von Kreaturen anzugehören, die außer den übrigen ihnen von der Natur auferlegten Funktionen des Futtersuchens, der Fortpflanzung etc. auch die mit elementarischer Stumpfheit befolgt, sich von Zeit zu Zeit gegenseitig zu vertilgen.
Theodor Storm (1817-1888), deutscher Schriftsteller

Das Recht des Stärkeren ist das stärkste Unrecht.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Das Überleben der Stärksten kann nicht zum Leitprinzip einer Gesellschaft werden.
George Soros (1930-), ungarisch-amerikanischer Multimilliardär

  Ideologie

Die unwürdigen und unbrauchbaren Unternehmen bedürfen um so mehr einer großspurigen Ideologie, die in alle Köpfe gerannt wird.
Heinrich Mann (1871-1950), deutscher Schriftsteller

Ideologien sind bewaffnete Ideen.
Ignazio Silione (1900-1978), italienischer Schriftsteller

Eine Ideologie annehmen heiß immer ihr Erbe an ungelösten Widersprüchen übernehmen.
George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller, Essayist und Journalist

Um Böses zu tun, muss ein Mensch erst glauben, dass das, was er tut, gut ist … Ideologie - das ist, was dem Tun des Bösen seine lang gesuchte Rechtfertigung gibt, und dem Übeltäter die nötige Standfestigkeit und Entschlossenheit gibt.
Alexander Solschenizyn (1918-), russischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Wir stehen heute, am Ende dieses Jahrhunderts, vor dem materiellen und moralischen Trümmerhaufen, den so viele Ideologien angerichtet haben.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst

Ideologen sind Leute, die glauben, dass die Menschheit besser sei als der Mensch.
Dwight David Eisenhower (1890-1969), US-amerikanischer Politiker, Präsident, Oberbefehlshaber der Allierten Streitkräfte in Europa

Unsere furchtbaren Götter haben nur den Namen gewechselt, sie reimen jetzt auf "-ismus".
Carl Gustav Jung

Ideologie ist Ordnung auf Kosten des Weiterdenkens.
Friedrich Dürrenmatt (1921-1990), Schweizer Schriftsteller, Dramatiker, und Maler

Eine Ideologie ist keine Wissenschaft.
Friedrich Dürrenmatt (1921-1990), Schweizer Schriftsteller, Dramatiker, und Maler

  Nationalismus, Militarismus, Kolonialismus, Imperialismus

Wenn die Fahne weht, rutscht der Verstand in die Trompete.
russisches Sprichwort

Es trennte einst der Rhein den Franzosen vom Deutschen, aber der Rhein trennt doch nicht den Christ vom Christen. Die Pyrenäen sondern die Spanier von den Franzosen ab, aber sie heben doch nicht die Gemeinschaft der Kirche auf. Das Meer scheidet die Engländer von den Franzosen, aber scheidet doch nicht die Religionsgemeinschaft.
Erasmus von Rotterdam (Gerhard Gerhards) (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Der Klang der Trommel zerstreut die Gedanken; deshalb ist dieses Instrument imminent militärisch.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist und Essayist

Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Der Weg der neueren Menschheit geht von der Humanität durch die Nationalität zur Bestialität.
Franz Grillparzer (1791-1872), österreichischer Schriftsteller

Auf den Nationalismus berufen sich alle, die menschliches Elend verursachen und ausnützen.
Heinrich Heine (1797-1856), deutscher Dichter

Die westlichen Völker haben den Ackerbau aufgegeben und wollen alle nur herrschen. Über sich selbst herrschen geht nicht, also machen sie sich auf die Suche nach Kolonien und Märkten.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Wie gut klingen schlechte Musik und schlechte Gründe, wenn man auf einen Feind losmarschiert!
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Der Nationalismus ist eine Kinderkrankheit, sozusagen die Masern der Menschheit.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Was ist Nationalismus? Der unedle und ins Sinnlose gesteigerte Patriotismus, der sich zum edlen und gesunden wie die Wahnidee zur normalen Überzeugung verhält.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Alle Nationalismen sind Sackgassen. Sie führen nirgendwo hin.
José Ortega y Gasset (1883-1955), spanischer Philosoph, Soziologe und Essayist

Zu allen Zeiten nahmen mächtige Nationen für sich in Anspruch, das Menschengeschlecht zu repräsentieren, versuchten dabei allen Menschen ihre Lebensformen aufzuzwingen und beschwörten dazu zerstörerische Kriege herauf, die möglicherweise letztendlich die ganze Menschheit im Frieden der Grabesruhe vereinigt!
Paul Johannes Tillich (1886-1965), deutsch-US-amerikanischer evangelischer Theologe und Religionsphilosoph, Friedenspreis des deutschen Buchhandels

Ich erkannte, dass eher das Vaterland als die Menschlichkeit untergehen dürfte, und ich erkannte die verhängnisvolle Gewissenlosigkeit, mit der in Zeiten der verschuldeten oder unverschuldeten Not der Staat sich seiner Untertanen bedient.
Ernst, Wiechert (1887-1950), deutscher Schriftsteller

Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist, Satiriker

Nationalismus, zweifellos ein Kind der Romantik, ist aus der Ordnung geratenes, hysterisch gewordenes Nationalgefühl. Eine Nation entsteht durch gemeinsame Ideale.
Sigismund von Radecki (1891-1970), lettischer Feuilletonist und Übersetzer

Die Nation ist ein Faktum, und ein Faktum ist kein Absolutum.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin jüdischer Abstammung, Mystikerin

  Leistungsgesellschaft, Konkurrenzkampf

Keiner soll sich vor Gott auf seine Leistungen berufen können.
NT, Epheser 2,9

Der größte Dieb ist, wer menschliche Erkenntnisse stiehlt.
Tossefta zu Baba Kama 7

Keine Leistung entschädigt für den Verlust an menschlichem Frohsinn.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), amerikanischer Essayist, Dichter und Philosoph

Kaum irgendein Umstand kann schädlicher auf die Gesundheit wirken als die Lebensweise unserer Tage: ein fieberhaftes Hasten und Drängen aller im Kampf um Erwerb und sichere Existenz.
Sebastian Kneipp (1821-1897), deutscher katholischer Theologe und Naturheilkundler

Und solange es Wettbewerb gibt, wird es auch Menschen geben, die auf der Strecke bleiben, und daher können keinerlei philanthropische Institutionen und keinerlei Verbesserung der Lage der Arbeiter diese auf der Strecke Bleibenden beseitigen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Schriftsteller

Konkurrenz, die aus Neid entspringt, ist etwas ganz anderes als die Bemühung, sein Bestes zu tun, um, aus gegenseitiger Achtung, die Arbeit so gut wie möglich zu machen.
Vincent van Gogh (1853-1890), niederländischer Maler

Es kommt nicht nur darauf an, was wir äußerlich in der Welt leisten, sondern was wir menschlich geben, in allen Lagen.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

In einem Zeitalter fortgeschrittener Technik ist Leistungsunfähigkeit die Sünde wider den Heiligen Geist.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller

Unser modernes Leben ist überaus hart, überall herrscht rücksichtsloser Wettbewerb, und alles ist dazu angetan einen Keil zwischen Körper und Seele zu trieben. Die Folge davon ist, das die Seele austrocknet. Gewöhnlich wird sie ein eine wüste Einsamkeit verdrängt, so dass ein solcher Mensch fortan gezwungen ist, sich mit dem Verstand allein durch das Leben zu schlagen.
Graham Greene (1904-1991), englischer Schriftsteller

Das Gerede von "Leistungsträgern" beleidigt die Möbelträger, die Briefträger, die Gepäckträger.
Kurt Marti (1921-), Schweizer evangelischer Pfarrer und Schriftsteller

Menschen werden fertig gemacht wegen Geld. Menschen werden weggeboxt wegen der Karriere. Menschen werden beschmutzt aus Eifersucht. Menschen werden in die Zange genommen aus Konkurrenz.
Phil Bosmans (1922-), belgischer katholischer Priester Ordenspriester, Schriftsteller und Telefonseelsorger

Die Verlagerung der militärischen in die ökonomische Auseinandersetzung ist kein 'Nichtkrieg', sondern sie richtet wirtschaftlich wie ökologisch furchtbare Zerstörungen an.
Eugen Drewermann (1940), ehemaliger deutscher katholischer Theologe, suspendierter Priester, Psychoanalytiker, Schriftsteller

Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Leistungen.
Peter Hahne (1952-), deutscher Fernsehmoderator

  Massengesellschaft, Masse, Menge

Du sollst der Menge nicht auf dem Weg zum Bösen folgen.
AT, Exodus 23,2

Was die Menge hasst, musst du prüfen. Was die Menge liebt, musst du prüfen.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Namenlos ist die Menge.
Vergil (70-19 v.Chr.), römischer Dichter

Die Menge kennt kein Maß; sie macht andere zittern, wenn sie nicht selbst zittert.
Publius Cornelius Tacitus (um 58- um 120), römischer Historiker und Senator

Mach dir keine Sorge um den Klang eines großen Namens und um die Freundschaft der Menge. Daraus entsteht nur Ablenkung vom Ziel und Finsternis im Herzen.
Thomas von Kempen (1379/80-1471), holländischer Augustinermönch und Prediger

Das ist das Wesen der Masse: entweder sie dient unterwürfig oder sie herrscht überheblich; die Freiheit, die in der Mitte liegt, versteht man weder mit Maß zu erringen noch zu halten.
Titus Livius (59 v.Chr.-17 n.Chr.), römischer Geschichtsschreiber

Vor nichts sollten wir uns mehr in acht nehmen als davor, wie Schafe der Herde zu folgen, die vor uns dahin zieht, und nicht die Richtung einzuschlagen, in die man gehen müsste, sondern die, in die man geht.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Wir müssen gründlich prüfen, wie wir uns vor der Masse schützen müssen.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Niemals strebte ich danach, der Masse zu gefallen. Denn was ihr gefiel, verstand ich nicht; was ich wusste, war ihrer Wahrnehmung weit entrückt.
Epikur von Samos (341-270 v.Chr.), griechischer Philosoph

Der schlimmste Gewährsmann für das Leben wie für das Denken ist von jeher der große Haufen. Noch nie war es um die menschlichen Dinge so gut bestellt, dass nicht das Allerschlechteste der Überzahl gefallen hätte.
Erasmus von Rotterdam (Gerhard Gerhards) (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Jeder, sieht man ihn einzeln, ist leidlich klug und verständig; sind sie in corpore, gleich wird ein Dummkopf daraus.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Es gibt eine Tyrannei ganzer Massen, die höchst gewaltsam und widerwärtig ist.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Lasst das heuchlerische Gerede von den Massen. Die Massen sind roh, stumpf und ungehobelt, verderblich in ihren Forderungen und ihrem Einfluss und sollen nicht umschmeichelt, sondern erzogen werden. Ich wünsche ihnen gar keine Zugeständnisse zu machen, sondern sie zu zähmen, zu drillen, zu zerteilen, in Stücke zu brechen und aus ihnen Individuen herauszuziehen. Weg mit dem Hurra der Massen! Wir wollen das schwerwiegende Wort einzelner Menschen hören, die Stimme ihrer Ehre und ihres Gewissens.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), amerikanischer Essayist, Dichter und Philosoph

Alles, was in großer Zahl auftritt, ist nicht von oben; meint es, irgendeinen Ruf vernommen zu haben, so kann man sicher sein, dass der Ruf von unten kam.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller

Das ist mein Glaube: Soviel Verwirrung und Böses und Abscheuliches in den Menschen sein kann, sobald sie zum verantwortungslosen und reulosen "Publikum", zur "Menge" und dergleichen werden, soviel Wahres und Gutes und Liebenswertes ist in ihnen, wenn man sie zu Einzelnen macht.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller

Die Masse erhebt sich nie zur Höhe ihres besten Mitgliedes, im Gegenteil, sie erniedrigt sich zum Niveau ihres schlechtesten.
Henry David Thoreau (1817-1862), US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären versucht, ihr Opfer.
Gustave le Bon (1841-1931), französischer Psychologe

Der Mensch, welcher nicht zur Masse gehören will, braucht nur aufzuhören, gegen sich bequem zu sein; er folge seinem Gewissen, welches ihm zuruft: "Sei du selbst! Das bist du alles nicht, was du jetzt tust, meinst, begehrst."
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es trotzdem eine Dummheit.
Anatole France (1844-1924), französischer Schriftsteller

Die Gefühle der Masse sind stets sehr einfach und sehr überschwänglich. Die Masse kennt also weder Zweifel noch Ungewissheit.
Sigmund Freud (1856-1939), österreichischer Arzt, Tiefenpsychologe

Die Menge meint, alles zu wissen und alles zu begreifen, und je dümmer sie ist, desto weiter erscheint ihr ihr Horizont.
Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904), russischer Schriftsteller, Novellist und Dramatiker

Die Masse will sklavisch sein, dass ist ihr leidenschaftlicher Trieb. Sie verlangt aber, dass auch alle anderen Menschen sklavisch sind. Wenn sie Einfluss auf das geistige Leben hat, so setzt sie die allgemeine Sklaverei durch.
Paul Ernst (1866-1933), deutscher Philosoph und Journalist

Von hundert, die von "Menge" und "Herde" reden, gehören neunundneunzig selbst dazu.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Die totale Masse ist nicht bloß das Ende des persönlichen Lebens, sie ist auch das Ende des volkhaften Lebens.
Martin Buber (1878-1965), jüdischer Religionsforscher und Religionsphilosoph

 Freizeitgesellschaft, Unterhaltungsindustrie, Spaßgesellschaft

Der Unterschied zwischen Existieren und Leben liegt im Gebrauch der Freizeit.
US-amerikanisches Sprichwort

Die Menschen wissen nicht mehr was Muße ist, sie sind nur noch Freizeitverbraucher.
Vittorio de Sica
(1901-1974), italienischer Schauspieler und Regisseur

Früher sind die Menschen für die Freiheit auf die Barrikaden gestiegen. Jetzt tun sie es für die Freizeit.
Werner Finck (1902-1978), deutscher Schriftsteller, Schauspieler und Kabarettist

Den Wert eines Menschen erkennt man zuverlässig daran, was er mit seiner Freizeit anfängt.
Karl Heinrich Waggerl (1897-1973), österreichischer Dichter und Erzähler

Wohl angewandte freie Zeit heißt, dass jeder, der nicht nötig hat, für den täglichen Unterhalt zu arbeiten, verpflichtet ist, soviel wie möglich unbezahlte Arbeit auf dem Gebiet der Wissenschaft und Menschenliebe zu leisten.
Theodore Roosevelt (1858-1919, US-amerikanischer Politiker, Präsident der USA

Alles Transzendente und Metaphysische ist aus dem Leben verbannt und die entstandene Leere von der Unterhaltungsindustrie gefüllt worden.
Marion Gräfin Dönhoff (19109-2002), Chefredakteurin und Mitherausgeberin der Wochenzeitung Die Zeit, Schriftstellerin

Die Lebenslüge der Spaßgesellschaft liegt ja darin, Inhalte durch Kommunikation zu ersetzen. Politik und Werbung leben exemplarisch davon, und das gar nicht mal so schlecht. Umso stärker ist in unseren unsicheren Zeiten der Ruf nach dem Echten, nach Wahrheit, Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit. Wenn die Spaßgesellschaft geht, kommt dieses Wertegefüge wieder zurück. Ernsthaftigkeit (nicht Freudlosigkeit!) sollte wieder über die Belanglosigkeit triumphieren, die Würde über die Ironie, die Realität über das Getue.
Peter Hahne (1952), deutscher Fernsehmoderator

Freizeit(-Industrie) : Die hohe Kunst, die ausdauernden beruflichen Denkhindernisse bis in den sogenannten Feierabend hinüberzuretten - eine freudige Fete für nette Event-Manager, Animateure und Hoteliers - den Fließbandarbeitern des Fußvolk-Entertainments.
Andreas Egert

 Antiautoritäre Erziehung, Autoritätsverfall, Respektlosigkeit

Der Lehrer zittert vor den Hören und schmeichelt ihnen, die Hörer aber machen sich nichts aus den Lehrern und den Wächtern. Überhaupt stellen sich jüngere den Älteren gleich und treten mit ihnen in die Schranken mit Worten wie mit Taten. Die Alten aber setzen sich unter die Jugend und suchen es ihr gleichzutun an Fülle des Witzes und lustigen Einfällen, damit es nicht so aussähe, als seien sie mürrisch oder autoritär.
Plato (428/27-348/47 v.Chr.), griechischer Philosoph

Nichts macht Kinder jähzorniger als eine energielose und verzärtelte Erziehung. Je mehr Nachsicht man daher Einzelkindern schenkt und je mehr Muttersöhnchen gestattet ist, desto verdorbener sind sie. Keinen Widerstandswillen bei Misslichem hat, wenn nie etwas verwehrt wurde...
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Doch jetzt, wenn kaum er sieben Jahre zählt, und man nur mit der Hand ihn anrührt, wirft der Junge gleich dem Pädagogen die Schreibtafel an den Kopf. Bringt man nun seine Klage bei dem Vater vor, spricht dieser zu dem Söhnchen: "Halt an mich dich nur, bis du dich gegen Unrecht selber schützen kannst." Nun muss der Lehrer her: "Nichtsnutziger alter Kerl, dass du den Knaben ja angreifst, wenn er sich wacker hält." Verhöhbt zieht nun der Lehrer ab mit einem in Öl getauchten Lappen auf dem Kopf, als wär er ein Laternenstock. Bescheid ist ihm nun geworden. Wie kann da der Lehrer irgend noch Gehorsam finden, wenn er zuerst die Schläge kriegt?
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Ist kein schändlicher Werk, als Kinder lassen nach ihrem Willen leben.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Der modische Irrtum ist, dass wir durch Erziehung jemand etwas geben können, das wir nicht haben.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Publizist

Was ihr nicht habt, ist Ehrfurcht. Ihr könnt nichts dafür. Aber ohne Ehrfurcht ist aller Geist böser Geist, und die Gläubigkeit, mit der ein guter dummer amerikanischer Boy seine Rudervorschriften usw. verehrt, ist fruchtbarer als die distanzlose, ehrfurchtslose Blasiertheit und der böse Nihilismus, mit dem Ihr alles Geistige an Euch reißt und sofort wieder wegwerft.
Hermann Hesse (1877-1962), deutsch-schweizerischer Dichter, Schriftsteller und Maler, Literaturnobelpreisträger

All zuviel Freiheit und Verantwortung empfinden Kinder als eine qualvolle und sogar ihre Kräfte übersteigende Belastung. Von Ausnahmen abgesehen, lieben die Kinder Sicherheit, lieben es, Halt im Rahmen unumstößlicher moralischer Gesetze und sogar Anstandsregeln zu finden.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller

Die antiautoritäre Erziehung können nur Leute erfunden haben, die selber keine Kinder haben.
Lieselotte Pulver (1929-), schweizerische Schauspielerin

Der Autoritätsverfall in unserer Zeit beruht auch auf der Feigheit, Autorität auszuüben.
Mario Scelba (1901-1991), italienischer Politiker

Kinder hassen den, der ihnen jeden Willen tut.
Rolf Hochhuth (1931-), deutscher Dramatiker

Ein (zu) großer Teil von Eltern erzieht ihre Kinder heute antiautoritär. Dies jedoch nicht mit Absicht, sondern weil sie es leider nicht besser wissen.
Stefan Wittlin (1961-), Schweizer Autor

In der Respektlosigkeit begegnen sich Arroganz und Ignoranz.
Peter E. Schumacher (1941-), deutscher Publizist und Aphorismensammler

 Ökonomisierung und Wertrelativismus im Bildungswesen

Bildung soll allen zugänglich sein. Man darf keine Standesunterschiede machen.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Deshalb bin ich der Ansicht, dass unsere Jugend in den Schulen verdummt wird, weil sie nichts von dem zu hören oder zu sehen bekommen, was man im Alltag braucht.
Petronius Gajus Arbiter (10-66 n.Chr.), römischer Dichter

Bildung ist nicht das Anhäufen von Wissen, Informationen, Daten, Fakten, Fertigkeiten und Fähigkeiten - das ist Training oder Unterricht - sondern eher das Sichtbarmachen dessen, was als Same verborgen ist.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und humanistischer Autor, Heiliger

Ich fürchte, unsere allzu sorgfältige Erziehung liefert uns Zwergobst.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Dass das Zeitalter so viel über Erziehung schreibt, setzt gleich sehr ihren Verlust und das Gefühl ihrer Wichtigkeit voraus.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Ist es nicht lächerlich, unsere Schulen noch Gymnasien zu nennen, wo sich Knaben eher krumm sitzen und blass und bleich lernen, während der Körper vergessen und verkrüppelt wird? Selbst das Wort Schule, das von griechisch scholé (Rast, Ruhe, Muße) herkommt, kann als Widerspruch gesehen werden.
Karl Julius Weber (1767-1832), deutscher Schriftsteller und Satiriker

Ich habe Zeit meines Lebens Gelegenheit genug gehabt, mich zu verwundern, dass vollkommen gebildete Personen ästhetische oder höhere sittliche Zwecke, durchaus nicht anzuerkennen wissen.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Vermöge seiner Bildung sagt der Mensch nicht, was er denkt, sondern was andere gedacht haben und was er gelernt hat.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Eine allgemeine Staatserziehung ist eine teuflische Erfindung, um das Volk ganz nach Schablonen zu formen.
John Stuart Mill (1806-1873), englischer Philosoph und Nationalökonom

Die falsche Bildung aber, welche den Menschen zum gebildeten Raubtier macht, kann immer nur den Einen auf Kosten des Andern bereichern.
Moses Hess (1812-1875), deutscher Schriftsteller und Philosoph

Wir haben nicht so viel Unnützes gelernt wie man den Kindern heute einpaukt – und drum haben wir das Glück gehabt, nicht so viel vergessen zu müssen und nicht so nervös zu sein wie die Schulkinder von heute.
Sebastian Kneipp (1821-1897), deutscher katholischer Pfarrer und Hydrotherapeut

Gebildet sein heißt, sich nicht merken lassen, wie elend und schlecht man ist, wie raubtierhaft im Streben, wie eigensüchtig und wie schamlos im Genießen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Die Bildung wird täglich geringer, weil die Hast größer wird.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Denken lernen: Man hat auf unseren Schulen keinen Begriff mehr davon.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Das Wertvollste, das wir einem Schüler geben können, ist eben nicht das Wissen, sondern eine gesunde Art des Wissenerwerbs und eine gesunde Art des Handelns.
Georg Kerschensteiner (1854-1932), deutscher Pädagoge und Begründer der Arbeitsschule

Eine Erziehung, die nicht den Charakter formt, ist völlig wertlos.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Die Schulen, so wie sie heute sind, sind weder den Bedürfnissen des jungen Menschen, noch denen unserer jetzigen Epoche angepasst.
Maria Montessori (1870-1952), italienische Ärztin, Reformpädagogin, Philosophin und Philanthropin

„Bildung ist nicht "Ausbildung für etwas", "für" Beruf, Fach, Leistung jeder Art, noch gar ist Bildung um solcher Ausbildung willen. Sondern alle Ausbildung "zu etwas" ist für die aller äußersten "Zwecke" ermangelnde Bildung da – für den wohlgeformten Menschen selbst.
Max Scheler (1874-1928), deutscher Philosoph, Werteethiker

Dass das Zeitalter so viel über Erziehung schreibt, setzt gleich sehr ihren Verlust und das Gefühl ihrer Wichtigkeit voraus.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter),

Wenn meine Kinder etwas geworden sind, dann nicht wegen sondern trotz der Schule.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller

Die direkte Folge des einseitigen Spezialistentums ist es, dass heute, obwohl es mehr "Gelehrte" gibt als je, die Anzahl der "Gebildeten" viel kleiner ist als zum Beispiel 1750.
José Ortega y Gasset (1883-1955), spanischer Philosoph, Soziologe und Essayist

Allzuviel Freiheit und Verantwortung empfinden Kinder als eine qualvolle und sogar ihre Kräfte übersteigende Belastung. Von Ausnahmen abgesehen, lieben die Kinder Sicherheit, lieben es, Halt im Rahmen unumstößlicher moralischer Gesetze und sogar Anstandsregeln zu finden.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller

Der modische Irrtum ist, dass wir durch Erziehung jemand etwas geben können, das wir nicht haben.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Publizist

Schulen formen den Charakter, indem sie die Kanten abschleifen. Doch nicht Charakter, sondern Formlosigkeit war das Ergebnis.
Graham Greene (1904-1991), englischer Schriftsteller

Die Schule reduziert das Leben, für das gelernt wird, auf das Erwerbsleben. Sie bereitet nicht auf Muße vor. Wir trainieren Kinder wie Motoren. Unsere Leistungsschule ist auf arbeiten fixiert und nicht auf ausspannen.
Norbert Blüm (1935-), deutscher Sozialpolitiker, früherer Arbeitsminister

Alle Welt kennt McDonald`s, aber kein Schwein kennt Macbeth.
Klaus Klages (1938-), Gebrauchsphilosoph und Abreißkalenderverleger

   Auflösung des Sonntags

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun; aber der siebte Tag ist der Sabbat dem Herrn, deinem Gott: du sollst keinerlei Werk tun, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd, und dein Vieh und dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.
AT, Exodus 20,8-11

Der Mensch ist ein beschränktes Wesen. Unsere Beschränkung zu überdenken, ist der Sonntag gewidmet.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1823), deutscher Dichter

Die lange Erfahrung eines arbeitsvollen Lebens hat mir die tiefe Überzeugung eingeprägt, dass die Abwechslung von Arbeit und Muße, welche durch das Institut des Sonntags geheiligt ist, eine Notwendigkeit für den Geist und Körper des Menschen ist, und ich glaube, es ist unerlässlich, dem Volke die Erquickung eines Ruhetags zu geben.
William Gladstone (1809-1898), englischer Politiker, Premierminister

Nehmt den Menschen den Sonntag - und er vertiert.
Charles de Montalambert (1810-1870), französischer Historiker und Politiker

Früher hieß es: Gebt der Seele einen Sonntag! Jetzt heißt es: Gebt dem Sonntag eine Seele!
Peter Rosegger (1843-1918), österreichischer Schriftsteller

Lasst euch den Sonntag nicht nehmen... Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, verwaist sie.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Als der Teufel nicht mehr wusste, wie gegen das Evangelium ankommen, hat er den Sport aufgebracht und sich gesagt: Damit nehme ich ihnen den Sonntag und damit habe ich sie . . . Ach, er hat nur zu gut spekuliert.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Der Tag der Ruhe ist nicht ein natürliches, sondern ein geheiligtes Recht des Menschen. Es gibt keine Entproletarisierung ohne Sonntag, keinen Sonntag ohne Glauben, keinen Glaube ohne Messe.
Joseph Cardijn (1882-1967), belgischer Kardinal, Begründer der christlichen Arbeiterjugend CAJ

Was kostet uns der Sonntag? Die Frage selbst ist schon der entscheidende Anschlag auf den Sonntag. Der Sonntag ist nämlich gerade dadurch Sonntag, dass er nichts kostet und - im ökonomischen Sinne - nichts bringt. Die Frage, was sein Schutz als arbeitsfreier Tag kostet, setzt nämlich voraus, dass wir gedanklich den Sonntag bereits in einen Arbeitstag verwandelt haben.
Robert Spaemann (1927-), deutscher Philosoph

Der Sonntag bringt keinen Ertrag, aber er macht unser Leben erträglich. Er stört unser normales Leben, damit wir uns nicht selbst zerstören.
Johannes Jamernegg (20. Jh.), katholischer Pater

   Verdrängung von religiöser Erziehung und Religionsunterricht

Könnte ich meinem Kind etwas Besseres mit ins Leben geben? Die Religion ist die erste Lektion und muss die Lektion aller Tage sein.
Denis Diderot (1713-1784), französischer Schriftsteller

Du tust gut daran, über allem die Religion Jesus Christi zu lernen.
George Washington (1732-1799), US-amerikanischer Politiker, 1. Präsident der USA

Wenn ein Menschenkind, wie sich ein Philosoph ausdrückt, erstens diszipliniert, zweitens kultiviert, drittens zivilisiert und viertens moralisiert werden muss, so muss es fünftens auch divinisiert, das heißt zum göttlichen Leben gebildet werden, wenn ihm anders das höchste Leben, das eigentliche Leben im Menschenleben, nicht fehlen soll.
Johann Michael Sailer (1751-1832), katholischer Theologe, Bischof

Eine großzügige Erziehung sollte ein ehrfürchtiges Studium aller Religionen mit einschließen.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Das Kind hat das Recht auf Zwiesprache mit seinem Gott.
Janusz Korczak (1878-1942), polnischer Arzt und Pädagoge, ging mit Kindern ins KZ

Verscheucht Gott aus den Herzen der Menschen, sagt den Kindern, die Sünde sei nur ein Märchen, das ihre Großeltern sich ausgedacht hätten, um sie lammfromm zu machen, gebt Schulfibeln heraus, in denen Gott nicht vorkommt und die Autorität verhöhnt wird, und dann wundert euch über das, was dabei herauskommt.
Johannes Paul I. (Albino Luciani) (1912-1978),

Die neuen Häuser in der Stadt, die zum Bersten voll sind; das Rathaus, das mit seinen Aktivitäten, Einrichtungen und Veränderungen in immer neuen Wandlungen erscheint; die Kindergärten, Grund- und Berufsschulen; das Arbeitsamt, die Parkanlagen und Sportstadien: alles schweigt auf der ganzen Linie von Gott, und zwar so total, dass ich mich dabei ertappe, die Passanten anzublicken, ob nicht wenigstens eine Spur von Staunen bei ihnen zu entdecken ist. Doch die Leute, die meinen Weg kreuzen, sind nicht erstaunt.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

  Werbung, Wegwerfmentalität

Lebende Geschöpfe dürfen wir nicht wie Schuhe Töpfe und Pfannen behandeln, die wir fortwerfen, wenn sie vom Dienst abgenutzt und abgetragen sind.
Plutarch (46-120), griechischer Philosoph und Geschichtsschreiber

Bedenke bei jedem Anschaffen und benutzen eines Gegenstandes, dass dieser ein Produkt menschlicher Arbeit ist und dass du, indem du ihn verbrauchst, zerstörst, beschädigst, diese Arbeit zerstörst und damit Menschenleben verbrauchst.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Ein Gesellschaft, in der Konsum künstlich stimuliert werden muss, um die Produktion am laufen zu halten, ist eine Gesellschaft die auf Schrott und Abfall gegründet ist, und solch eine Gesellschaft ist ein Haus, was auf Sand gebaut ist.
Dorothy Sayers (1893-1957), englische Schriftstellerin, Essayistin und Übersetzerin

Jede Werbung ist ein Appell zur Zerstörung.
Günther Anders (1902-1992), österreichischer Sozialphilosoph und Schriftsteller deutsch-jüdischer Herkunft

Die Wirtschaft beruht auf Profit, ihm ist praktisch die ganze Zivilisation untergeordnet: für das Menschenmaterial interessiert man sich nur insofern, als es etwas einbringt. Danach wirft man es weg.
Hannah Arendt (1906-1975), jüdische deutsch-amerikanische Publizistin und Gelehrte

Die Humanität eines Landes lässt sich daran erkennen, was in seinem Abfall landet, was an Alltäglichem, noch Brauchbarem, was an Poesie weggeworfen, der Vernichtung für wert erachtet wird.
Heinrich Böll (1917-1985), deutscher Schriftsteller

Millionen würden jubeln über die Lebensmittel in unseren Mülleimern.
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

Es ist wohl kein Zufall, dass uns in der Wegwerfgesellschaft das Gefühl der Sinnlosigkeit besonders aggressiv bedrängt. Sind wir womöglich selbst Teil dieser Wegwerfgesellschaft?
Erhard Eppler (1926-), deutscher Politiker, SPD

  Arbeitslosigkeit

Wer nicht arbeitet, schmachtet vor Langeweile und ist allenfalls von Ergötzlichkeiten betäubt und erschöpft, niemals aber erquickt und befriedigt.
Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph, Aufklärer

Der Arbeiter ist auf die Straße, aufs Pflaster geworfen. Das macht die Arbeitslosigkeit, die schreckliche Arbeitslosigkeit, die in den Mansarden die Totenglocke läutet. Panik hat alle Industrie zum Stillstand gebracht, und das Geld, das feige Geld, hat sich versteckt.
Émile Zola (1840-1902), französischer Schriftsteller und Journalist

Die traurigste Erscheinung der Zivilisation und meiner Ansicht nach das größte Eingeständnis ihres Scheiterns sind Menschen, die arbeiten können, die arbeiten wollen und denen man nicht erlaubt zu arbeiten.
Robert Louis Stevenson (1850-1894), schottischer Schriftsteller

Nur wer selber darunter gelitten hat, wird das verstehen. (über die Massenarbeitslosigkeit)
Paul Löbe (1875-1967), deutscher Politiker, SPD, Reichstagpräsident

Eine der schauerlichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, dass die Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege: wer die Butter hat, wird frech.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist, Satiriker

Das Bedrückende ist nicht die Arbeitslosigkeit an sich, sondern das Sinnlosigkeitsgefühl. Der Mensch lebt nicht von der Arbeitslosenunterstützung allein.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), österreichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Die Arbeitslosigkeit geht durchs Land wie ein neues Regime der Furcht, das keine Stasi braucht, um die Menschen einzuschüchtern.
Heiner Müller (1929-1995), deutscher Dramatiker, Schriftsteller und Theaterautor

Wenn ein junger Mensch eine Schule absolviert, erfolgreich eine Lehre bestanden hat und dann an Stelle eines Arbeitsplatzes nur das Hohelied der Marktwirtschaft gesungen bekommt, dann kann man seine Wut und sein Aufbegehren gegen diesen Staat zumindest verstehen.
Oskar Lafontaine (1943-), deutscher Politiker, zunächst SPD, dann Die Linkspartei. PDS

Steigende Arbeitslosigkeit: Die Reichen wollen nicht mehr Menschen, sondern nur noch das Geld für sich arbeiten lassen.
Ernst Ferstl (1955-), österreichischer Lehrer und Autor

Die moderne, hoch technisierte Kriegstechnik ist auf die Vermeidung von direktem Kontakt angelegt: Wirft man Bomben aus 15.000 Metern Höhe ab, "spürt" man nicht, was man damit tut. Das moderne Wirtschaftsmanagement funktioniert ähnlich: Von einem Luxushotel aus kann man ungerührt eine Politik verfügen, die man sich zweimal überlegen würde, wenn man die Leute kennen würde, deren Leben man zerstört.
Joseph E. Stiglitz (1943-), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Nobelpreisträger

  Ausbeutung

Wehe dem, der da baut sein Haus mit Ungerechtigkeit und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten ohne Entgelt arbeiten lässt und seinen Lohn ihm nicht gibt.
AT, Jeremias 22,13

Von der Hand der Ausbeuter geht Gewalt aus.
AT, Kohelet 4,1

Mein Sohn, entzieh dem Armen nicht den Lebensunterhalt, und lass die Augen des Betrübten nicht vergebens warten! Enttäusche den Hungrigen nicht, und das Herz des Unglücklichen errege nicht! Verweigere die Gabe dem Bedürftigten nicht, und missachte nicht die Bitten des Geringen.
AT, Jesus Sirach 4,1-4

Es passt sich aber nicht, dass einer auf des andern Arbeit hin müßig geht, reich ist und wohl lebt, während es dem Arbeitenden übel geht, wie es jetzt die verkehrte Gewohnheit ist.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Der Mensch ist kein Mastvieh, und die Liebe zum Menschen gilt mehr als die Nutzung.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

  Armut, Armutsschere, Verarmung

Es werden allezeit Arme sein im Lande; darum gebiete ich dir und sage, dass du deine Hand auftust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist in deinem Lande.
AT, Deuteronomium 15,11

Arm ist der, der sich für arm hält.
Publilius Syrus (ca. 90-40 v.Chr.), römischer Moralist

Vielleicht müssen wir alle ein wenig ärmer werden, damit wir reicher werden.
Horaz (65-8 v.Chr.), römischer Dichter

Es ist nicht leicht für einen Menschen aufzusteigen, dessen Qualitäten durch Armut ausgebremst werden.
Juvenal (ca. 58/60-127/138), römischer Satiriker

Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Es beschämt mich tief, wenn jemand ärmer ist als ich. Denn ich habe die heilige Armut zu meiner Geliebten erkoren, sie steht mir höher als alle Genüsse des geistigen und äußeren Lebens.
Franz von Assisi (Giovanni Bernadone) (1181-1226), italienischer Heiliger, Gründer des Franziskanerordens

Wer nämlich meint, die Armut des Volkes gewährleiste die Ruhe, irrt sich gewaltig, wie die Tatsachen lehren; denn wo findet man mehr Gezänk als unter den Bettlern? Wer sinnt eifriger auf eine Änderung der Dinge als der Mensch, dem es in seiner Haut nicht wohl ist?
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und humanistischer Autor, Heiliger

Denen, die wirklich arm sind, muss man helfen.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Wo immer es exzessiven Reichtum gibt, herrscht im Gegenzug auch exzessive Armut.
Walter Savage Landor (1775-1864), englischer Schriftsteller

Die Armut ließe sich rasch beseitigen, wenn sich die Wohlhabenden dadurch bereichern könnten.
Emanuel Wertheimer (1846-1916), deutscher Philosoph

Armut ist die schlimmste Form von Gewalt.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Es werden so viele schöne Worte über Freiheit geredet, aber nichts in der Welt macht so unfrei wie Armut.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), dänischer Schriftsteller

Wer die Ärmsten dieser Welt gesehen hat, fühlt sich reich genug zu helfen.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Dramatiker und Lyriker

Arm ist nicht der, der wenig hat, sondern der, der nicht genug bekommen kann.
Jean Guéhenno (1890-1978), französischer Schriftsteller

Eine Gesellschaft, in der die Familien mit Kindern Gefahr laufen, unter die Armutsgrenze zu rutschen, stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus.
Franz König (1905-2004), österreichischer katholischer Theologe und Religionswissenschaftler, Kardinal

Um die Armen zu verstehen, muss man unter den Armen stehen.
Mutter Teresa (Agnes Gonxha Bojaxhiu) (1910-1997), albanische Ordensschwester unter den Armen in Indien, Friedensnobelpreisträgerin

Wenn eine freie Gesellschaft den vielen, die arm sind nicht helfen kann, kann sie auch die wenigen nicht retten die reich sind.
John Fitzgerald Kennedy (1917-1963), US-amerikanischer Politiker, Präsident der USA

Statistik: Arme werden schneller krank, langsamer gesund und sterben früher als Begüterte.
Kurt Marti (1921-), Schweizer evangelischer Pfarrer und Schriftsteller

Armut lehrt Feindschaft, kaum Feindschaft auf die, die die Armut verschulden, sondern Feindschaft gegen die, die in der gleichen Lage sind. Dass sich die Zustände für alle ändern könnten, scheint als Hoffnung zu verschwinden.
Fulbert Steffensky (1933-), deutscher katholischer Theologe, Benediktinermönch

Der einzige Krieg, den wir führen sollten, ist der Krieg gegen die Armut.
Jan Tinbergen (1903-1994), niederländischer Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler, Nobelpreisträger

Die eigentliche Frage ist nicht, wie viel wir den Armen geben, sondern wann wir aufhören wollen, sie zu bestehlen. Die Armen sind nicht unser Problem: wir sind ihr Problem.
Jim Wallis (1948-),
US-amerikanischer christlicher Prediger und Buchautor

  Unterdrückung

Hört dies, die ihr die Armen unterdrückt und die Elenden im Lande zugrunde richtet und sprecht: Wann werden wir das Maß verringern und den Preis steigern und die Waage fälschen, damit wir die Armen um Geld und die Geringen um ein Paar Schuhe in unsere Gewalt bringen? Der Herr hat geschworen: Niemals werde ich diese ihre Taten vergessen!
AT, Amos 8,4-7

Wer den Armen unterdrückt, verhöhnt dessen Schöpfer. Wer dem Hilflosen beisteht, der ehrt Gott.
AT, Sprüche 14,31

Sich abwendend von dem Bedürftigen, plagend den Bedrückten, Fürsprecher der Reichen, ungerechte Richter der Armen, durch und durch sündig. Mögt ihr doch, Kinder, vor diesem allem bewahrt werden!
Didache 5

Denn wie tief auch die Macht des Gesetzes erschüttert, wie sehr man auch den Freiheitssinn eingeschüchtert hat, sie brechen dennoch einmal wieder hervor.
Marcus Tuilius Cicero (106 v.Chr.-43 v.Chr.), römischer Philosoph

Noch keiner hat die Verknechtung der andern und die eigene Herrschaft erstrebt, ohne nicht den Begriff der Freiheit für sich in Anspruch zu nehmen.
Publius Cornelius Tacitus (um 58- um 120), römischer Historiker und Senator

Gott erinnert sich immer wieder neu und lebendig der Kleinsten und Vergessensten.
Bartolomé de Las Casas (1474-1566), spanischer Dominikaner und Indianermissionar, Kämpfer für die Rechte der Indios

Niemand kann das Ende einer Kette um den Hals seines Nächsten legen, ohne dass Gott zugleich das andere Ende um den Hals des Bedrückers schlingt.
Alphonse de Lamartine (1790-1869), französischer Dichter

Freiwillig gibt ein Unterdrücker niemals die Freiheit; sie muss von den Unterdrückten eingefordert werden.
Martin Luther King (1929-1968), US-amerikanischer Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

  Parteigeist

Der edle Mensch nimmt weitherzig Partei, aber er ist nicht parteiisch; der niedrig Gesinnte ist parteiisch, aber er nimmt nicht weitherzig Partei.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Die Fratze des Parteigeistes ist mir mehr zuwider als irgendeine andere Karikatur.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Der Parteigeist erniedrigt die größten Menschen bis zu den Kleinlichkeiten der großen Masse.
Jean de La Bruyère (1645-1696), französischer Schriftsteller

Der Parteigeist ist ein Prokrustes, der die Wahrheit schlecht bettet.
Heinrich Heine (1797-1856), deutscher Dichter

Wer sich einer Partei zugesellt, legt meist seinen Geistesaugen Scheuklappen an.
Otto von Leixner
(1847-1907), deutscher Schriftsteller

Ein großer Staat regiert sich nicht nach Parteiansichten.
Otto Eduard Leopold von Bismarck (1865-1890), deutscher Politiker, Reichskanzler des Deutschen Reiches

  Politikverdrossenheit

Denn einzig bei uns heißt einer, der an den politischen Dingen überhaupt keinen Anteil nimmt, nicht ein stiller Bürger, sondern ein nutzloser.
Perikles (ca. 490-429 v.Chr.), griechischer Staatsmann

Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.
Plato (428/27-348/47 v.Chr.), griechischer Philosoph

Kannst du nicht mit der Wurzel die falschen Ansichten ausrotten und Missstände, die längst eingerissen sind, nicht ganz nach deinem Wunsche beheben, so darfst du deswegen dem Staat nicht den Rücken kehren, so wenig du das Schiff im Sturm sich selbst überlässt, weil du die Winde nicht am Blasen hindern kannst.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und humanistischer Autor, Heiliger

Sobald einer über die Staatsangelegenheiten sagt "Was geht's mich an?", muss man damit rechnen, dass der Staat verloren ist.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Philosoph und Schriftsteller

Was kümmert mich die Politik? Sie könnten ebenso gut sagen: Was kümmert mich das Leben.
Jules Renard (1864-1910), französischer Schriftsteller

Nicht nörgeln! Nicht abseits stehen! Nicht beleidigt sein! Zufassen!
Carl Sonnenschein (1876-1929), deutscher katholischer Priester, Sozialethiker

Wer sich nicht mit Politik befasst, hat die politische Parteinahme, die er sich sparen möchte, bereits vollzogen: Er dient der herrschenden Partei.
Max Frisch (1911-1991), Schweizer Schriftsteller und Architekt

  Jammern, Selbstmitleid

Warum, mein Guter, starrst du auf dein Leid, machst es dir immer wieder klar und frischst es auf, denkst aber nicht an das Gute, was dich umgibt?
Plutarch (46-120), griechischer Philosoph und Geschichtsschreiber

Wir kommen nie aus der Traurigkeit heraus, wenn wir uns ständig den Puls fühlen.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Wer sich dem Selbstmitleid ergibt, kann auch nur von dieser Seite Sympathie erwarten.
Benjamin Franklin (1706-1790), US-amerikanischer Verleger, Staatsmann, Schriftsteller, Erfinder und Naturphilosoph

Es gibt keine unbiegsameren und härteren Menschen als diejenigen, die immer mit der Betrachtung ihres Unglücks beschäftigt sind.
Ewald Christian von Kleist (1715-1759), deutscher Dichter und preußischer Offizier

Was nützt es, die Übel zu beweinen? Viel besser ist es, mit allen Mitteln zu versuchen, sie zu beseitigen.
Johannes Bosco (1815-1888), italienischer katholischer Priester und Ordensgründer (Salesianer Don Boscos)

Der Mensch liebt es, nur sein Unglück zu beachten, sein Glück aber zu übersehen. Würde er aber richtig sehen, so würde er erkennen, dass ihm beides beschert ist.
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881), russischer Dichter

Man muss selbst handeln und nicht herumjammern.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Aber wir schauen so lange mit so viel Bedauern auf die geschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat, nicht sehen.
Alexander Graham Bell (1847-1922), US-amerikanischer Taubstummenlehrer und Erfinder des Telefons

Es gibt Menschen, die irgendein geistiges oder körperliches Gebrechen, an dem sie leiden, für das Köstlichste und Beste halten, was sie im Leben besitzen. Ihr ganzes Leben lang machen sie sich damit zu schaffen, leben einzig und allein davon, finden in diesem Leiden ihren Lebensnerv, klagen ständig darüber und lenken auf diese Weise die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen auf sich, deren Mitleid sie dann auch einheimsen. Nähme man ihnen die Krankheit, heilt man sie davon, so würden sie unglücklich sein.
Maxim Gorki (1868-1936), russischer Schriftsteller

Selbstmitleid ist das schlimmste aller Übel, und wenn wir ihm nachgeben, können wir nichts gutes in der Welt tun.
Helen Keller (1880-1968), taubblinde US-amerikanische Schriftstellerin

Es ist eine große Tugend, sich nicht dadurch lähmen zu lassen, dass man sich selber bemitleidet und sich beklagt, sich nur als Opfer sieht. Man soll verstehen wollen und durch eigenes Handeln zur Änderung beitragen. Trotz allem hat die Welt unsere Liebe verdient, und der beste Beweis dafür ist die Erfahrung und Möglichkeit der Freundschaft - über alles hinweg.
Hannah Arendt (1906-1975), jüdische deutsch-amerikanische Publizistin und Gelehrte

Wir haben uns daran gewöhnt, auf einem sehr hohen Niveau zu jammern.
Helmut Kohl (1930-), deutscher Politiker, CDU, Bundeskanzler

Leute, die auf Rosen gebettet sind, verraten sich dadurch, dass sie immerzu über die Dornen jammern.
Françoise Sagan (1935-), französische Schriftstellerin

  Pessimismus, Negativismus

Es gibt nichts, was Pessimismus nicht verdrehen kann. Was gut ist, lässt du fort, führst nur das Schlimme an.
Terenz
(um 195-158 v.Chr.), römischer Kommödiendichter

Es ist ungerecht, bei allem, was man zu sagen hat, nur das Schlechte aufzuzählen und die Mängel herauszustellen und dabei das Gute wegzulassen.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.), römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph

An einen Gott glauben und ein Pessimist sein ist ein unerträglicher Widerspruch.
Richard Rothe (1799-1867), deutscher evangelischer Theologe

Die Sonne scheint und leuchtet und erwärmt uns, und wir denken nicht daran zu fragen, warum es so ist. Aber wir fragen nach dem Grund jeglichen Übels, des Schmerzes, des Hungers, der Moskitos und alberner Leute.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), amerikanischer Essayist, Dichter und Philosoph

Nur das Schlechte zu sehen, ist schlechter als überhaupt nichts zu sehen.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Und wenn sie noch so genau den Düngerhaufen beschreiben: die Wiese im Morgentau und Sonnenglanz behält doch ihr Recht.
Wilhelm Raabe (1831-1910), deutscher Schriftsteller

Der Pessimismus ist nichts als ein gescheiterter Idealismus.
Daniel Spitzer (1835-1893), österreichischer Schriftsteller

Wer scharf denkt, wird Pessimist. Wer tief denkt, wird Optimist.
Henri Bergson (1859-1941), französischer Philosoph, Literaturnobelpreisträger

Der Pessimismus ist eine Art geistiger Trunksucht; er verschmäht gesunde Nahrung, frönt dem Genuss des Haderns und Anklagens und bringt sich künstlich in einen Zustand der Niedergeschlagenheit, der ihn nach stärkeren Mitteln greifen lässt.
Rabindranath Tagore (1861-1941), indischer Dichter, Literaturnobelpreisträger

Der Pessimismus ertötet den Trieb, der die Menschen drängt, gegen Armut, Unwissenheit und Verbrechen anzukämpfen, und vertrocknet alle Quellen der Freude in der Welt.
Helen Keller (1880-1968), taubblinde US-amerikanische Schriftstellerin

Ich habe noch nie einen Pessimisten nützliche Arbeit für die Welt tun sehen.
Johannes XXIII. (Angelo Roncalli) (1881-1963), italienischer Papst, Konzilspapst

Die Angewohnheit schlecht über alles und jeden zu denken ist lästig für uns und alle um uns herum.
Johannes XXIII. (Angelo Roncalli) (1881-1963), italienischer Papst, Konzilspapst

Das negative Denken ist das verantwortliche Übel für den Verschleiß deiner seelischen Energie.
Vincent Norman Peale (1898-1993), US-amerikanischer Pfarrer und Autor

Wir haben heut zu viele Propheten des Pessimismus. Was wir brauchen, sind Propheten des Optimismus.
Hemut Schmidt (1918-), deutscher Politiker, SPD, Bundeskanzler

  Mutlosigkeit

Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Angesicht; aber wenn das Herz bekümmert ist, entfällt auch der Mut.
AT, Sprüche 15,13

Der trübe Mut macht auch den Körper krank und siech.
Sophokles (496-406 v.Chr.), griechischer Philosoph

Derjenige, der Wohlstand verliert, verliert viel; derjenige, der einen Freund verliert, verliert mehr; doch derjenige, der seinen Mut verliert, verliert alles.
Miguel de Cervantes-Saavedra (1547-1616), spanischer Schriftsteller

Mutlosigkeit ist nur die Verzweiflung der beleidigten Eigenliebe.
Fénélon (François de Salinac de La Mothe-Fénelin) (1651-1715), französischer Geistlicher, Erzbischof und Schriftsteller

Niemals und auf keine Weise sollten wir uns entmutigen lassen. Gerade dann, wenn wir unsere Mängel und Fehler zu erkennen in der Lage sind, haben wir den allerwenigsten Grund, unzufrieden zu sein.
Fénélon (François de Salinac de La Mothe-Fénelin) (1651-1715), französischer Geistlicher, Erzbischof und Schriftsteller

Verloren ist alles, sobald man Mutlosigkeit blicken lässt; nur die Zuversicht, die man selbst zeigt, kann Vertrauen erwecken.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Mutlosigkeit: anständige und meist verbreitete Reaktion auf Wohlstand und Macht.
Ambrose Gwinnet Bierce (1842-1914), US-amerikanischer Journalist und Satiriker

Es gibt eine tödliche Krankheit namens Entmutigung, gegen die die Menschen sehr strenge Vorsichtsmaßregeln gebrauchen müssen.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Wer zu Gott unterwegs ist, geht von einem Neubeginn zum anderen. Zählst du zu den Menschen, die es wagen, zu sich selbst zu sagen: "Fang wieder an! Streif die Mutlosigkeit ab! Sei ein lebendiger Mensch!"?
Roger Schutz (1915-2005), französischer Geistlicher, Gründer und lebenslanger Prior der ökumenischen Bruderschaft von Taizé

Die Mutlosigkeit ist ein ernstes Hindernis in unserem Leben, weil sie wesentlich ein Mangel an Vertrauen darstellt. Für Christen gibt es keinen wahren Grund, mutlos zu werden.
Michel Quoist (1921-1997), französischer katholicher Geistlicher und Schriftsteller

  Resignation

Die große Masse der Menschen führt ein Leben voll Verzweiflung. Was man so Resignation nennt, ist bestätigte Verzweiflung.
Henry David Thoreau (1817-1862), US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

Die Resignation ist die schlimmste der Tugenden.
Gustave Flaubert (1821-1880), französischer Dichter

Nichts ist erbärmlicher als die Resignation, die zu früh kommt.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Hütet euch jene schwächliche Resignation, von welcher der nächste Schritt zur Gleichgültigkeit führt, zu befördern oder sie gar hervorzurufen wollen.
Wilhelm Raabe (1831-1910), deutscher Schriftsteller

Das Resignieren der heutigen Menschen ist bereits eine Gewohnheit geworden wie Essen, Trinken und Schlafen; und deshalb ist es so gemein. Was für ein träges, ungeistiges Tier ist doch noch der Mensch, und wie sehr bedarf es großer und größter Schrecken und Trübsale, damit er nicht immer wieder in Schlaf versinke.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Wahre Resignation besteht darin, dass der Mensch in seinem Unterworfensein unter das Weltgeschehen zur innerlichen Freiheit von den Schicksalen, die das Äußere seines Daseins ausmachen, hindurchdringt.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Die Resignation, wie sie viele Christen glauben im Namen Gottes haben zu müssen unter der Last der Übel, ist nicht christlich. Ich bin deswegen nicht ganz einverstanden mit dem Spruch, den man Kranken oft ins Zimmer hängt: "Ich muß leiden, ich kann leiden, ich darf leiden, ich will leiden." Das ist nicht wahr – ich will nicht! Das ist eine verzwungene Geschichte. Das hätte der Heiland nie gesagt, er sagte nur: "Ich ergebe mich", aber es ist ein stiller Protest darin.
Christoph Blumhardt (1880-), deutscher evangelischer Theologe, Begründer des religiösen Sozialismus

Aus der Resignation erwachsen keine Phantasie, kein Mut und keine gerechte Tat.
Gabriele von Arnim (1946-), deutsche Journalistin und Schriftstellerin

Resignation ist kein harmloserer Gegner der Freiheit als der Terror.
Drothee Sölle (1929-2003), deutsche evangelische Theologin

  Reformfeindlichkeit

Die Reform der Institutionen kommt zu spät, wenn das Herz der Menschen gebrochen ist.
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Dichter

Artikel Null des Grundgesetzes lautet: Der Besitzstand der Deutschen ist unantastbar.
Bernhard Jagoda (1940-), deutscher Politiker, CDU, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit

Reformen kommen immer von den Benachteilgten. Wer vier Asse in der Hand hat, verlangt nicht, dass neu gegeben wird.
Wilhelm Hennis (1923-), deutscher Politikwissenschaftler

Nicht jede notwendige Reform muss in endlosen Talkshowrunden zerredet werden.
Johannes Rau (1931-2006), deutscher Politiker, SPD, Bundespräsident

Durch Deutschland muss ein Ruck gehen. Wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzständen.
Roman Herzog (1934-), deutscher Politiker, CDU, Bundespräsident

  Totalitarismus, Diktatur

Ein Volk, das lange an Bedrückung gewöhnt war, verliert allmählich die einfachsten Begriffe der Freiheit; die Menschen sehen sich als auf Gnade oder Ungnade ausgelieferte Geschöpfe an, und sie glauben, alle Lasten, die ihnen von einer stärkeren Hand auferlegt werden, seien gesetzmäßig und bindend.
Jonathan Swift (1667-1745), anglo-irischer Schriftsteller und Satiriker

So genügt es dem Staat nicht, alle Geschäfte an sich zu ziehen, er gelangt auch mehr und mehr dazu, sie alle unkontrolliert und ohne Rechtsmittel selbst zu entscheiden.
Charles Alexis de Tocqueville (1805-1859), französischer Publizist, Politiker und Historiker

Ein Prinzip des Totalitarismus ist die Angst; sie beginnt mit der Angst vor Unannehmlichkeiten, dann vor Drohungen, vor der Gewaltsamkeit und Vernichtung. Der Zustand einer freien Demokratie kennt diese Angst schlechthin nicht. Wo sie auftritt, ist die Freiheit schon angenagt.
Karl Jaspers (1883-1969), deutscher Philosoph des Existentialismus und Schriftsteller, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1958

Nicht die Diktatoren schaffen die Diktaturen, sondern die Herden.
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Dichter

Man kann durch Dulden schuldig werden. So, letzten Endes, hat der totale Staat den Menschen eingesackt.
Heimito von Doderer (1896-1966), österreichischer Schriftsteller

Im Gegensatz zum Tier sagen dem Menschen keine Instinkte, was er muss, und im Gegensatz zum Menschen von gestern sagen dem Menschen von heute keine Traditionen mehr, was er soll. Nun, weder wissend, was er muss, noch wissend, was er soll, scheint er oftmals nicht mehr recht zu wissen, was er im Grunde will. So will er denn nur das, was die anderen tun – Konformismus! Oder aber er tut nur das, was die anderen wollen – von ihm wollen – Totalitarismus.
Viktor Emil Frankl (1905-1997), östereichischer Psychotherapeut, Begründer der Logotherapie

Die Gesellschaft, von der wir alles haben, ist eine neue Herrin, ein neuer Spuk, ein neues "höchstes Wesen", das uns "in Dienst und Pflicht nimmt!"
Stirner, Max (Johann Kaspar Schmidt) (1906-1856), deutscher Philosoph und Journalist

Diktatur ist die Herrschaft der Uniformierten über die Uninformierten.
Rolf Hochhuth (1931-), deutscher Dramatiker

Sobald der Staat sich absolut setzt, verfällt er dem Gotteskomplex. Er beansprucht das Ganze (totum) und wird totalitär.
Franz Kamphaus (1932), deutscher katholischer Theologe, Bischof

  Terrorismus

Dynamit und Dolch lösen, wie uns die Erfahrung lehrt, nur eine Gegenwirkung aus, sie zerstören die allerwertvollste Kraft die öffentliche Meinung.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

In einem Staate die Opposition zu unterdrücken oder auch nur sie zu hindern, sich zu äußern und zu zeigen, ist eine außerordentlich schwerwiegende Sache, nämlich die Ermunterung zum Terrorismus.
André Gide (1869-1951), französischer Schriftsteller

Terroristen haben kein Gewissen, da sie meinen, das Gewissen zu sein.
Friedrich Hacker (1914-1989), US-amerikanisch-östereichischer Psychiater, Psychoanalytiker und Agressionsforscher

Man darf nicht vergessen, dass Situationen der Unterdrückung und Marginalisierung oft die Quelle von Gewaltausbrüchen und Terrorismus sind.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst

Wer durch die Ausführung von Terroranschlägen tötet, hegt Gefühle der Verachtung für die Menschheit und manifestiert Hoffnungslosigkeit gegenüber dem Leben und der Zukunft.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst

Ich sehe keinen Unterschied zwischen Krieg und Terrorismus. Terrorismus ist der Krieg der Armen, und Krieg der Terrorismus der Reichen.
Peter Ustinov (1921-2004), englischer Filmschauspieler

Widerstand: Jeder Terror rechtfertigt sicht mit objektiven Notwendigkeiten. Um so mehr gilt es, unbeirrt subjektiv zu sein.
Kurt Marti (1921-), Schweizer evangelischer Pfarrer und Schriftsteller

Der Terrorismus, welcher Herkunft er auch sei, ist eine perverse und grausame Entscheidung, die das unantastbare Recht auf Leben mit Füßen tritt.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927-), deutscher Papst

Wir müssen uns eingestehen, dass wir im Westen mindestens ebenso Teil des Problems sind, wie wir Teil der Lösung werden können. Der Hass gegen alles Westliche, der im Terrorismus seinen dramatischen und mörderischen Ausdruck findet, wird schließlich nicht nur durch die wirtschaftlichen, sondern auch durch die politischen und kulturellen Ungleichgewichte der heutigen Weltsituation genährt.
Franz Kamphaus (1932-), deutscher katholischer Theologe, Bischof

  Anarchie, Gesetzlosigkeit

Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst.
NT, Hebräer 1,9

Wie der Mensch in seiner Vollendung das edelste aller Geschöpfe ist, so ist er, losgerissen von Gesetz und Recht, das schlimmste von allen.
Aristoteles (384-322 v.Chr.), griechischer Philosoph

Meistens gelangen die Menschen nur durch die Folgen der Unordnung zur Einführung der Ordnung, und Gesetzlosigkeit führt gewöhnlich erst zu Gesetzen.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter

Das Freisein von etwas erfährt seine Erfüllung erst in dem Freisein für etwas. Freisein allein um des Freiseins willen aber führt zur Anarchie.
Dietrich Bonhoeffer
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe, von den Nazis im KZ ermordet

Gerät ein Staat in Anarchie, sogleich tun sich verwegene, kühne, Sitten verachtende Menschen hervor, augenblicklich gewaltsam wirkend, bis zum Entsetzen alle Mäßigung verbannend.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Wie können die Anarchisten nur die Schädlichkeit der Gewalt nicht erkennen?
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Am Ausgang jeder Anarchie wartet geduldig die Tyrannei.
Leszek Kolakowski (1927-2009), polnischer Philosop, Essayist

Nichts fördert so sehr die Autorität wie die Anarchie. Von der Anarchie ist es nicht weit zum Despotismus.
Sarwapalli Radhakrishnan (1888-1975), indischer Politiker

  Sozialismus, Kommunismus, Kollektivismus

Der Kommunismus beginnt direkt beim Atheismus.
Karl Marx (1818-1883), deutscher Philosoph und Politiker

Es gibt ewige Wahrheiten, wie Freiheit, Gerechtigkeit usw.... Der Kommunismus aber schafft die ewigen Wahrheiten ab, er schafft die Religion ab, die Moral, statt sie neu zu gestalten, er widerspricht also allen bisherigen geschichtlichen Entwicklungen.
Karl Marx (1818-1883), deutscher Philosoph und Politiker

Wir müssen die Religion bekämpfen. Das ist das ABC des ganzen Materialismus und folglich auch des Marxismus.
Wladimir Iljitsch Lenin (W. Uljanow) (1870-1924), sowjet-russischer Politiker

Der Kommunismus ist undemokratisch. Was er als die "Diktatur des Proletariats" bezeichnet, ist in Wirklichkeit die Diktatur einer kleinen Minderheit, die zu einer oligarchisch regierenden Klasse wird.
Bertrand Russell (1872-1970), walisischer Philosoph und Mathematiker

Der Individualismus sieht den Menschen nur in der Bezogenheit auf sich selbst; aber der Kollektivismus sieht den Menschen überhaupt nicht, er sieht nur die "Gesellschaft". Dort ist das Antlitz des Menschen verzerrt, hier ist es verdeckt.
Martin Buber (1878-1965), jüdischer Religionsforscher und Religionsphilosoph

Der Kommunismus ist so tiefgehend eine - irdische - Religion, dass er es nicht merkt, dass er eine Religion ist.
Jaques Maritain (1882-1973), französischer Philosoph

Den Menschen zu entpersönlichen ist der vorherrschende Zug unserer Zeit.
Henri Frederic Amiel
(1821-1881), französischsprachiger Schweizer Schriftsteller und Philosoph

Vernichtung der christlichen Nächstenliebe, als den gefährlichsten Feind des Kommunismus.
Nikolaj Iwanowitsch Bucharin (1888-1938), sowjet-russischer Politiker, Berater Lenins

Es gibt kein kollektives Denken.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin jüdischer Abstammung, Mystikerin

Durch menschliches Gewissen nicht gebändigt, von Gottes Atem unberührt, sind Kapitalismus und Sozialismus gleichermaßen widerlich.
Alexander Solschenizyn (1918-), russischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

Der Anspruch, eine Welt ohne Gott zu errichten, hat sich als illusorisch erwiesen.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst

Von einer Ähnlichkeit zwischen Kommunismus und Christentum kann nur reden, wer zwischen "gib her" und "gib hin" keinen Unterschied sieht.
Jeannine Luczak (1938-), Schweizer Literaturwissenschaftlerin

  Nationalsozialismus

Ausgehend davon, dass sich kein Volk sich selbst zum Abgott machen darf, als ob sein Wirken und nicht der Wille Gottes die Quelle aller Sittlichkeit und allen Rechtes sei.
Konrad von Preysing (1880-1950), deutscher katholischer Theologe, Bischof

Zivilcourage und gesunder Menschenverstand waren im Millenium des Heldentums und der Gleichschalterei nicht gerade dicht gesät.
Günther Anders (1902-1992), österreichischer Philosoph und Schriftsteller

Wer in sakrilegischer Verkennung der zwischen Gott und Geschöpf ... klaffenden Wesensunterschiede irgendeinen Sterblichen . .. neben Christus zu stellen wagt, oder gar über ihn und gegen ihn, der muss sich sagen lassen, dass er ein Wahnprophet ist.
Pius XII. (Eugenio Pacelli) (1876-1985), italienischer Papst, 1917 Nuntius in Bayern und 1920 - 1929 in Berlin

Wir lehnen als katholische Arbeiter den Nationalsozialismus nicht nur aus politischen und wirtschaftlichen Gründen, sondern entscheidend auch aus unserer religiösen und kulturellen Haltung entschieden und eindeutig ab.
Michael Gross (1898-1945), deutscher katholischer Gewerkschaftler, von den Nazis hingerichtet

Mittels zweier Grundsätze wusste der Nationalsozialismus seine Gefolgschaft, einerseits die Soldaten, andererseits die Juristen, an sich zu fesseln: "Befehl ist Befehl" und "Gesetz ist Gesetz".
Gustav Radbruch (1878-1949), deutscher Politiker und Rechtsphilosoph, Reichsjustizminister in der Weimarer Republik

Die materielle Sicherheit allein wird nie genügen, uns glücklich zu machen. Wir sind doch Menschen, die ihre freie Meinung, ihren Glauben haben. Eine Regierung, die an diese Dinge rührt, hat keinen Funken Ehrfurcht mehr vor dem Menschen.
Inge Scholl (1917-1998), deutsche Kulturschaffende, Schwester des von den Nazis hingerichteten Hans Scholl

Und wenn alles vorüber ist; wenn sich das alles totgelaufen hat: der Hordenwahnsinn, die Wonne, in Massen aufzutreten, in Massen zu brüllen und in Gruppen Fahnen zu schwenken, wenn diese Zeitkrankheit vergangen ist, die die niedrigen Eigenschaften des Menschen zu guten umlügt; wenn die Leute zwar nicht klüger, aber müde geworden sind; wenn alle Kämpfe um den Faschismus ausgekämpft und wenn die letzten freiheitlichen Emigranten dahingeschieden sind: dann wird es eines Tages wieder sehr modern werden, liberal zu sein.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller

  Konservativismus

Wer heute nur immer das tut, was er gestern schon getan hat, der bleibt auch morgen, was er heute schon ist.
Leonardo da Vinci (1452-1519), italienischer Maler, Bildhauer, Baumeister, Zeichner und Naturforscher

Konservativ sein, ist nicht hängen an dem, was gestern war, sondern leben, aus dem was immer gilt.
Antoine Comte de Rivarol (1753-1801), französischer Schriftsteller, Aphoristiker

Die Menschen sind am konservativsten, wenn sie am wenigsten tatkräftig sind und am üppigsten. Nach dem Essen ist man konservativ.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), US-amerikanischer Essayist, Dichter und Philosoph

Die entscheidende Ursache für religiösen Konservatismus ist, es lebt sich so schön.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Aller Konservativismus beruht auf der Idee, das die Dinge so bleiben wie sie sind, wenn man sie so lässt. Aber das ist falsch. Wenn sie, egal was, lassen wie es ist, gebären Sie einer vollständigen Umwälzung.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Publizist

Liberalismus ist durch Vorsicht gemäßigtes Vertrauen, Konservatismus ist durch Furcht gemildertes Misstrauen der Menschen.
William Gladstone (1909-1898), englischer Politiker, Liberaler, Premierminister

  Zensur, Bücherverbrennung

Wer einen Menschen tötet, tötet ein vernünftiges Wesen, ein Abbild Gottes; aber der, welcher ein gutes Buch vernichtet, tötet die Vernunft selbst, tötet sozusagen Gottes Abbild im Keime.
John Milton (1608-1674), englischer Dichter

Niemand hat weniger den Geist eines Zensors als ich. Es klingt seltsam: ich billige das meiste, das ich lese ,,, Mir, der ich weiß, wie verschieden die Dinge genommen werden können, fällt beim Lesen meistens etwas ein, wodurch die Schriftsteller entschuldigt oder verteidigt werden.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), deutscher Philosoph, Mathematiker, politischer Schriftsteller und Forscher

Und wissen wir nicht aus der Erfahrung, dass in Ländern, wo eine so willkürliche Zensur herrscht, gerade die vortrefflichsten Bücher die ersten sind, die in den Index prohibitorum gesetzt werden?
Christoph Martin Wieland (1733-1813), deutscher Dichter, Übersetzer und Herausgeber

Die Sprache der erzürnten Impotenz. Zensur.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition.
Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862), österreichischer Schauspieler, Sänger, Dramatiker und Satiriker

Keine ängstlich furchtsame Zensur soll den allgemeinen Umlauf der Ideen verhindern.
Joseph Görres (1776-1848), deutscher Gymnasial- und Hochschullehrer und katholischer Publizist

Zensur und Pressefreiheit werden immerfort miteinander kämpfen. Zensur fordert und übt der Mächtige, Pressefreiheit verlangt der Mindere. Jener will weder in seinen Planen noch seiner Tätigkeit durch vorlautes widersprechendes Wesen gehindert, sondern gehorcht sein; diese wollen ihre Gründe aussprechen, den Ungehorsam zu legitimieren.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
Heinrich Heine (1797-1856), deutscher Dichter

Die Zensur ist das lebendige Eingeständnis der Herrschenden, dass sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.
Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862), österreichischer Schauspieler, Sänger, Dramatiker und Satiriker

Wer Bücher verbrennt, verbrennt auch Bibliotheken, bombardiert offene Städte, schießt mit Ferngeschützen oder Fliegerbomben Gotteshäuser ein. Die Drohung, mit der die Fackel in den Bücherstapel fliegt, gilt nicht dem Juden Freud, Marx oder Einstein, sie gilt der europäischen Kultur, sie gilt den Werten, die die Menschheit mühsam hervorgebracht und die der Barbar anhasst, weil er halt barbarisch ist, unterlegen, roh, infantil.
Arnold Zweig (1887-1968), deutscher Schriftsteller

Das Endziel jeder Zensur ist es, nur solche Bücher zu erlauben, die ohnedies niemand liest.
Giovanni Guareschi (1908-1968), italienischer Journalist, Karikaturist und Schriftsteller

Man sollte auch gute, ja, ausgezeichnete Bücher verbieten, bloß damit sie mehr gelesen und beachtet werden.
Albert Camus (1913-1960), französischer Schriftsteller, Existentialist

Es ist kein Zufall, dass immer da, wo der Geist als eine Gefahr angesehen wird, als erstes die Bücher verboten, die Zeitungen und Zeitschriften der Zensur ausgeliefert werden.
Heinrich Böll (1917-1985), deutscher Schriftsteller

  Kapitalismus, Neoliberalismus. Individualismus

Wenn ich alle Staaten im Geiste betrachte und darüber nachsinne, so stoße ich auf nichts anderes, so wahr mir Gott helfe, als auf eine Verschwörung der Reichen, die den Namen und Rechtstitel des Staates missbrauchen, um für ihren eigenen Vorteil zu sorgen.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und humanistischer Autor, Heiliger

Individualismus ist die Sünde der politischen Freiheit.
James Fenimore Cooper (1789-1851), US-amerikanischer Schriftsteller

Das Kapital ist daher rücksichtslos gegen Gesundheit und Lebensdauer des Arbeiters, wo es nicht durch die Gesellschaft zur Rücksicht gezwungen wird.
Karl Marx (1818-1883), deutscher Philosoph, Gesellschaftskritiker, politischer Journalist, Protagonist der Arbeiterbewegung

Die Bourgeoisie... hat die persönliche Würde in den Tauschwert aufgelöst und an die Stelle der zahllosen verbrieften und wohl erworbenen Freiheiten die eine gewissenlose Handelsfreiheit gesetzt.
Karl Marx (1818-1883), deutscher Philosoph, Gesellschaftskritiker, politischer Journalist, Protagonist der Arbeiterbewegung

Die Revolte des Individualismus fand statt, weil die Tradition abgesunken oder, besser: weil eine verfälschte Kopie an ihre Stelle getreten war.
William Butler Yeats (1865-1939), irischer Dichter

Der Kapitalismus hat unseren Glauben an jede wirkungsvolle Kraft zerstört, außer der des durch Gewalt unterstütztes Selbstinteresse.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Der Kapitalismus ist ungesund - sogar für Kapitalisten.
Ernst Bloch (1885-1977), deutscher Philosoph

Der Kapitalismus handelt nur nach den Geboten kältester Zweckmäßigkeit. Er kennt nicht Sentimentalität, nicht Tradition. Er würgt, wenn es sein muss, schnell und sicher den Verbündeten von gestern ab und fusioniert mit dem Feind.
Carl von Ossietzky (1889-1938), deutscher Redakteur, Schriftsteller und Widerstandskämpfer gegen die Nazis, Friedensnobelpreisträger, Ermordung im KZ

Dem Menschen muss sein übergeordneter Platz in der Gesellschaft wieder eingeräumt werden. Er darf nie Mittel und niemals ein Ding sein, das von anderen oder auch von ihm selbst benutzt wird. Der Ausnutzung des Menschen durch den Menschen muss ein Ende gemacht werden, und die Wirtschaft muss der Höherentwicklung des Menschen dienen. Das Kapital muss im Dienst der Arbeit, und die Dinge müssen im Dienst des Lebens stehen.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Kapitalismus ist keine Wirtschafts- oder Gesellschaftsstruktur, Kapitalismus ist die Übernahme der Regierung durch die Hochfinanz.
Joachim Fernau (1909-1988), deutscher Journalist, Schriftsteller, Maler und Kunstsammler

Der moderne Kapitalismus braucht Menschen, die reibungslos und in großer Zahl zusammenarbeiten, die mehr und mehr konsumieren wollen, deren Geschmack jedoch standardisiert, leicht zu beeinflussen und vorauszusagen ist.
Erich Fromm (1900-1980), US-amerikanischer Psychoanalytiker und Gesellschaftskritiker

Wir brauchen eine neue Ordnung, eine internationale sozial-ökologische Marktwirtschaft, den Gegenentwurf zur Diktatur des Anarcho-Kapitalismus mit seinem Shareholder Value.
Heiner Geisler (1930-), deutscher Politiker, CDU

Bei vielen Großunternehmen orientiert sich die Wertschöpfung nur noch an Aktienkursen. Es ist pervers, wenn der Kurs umso höher steigt, je mehr Menschen entlassen werden. Der Staat kann seine ureigenen Aufgaben immer weniger wahrnehmen, weil die öffentlichen Haushalte ausbluten. Hier wachsende Arbeitslosigkeit und Armut, dort schamlose Selbstbedienung eines Teils der Managerkaste. Das zerstört den gesellschaftlichen Zusammenhalt und untergräbt das Vertrauen in die Demokratie.
Ottmar Schreiner (), deutscher Politiker, SPD

Der Marktkapitalismus ist die erfolgreichste Religion aller Zeiten geworden.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst

Es besteht die Gefahr, dass sich eine radikale kapitalistische Ideologie breit macht, die es ablehnt, diese (sozialen) Probleme auch nur zu erwägen.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst

Wie der Staat zu Zeiten des alten Kapitalismus die Pflicht hatte, die fundamentalen Rechte der Arbeit zu verteidigen, so haben er und die ganze Gesellschaft angesichts des neuen Kapitalismus nun die Pflicht, die gemeinsamen Güter zu verteidigen, die unter anderem den Rahmen bilden, in dem allein es jedem einzelnen möglich ist, seine persönlichen Ziele auf gerechte Weise zu verwirklichen.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla), polnischer Papst

Die Gottlosigkeit des Kapitals, das den Arbeiter als Arbeitskraft und Maschine bis zur Zerstörung ausnützt, muss gebrochen werden.
Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler (1811-1877), deutscher katholischer Bischof, Begründer der katholischen Soziallehre

Zwischen Kapitalismus und Demokratie besteht ein unauflösliches Spannungsverhältnis; mit beiden konkurrieren nämlich zwei entgegen gesetzte Prinzipien der gesellschaftlichen Integration um den Vorrang.
Jürgen Habermas (1929-), deutscher Soziologe und Philosoph

Was als Rationalisierung daherkommt, ist der Triumph eines ungebremsten, zynischen Kapitalismus.
Pierre Bourdieu (1930-2002), französischer Soziologe

Der Neoliberalismus ist eine Eroberungswaffe. Er predigt einen wirtschaftlichen Fatalismus, gegen den jeder Widerstand zwecklos erscheint. Der Neoliberalismus ist wie Aids: Er zerstört das Immunsystem seiner Opfer.
Pierre Bourdieu (1930-2002), französischer Soziologe

Neoliberalismus ist die alte Strategie, den Wehrlosen das Regime der freien Marktwirtschaft aufzuzwingen und sich gleichzeitig auf Machpositionen zu stützen, um seine eigenen Interessen zu schützen.
Noam Chomsky (1928-), US-amerikanischer Sprachwissenschaftler und Gesellschaftskritiker

Die hervorstechenden Fehler der wirtschaftlichen Gemeinschaft, in der wir leben, sind ihr Versagen, für Vollbeschäftigung Vorkehrung zu treffen und ihre willkürliche und unbillige Verteilung des Reichtums und der Einkommen.
John Maynard Keynes (1883-1946), englischer Ökonom, Politiker und Mathematiker

Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.
John Maynard Keynes (1883-1946), englischer Ökonom, Politiker und Mathematiker

Was unterscheidet den Kapitalismus vom Kommunismus? Im Kommunismus werden die Betriebe zuerst verstaatlicht und dann ruiniert. Im Kapitalismus werden sie erst ruiniert und dann verstaatlicht.
Václav Klaus (1941-), tschechischer Politiker und Wirtschaftswissenschaftler, Präsident der Tschechischen Republik

Kapitalistische Gesellschaft: Wertschätzung beruht auf Wertschöpfung.
Walter Ludin (1945-), Schweizer katholischer Theologe, Kapuziner, Priester, Journalist, Autor

Ich bekenne frei, dass mir in einer kapitalistischen Welt eine leidende, opponierende Kirche fast a priori eine Notwendigkeit erscheint.
Max Scheler (1874-1928), deutscher Philosoph, Werteethiker

Das einzelne neoliberale national-ökonomische Theoretiker dazu neigen, gleichfalls den Arbeitsmarkt rundweg anderen Märkten gleichzusetzen, die Lohnbildung einfach hin den angeblich zwingenden Marktgesetzen zu unterwerfen, ist vielleicht der Punkt, in dem am allerschärfsten - jedenfalls für den einfachen Mann am ersichtlichsten - die Unvereinbarkeit eines solchen Neoliberalismus mit Katholische Soziallehre zum Vorschein kommt.
Oswald von Nell-Breuning (1890-1991), deutscher katholischer Theologe, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler

Der heutige Marktfundamentalismus ist eine wesentlich größere Bedrohung für die offene Gesellschaft als jede totalitäre Ideologie.
George Soros (1930-), ungarisch-amerikanischer Multimilliardär

Wir müssen klare Stellung nehmen gegen den Kapitalismus. Wir müssen das Volk darüber belehren, dass der individualistische Kapitalismus in schroffstem Gegensatz steht zur christlichen Soziallehre und Moral.
Otto Hermann Pesch (1831-), deutscher katholischer Theologe

Verabsolutierung der Aufklärung, Säkularismus

Alle Aufklärung ist nie Zweck, sondern immer Mittel, wird sie jenes, so ist's Zeichen, dass sie aufgehört hat, dieses zu sein.
Johann Gottfried Herder (1744-1802), deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe und Philosoph

Philosophie sind Gedanken, die zu Ende gedacht sind. Das ist oft langweilig. Aber der Mensch hat nur die Wahl, sich von zu Ende gedachten Gedanken beeinflussen zu lassen oder von nicht zu Ende gedachten. Das Letztere nennt man Kultur und Aufklärung.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Publizist

Säkularisierung als Mündigwerden der Welt erlaubt nicht mehr den Missbrauch der Religion als Ausrede, sondern will den Gebrauch des Glaubens im Weltbezug.
Wilhelm Dantine (1911-1981), österreichischer evangelischer Theologe

Die Suche nach Gründen [in ethischen Debatten], die auf allgemeine Akzeptabilität abzielen, würde nur dann nicht zu einem unfairen Ausschluss der Religion aus der Öffentlichkeit führen und die säkulare Gesellschaft nur dann nicht von wichtigen Ressourcen der Sinnstiftung abschneiden, wenn sich auch die säkulare Seite ein Gefühl für die Artikulationskraft religiöser Sprachen bewahrte. Die Grenze zwischen säkularen und religiösen Gründen ist ohnehin fließend. Deshalb sollte die Festlegung dieser umstrittenen Grenze als eine kooperative Aufgabe verstanden werden, die von beiden Seiten fordert, auch die Perspektive der jeweils anderen einzunehmen.
Jürgen Habermas (1929-), deutscher Soziologe und Philosoph

Säkularisierte Bürger dürfen, soweit sie in ihrer Rolle als Staatsbürger auftreten, weder religiösen Weltbildern grundsätzlich ein Wahrheitspotential absprechen, noch den gläubigen Mitbürgern das Recht bestreiten, in religiöser Sprache Beiträge zu öffentlichen Diskussionen zu machen. Eine liberale politische Kultur kann sogar von den säkularisierten Bürgern erwarten, dass sie sich an Anstrengungen beteiligen, relevante Beiträge aus der religiösen in eine öffentlich zugängliche Sprache zu übersetzen.
Jürgen Habermas (1929-), deutscher Soziologe und Philosoph

Als sich Sünde in Schuld, das Vergehen gegen göttliche Gebote in den Verstoß gegen menschliche Gesetze verwandelte, ging etwas verloren.
Jürgen Habermas (1929-), deutscher Soziologe und Philosoph

Vieles spricht dafür, dass das moralische Programm der Aufklärung bei Abkopplung von seinen religiösen Ursprüngen auf Dauer nicht tragfähig ist.
Franz-Xaver Kaufmann (1932-), Schweizer Soziloge, Hochschullehrer und Sozialpolitiker

Nach der Aufklärung ist das Abendland wissenschaftlich zwar ein Riese geworden, aber seelisch und religiös ein Baby geblieben.
Franz Alt (1938-), deutscher Journalist und Autor

Wir werden immer aufgeklärter und fallen immer mehr ins Mittelalter zurück.
Arno Backhaus (1950-), deutscher E-fun-gelist

Atheistischer Humanismus, Freigeisterei

Mein Freund, ich begreife nicht, warum sie sich weigern, an Gott zu glauben, denn an die Menschen zu glauben, ist doch unmöglich.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Der Atheismus in Frankreich ist eine Religion und der Antiklerikalismus eine Kirche.
Emmanuel Berl (1892-1976), französischer Journalist, Historiker und Schriftsteller

Bis jetzt wenigstens hat die Abschaffung Gottes die Menschen noch nicht menschlicher gemacht, und dies war doch das übereinstimmende Ziel und die einhellige Hoffnung aller modernen Religionskritik - der neuzeitliche Atheismus versteht sich bewusst als Humanismus.
Heinz Zahrnt (1915-), deutscher evangelischer Theologe

Der gott-lose Humanismus hatte allzu oft inhumane Folgen, und in den Schreckenserfahrungen unseres Jahrhunderts - zwei Weltkriege, Gulag, Holocaust, Atombombe - erwies sich der Weg von der Humanität ohne Divinität zur Bestialität oft als kurz.
Hans Küng (1928-), deutscher katholischer Theologe und Autor, Kirchenkritiker, Gründer der Stiftung Weltethos

Das Humanum des Menschen ist uns sehr wichtig. Aber gerade um es vor der Vergöttlichung und Überforderung zu bewahren, ist die Erinnerung an die Geschöpflichkeit sehr wichtig.
Manfred Kock (1936-), deutscher evangelischer Theologe, Landesbischof

In der Zwischenzeit hat sich freilich erwiesen, dass nicht nur die Sexualität, sondern auch die Religiosität verdrängt werden kann, dass die ältesten, stärksten, dringendsten Wünsche der Menschheit, die Freud zufolge die Stärke der Religion ausmachen, besser nicht als reine Illusionen abqualifiziert werden sollten; dass in einer Zeit allgemeiner Orientierungs- und vielfacher Sinnlosigkeit gerade der Gottesglaube zu definitiver Sinnerfüllung im Leben und auch im Sterben verhelfen kann, aber auch zu unbedingten ethischen Maßstäben und zu einer geistigen Heimat.
Hans Küng (1928-), deutscher katholischer Theologe und Autor, Kirchenkritiker, Gründer der Stiftung Weltethos

Esoterik, New Age

Gebt acht, dass euch keiner durch die Vorspiegelung höherer Erkenntnisse betrügt. Das alles ist von Menschen erdacht. Was sie über die kosmischen Mächte sagen, hat mir Christus nichts zu tun.
NT, Kolosser 2,8

Der Mensch liebt die Gesellschaft, und sollte es auch nur die von einem brennenden Rauchkerzchen sein.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Man tut nicht wohl, sich all zu lange im Abstrakten aufzuhalten. Das Esoterische schadet nur, indem es exoterisch zu werden trachtet. Leben wird am besten durchs Lebendige belehrt.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Folgerichtig gedacht ist der Pantheismus nur eine höfliche Form des Atheismus. Denn wenn man behauptet, Gott und Welt seien dasselbe, so kommt dies letzten Endes auf das gleiche hinaus, als wenn man sagen würde: Es gibt nur eine Welt, aber es gibt keinen Gott. Der Satz des Pantheismus: “Gott und die Welt sind eins” ist bloß eine höfliche Wendung, dem Herrgott den Abschied zu geben.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Monismus und Pantheismus, mögen sie auch noch so tief und noch so fromm sein, führen nicht in das letzte Rätsel der Religion hinein. Das Rätsel der Religion ist, dass wir Gott in uns anders erleben, als er uns in der Natur entgegentritt. In der Natur erfassen wir ihn nur als unpersönliche Schöpferkraft, in uns aber als ethische Persönlichkeit.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Neben den Drogen, die heute viele Tausende und vielleicht Millionen vergiften, wird unser Verstand obendrein durch die rund um den Globus verbreitete Emission pseudokosmischen Unsinns befallen.
Stanislaw Lem (1921-2006), polnischer Philosoph, Essayist und Schriftsteller

Das Fischernetz Petri ist gerissen. Es hat erschreckend große Löcher erhalten. Und jene, die durch das Fischernetz Petri fallen, werden von den fein gesponnenen Maschen des Netzwerks des New Age aufgefangen, das für alles eine Masche hat – außer für das Kreuz.
Max Thürkauf (1925-1993), Schweizer Naturwissenschaftler und Philosoph

Das Okkulte zieht Anhänger wie ein Magnet das Metall an, denn es lässt dem religiösen Instinkt tief in unserer Person die Zügel, aber stellt keine Ansprüche an ihn hinsichtlich Liebe, Heiligkeit oder Dienst am Nächsten.
Douglas Groothuis (1957-), US-amerikanischer Philosoph

Die Vielen glauben mal dies und mal das. Die Fachleute bezeichnen das als „Patchwork-Religion“, also eine Art in Heimarbeit hergestellter Flickenteppich, der im Laufe des Lebens auch neuen religiösen Herausforderungen angepasst werden kann. Eins aber darf diese Art von Religion nicht: die eigenen Lebensziele, den individuellen Spielraum einengen. Und damit sind diese religiösen Gefühle, die auch vorübergehend ad acta gelegt werden können, um dann später in vielleicht anderer Form wieder aufzutauchen, nicht geeignet, unserem Leben in ernsten Zeiten Halt und Orientierung zu geben.
Hans Apel (1932-), deutscher Politiker, SPD

New Age stellt das "Selbst" des Menschen ganz in die Mitte. "Sie werden sich selber retten, wenn Sie die kosmischen Kräfte dafür einsetzen." Doch trotz der Gesellschaft aller Sternbilder, aller östlichen Religionen und Gurus, aller Glücksrezepte, trotz eines endlosen Fächers psychologischer Techniken und all der mehr oder weniger wissenschaftlichen Einsichten bleiben wir im New Age völlig allein, Man muss sich selber helfen, sich selbst erlösen.
Gottfried Daneels (1933-), belgischer katholischer Theologe, Erzbischof

Für New Age ist Glauben bloße Selbsterfahrung. Wiesehr ich auch meine, mich selbst zu übersteigen oder weite Ausblicke zu genießen, ich werde doch stets gegen die Glaswand meines eigenen Ichs prallen wie ein Vogel in einem gläsernen Käfig. Selbst die vermeintliche vollkommene Entfaltung des Ich wird dieser Gefangenschaft nicht entrinnen.
Gottfried Daneels (1933-), belgischer katholischer Theologe, Erzbischof

Wir sind als Volk vom Pantheismus zum Panatheismus übergegangen.
Annie Dillard (1945-), US-amerikanische Schriftstellerin

Ein wenig Dalai Lama, ein bisschen Marienwallfahrt, ein Schuss protestantischer Antiklerikalismus, ein großer Löffel Esoterik und drei Körnchen Hildegard von Bingen, angerichtet auf einem Salatbett aus Wir-haben-doch-alle-den-gleichen-Gott.
Johannes Friedrich (1948-), deutscher evangelischer Theologe, evangelisch-lutherischer Landesbischof in Bayern

Rationalismus, Positivismus

Der letzte Schritt der Vernunft ist anzuerkennen, dass es unendlich viele Dinge gibt, die über sie hinausgehen.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Daran erkenne ich den gelehrten Herrn! Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern, was ihr nicht fasst, das fehlt euch ganz und gar, was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr, was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht, was ihr nicht münzt, das, meint ihr, gelte nicht!
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Armer Mensch, an dem der Kopf alles ist!
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Es ist das Schicksal unserer Zeit, mit den ihr eigenen Rationalisierung und Intellektualisierung, vor allem: Entzauberung der Welt, dass gerade die letzten und sublimsten Werte zurückgetreten sind aus der Öffentlichkeit, entweder in das hinterweltliche Reich mystischen Lebens oder in die Brüderlichkeit unmittelbarer Beziehungen der Einzelnen zu einander.
Max Weber (1864-1920), deutscher Soziologe, Jurist und Nationalökonom

Wahrheit als emphatische, menschlichen Irrtum überdauernde, lässt aber vom Theismus sich nicht schlechthin trennen. Sonst gilt der Positivismus… Nach ihm heißt Wahrheit Funktionieren von Berechnungen, Gedanken sind Organe, Bewusstsein wird jeweils so weit überflüssig, wie die zweckmäßigen Verhaltensweisen durch die es vermittelt war, im Kollektiv sich einschleifen.
Max Horkheimer (1895-1973), deutscher Philosoph und Soziologe

Wir reduzieren die Dinge auf "bloße Natur", damit wir sie erobern können. ... Solange dieser Prozess kurz vor dem letzten Stadium halt macht, können wir noch der Meinung sein, der Gewinn überwiege den Verlust. Sobald wir aber den letzten Schritt tun und unsere eigene Gattung auf die Stufe der bloßen Natur herabsetzen, wird der ganze Vorgang widersinnig: denn diesmal ist das Wesen, das daraus Gewinn ziehen sollte, und jenes, das geopfert wird, ein und dasselbe.
Clive Staples Lewis (1898-1963), englischer Schriftsteller

Aber ich weiß, dass nichts, was für den Menschen wahrhaft von Bedeutung ist, sich errechnen, wägen, messen lässt. Die wahre Weite hat nichts mit dem Auge zu tun, sie offenbart sich nur dem Geist.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Der Forscher klopft an, und die Tür geht nicht auf. Sobald er sich anschickt, das Geheimnis des Lebens zu entdecken, verschleißt sich ihm das Leben vollständig. Er jagt der Materie nach und verlor sie im Elektron. Er jagte dem Bewusstsein nach und verlor es in elektrischen Gehirnwellen. Über seinen Gleichungen und ihnen gegenüber steht klar, fest und ungebrochen die Sphäre der Schönheit, des Geistes, der Liebe und des Bewusstseins, für die es keine Forschungsmittel naturwissenschaftlicher Art gibt.
Lin Yutang (1895-1976), chinesischer Schriftsteller und Übersetzer

Geschichtsfälschung

Es gibt zwei Arten von Geschichte: Die eine ist die offizielle, geschönte, jene die gelehrt wird, eine Geschichte ad usum delphini; und dann ist da die andere geheime Geschichte, welche die wahren Ursachen der Ereignisse birgt, eine beschämende Geschichte.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Erst wenn die Kriegspropaganda der Sieger Einzug gefunden hat in die Geschichtsbücher der Besiegten und von der nachfolgenden Generation geglaubt wird, kann die Umerziehung als wirklich gelungen angesehen werden.
Walter Lippmann

Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.
George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller, Essayist und Journalist

Es gibt nur eine Sünde, die gegen die ganze Menschheit mit allen ihren Geschlechtern begangen werden kann, und dies ist die Verfälschung der Geschichte.
Christian Friedrich Hebbel (1813-1863), deutscher Dramatiker und Lyriker

Die Geschichte lehrt, wie man sie fälscht.
Stanislaw Jerzy Lec (1909-1966), polnischer Lyriker und Aphoristiker

Fortschrittsglaube, Technikgläubigkeit, Wissenschaftsgläubigkeit

Der Fortschritt besteht nur in einer immer klareren Beantwortung der Grundfragen des Lebens.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

In unserer Zeit herrscht ein schrecklicher Aberglaube, er besteht darin, dass wir begeistert jede Erfindung aufgreifen, welche die Arbeit erleichtert, und glauben, sie unbedingt nutzen zu müssen, ohne uns die Frage vorzulegen, ob diese die Arbeit erleichternde Erfindung unser Glück vermehrt oder vielleicht Schönheit zerstört.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Ich glaube nicht an den Fortschritt, sondern an die Beharrlichkeit der menschlichen Dummheit.
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Schriftsteller irischer Herkunft

Das blinde Vertrauen in die Technik hat einen Schock erlitten. (über den Untergang der Titanic)
Joseph Conrad (Theodor Jósef Konrad Korzeniowski) (1857-1924), englischer Schriftsteller

Der moderne Mensch glaubt an die Macht der Technik und der Maschine, und manches mal scheint es, dass Maschine und Technik die einzigen Gegenstände seines Glaubens geworden sind.
Nikolai Alexandrowitsch Berdjajew (1874-1948), russischer Philosoph

Trunken von den Fortschritten des Wissens und Könnens, die über unsere Zeit hineinbrachen, vergaßen wir, uns um den Fortschritt in der Geistigkeit der Menschen zu sorgen.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Man kann den frohen Fortschrittsglauben nicht teilen und kann dennoch das Gute wünschen und fördern, man kann an die Lösbarkeit von Problemen nicht glauben und kann dennoch ihre vernünftige Behandlung wünschen und ihr dienen.
Hermann Hesse (1877-1962), deutsch-schweizerischer Dichter, Schriftsteller und Maler, Literaturnobelpreisträger

Der Fortschrittsgedanke der Zivilisation hat sich als ein Übermut des Menschen entschleiert; der Fortschritt beschränkt sich heute auf für unser Bewusstsein auf rationale Wissenschaft und Technik, die zweideutig im Dienste des Guten wie des Bösen stehen.
Karl Jaspers (1883-1969), deutscher Philosoph des Existentialismus und Schriftsteller, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Wird der Mensch der Technik nachwachsen?
Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Dieser Wissenschaftsfetischismus geht Hand in Hand mit einem erkenntnistheoretischen Vorurteil - dass nämlich unsere Erkenntnis eines Seienden umso gewisser sei, je niedriger dieses metaphysisch steht.
Dietrich von Hildebrand (1889-1977), deutschstämmiger, US-amerikanischer Philosoph und Autor

Der technologische Fortschritt hat uns lediglich mit wirksameren Mitteln zum Rückschritt versehen.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller

In einer wirklich freiheitlichen Gesinnung bleibt jener Begriff des Unendlichen als Bewusstsein der Endgültigkeit des irdischen Geschehens und der unabänderlichen Verlassenheit des Menschen erhalten und bewahrt die Gesellschaft vor einem blöden Optimismus, vor dem Aufspreizen ihres eigenen Wissens als einer neuen Religion.
Max Horkheimer (1895-1973), deutscher Philosoph und Soziologe

Den Jüngsten Tag der Zivilisation werden wir ihrem unaufhaltsamen Fortschritt verdanken.
Peter Bamm (Curt Emmerich) (1897-1975), deutscher Schiffsarzt, Essayist und Feulletonist

Die Menschheit verzichtet auf keinen Fortschritt, der ihr schadet.
Sigmund Graff (1898-1979), deutscher Dramatiker und Bühnenautor

Wir dürfen uns von einem erfindungswütigen Zeitalter nicht einreden lassen, es gebe nur eine Art des Fortschritts, nämlich den technischen.
Alexander Mitscherlich (1908-1982), deutscher Philosoph

Wenn geschrieben wird "Es lebe der Fortschritt!", dann frage stets: "Der Fortschritt wessen?"
Stanislaw Jerzy Lec (1909-1966), polnischer Lyriker und Aphoristiker

Uns werden ständig Fortschritte eingeredet, die sich in Wirklichkeit als schwerwiegende Rückschritte erweisen.
Karl Steinbuch (1917-2005), deutscher Kybernetiker, Nachrichtentechniker und Informationstheoretiker

Für die jungen Leute von heute ist allein die Wissenschaft wahr, weil sie das Wahre mit den Fakten verwechseln und daran glauben, dass die einzige Gestalt der Vernunft die ist, die ich instrumentell nenne, oder dass sie die anderen aufhebt.
Max Horkheimer (1895-1973), deutscher Philosoph und Soziologe

Mich beeindruckt die Gläubigkeit, mit der sich die Menschen von jeder neuen Entwicklung die Rettung der Welt erhoffen. Gestern war es Systems Dynamik, heute sind es die Expertensysteme - und immer wieder verspricht man sich von der neuen Technik die Lösung aller Probleme. Das beweist mir, dass die Menschen zur Technik kein vernünftiges Verhältnis haben.
Joseph Weizenbaum (1923-2008), deutsch-US-amerikanischer Informatiker und Wissenschafts- und Gesellschaftskritiker

Der Begriff der Wahrheit ist praktisch aufgegeben und durch den des Fortschritts ersetzt worden. Der Fortschritt selbst "ist" die Wahrheit.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927-), deutscher Papst

Der ewige, allmächtige, allgütige Fortschritt, dieser große Gott der modernen Ideologien mit seinen strengen Geboten "Du sollst immer mehr, immer besser, immer schneller", hat sein fatales Doppelgesicht enthüllt und der Fortschrittsglaube seine Glaubwürdigkeit verloren.
Hans Küng (1928-), deutscher katholischer Theologe und Autor, Kirchenkritiker, Gründer der Stiftung Weltethos

  Globalisierung

Grenzen verrücken sie, rauben die Herde und weiden sie (selbst); den Esel der Waisen treiben sie weg und pfänden das Rind der Witwe... Sie reißen von der Mutterbrust die Waise, und zu Lasten des Armen pfänden sie. Nackt gehen die Armen, ohne Kleid, und hungernd tragen sie die Garbe. Zwischen ihren Steinen pressen sie Öl, treten die Kelter und leiden doch Durst.
AT, Hiob 28

Deutschland steht, wie andere Industriestaaten auch, unter dem Druck eines global agierenden Kapitals, das durch seine Investitionsentscheidungen jede Regierung erpressen kann... Es geht jetzt darum, wie man einen Rechts- und Sozialstaat unter diesem Druck funktionsfähig erhalten kann.
Erhard Eppler (1926-), deutscher Politiker, SPD

Mit der Globalisierung der Wirtschaft hält die Dritte Welt in den reichen Nationen selbst Einzug, wächst die Tendenz zu einer zweigeteilten Gesellschaft, in der große Bereiche unwichtig werden, weil sie zur Bereicherung der Privilegierten nichts beitragen.
Noam Chomsky (1928-), US-amerikanischer Sprachwissenschaftler und Gesellschaftskritiker

Die Globalisierung gestalten kann nur, wer klare Wertvorstellungen jenseits des Wirtschaftlichen hat. Wir müssen uns darüber klar werden, wie wir Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen in Zeiten der Globalisierung sichern und fördern können.
Johannes Rau (1931-2006), deutscher Politiker, SPD, Bundespräsident

Solange die Globalisierung nach dem gegenwärtigen Muster betrieben wird, läuft sie auf Entziehung demokratischer Gestaltungsrechte hinaus. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie auf Widerstand stößt, insbesondere bei denen, denen Mitspracherechte entzogen werden.
Joseph E. Stiglitz (1943-), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Nobelpreisträger

Der internationale Handel und die globalen Finanzmärkte sind sehr gut im Hervorbringen von Reichtum, aber nicht, wenn es um die sozialen Erfordernisse wie Friedenssicherung, Armutsbekämpfung, Umweltschutz, Arbeitsbedingungen oder Menschenrechte geht.
Joseph E. Stiglitz (1943-), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Nobelpreisträger

Die Globalisierung hat uns einander näher gebracht in dem Sinn, dass wir alle von den Handlungen anderer betroffen sind, aber nicht in dem Sinn, dass wir alle die Vorteile wie auch die Lasten teilen. Stattdessen haben wir zugelassen, dass sie uns immer weiter auseinander treibt, indem sie das Wohlstandsgefälle und die Machtunterschiede zwischen den Gesellschaften wie auch im Inneren der Gesellschaften verstärkt. Eine solche Entwicklung spricht universellen Werten Hohn.
Kofi Anan (1938-), ghanesischer Politiker, Generalsekretär der Vereinten Nationen, Friedensnobelpreisträger

Die globalisierte Wirtschaft führt zwangsläufig zur Forderung nach einer "Spreizung" des Einkommensgefälles. Im Klartext: Die Ärmeren müssen mit ihren Ansprüchen zurückstehen, damit die Reichen sich im Lande wohl fühlen und vor allem nicht ihr Kapital abziehen. Eine neue Epoche, die Ära des globalen Kapitalismus, bricht an und sie wird die Entwicklung der Gesellschaften in den nächsten Jahrzehnten bestimmen.
Ernst Ulrich von Weizsäcker (1939-), deutscher Biologe, Physiker und Politiker, SPD

  Soziale Ungerechtigkeit

Der Ungerechte ist immer voller Gier.
AT, Sprüche 21,26

Weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.
NT, Matthäus 24,12

Der höchste Grad von Ungerechtigkeit ist geheuchelte Gerechtigkeit.
Plato (428/27-348/47 v.Chr.), griechischer Philosoph

Das ist doch unbillig, dass, wer wenig hat, dass der dem Reichen immer noch zulegen soll!
Terenz
(um 195-158 v.Chr.), römischer Komödiendichter

Nichts, dem die Gerechtigkeit mangelt, kann moralisch richtig sein.
Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.), römischer Politiker, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph

Ungerechtigkeit besteht nicht weniger im Unterlassen als im Handeln.
Mark Aurel (121-180), römischer Kaiser und Philosoph

Wahr aber bleibt, dass die größte Ungerechtigkeit von denen ausgeht, die das Übermaß verfolgen, nicht von denen, die die Not treibt. Man wird ja nicht Tyrann, um nicht zu frieren.
Aristoteles (384-322 v.Chr.), griechischer Philosoph

Auf zweifache Weise wird die Gerechtigkeit verdorben: durch die falsche Klugheit der Weisen und durch die Gewalt dessen, der Macht hat.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

Du siehst, dass dein Bruder Ungerechtigkeit leiden muss, aber dein Herz rührt sich nicht, wenn nur deine Habe unversehrt ist. Warum fühlt deine Seele nichts? Doch offenbar, weil sie tot ist.
Erasmus von Rotterdam (Gerhard Gerhards) (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Die Ungerechtigkeit ist uns nur in dem Falle angenehm, dass wir Vorteile aus ihr ziehen; in jedem andern hegt man den Wunsch, dass der Unschuldige in Schutz genommen werde.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

Wenn wir über bürgerliche Ungleichheit klagen, so sind alsdann unsere Augen nach oben gerichtet, wir sehen nur diejenigen, die über uns stehen und deren Vorrechte uns beleidigen; abwärts sehen wir nie bei solchen Klagen.
Heinrich Heine (1797-1856), deutscher Dichter

Lass dein Leben zum Reibungswiderstand gegen Ungerechtigkeit werden!
Henry David Thoreau (1817-1862), US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

Die politische Freiheit hat das Volk nicht vor sozialer Ungerechtigkeit bewahrt.
Rosa Luxemburg (1871-1919), deutsche Politikerin,

Bei der Ungerechtigkeit, die dir begegnet liegt 50 Prozent an den Umständen, 25 Prozent an der Unwissenheit und Gedankenlosigkeit der Mensche und nur 25 an wirklicher Böswilligkeit.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Die Armen sind auf Gerechtigkeit angewiesen, die Reichen auf Ungerechtigkeit.
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Dramatiker und Lyriker

Ungerechtigkeit irgendwo ist eine Bedrohung für die Gerechtigkeit überall. Wir sind in einem unentrinnbaren Netzwerk der Gegenseitigkeit gefangen, in einem einzelnen Gewand der Bestimmung verknüpft. Alles, was einen direkt betrifft, betrifft alle indirekt.
Martin Luther King (1929-1968), amerikanischer Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

In gewisser Weise flexibilisieren wir die Arbeit auf Kosten der nächsten Generation.
Raimund Waltermann (1956-), deutscher Jurist, Professor für Arbeits- und Sozialrecht

  Mangelnde Chancengleichheit

Es ist Sache der Politik, dafür zu sorgen, dass aus der Chance Einzelner die Chance der Einzelnen wird.
Friedrich Dürrenmatt (1921-1990), Schweizer Schriftsteller, Dramatiker, und Maler

Die gleichen Rechte müssen umgesetzt werden in gleiche Chancen.
Hebert Wehner (1906-1990), deutscher Politiker, SPD

Chancengleichheit besteht nicht darin, dass jeder einen Apfel pflücken darf, sondern dass der Zwerg eine Leiter bekommt.
Reinhold Turre (1941-), deutscher evangelischer Theologe

Für mich sind die Menschen in ihrer Würde gleich, aber nicht in ihren Lebenschancen. Da gibt es furchtbare Diskrepanzen. Die Politik ist dazu da, diese so weit es geht auszugleichen.
Gesine Schwan (1943-), deutsche Politikwissenschaftlerin

Von Chancengleichheit kann nur die Rede sein, wenn alle am selben Punkt starten. Die Weltwirtschaft war früher ein Wettrennen zwischen Ochsenkarren und Auto, heute zwischen Ochsenkarren und Flugzeug. Wie sollen wir da mithalten können?
Annie Namala (1958-), indische Sozialaktivistin

  Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, fehlende Integrationsbereitschaft

Bist du ein Ausländer, so musst du Schmach hinunterschlucken.
AT, Jesus Sirach 29,25

Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.
AT, Exodus 22,20

Einerlei Recht soll unter euch gelten für den Fremdling wie für den Einheimischen.
AT, Leviticus 24,22

Wer das Recht des Fremden verletzt, der verletzt das Recht Gottes.
Talmud, Hagiga 5a

Dein Christus ist ein Jude, dein Auto ein Japaner, deine Pizza italienisch, deine Demokratie griechisch, dein Kaffe brasilianisch, dein Urlaub türkisch, deine Schrift lateinisch, deine Zahlen arabisch … und dein Nachbar nur ein Ausländer?
Anonymus

Überall, wo Fremde selten sind, werden sie gut aufgenommen.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Der ist nicht fremd, der teilzunehmen weiß.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Euer Landsmann ist ein Eigensinn und ein Besserwisser, der sich dem neuen Lande, drin er nun lebt, nicht anbequemen und alles nach der Weise seiner alten Heimat anordnen und regeln will. Er gehorcht wohl, weil er im Gehorsam erzogen ist, aber es ist ein toter Gehorsam, und ein toter Gehorsam ist unfruchtbar.
Theodor Fontane (1819-1898), deutscher Dichter hugenottischer Abstammung

Gott zählt auch die Ausländer.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreisträger

Fremdenfeindlichkeit zeugt nur von eigener Schwäche.
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007), deutscher Physiker, Philosoph und Friedensforscher

  Rassismus, Rassendiskriminierung, Apartheit

Wir alle ... wissen sehr genau, dass der Rassismus die Opfer entwürdigt und die Täter entmenschlicht.
Nelson Mandela (1918-), südafrikanischer Politiker, Kämpfer gegen die Apartheid, Präsident, Friedensnobelpreisträger

Jede Art von Rassismus führt unweigerlich zum Zermalmen des Menschen.
Johannes Paul II. (Karol Woytila) (1920-2005), polnischer Papst

Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.
Albert Memmi (1920-), jüdischstämmiger tunesisch-französischer Schriftsteller und Soziologe

Eine schwere Schuld lastet auf uns für das, was die Weißen aller Nationen den Farbigen angetan haben. Wenn wir ihnen Gutes tun, ist es kein Wohlwollen - es ist Wiedergutmachung.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Die Apartheit ist der Inbegriff des Rassismus, der Unterdrückung und der Unmenschlichkeit aller vorangegangenen weißen Herrschaftsregime.
Nelson Mandela (1918-), südafrikanischer Politiker, Kämpfer gegen die Apartheid, Präsident, Friedensnobelpreisträger

Keine menschliche Rasse steht über der anderen, kein religiöser Glaube ist mindertwertig. Alle kollektiven Urteile sind falsch. Nur Rassisten treffen diese.
Elie Wiesel (1928-), rumänisch-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, Friedensnobelpreisträger

  Sklaverei, Sklavenhandel

Die Sklaverei bleibt niederträchtig, sosehr man sie durch die Hoheit des Herrn beschönigen möchte.
Baltasar Gracián y Morales (1602-1658), spanischer Schriftsteller und Philosoph, Jesuit

In Christus Jesus gibt es keine Sklaven … Kauft sie, und nachdem ihr ihnen eine Kunst beigebracht habt, durch die sie sich ernähren können, lasst sie frei.
Johannes Chrysostomus (344-407), griechischer Kirchenlehrer und Patriarch von Konstantinopel

Es gibt ein Sprichwort, dass wir an den Menschen so tun sollen, wie sie an uns tun sollen, ohne das wir Unterschiede wegen ihres Alters, ihrer Abstammung oder Hautfarbe machen. Die, die Menschen stehlen und rauben, und die, die sie kaufen oder erwerben, sind sie nicht gleich?
Franz Daniel Pastorius (1651-1719), deutscher Jurist, Politiker, Pädagoge und Schriftsteller

Ich würde all mein Frieren, Hunger, Leiden und Mühsal vergessen, wenn ich das Werkzeug sein könnte, diesen verfluchten Handel zu beenden.
David Livingstone (a813-1873), schottischer Missionar und Afrikaforscher

Der allmächtige Gott hat mir zwei Ziele gesetzt: die Abschaffung der Sklaverei und die Besserung der Sitten in England.
William Wilberforce (1759-1833), englischer Politiker, Kämpfer gegen den Sklavenhandel

Der Mensch kann weder vererbt noch verkauft, noch verschenkt werden; er kann niemandes Eigentum sein, weil er sein eigenes Eigentum ist und bleiben muss.
Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), deutscher Erzieher und Philosoph

Wenn immer ich jemanden für die Sklaverei argumentieren höre, dann fühle ich einen starken Impuls es an ihm selbst ausprobiert zu sehen.
Abraham Lincoln (1809-1865), US-amerikanischer Politiker, Präsident, Kämpfer für die Abschaffung der Sklaverei

Die abstumpfenden Wirkungen der Sklaverei auf die moralischen Vorstellungen des Skavenhalters sind bekannt und auf der ganzen Welt eingestanden; und eine privilegierte Klasse, eine Aristokratie, ist nur eine Bande von Sklavenhaltern unter einem anderen Namen.
Mark Twain (Samuel Langhorne Clemens) (1835-1919), US-amerikanischer Schriftsteller

So, wie man der Natur hat Gewalt antun müssen, um die Sklaverei einzuführen, so hat man sie völlig ändern müssen, um dieses Recht fortzupflanzen, und die Rechtsgelehrten, die zuversichtlich behauptet haben, das Kind eines Sklaven sei zum Sklaven geboren, haben, mit anderen Worten, geurteilt, ein Mensch sei nicht zum Menschen geboren.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

Die Sklaven verlieren in ihren Ketten alles, sogar den Wunsch, sie abzuschütteln; sie lieben ihre Knechtschaft wie die Genossen des Odysseus ihre Tiergestalt.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

Die Sklaven der entwickelten industriellen Zivilisation sind sublimierte Sklaven, aber sie sind Sklaven.
Herbert Marcuse (1898-1979),
deutsch/US-amerikanischer Philosoph, Politologe und Soziologe

  Antisemitismus, Judenfeindlichkeit

Kommt es euch wohl zu, Menschen zu verbrennen, weil sie von einer Rasse abstammen, die ehemals ein kleines steiniges Land in der Nähe der Syrischen Wüste bewohnte? Was schert es euch, ob ein Mann eine Vorhaut hat oder nicht, ob er seine Osterandacht bei Vollmond im April hält oder am Sonntag darauf?
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Die Katholiken lehnen den Antisemitismus als solchen grundsätzlich und bewusst ab.
Wilhelm Marx (1863-1946), deutscher Jurist und Politiker

Der Antisemitismus ist das Kennzeichen einer zurückgebliebenen Kultur.
Friedrich Engels (1820-1895), deutscher Politiker, Unternehmer, Philosoph und Historiker

Wir sind uns heut bewusst, dass wir die Schönheit deines auserwählten Volkes nicht mehr gesehen haben. Vergib uns den Fluch, den wir zu Unrecht an ihren Namen „Jude“ hefteten. Vergib uns, dass wir dich in ihrem Fleisch zum zweiten Mal ans Kreuz schlugen. Wir wussten nicht, was wir taten.
Johannes XXIII. (Angelo Roncalli) (1881-1963), italienischer Papst, Konzilspapst

Der Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden.
Theodor Wiesengrund Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker

Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe, von den Nazis im KZ ermordet

Was helfen uns alle Proteste und alle Einsätze um spezifische christliche oder kirchliche Eigentümlichkeiten, wenn vor unsern Augen der Mensch entwürdigt wird?
Alfred Delp (1907-1945), deutscher katholischer Theologe, Jesuit, Widerstandskämpfer im Kreisauer Kreis, von den Nazis ermordet

Der Bruder Jude ist der ältere Bruder der Kirche. Er ist von aller Mitschuld am Tode Christi freizusprechen.
Johannes Paul II. (Karol Woytila) (1920-2005), polnischer Papst

Die meisten Antisemiten sagen viel mehr über sich selbst aus als über ihren Gegner, den sie nicht kennen.
Kurt Tucholsky (1890-1935), deutscher Journalist und Schriftsteller

  Frauenfeindlichkeit, Frauendiskriminierung

Wie könnte einer Feind der Frau sein - sie sei, wie sie wolle? Mit ihren Früchten wird die Welt bevölkert, darum lässt Gott sie lange leben, auch wenn sie noch so garstig wäre.
Paracelsus (Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim) (ca. 1493-1541), deutscher Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker, Laientheologe und Philosoph

Ich werfe unserer Zeit vor, dass sie starke und zu allem Guten begabte Geister zurückstößt, nur weil es sich um Frauen handelt.
Theresia von Avila (Teresa de Cepeda y Ahumada) (1515-1582), spanische Karmelitin, Mystikerin, Kirchenlehrerin und Heilige

Wenn Gott, als er den Mensch formte, gedacht hätte, dass die Frau etwas Schlechtes sei, dann hätte er sie dem Menschen nicht zur Gesellschaft gegeben, noch hätte er sie aus ihm gemacht.
Juan Ruiz de Alarcón y Mendoza (ca. 1581-1639), spanischer/mexikanischer Dramatiker

Ich möchte bei Gott, dass alle Menschen diese Wahrheit verstehen, dass Frauen, wenn sie wollen, vollkommen sein können, und wenn sie uns nicht glauben machen würden, dass wir nichts tun können und dass wir "nur Frauen" sind, könnten wir große Dinge tun.
Mary Ward (1585-1645), englische Ordensschester, Gründerin der Englischen Fräuleins, Orden in der Mädchenbildung

Männer, die sich vom Umgang mit Frauen fernhalten, hören auf, liebenswürdig zu sein.
Charles Joseph de Ligne (1735-1814), belgischer Offizier und Diplomat in österreichischen Diensten und Schriftsteller

Sie ist aus einem Land, wo die Frauen keine Menschen sind, sondern Dinge, mit denen man tut, was man will, die man verkauft, die man kauft, die man tötet, kurz deren man sich für seine Launen bedient, wie ihr euch hier eurer Möbel bedient.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Fähigkeiten des Einzelnen glaubt der Mann, dass er das Recht hat zu befehlen und die Frau die Pflicht zu gehorchen.
John Stuart Mill (1806-1873), englischer Philosoph und Nationalökonom

Die Frau wurde Sklavin, ehe der Sklave existierte.
August Bebel (1840-1913), deutscher Politiker, Begründer der sozialdemokratischen Bewegung, Gründer der SPD

Wo immer die Frau unterdrückt wurde, geschah es niemals, weil sie schwach war, sondern weil sie als mächtig erkannt und gefürchtet wurde - mit Recht.
Gertrud von le Fort (1876-1971), deutsche Schriftstellerin

In einer Religion, die das Fleisch verflucht, erscheint die Frau als die furchtbarste Versuchung des Teufels.
Simone de Beauvoir (1908-1986), französische Schriftstellerin

  Feminismus, Emanzipation

Ein Mannweib ist überall ebenso lächerlich wie ein weibischer Mensch.
Joseph von Eichendorff (1788-1857), deutscher Dichter

Nur selbständige Weiblichkeit, nur sanfte Männlichkeit ist gut und schön.
Friedrich von Schlegel (1772-1829), deutscher Ästhetiker und Dichter

Ein Weib soll ihre Weiblichkeit nicht ausziehen wollen.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Ich würde mir lieber alle Denkmäler Londons, so hässlich sie auch sind, zum Abendessen einladen, als mich einmal einem Disput auszusetzen mit einer Frauenrechtlerin.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Alle Eigenschaften eines Mannes, die der Frau nützen, nennt sie männlich, und alle, die ihr nicht nützen und auch sonst niemandem, nennt sie weibisch.
Esther Vilar (1935-), argentinisch-deutsche Schriftstellerin

Wenn Frauen unter Emanzipation die Übernahme der männlichen Rolle verstehen, dann sind wir in der Tat verloren.
Germaine Greer (1939-), australische Autorin, Publizistin und Feministin

Dass die Männer acht Jahre früher sterben als die Frauen, stört den hoch entwickelten Gleichheits- und Gerechtigkeitssinn der Feministinnen seltsamerweise nicht im geringsten.
Gerhard Kocher (1939-),
schweizerischer Politologe, Gesundheitsökonom und Aphoristiker

Die emanzipierte Frau wird zum dritten Geschlecht.
Erhard Blanck (1942-), deutscher Aporistiker

Zu Feministinnen werden die Frauen, die sich für geringer als Männer halten und sich damit nicht abfinden können.
Andrzej Majewski (1966-), polnischer Aphoristiker, Erzähler, Publizist

Die Emanzipation der Frau führt nicht zu einer Erhöhung der Frau, sondern zu einer Verdoppelung des Männlichen.
Leo Scheffzcyk (1920-2005), deutscher katholischer Theologe, Kardinal

  Neid, Missgunst

Wer missgünstig ist, ist auch schlecht gegen sich selbst.
AT, Jesus Sirach 14,8

Neid sieht nur das Blumenbeet, nie den Spaten.
chinesisches Sprichwort

Die Scheelsucht ist die Quelle der Zwietracht.
Demokrit (460-371 v.Chr.), griechischer Philosoph

Der Hang der menschlichen Natur zu Neid und Missgunst ist so groß, dass man sich über die Vorzüge, die andere besitzen, mehr betrübt als über seine eigenen freut.
Plutarch (46-120), griechischer Philosoph und Geschichtsschreiber

Anderen gefällt mehr was wir, uns was die anderen haben.
Publilius Syrus (ca. 90-40 v.Chr.), römischer Moralist

Der Neid beurteilt nach dem Schein, nicht danach, was dahinter steckt.
Publilius Syrus (ca. 90-40 v.Chr.), römischer Moralist

Neid ist der Krebs der Seele.
Sokrates (469-399 v.Chr.), griechischer Philosoph

Neidisch sind die Menschen vor allem auf Gleichgestellte oder unter ihnen Stehende, wenn sie merken, das sie selbst zurückgeblieben, jene aber zu ihrem Leidwesen emporgestiegen sind.
Marcus Tuilius Cicero (106 v.Chr.-43 v.Chr.), römischer Philosoph

Du wirst dem Neid entgehen, wenn du nicht die Blicke auf dich ziehst, wenn du mit deinem Besitz nicht prahlst, wenn du es verstehst, dich heimlich zu freuen.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Der Gute kennt keine Missgunst gegen irgendein Gutes.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Die unversöhnlichste Art des Hasses ist der Neid. Sonst machen Wohltaten die Feindseligen ruhiger; den bösartigen Neider regen aber Wohltaten nur noch mehr auf. Je größere Wohltaten er empfängt, desto größer wird sein Ärger, Verdruss und Unwille. Größer ist sein Ärger über die Macht des Wohltäters als sein Dank für empfangene Wohltaten.
Basilius der Große von Cäsarea (330-379), griechischer Kirchenvater, Gründer der Basilianer-Mönche

Keine Leidenschaft ist für die Seele des Menschen verderblicher als der Neid, der zwar andere sehr wenig betrübt, aber für den, der damit behaftet ist, das größte, eigentlich das Grundübel ist. Denn wie der Rost das Eisen, so verzehrt der Neid die Seele, die mit ihm behaftet ist.
Basilius der Große von Cäsarea (330-379), griechischer Kirchenvater, Gründer der Basilianer-Mönche

Aus dem Neid entstehen Hass, üble Nachrede, Verleumdung, Freude am Unglück des Nächsten und Missfallen an seinem Wohlergehen.
Gregor I. der Große (um 540-604),

Die Ehrgeizigen sind leichter neidisch. Ähnlich sind auch die Kleinmütigen neidisch, da sie alles für wichtig halten: und alles was immer einem anderen an Gutem widerfährt, sie glauben sich gewaltig übervorteilt.
Thomas von Aquin (1225-1274), scholastischer Theologe und Philosoph

Wer an den Neid der Menschen appelliert, findet fast immer Gehör.
Jonathan Swift (1667-1745), anglo-irischer Schriftsteller und Satiriker

Neid ist eine Art Lob.
John Gay (1685-1732), englischer Schriftsteller, Satiriker

Der Neid kann sich nicht verbergen. Er klagt an und verurteilt, ohne Beweise zu haben; er übertreibt die Fehler; er hat maßlose Namen für die geringsten Irrtümer, und seine Sprache ist voll Bitterkeit, Übertreibung und Missgunst. Mit unerbittlichem Hass und rasender Wut stürzt er sich auf jedes wirkliche Verdienst; er ist blind, jähzornig, gefühllos, brutal.
Luc de Clapiers Vauvenargues (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Es ist doch kaum etwas in der Welt, das den Menschen so durch und durch verdirbt und in allem, was er ist und tut, entstellt und hässlich macht, wie der Neid.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), Schweizer Pädagoge und Sozialreformer

Der Neid, der redet und lärmt, ist immer ungeschickt; was man fürchten muss, ist der Neid, der schweigt.
Antoine Comte de Rivaról (1753-1801), französischer Schriftsteller

Ein freier Mensch ist nicht neidisch.
Georg Friedrich Wilhelm Hegel (1770-1831), deutscher Philosoph

Neid ist ein Eingeständnis der Minderwertigkeit.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller

Es ist kein Mensch, den nicht um irgendetwas Hunderttausende, ja Millionen beneiden können.
Wilhelm Raabe (1831-1910), deutscher Schriftsteller

Wir mögen keinem gerne gönnen, dass er was kann, was wir nicht können.
Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter und Zeichner

Beneide niemanden, denn du weißt nicht, ob der Beneidete im stillen nicht etwas verbirgt, was du bei einem Tausche nicht übernehmen möchtest.
August Strindberg (1849-1912), schwedischer Schriftsteller und Künstler

Die Menschen könnten sich eine Menge Neid sparen, wenn sie wüssten, wie's dem anderen wirklich geht.
Robert Lembke (1913-1989), deutscher Journalist und Fernsehmoderator

  Verdummung, Verblödung

Der größte Teil des Volkes tut Dinge, von denen er nicht weiß, warum er sie tut.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr.), römischer Philosoph und Dichter

Wenn alle das gleiche denken, denkt keiner richtig.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Es ist weit leichter, dem gebildeten Pöbel zehn neue Lügen aufzubinden, als ihm einen einzigen seiner liebgewordenen Irrtümer als solchen zu entlarven.
Gerhardt von Amyntor (Dagobert von Gerhardt) (1831-1910), deutscher Schriftsteller

Wir leben im Zeitalter der Überarbeiteten und Untergebildeten, einem Zeitalter, in dem die Leute derart geschäftig sind, dass sie völlig verdummen. Und so hart es klingt: Solche Leute verdienen ihr Los.
Oscar Wilde (1854-1900), englischer Schriftsteller irischer Herkunft

Das Kennzeichen der modernen Zeit ist die metaphysische Verdummung des Menschen.
Franz Werfel (1890-1945), böhmischer Schriftsteller

Wer in diesem Business Erfolg haben will, der darf nicht belehren, aufklären, fragen - er muss unterhalten, bestätigen, verdummen.
Axel Springer (1912-1985), deutscher Zeitungsverleger und Verlagsgründer

Die Menschen werden von keinem Medium verdummt. Sie werden nur in ihrer Dummheit bestätigt.
Gabriel Laub (1928-1998), deutsch-polnischer Satiriker und Publizist

  Verleumdung, Verunglimpfung, Anschwärzen, üble Nachrede

Stelle den Freund zur Rede, denn oft ist's Verleumdung, und nicht jedem Gerede glaube dein Herz.
AT, Jesus Sirach 19,15

Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten.
AT, Exodus 23,1

Redet nicht schlecht voneinander.
NT, Jakobus 4,11

Wenn dein Nachbar verleumdet wird, höre es an und sage dir: "Ich warte auf die Verleumdung gegen mich."
abessinisches Sprichwort

Die Verleumdung tötet drei Mensch: den Verleumder selbst, den, der die Verleumdung mit anhört, und den Verleumdeten.
Talmud

Denn sich wechselseitig nur giftig anzuschwärzen, ist der Frauen Lust.
Euripides (480 od. 485/6-406 v.Chr.) griechischer Dramatiker

Ein Mitbürger oder Nachbar muss es gesagt haben; meist sind es diese Leute, die Anzeige erstatten; durch sie werden die meisten verraten.
Marcus Tullius Cicero (106 v.Chr.-43 v.Chr.), römischer Philosoph
 

Kühn verleumden - etwas bleibt immer hängen.
Plutarch (46-120), griechischer Philosoph und Geschichtsschreiber

Verunglimpfungen sind für den, der sie ausspricht, schimpflicher als für den, dem sie gelten.
Plutarch (46-120), griechischer Philosoph und Geschichtsschreiber

Erfährst du, dass jemand schlecht über dich gesprochen hat, so überlege, ob du es nicht zuerst getan hast und über wie viele du selbst sprichst.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr.), römischer Philosoph und Dichter

Ich kenne sogar Menschen, deren Ohren von Verleumdungen ebenso angenehm gekitzelt werden, als ob man sie mit einer Pfauenfeder streicheln würde.
Lukian von Samosata (ca. 120-180), griechischer Satirkiker

Schütze die Abwesenden gegen Verleumdungen.
Marcus Porcius Cato (234-149 v.Chr.), römischer Feldherr, Geschichtsschreiber, Schriftsteller und Staatsmann

Es liegt in der Natur des Menschen, Verleumdungen und Anklage gern zu hören, aber verdrießlich zu sein, wenn einer sich selbst lobt.
Demosthenes (384-322 v.Chr.), griechischer Redner

Doch wir horchen allein dem Gerücht und wissen durchaus nichts.
Homer (ca. 500 v.Chr.), griechischer Schriftsteller

Die schweigende Verachtung, mit der man einer Verleumdung oder Unbill begegnet, ist gewöhnlich ein heilsameres Gegenmittel als Empfindlichkeit, Zwist oder Rache.
Franz von Sales (1567-1622), französischer Theologe, Ordensgründer der Salesianerinnen, Bischof von Genf, Heiliger

Glaube nie etwas Schlechtes über jemanden, es sei denn du weißt sicher, dass es wahr ist. Erzähle selbst das nicht, es sei denn du fühlst, dass es absolut notwendig ist - und das Gott zuhört, wenn du es erzählst.
William Penn (1644-1718), englischer Unternehmer, Philosoph und Gründer des Staates Pennsylvania

Die Tochter des Neides ist die Verleumdung.
Giacomo Girolamo Casanova (1725-1798), italienischer Abenteurer

Sprich nie Böses von einem Menschen, wenn du es nicht gewiss weißt! Und wenn du es gewiss weißt, so frage dich: Warum erzähle ich es.
Johann Kaspar Lavater (1741-1801), Schweizer evangelischer Theologe, Physiognomiker, Religionsphilosoph und Schriftsteller

Wenn deine Gegenwart makellos ist, so untersucht man deine Vergangenheit.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Weil er seine eigenen Pflichten immer vernachlässigte, so behielt er Zeit übrig, zu sehen, wer von seinen Mitbürgern seine Pflichten vernachlässigte, um es der Obrigkeit anzuzeigen.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Nichts macht die Menschen vertrauter und gegen einander gutgesinnter als gemeinschaftliche Verleumdung eines Dritten.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Wenn etwas Liebloses in deiner Gegenwart gesagt wird, sprich entweder zu Gunsten des Abwesenden, oder zieh dich zurück, oder beende, wenn möglich, das Gespräch.
Jean-Marie Vianney (1786-1859), französischer Priester, Hl. Pfarrer von Ars

Gerichte können kein Gerücht zum Schweigen bringen.
Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862), österreichischer Schauspieler, Sänger, Dramatiker und Satiriker

Einen großen Mann zu verleumden, ist die naheliegendste Art für einen kleinen Mann selbst mehr Aufmerksam zu erlangen.
Edgar Allan Poe (1809-1949), US-amerikanischer Schriftsteller

Es ist immer etwas für einen Esel, durch das Weitergeben eines Gerüchtes auch einmal interessant zu werden und sich selber so vorzukommen.
Wilhelm Raabe (1831-1910), deutscher Schriftsteller

Wo Nachrichten fehlen, wachsen die Gerüchte.
Alberto Moravia (1907-1990), italienischer Schriftsteller

  Vorurteil, Klischee, Stereotyp, Voreingenommenheit

Tadle nicht, bevor du untersucht hast, prüfe erst - und dann urteile.
AT, Jesus Sirach 11,7

Lass dich nicht durch Vorurteile bestimmen und begünstige keinen.
NT, 1. Timotheus 5,21

Verurteile keinen Menschen und halte kein Ding für unmöglich, denn es gibt keinen Menschen, der nicht seine Zukunft hätte, und es gibt kein Ding, das nicht seine Stunde bekäme.
Talmud

Ein Vorurteil ist schlimm, weil ihm das Urteil fehlt.
Publilius Syrus (1. Jh. v.Chr.), römischer Mimenautor

Mache dich von deinen Vorurteilen los, und du bist gerettet.
Mark Aurel (121-180), römischer Kaiser und Philosoph

Dem erbärmlichen Geist ist es zu eigen, stets nur Klischees und niemals eigene Einfälle zu verwenden.
Hieronymus Bosch (1450-1516), niederländischer Maler

Wenn es ein Übel ist, irgend einen Menschen vorschnell und unwahr zu beurteilen, um wie größer ist die Sünde, ein ganzes Volk zu verdammen.
William Penn (1644-1718), englischer Unternehmer, Philosoph und Gründer des Staates Pennsylvania

Vorurteil, Eitelkeit, Berechnung beherrschen die Welt; wer nur Vernunft, Wahrheit, Gefühl folgt, hat fast nichts gemein mit der Gesellschaft. Er muss in sich selbst sein ganzes Glück suchen und finden.
Nicolas-Sébastien Roch Chamfort (1741-1794), französischer Schriftsteller

Das Vorurteil ist recht für den Menschen gemacht, es tut der Bequemlichkeit und der Eigenliebe Vorschub, zweien Eigenschaften, die man nicht ohne die Menschheit ablegt.
Immanuel Kant (1724-1804), deutscher Philosoph, Aufklärer

Vorurteil ist das Kind der Unwissenheit.
William Hazlitt (1778-1830), englischer Essayist und Schriftsteller

Es ist nichts jämmerlicher, als Leute unaufhörlich von Vernunft reden zu hören, mittlerweile sie allein nach Vorurteilen handeln.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Es ist nie zu spät, unsere Vorurteile aufzugeben; auf keine Ansicht, keine Lebensweise, und sei sie noch so alt, kann man sich ohne Prüfung verlassen.
Henry David Thoreau (1817-1862), US-amerikanischer Schriftsteller und Philosoph

Die Menschen sind voreingenommen, wenn sie Zuneigung und Liebe empfinden; sie sind voreingenommen, wenn sie verachten und abgeneigt sind; sie sind voreingenommen, wenn sie Ehrfurcht und Hochachtung empfinden; sie sind voreingenommen, wenn sie überheblich und unbarmherzig sind.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Es gibt ein Prinzip, das eine Schranke gegen jede Information, ein Beweis gegen alle Argumente ist und nicht darin fehlen wird, einen Menschen in immerwährender Unwissenheit zu halten - dieses Prinzip ist Verachtung vor Untersuchung.
Herbert Spencer (1820-1903), englischer Philosoph und Soziologe

Wir alle verachten Vorurteile, aber wir sind alle voreingenommen.
Herbert Spencer (1820-1903), englischer Philosoph und Soziologe

Ich hatte ungeheuer vieles noch nicht gesehen und nicht bemerkt an diesem Menschen, den ich bereits verurteilte.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Ein Urteil lässt sich widerlegen, ein Vorurteil nie.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin

Wer anders glaubt, ist schlecht; wer anders denkt, ist dumm.
Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter und Zeichner

Es sind die vorgefassten Meinungen, die es den Völkern so schwer machen, einander zu verstehen, und die es ihnen so leicht machen, einander zu verachten.
Romain Rolland (1866-1944), französischer Schriftstleller

Das Auge sieht nur, was der Verstand sehen möchte.
Henri Bergson (1859-1941), französischer Philosoph, Literaturnobelpreisträger

Welch triste Epoche, in der es leichter ist ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen; die meisten sind sogar unfähig, überhaupt zu solchen Meinungen zu gelangen.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

Ein Mensch wähnt manchmal ohne Grund, der andre sei ein Schweinehund, und hält für seinen Lebensrest an dieser falschen Meinung fest.
Eugen Roth (1895-1976), deutscher Schriftsteller

Man kann Dummheit sorgfältig durch Erziehung zu Vorurteilen herbeiführen.
Alexander Mitscherlich (1908-1982), deutscher Philosoph

Antikatholizismuss ist das letzte respektable Vorurteil. Man kann keine schwarzen Menschen mehr hassen, natürlich, und man kann keine Homosexuellen, aber man kann alle Katholiken hassen, die man will.
Tom Clancy (1947-), US-amerikanischer Schriftsteller

  Gerücht, Klatsch, Tratsch

Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten.
AT, Exodus 23,1

Vor drei Dingen bebt mein Herz, und vor dem vierten fürchte ich mich sehr: vor Stadtklatsch, Volksauflauf und Verleumdung - dies alles ist widerwärtiger als der Tod.
AT, Jesus Sirach 26,5

Verbürg dich nicht für Worte, die du nur von Gerüchten her kennst.
chinesisches Sprichwort

Doch wir horchen allein dem Gerücht und wissen durchaus nichts.
Homer (ca. 500 v.Chr.), griechischer Schriftsteller

Wer fremde Vergehen weitersagt, wird seine eigenen zu hören bekommen.
Publilius Syrus (1. Jh. v.Chr.), römischer Mimenautor

Die Herabsetzung der andern findet willige Ohren.
Publius Cornelius Tacitus (um 58- um 120), römischer Historiker und Senator

Wir dürfen nicht bloß selbst nichts Unziemliches sprechen, sondern derartigen Worten auch nicht unser Ohr leihen. Wer vergnüglich zuhört, reizt den ändern zum Reden.
Ambrosius von Mailand (339-397), römischer Bischof, Kirchenlehrer

Niemand redet so, wenn wir zugegen sind, wie er in unserer Abwesenheit redet.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Die meisten Menschen können sich in Gesellschaft nur auf Kosten anderer unterhalten.
Luc de Clapiers Vauvenargues (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Es ist immer etwas für einen Esel, durch das Weitergeben eines Gerüchtes auch einmal interessant zu werden und sich selber so vorzukommen.
Wilhelm Raabe (1831-1910), deutscher Schriftsteller

Gerücht: Lieblingswaffe des Charaktermörders.
Ambrose Gwinnet Bierce (1842-1914), US-amerikanischer Journalist und Satiriker

Es wird wenige geben, welche, wenn sie um Stoff zur Unterhaltung verlegen sind, nicht die geheimeren Angelegenheiten ihrer Freunde preisgeben.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Wir sind die geborenen Polizisten: was ist Klatsch andres als Unterhaltung von Polizisten ohne Exekutivgewalt!
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

  Verdrängung

Es ist so leicht, unwillkommene und unliebsame Gedanken zurückzuweisen, und schon hat man seine Ruhe wieder.
Mark Aurel (121-180), römischer Kaiser und Philosoph

Da die Menschen kein Heilmittel gegen den Tod, das Elend, die Unwissenheit finden konnten, sind sie, um sich glücklich zu machen, darauf verfallen, nicht daran zu denken.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Wenn wir nur etwas, das uns Sorge macht, aus unserer Gegenwart verbannen können, da glauben wir schon, nun sei es abgetan.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Wir schließen die Augen beim Beginn des Übels, weil es uns gering erscheint. Aber in dieser Schwäche liegt der Keim unserer Niederlage.
Henri Frédéric Amiel (1821-1881), französischsprachiger Schweizer Schriftsteller und Philosoph

Weil, so schließt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Es ist nicht gut, vor Wirklichkeiten zu tun, als ob sie nicht wären, denn dann rächen sie sich.
Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Wir unterdrücken das Gewahrwerden von Tatsachen, wenn sie bestehenden Ideen oder Interessen zuwiderlaufen, die wir nicht bedroht sehen möchten.
Erich Fromm (1900-1980), deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker

Die lebensrettende Funktion der Verdrängung in der Kindheit verwandelt sich später beim Erwachsenen in eine lebenszerstörende Macht.
Alice Miller (1923-), Schweizer Psychoanalytikerin und Autorin

Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren.
Richard von Weizsäcker (1920-), deutscher Politiker, CDU, Bundespräsident

  Kommerzialisierung

Wenn das Jahrtausend beginnt, das nach dem Jahrtausend kommt Wird der Mensch mit allem Handel treiben. Jedes Ding wird seinen Preis haben Baum, Wasser und Tier. Nichts wird mehr wahrlich geschenkt sein, und alles wird verkauft werden.
Doch der Mensch wird dann nicht mehr sein als das Gewicht seines Fleisches. Sein Körper wird feilgeboten werden wie ein Pfund Fleisch. Sein Ohr und sein Herz wird man nehmen. Nichts wird mehr heilig sein, weder das Leben noch seine Seele. Man wird sich um seine sterbliche Hülle und um sein Blut streiten, als wolle man Aas zerfetzen.
Johannes von Jerusalem (Jehan de Vezelay) (
1042–1119). französischer Tempelritter, Prophet, angeblich fiktive Person

Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht.
Kurt Marti (1921-), Schweizer evangelischer Pfarrer und Schriftsteller

Aus kommerzieller Sicht, wäre es nötig Weihnachten zu erfinden, wenn es nicht existieren würde.
Katherine Whitehorn (1928-), britische Journalistin und Schriftstellerin

Wenn sich eine Regierung anschickt, alle Sphären zu beherrschen, nennt man das Totalitarismus. Wenn Religion das tut nennt man das Theokratie. Aber wenn der Kommerz das tut, nennen wir es plötzlich Freiheit.
Benjamin R. Barber (1939-), US-amerikanischer Politikwissenschaftler, Präsidentenberater

Auf dem Sozialmarkt wird der bedürftige Mensch Mittel zum Gelderwerb, er wird missbraucht.
Christopher Kinkel (20. Jh.), evangelischer Sozialmanager, Diakoniedirektor

Die Kommerzialisierung der Kindheit.
Christine Feil (20. Jh.), deutsche Soziologin

Immer mehr Dienste, die bisher unserer privaten Welt angehörten, werden plötzlich professionalisert - Dienste, die früher keine Preisschilder trugen sondern aus Freundschaft, Liebe, Verantwortungsbewusstsein oder Barmherzigkeit verrichtet wurden.
Axel Braig (20. Jh.), deutscher Philosoph

  Äußerlichkeit, äußere Werte

Geschickte Reden und eine zurechtgemachte Erscheinung sind selten Zeichen von Mitmenschlichkeit.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Beim Menschen kommt es überhaupt nicht darauf an, wie viel Acker er unter dem Pflug hat, wie viel Kapital er ausleiht, von wie viel Menschen er gegrüßt wird, auf wie kostbarem Bett er liegt, aus wie funkelndem Becher er trinkt, sondern wie gut er ist.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Halte nie einen für glücklich, der von äußeren Dingen abhängt.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr.-65 n.Chr-), römischer Philosoph und Dichter

Du siehst dich bald betrogen, wenn du Menschen nur nach ihrer äußerlichen Erscheinung beurteilst.
Thomas von Kempen (1379/80-1471), holländischer Augustinermönch und Prediger

Wir bestehen aus lauter Äußerlichkeiten; wir denken an das äußere Gebaren und vernachlässigen darüber das Wesentliche.
Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592), französischer Politiker, Philosoph und Essayist

Nie habe ich das Vorgehen jener billigen können, die bei Äußerlichkeiten beginnen, um den Menschen zu bessern: bei Haltung, Kleidung oder Frisur. Mir scheint im Gegenteil, man muss beim inneren Menschen anfangen.
Franz von Sales (1567-1622), französischer Bischof, Ordensgründer, Mystiker und Kirchenlehrer, Heiliger

Mensch, alles außer dir, das gibt dir keinen Wert. Das Kleid macht nicht den Mann, der Sattel macht kein Pferd.
Angelus Silesius (Johann Scheffler) (1624-1677), deutscher Dichter, Arzt, katholischer Priester

Die Äußerlichkeiten sind für die Narren die Hälfte des Lebens; und deshalb erweist sich mehr als ein Mann von Talent ungeachtet seines ganzen Geistes als ein Narr.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Auf unserer Erdenwelt hängt oft alles von den Äußerlichkeiten ab, mit denen man sich in Szene setzt.
Alfred de Musset (1810-1857), französischer Schriftsteller

Es ist eine große Torheit, um nach außen zu gewinnen, nach innen zu verlieren, d. h. für Glanz, Rang, Prunk, Titel und Ehre, seine Ruhe, Muße und Unabhängigkeit ganz oder großen Teils hinzugeben.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Überhaupt aber tragen glänzende, rauschende Feste und Lustbarkeiten stets eine Leere, wohl gar einen Misston im Innern, schon weil sie dem Elend und der Dürftigkeit unseres Daseins laut widersprechen.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Wenn du einzig und allein an der Oberfläche lebst, wenn dich nur dein Außen interessiert, deine Aufmachung, dein Aussehen, und dein Ansehen, dann hängt dein Glück an einem launischen Pendel: heute glücklich - morgen unglücklich, heute in Stimmung - morgen verzweifelt.
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

Wir kleiden uns mit Äußerlichkeiten, um die Nacktheit unserer Seele zu vertuschen.
Ernesto Cardenal (1925-), nicaraguanischer katholischer Priester und Politiker

  Abstumpfung

Zu grelles Licht gefährdet das Sehen. Übermäßiger Lärm betäubt das Gehör. Zu starkes Gewürz verdirbt den Geschmack. Übergroße Erregung stumpft das Gefühl.
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Wenn wir zu allen Stunden grausige Geschehnisse mit ansehen und mit anhören müssen, so verlieren wir schließlich, selbst die von Natur Zartesten unter uns, durch die ständige Folge der quälenden Eindrücke, jegliches Empfinden für Menschlichkeit.
Marcus Tullius Cicero (106 v.Chr.-43 v.Chr.), römischer Philosoph 

Ständige Beanspruchung führt zu Abstumpfung und Erschöpfung.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 1-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Der große Feind der Sittlichkeit ist die Abstumpfung.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Nicht gleichgültig werden. Es gehört zu den Gefahren unserer Kultur, dass wir durch die Massenmedien seelische Schocks bekommen und dann abgestumpft werden.
Anaïs Nin
(1903-1977), französische Schriftstellerin

  Gefühlskälte, Intellektualismus

Der größte intellektuelle Reichtum kann neben der größten moralischen Armut bestehen.
Justinus Kerner (1786-1862), deutscher Dichter

Wer einmal warm gebettet ist, vergisst gern, wie es Leuten zumute ist, denen es am Notwendigsten fehlt.
Adolf Kolping (1813-65), deutscher katholischer Priester, Begründer des Kolpingwerks, "Gesellenvater"

Die Leuchte des Geistes ohne Wärme des Herzens wird oft zum Irrlicht.
Peter Sirius (1858-1913), deutscher Dichter

Viel Kälte ist unter den Menschen, weil wir nicht wagen, uns so herzlich zu geben, wie wir sind.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Gefühlskälte ist kein Zeichen von Vernunft.
Hannah Arendt (1906-1975), jüdische deutsch-amerikanische Publizistin und Gelehrte

Ich glaube, dass der erschreckende Verfall im ethischen Verhalten der Menschen in erster Linie mit der Mechanisierung und Entpersönlichung unseres Lebens zu tun hat - ein verhängnisvolles Nebenprodukt der Entwicklung des wissenschaftlichen Geistes. Nostra culpa! Ich sehe nicht den Weg, um diesem verhängnisvollen Mangel beizukommen. Der Mensch erkaltet schneller, als der Planet auf dem er sitzt.
Albert Einstein (1879-1955), deutscher Physiker, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger

In einer Welt der Gewalt und Gefühlsarmut hat das Erwachsenenalter viel von seiner Autorität und seiner Aura verloren, und die Idee des Respekts gegenüber Älteren wirkt für die meisten Heranwachsenden schon fast lächerlich.
Neil Postman (1931-), US-amerikanischer Schriftsteller, Gesellschaftskritiker

Der schützende Firnis, mit dem sich der gute, kaltblütige Praktiker umgibt, um der inneren Auslaugung widerstehen zu können, bekommt Sprünge, wenn der Schlag zu heftig ist.
Michel Tournier (1924-), französischer Schriftsteller

Wer Kälte ausstrahlt, der kann nur Kälte erwarten.
Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Schriftsteller

Eine bedenkliche Nebenwirkung der Vergötterung des Überflusses ist die überhand nehmende Erzeugung von Gefühlskälte.
Ernst Ferstl (1955-), österreichischer Lehrer und Autor

  Lieblosigkeit, Hartherzigkeit, Unbarmherzigkeit

Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch.
AT, Ezechiel 36,26

Nichts bringt Gott so sehr auf, als Unbarmherzigkeit.
Johannes Chrysostomus

Wenn bei einem Menschen das Herz einmal hart ist, so ist es aus. Was er auch sonst Gutes hat, man kann nicht mehr auf ihn zählen.
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), Schweizer Pädagoge und Sozialreformer

Gott hat euch zur Freiheit berufen, Brüder! Aber missbraucht sie nicht als Freibrief für Selbstsucht und Lieblosigkeit.
NT, Galater 5,13

Infolge des allgemeinen Mangels an gegenseitiger Liebe bei den Menschen überwältigen die Starken die Schwachen, verhöhnen die Reichen die Armen, lassen die Vornehmen die Geringen ihren Übermut fühlen und betrügen die Schlauen die Dummen. Führen wir alles Elend, alle Übergriffe, alle Unzufriedenheit und allen Hass in der Welt auf ihren Ursprung zurück, so entspringen sie alle aus dem Mangel an gegenseitiger Liebe.
Mo-ti (um 470-400 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Wenn es an der Liebe fehlt, wozu dient der ganze Rest?
Aurelius Augustinus (354-430), Bischof von Hippo in Nordafrika, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Suche den, der Liebloses spricht, auf sanfte Art umzustimmen; weißt du etwas Gutes über die Person, von der gesprochen wird, dann erzähle es.
Franz von Sales (1567-1622), französischer Theologe, Ordensgründer der Salesianerinnen, Bischof von Genf, Heiliger

Die Erfahrung lehrt, dass Weichlichkeit und Nachsicht gegen sich selbst und Hartherzigkeit gegen andere dasselbe Laster sind.
Jean de La Bruyère (1645-1696), französischer Schriftsteller

Der Mensch sieht oft nur zu spät ein, wie sehr er geliebt wurde, wie vergesslich und undankbar er war und wie groß das verkannte Herz.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Gib nie einen Menschen oder die Hoffnung auf ihn lieblos auf.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Die Hartherzigkeit versieht uns mit strengen, korrekten Grundsätzen: man schützt Prinzipien vor, um eine Bitte abzuschlagen.
Emanuel Wertheimer (1846-1916), deutscher Philosoph

Die größte Vergeudung unseres Lebens besteht in der Liebe, die nicht gegeben wurde.
Elsa Brandström (1888-1948), schwedische Philanthropin

Die Lieblosigkeit ist nicht nur die größte, sondern auch die häufigste Sünde unter den Menschen.
Friedrich Heiler (1892-1967), deutscher evangelischer Theologe

Wenn ich die Liebe nicht habe, was habe ich dann schon? Geld? Genuss? Überfluss? Was mache ich denn damit? Was bin ich denn damit? Nichts!
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

Würdest du deinen Fuß auf den Mond setzen, hättest aber die Liebe nicht, du hast keine Ahnung von der Sonne. Würdest du alle Geheimnisse des Mars erforschen, hättest aber die Liebe nicht, es leuchtet kein Stern in deinen Augen. Würdest du alles Geld der Welt besitzen, hättest aber die Liebe nicht, dein Herz ist von Stein. Würdest du deinen Namen in allen Sprachen nennen hören, hättest die Liebe aber nicht, bist du für alle Menschen tot. Hättest du die Liebe nicht, du bist tot.
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

  Gleichgültigkeit

Wir sind an unserem Bruder schuldig geworden. Wir haben zugesehen, wie er sich um sein Leben ängstigte.
AT, Genesis 42,21a

Gleichgültigkeit bringt Verarmung und großen Mangel; ja, Gleichgültigkeit ist die Mutter des Hungers.
AT, Tobit 4,13

Sie sprachen: 'Was geht das uns an? Da siehe du zu'!"
NT, Matthäus 27,4

Ich mag keineswegs jene gewissen Seelen, die nichts lieben und bei allen Ereignissen unbewegt bleiben und das tun aus Mangel an Kraft und Herz oder aus Geringschätzung des Guten und des Bösen.
Franz von Sales (1567-1622), französischer Theologe, Ordensgründer der Salesianerinnen, Bischof von Genf, Heiliger

Gleichgültigkeit verstößt mehr gegen unsere menschliche Pflicht als Eigennutz.
François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Adeliger, Militär, Aphoristiker

Gleichgültigkeit an die Stelle der Liebe? Das heißt: nichts an die Stelle von etwas.
Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781), deutscher Schriftsteller

Misstraue dem, der alles gut findet, dem der alles schlecht findet und noch mehr dem, der allem gegenüber gleichgültig ist.
Johann Kaspar Lavater (1741-1801), Schweizer evangelischer Theologe, Physiognomiker, Religionsphilosoph und Schriftsteller

Wo Mäßigung ein Fehler ist, das ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Die moralische Gleichgültigkeit ist die Krankheit der kultivierten Leute.
Henri-Frédéric Amiel (1821-1881), französisch-schweizerischer Schriftsteller und Philosoph

Gleichgültigkeit jeder Art ist verwerflich, sogar die Gleichgültigkeit gegen uns selbst.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin und Aphoristikerin

Nicht im Hass offenbart sich die schlimmste Sünde gegen unsere Mitmenschen, sondern in der Gleichgültigkeit; sie ist die Wurzel der Unmenschlichkeit.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Literaturnobelpreisträger

Die Gleichgültigkeit ist eine Lähmung der Seele, ein vorzeitiger Tod.
Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904), russischer Schriftsteller, Novellist und Dramatiker

Wir essen und trinken ruhig, während Mitmenschen neben uns verhungern und verdursten, wir gehen fröhlich in Freiheit herum, während Mitmenschen neben uns in Kerkern verderben. Wir können uns in jeder Weise freuen, während um uns in jeder Weise gelitten wird, und wenn wir selbst leiden, so haben wir die Unbefangenheit, mit dem Schicksal darum zu hadern. Oh, dass unser Herz und Geist mit den Zeiten verwandelt würden und diese bittere Hässlichkeit von uns abfiele und wir aus Kindern Erwachsene würden.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Es gibt kaum eine größere Enttäuschung, als wenn du mit einer recht großen Freude im Herzen zu gleichgültigen Menschen kommst.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Die Wissenschaft hat Mittel zur Behandlung der meisten Krankheiten gefunden. Aber sie hat noch kein Heilmittel für das schlimmste aller Übel entdeckt - die Gleichgültigkeit.
Helen Keller (1880-1968), taubblinde US-amerikanische Schriftstellerin

Gleichgültigkeit ist die mildeste Form von Intoleranz.
Karl Jaspers (1883-1969), deutscher Philosoph des Existentialismus und Schriftsteller, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Der Mensch muss die Gleichgültigkeit abtun, welche die Dinge selbstverständlich nimmt.
Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Eurem Bruder wird Gewalt angetan, und ihr kneift die Augen zu; der Getroffene schreit laut auf, und ihr schweigt? Der Gewalttätige geht herum und wählt sein Opfer und ihr sagt: uns verschont er, denn wir zeigen kein Missfallen. Was ist das für eine Stadt, was seid ihr für Menschen? Wenn in einer Stadt ein Unrecht geschieht, muss ein Aufruhr sein. Und wo kein Aufruhr ist, da ist es besser, dass die Stadt untergeht durch ein Feuer, bevor es Nacht wird!
Bertolt Brecht (1898-1956), deutscher Dramatiker und Lyriker

Die Freiheit der Gleichgültigkeit ist der niedrigste Grad der Freiheit.
Gabriel Marcel (1889-1973), französischer Philosoph

Kaum ein Zeitalter ist seelisch so primitiv wie das unsere. Gleichgültigkeit ist das größte Laster unserer Zeit, die zivilisierte Form der Roheit.
Zenta Maurina (1897-1978), lettische Schriftstellerin

Unser heutiges Problem ist nicht unsere Verderbtheit, sondern meiner Meinung nach unsere Gleichgültigkeit ( ... ) uns selbst und der Zukunft gegenüber.
Erich Fromm (1900-1980), deutsch-amerikanischer Psychoanalytiker

Gleichgültigkeit ist die sicherste Stütze aller Gewaltherrschaften.
Manès Sperber (1905-1985), österreichisch-französischer Schriftsteller, Sozialpsychologe und Philosoph

Seine Gleichgültigkeit tarnte sich mit dem tugendhaften Mantel der überlegenen Gelassenheit.
Erhard Schümmelfeder (1954-), deutscher Erzieher und Schriftsteller

Ein Recht gestehe ich keinem zu: das auf Gleichgültigkeit.
Elie Wiesel (1928-), rumänisch-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, Friedensnobelpreisträger

Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit, das Gegenteil von Leben nicht Tod, sondern die Gefühllosigkeit.
Elie Wiesel (1928-), rumänisch-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, Friedensnobelpreisträger

Nicht gegen die Gleichgültigkeit protestieren, das ist die erste Unterlassungssünde. Die zweite wird folgen: Du wirst zum Mittäter.
Elie Wiesel (1928-), rumänisch-amerikanischer Schriftsteller und Journalist, Friedensnobelpreisträger

  Undankbarkeit

Undankbarkeit ist schlimmer als Diebstahl.
Talmud

Nur wenige sind nach Erhalt der Sache dankbar.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 1-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Das Laster der Undankbarkeit entspringt entweder aus Geiz oder aus Argwohn.
Niccolò Machiavelli (1469-1529), italienischer Politiker, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dichter

In seiner göttlichen Güte erwäge ich - vorbehaltlich eines besseren Urteils -, dass unter allen vorstellbaren Übeln und Sünden die Undankbarkeit eines der vor unserem Schöpfer und Herrn und vor den Geschöpfen, die seiner göttlichen und ewigen Ehre fähig sind, am meisten zu verabscheuenden Dinge ist, weil sie Nichtanerkennung der empfangenen Güter, Gnaden und Gaben ist, Ursache, Ursprung und Beginn aller Sünden und aller Übel.
Ignatius von Loyola (Iñigo Lopes de Loyola) (1491-1556), spanischer Offizier, später Einsiedler, Gründer der Gesellschaft Jesu

Die Undankbarkeit ist wie das Unglück: die eine zieht das andere nach sich.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Die beste Definition für Mensch lautet: undankbarer Zweibeiner.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Undankbarkeit beginnt mit dem Vergessen, aus dem Vergessen folgt Gleichgültigkeit, aus der Gleichgültigkeit Unzufriedenheit, aus der Unzufriedenheit Verzweiflung, aus der Verzweiflung der Fluch. Den Dankbaren zeigt Gott den Weg zu seinem Heil. Lass Dich fragen, ob Dein Herz durch Undank so mürrisch, so träge, so müde, so verzagt geworden ist.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe, von den Nazis im KZ ermordet

Der am besten behandelte, am meisten bevorzugte und intelligenteste Teil jeder Gesellschaft ist oft der undankbarste.
Saul Bellow (1915-2005), US-amerikanischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger, Soziologe

Die Unglücklichen sind undankbar: das ist Teil ihres Unglücks.
Victor Hugo (1802-1885), französischer Schriftsteller

  Egoismus, Selbstsucht

Wie sieht es denn in der Welt aus? Die Menschen lassen sich von ihrer Selbstsucht treiben, sie sehen etwas und wollen es haben, sie sind stolz auf Macht und Besitz. Das alles kommt nicht vom Vater, sondern gehört zur Welt.
NT, 1. Johannes 2,15-16

Ein Mensch, der nur an sich denkt und in allem seinen Vorteil sucht, kann nicht glücklich sein.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 1-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Wer in seiner Selbstsucht verharrt, bleibt allein.
Katharina von Siena (1347-1380), italienische Dominikanerin, Mystikerin, Kirchenlehrerin

Viele suchen bei allem, was sie tun, insgeheim nur sich selbst, ohne es zu merken.
Thomas von Kempen (1379/80-1471), holländischer Augustinermönch und Prediger

Denn es bedenke ein jeder, dass er in allen Dingen des Geistes so weit Fortschritte macht, als er herausspringt aus seiner Eigenliebe, seinem Eigenwillen und seinem Eigennutz.
Ignatius von Loyola (Iñigo Lopes de Loyola) (1491-1556), spanischer Offizier, später Einsiedler, Gründer der Gesellschaft Jesu

Die Selbstsucht stirbt erst eine halbe Stunde nach unserem Tod.
Franz von Sales (1567-1622), französischer Theologe, Ordensgründer der Salesianerinnen, Bischof von Genf, Heiliger

Der Mensch, welcher nur sich selbst liebt, fürchtet nichts so sehr, als mit sich allein zu sein.

Selbstsucht ist der Anfang vom Ende.

Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Egoisten sind wir alle, der eine mehr, der andere weniger! Der eine lässt seinen Egoismus nackend laufen, der andere hängt ihm ein Mäntelchen um.
August Friedrich von Kotzebue (1761-1819), deutscher Dramatiker und Schriftsteller, russischer Generalkonsul

Der Egoismus besteht darin, sein Glück auf Kosten anderer zu machen.
Dominique Lacordaire (1802-1861), französischer Dominikaner, Prediger, Mitglied der Nationalversammlung

Der Mensch ergibt sich der Illusion des Egoismus, lebt nur für sich und leidet. Sobald er beginnt, für andere zu leben, leidet er weniger und empfängt das höchste Glück der Welt: die Liebe der Menschen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Der Mensch weiß es nie an sich selber, wenn er aus Selbstsucht handelt, er dichtet sich in allem Tun seines Lebens edlere Beweggründe an
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827), Schweizer Pädagoge und Sozialreformer

Nur andere Menschen können unser Leben erfüllen. Hat es nur uns selbst zum Inhalt, so bleibt es leer.
Hans Helmut Gollwitzer (1908-2000), deutscher evangelischer Theologe und Philosoph, Mitbegründer der Aktion Sühnezeichen

Die meisten Menschen denken desto mehr an sich, je weniger sie von sich sprechen.
Ricarda Huch (1864-1947), deutsche Dichterin, Philosophin und Historikerin

Das große Werk: den Knoten des Egoismus der Welt zu lösen. Sobald der Knoten gelöst ist, werden die Menschheit und der Kosmos ihre Fülle erreicht haben.
Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955), französischer Jesuit, Theologe, Philosoph, Anthropologe, Geologe und Paläontologe

  Unzufriedenheit

Es sind alle Dinge so durcheinander, dass jeder mit seiner Lage unzufrieden ist und lieber irgendwo anders wäre, als wo er gerade ist.
Marcus Tullius Cicero

Wir sind nie unzufriedener mit anderen, als wenn wir unzufrieden mit uns selbst sind.
Marcus Tullius Cicero (106--43 v. Chr.), römischer Philosoph

Das ist es, was euch in solches Elend stürzt: Mit dem eigenen Geschick unzufrieden, strebt ein jeder im Geiste nach dem höchsten Glück.
Francesco Petrarca (1304-1374), italienischer Dichter und Geschichtsschreiber

Was du nicht hast, dem jagst du ewig nach, vergessend, was du hast.
William Shakespeare (1564-1616), englischer Schauspieler und Dramatiker

Alle Unzufriedenheiten über, das was wir wollen, scheinen der Undankbarkeit zu entspringen, für das was wir haben.
Daniel Defoe (1660-1731), englischer Schriftsteller

Er ist ein Mann, dem man es nie recht machen kann, weil er mit sich selbst nicht zufrieden ist.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Wer mit sich selbst nicht zufrieden sein kann, der kehrt gerne diese Unzufriedenheit gegen alle andern Leute, statt gegen sich selbst.
Jeremias Gotthelf (1797-1854), schweizerischer Erzähler

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Das Gute, das man hat, nimmt man als selbstverständlich hin, und von dem, was einem fehlt, macht man mehr, als man bei richtiger und dankbarer Betrachtung daraus machen sollte.
Theodor Fontane (1819-1898), deutscher Dichter hugenottischer Abstammung

Ist ein Mensch unzufrieden, fehlen ihm die Möglichkeiten, sich zu äußern und das zu zeigen, was an Gutem in ihm steckt.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Es fällt einem unzufriedenen Menschen schwer, nicht in einem anderen und ganz besonders nicht in seinem Nächsten den eigentlichen Urheber seiner Unzufriedenheit zu sehen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Wer mit sich unzufrieden ist, ist fortwährend bereit, sich dafür zu rächen.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

"Könnt' ich nur meine Umgebung wechseln, dann wäre ich glücklich!" So spricht mancher launische Mann, manches launische Weib. Ihr selber seid eure Umgebung und wohin ihr geht, schleppt ihr euch und sie mit. Werdet anders und besser — und eure ganze Welt wird besser sein!
Otto von Leixner (1847-1907), deutscher Schriftsteller

Die maßlose Unzufriedenheit ist fast ein Kennzeichen unserer Tage. Immer mehr und immer mehr zu erlangen, ist unmöglich, und kein Mensch in der Welt soll glauben, dass man dadurch glücklich wird, wenn einem jeder Wunsch erfüllt wird. Dann hat man überhaupt keine Freude mehr am Leben und keine Freude an der Arbeit.
Konrad Adenauer (1876-1967), deutscher Politiker, CDU, erster Bundeskanzler

Ich habe die Erfahrung gemacht, das es keine größere Unzufriedenheit gibt, als die der Reichen.
John Steinbeck (1902-1968), US-amerikanischer Schriftsteller

Sie wollte schon immer etwas Besonderes sein, jetzt ist sie besonders unzufrieden.
Art van Rheyn (1939-2006), niederrheinischer Dichter und Aphoristiker

Ich war ein Kind, aber ich wollte erwachsen sein - die Freiheit und den Respekt der anderen genießen. Ich war zwanzig, aber ich wollte gerne dreißig sein - reif sein und kultiviert. Ich war mittleren Alters, aber ich wollte gerne zwanzig sein - oh schöne Jugend und Unbekümmertheit! Ich war im Ruhestand, aber ich wünschte mir das mittlere Alter - die Geistesgegenwart und die Grenzenlosigkeit. Jetzt bin ich alt, aber ich habe im Leben nie bekommen, was ich mir wünschte.
Jason Lehmann

  Verlust von Privatsphäre und Intimsphäre, Schamlosigkeit

Belaure nicht die Wohnstatt der Frommen, verstöre sein Ruhelager nicht!
AT, Sprüche 24,15

Wer keine Scham kennt, den zähle ich zu den Verlorenen.
Titus Maccius Plautus (254-184 v.Chr.), römischer Komödiendichter

Wie intim Menschen auch miteinander werden können - es gibt Geheimnisse, die unaussprechlich sind.
Christine von Schweden (1626-1689), schwedische Königin, zum Katholizismus konvertiert

Ich wundere mich nicht, dass die Menschen böse sind, aber ich wundere mich häufig, dass sie sich nicht schämen.
Jonathan Swift (1667-1745), anglo-irischer Schriftsteller und Satiriker

Viele sind geistreich genug und voller Kenntnisse, allein sie sind zugleich voller Eitelkeit, und um sich von der kurzsichtigen Masse als witzige Köpfe bewundern zu lassen, haben sie keine Scham und Scheu und ist ihnen nichts heilig.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Heutzutage schämt man sich beinahe, dass man sich immer noch für Dinge schämt, für die man sich auch früher geschämt hat.
Jacques Tati (1907-1982), französischer Drehbuchautor, Schauspieler und Regisseur

Laut Sigmund Freud ist Schamlosigkeit ein Zeichen von Schwachsinn. Damit wäre dann schon fast alles über 'Big Brother'.
Gerd Bacher (1925-), österreichischer Journalist, Fernsehintendant

Wir leben in einer Zeit die keine Grenzen mehr kennt. Weder die des guten Geschmackes, noch die der Intimsphäre. Der Gott der maßlosen Vermarktung fordert Opfer.
Jürgen Schmidt (1938-2004), deutscher Schauspieler

Sicher besteht ein Zusammenhang zwischen der Auflösung des Schamgefühls und dem sukzessiven Zerfall von Familienstrukturen. Die Körperscham beispielsweise ist ja nichts anderes als die Einschränkung sexueller Signale zum Wohle einer intakten persönlichen Beziehung. Heute legt man keinen großen Wert auf exklusive Partnerbindungen, also ist es auch sinnlos, sexuelle Reize zu privatisieren.
Hans Peter Duerr (1943-), deutscher Ethnologe und Kulturhistoriker

Jemand sagte kürzlich: "Ich bekomme 100 000, um zu schauspielern, und sechs Millionen für den Verlust meiner Privatsphäre".
Kevin Costner (1955-), US-amerikanischer Schauspieler, Filmproduzent, Unternehmer, Regisseur und Musiker

  Prostitution

Deine Frau wird in der Stadt zur Hure werden.
AT, Amos 7,17

Beim Schreiben ist es wie bei der Prostitution. Zuerst macht man es aus Liebe, dann für ein paar Freunde und schließlich für Geld.
Molière (Jean Baptiste Poquelin) (1622-1673), französischer Schauspieler, Theaterdirektor und Dramatiker

Wie kann es doch in der Welt so niederträchtige Mannsbilder geben, die eine Kostbarkeit, die nur unser Herz bezahlen sollte, dem Elende abkaufen und von einem ausgehungerte Munde zärtliche Küsse der Liebe annehmen!
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

Überall, wo der Mensch sich verkaufen will, findet er Käufer.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Intimes Beieinander ohne Liebe ist eine Lage, in der meine Seele jede Stunde entehrt wird.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Es gibt Menschen, die wie Rousseau sogar bei Dirnen von falscher Scham gepackt werden, sie gehen nicht wieder zu ihnen, denn solche Mädchen hat man nur einmal, und dieses eine Mal ist widerlich.
Henri Stendhal (
Marie-Henri Beyle) (1783-1842), französischer Schriftsteller

Ich erinnere mich, dass mir gleich dort, an Ort und Stelle, bevor ich noch das Zimmer verlassen hatte, ganz traurig zumute wurde, so traurig, dass ich nahe daran war zu weinen. Zu weinen um meine verlorene Unschuld, um das für immer zerstörte Verhältnis zum Weib.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Denn es ist ein Mangel an Würde, wenn man sich allen Leuten hingibt.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Als pervers und liederlich gelten die Mädchen, die von ihrem Körper leben, nicht aber die Männer, die sich ihrer bedienen.
Simone de Beauvoir (1908-1986), französische Schriftstellerin

  Auflösung von Ehe und Familie, Gender Mainstreaming, Homoehe

Wenn die Familie in Ordnung ist, wird der Staat in Ordnung sein; wenn der Staat in Ordnung ist, wird die große Gemeinschaft der Menschen in Frieden leben.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Die Unordnung der Gesellschaft kommt von der Unordnung in der Familie.
Angela Merici (1474-1540), italienische Ordensgründerin, Stifterin und erste Äbtissin der Ursulinen

Die Ansicht, dass das Zusammenwohnen freier Männer mit freien Weibern ohne Vermählungsfeierlichkeiten keine natürliche Verderbnis enthalte, wird von allen Völkern der Welt durch die menschlichen Sitten selbst als irrig widerlegt; denn sie halten die Feierlichkeiten der Ehe aufs Sorgfältigste und bezeugen damit, dass jenes ein tierisches Vergehen, wenn auch von niederem Grade sei.
Giambattista Vico (1668-1744), italienischer Geschichts- und Rechtsphilosoph

Der Reiz des Familienlebens ist das beste Gegengift gegen schlechte Sitten. Die Frauen mögen nur erst wieder Mütter werden, bald werden die Männer auch wieder Väter und Gatten sein.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

Wer Schweine aufzieht, ist ein produktives, wer Familienmitglieder aufzieht ein unproduktives Mitglied unserer Gesellschaft.
Friedrich List (1789-1846), deutscher Nationalökonom

Es ist nicht der Staat, nicht die Schule, nicht irgend etwas andres, des Lebens Fundament, sondern das Haus ist es. Nicht die Lehrer bilden das Leben, sondern Hausväter und Hausmütter tun es. Nicht das öffentliche Leben ist die Hauptsache, sondern das häusliche Leben ist die Wurzel in allem.
Jeremias Gotthelf (Albert Bitzius) (1797-1854), schweizerischer Erzähler

Die Familie ist es, die unsern Zeiten Not tut, sie tut mehr Not als Kunst und Wissenschaft, als Verkehr, Handel, Aufschwung, Fortschritt oder wie alles heißt, was begehrenswert erscheint. Auf der Familie ruht die Kunst, die Wissenschaft, der menschliche Fortschritt, der Staat.
Adalbert Stifter (1805-1868), österreichischer Schriftsteller

Die wirtschaftlichen Probleme der Industrienationen haben ihre Ursache partiell in der seelischen Schwächung der jungen Generation. Die Zunahme der negativen Sozialindikatoren: Kriminalität, Suchterkrankungen, Geburtenschwund und Ehescheidung sowie die unzureichende Leistungsfähigkeit vieler Jugendlicher, die bereits bei Kindern in den ersten Grundschuljahren sichtbar wird, ist mit bedingt durch die wachsende Instabilität der Familien. Hier ist in den vergangenen dreißig Jahren eine Einbuße an seelischer Gesundheit entstanden, die zu einem millionenfachen Potential von depressiven Charakterstrukturen geführt hat.
Christa Meves (1925-), deutsche Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Schriftstellerin

Von der Natur des Menschen können wir uns nicht emanzipieren. Wenn ein politisches Programm versucht, die Zweigeschlechtlichkeit zu destabilisieren, sie gar aufzulösen, so ist das dumm und gefährlich. Vordergründige Ziele und hintergründige Strategien des Gender-Mainstreaming bedürfen einer gründlichen öffentlichen Diskussion.
Robert Spaemann (1927-), deutscher Philosoph

Gender Mainststreaming - der Begriff dient dazu, die Geschlechtsrollen von Mann und Frau aufzulösen. Er unterstellt, dass jede sexuelle Orientierung gleichwertig ist und von der Gesellschaft akzeptiert werden muss. Die Gender-Ideologie hat sich hinter dem Rücken der Öffentlichkeit von der EU über die staatlichen Institutionen, die Universitäten und Ausbildungseinrichtungen bis an die Basis der Schulen und Kindergärten eingeschlichen. Sie zerstört das Wertefundament unserer Gesellschaft. Die Wurzel dieser Entwicklung ist die Diktatur des Relativismus.
Gabriele Kuby (1944-), deutsche Soziologin, Publizistin und Übersetzerin

Auf dem Wege der Gesetzgebung, durch die schulische Sexualerziehung und die ständige Überflutung mit sexuellen Bildern aller Art durch die Medien wurde die Auffassung durchgesetzt: Alles ist erlaubt, was Lust bereitet, nur eine Einschränkung soll es geben: Niemand darf zu etwas gezwungen werden, was er nicht will. Diese Auffassung der Sexualität zerstört das moralische Fundament der Familie. Die Familie wird aber im Grundgesetz aus gutem Grund unter „den besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“ gestellt, denn die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass die Sexualität Ausdruck treuer Liebe zwischen Mann und Frau und für die Zeugung von Kindern offen ist.
Gabriele Kuby (1944-), deutsche Soziologin, Publizistin und Übersetzerin

Man nennt die Propaganda, Kinder möglichst reibungslos beim Staat abgeben zu können (im Alter geht es dann umgekehrt), "Familienpolitik".
Peter Gauweiler (1949-), deutscher Politiker, CSU

Früher hatten Eltern etwa vier Kinder. Heute haben Kinder etwa vier Eltern.
Arno Backhaus (1950-), deutscher E-fun-gelist

Jedes Kind hat ein Recht auf Mutter und Vater. In der Struktur einer homosexuellen „Familie“ wird dieses Recht dem Kind geplant und bewusst verwehrt. Das ist eine grundlegende Verletzung des Kindesrechts. Ein Kind, das in dem Bewusstsein aufwächst, seine beiden Eltern seien zwei Frauen oder zwei Männer, wird in seinem Wissen um seinen zweigeschlechtlichen Ursprung manipuliert. Das wird sich negativ auf seine Identitätsbildung auswirken. Verschiedenheit ist immer ein größerer Entwicklungsanreiz als Gleichheit.
Christl Ruth Vonholdt (1954-), deutsche Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Autorin

Für die lesbisch lebende Frau ist es kennzeichnend, dass sie den Mann und das Männliche in der Nähebeziehung nicht haben will oder haben kann. Dies wird sich erschwerend und hemmend auf die männliche Identitätsentwicklung von Jungen auswirken.
Christl Ruth Vonholdt (1954-), deutsche Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Autorin

  Ehescheidung

Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.
NT, Matthäus 19,5-6

Errötet vielleicht noch irgendeine Frau über eine Scheidung, seit manche berühmten und vornehmen Frauen ihre Lebensjahre nicht nach der Zahl der Konsul, sondern der ihrer Ehemänner berechnen und ihr Haus verlassen, um zu heiraten, heiraten, um sich scheiden zu lassen.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 1-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Wenn die Ehe eine lebendige Person ist, dann ist es natürlich, dass sie verschiedene Krisen durchmacht; denn Krisen kennzeichnen jede organische Entwicklung. Sie sind Ausdruck der Spannung zwischen den tatsächlich erreichten Zustand und dem nächstfolgenden, der erreicht werden sollte, zwischen der Trägheit, die allem innewohnt, und der Notwendigkeit, sich zu ändern. Zwischen Eheleuten ist es gewöhnlich so, dass der eine die notwendige Änderung deutlicher sieht als der andere und ihm deshalb seine Beharrlichkeit vorwirft. Das ist in Wirklichkeit die große Gelegenheit, einander zur Vollendung zu führen.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Es ist ebenso absurd zu behaupten, ein Mann könne nicht ständig dieselbe Frau lieben, wie zu behaupten, ein Geiger brauche mehrere Geigen, um ein Musikstück zu spielen.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

An Scheidungsgründen fehlt es nie, wenn nur der Wille da ist.
Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862), österreichischer Schauspieler, Sänger, Dramatiker und Satiriker

Wollte einer die Scheidung verlangen, weil seine Frau langweilig ist; wollte einer einen König absetzen, weil er langweilig anzusehen, einen Pfarrer verbannen, weil er langweilig anzuhören, einen Minister stürzen, einen Journalisten hinrichten, weil er rasend langweilig ist, so wäre man nicht imstande, das durchzusetzen. Was Wunder, dass es rückwärts geht mit dieser Welt und das Böse immer um sich greift, da die Langweile immer mehr überhand nimmt und die Langweile die Wurzel alles Übels ist.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Eine zerstörte Ehe ist eine zerstörte Welt.
Gertrud Fussenegger (1912-2009), österreichische Schriftstellerin

Gewiss gibt es auch Ehen, deren Trennung traurigerweise unumgänglich wird, um schwerste Schäden zu ver­hindern; aber viele der Scheidungen heute wären unnötig, wenn die Partner Ehe und Familie noch als Auf- trag von Gott verstünden, als Aufgabe auch des Aneinan­der- und Miteinanderwachsens, des Lernens von wertvollen Eigenschaften wie Rücksicht, Vergebung, Verzichtbe­reitschaft und Nächstenliebe, statt des Verharrens in infantiler Egozentrik.
Christa Meves (1925-), deutsche Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin und Schriftstellerin

Vielleicht wäre die Scheidungsquote geringer, wenn die Menschen die Ehe weniger als Zustand denn als Aufgabe begriffen.
Ernst Albrecht (1930-), deutscher Politiker, CDU

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, auch was den Ehepartner betrifft.
Harold Pinter (1930-), englischer Schriftsteller

In Hollywood ist die Ehe ein Erfolg, wenn sie die Milch überdauert.
Rita Rudner (1953-), US-amerikanische Schauspielerin und Schriftstellerin

  Religiöse Lauheit, religiöse Gleichgültigkeit

Ich weiß, dass du weder heiß noch kalt bist. O, dass du doch heiß oder kalt wärest! So aber weil du lau bist, will ich dich aus meinem Munde ausspeien.
NT, Geheime Offenbarung 3,15

Gott trägt geduldiger einen Ungläubigen als einen lauen Christen.
Aurelius Ambrosius (340-397), italienischer Kirchenvater, Bischof von Mailand und Hymnendichter

Wir haben gesehen, wie große Sünder in der Welt zur Vollkommenheit übergingen, nie aber haben wie dies bei lauen Christen gesehen.
Johannes Cassian (ca.360-ca.435), katholischer Theologe

Der Laue will und will nicht; er möchte gern die Belohnung Gottes haben, aber er will nichts tun für Gott.
Beda Venerabilis (672/673-735), angelsächsischer Theologe und Geschichtsschreiber

Ist jene letzte Stunde gekommen, dann wirst du dein ganzes vergangenes Leben in einem völlig anderen Lichte sehen und tief bedauern, dass du so nachlässig und lau gewesen bist.
Thomas von Kempen (1379/80-1471), holländischer Augustinermönch und Prediger

Nichts ist so fatal für die Religion wie Gleichgültigkeit, die zumindest eine halbe Ungläubigkeit ist.
Edmund Burke (1729-1797), irischer protestantischer Politiker und Redner, Kämpfer für die Katholikenemanzipation

Gewiss, ein lauer Christ erfüllt noch regelmäßig seine Pflichten, wenigstens dem Anschein nach. Aber das alles tut er so widerwillig, so nachlässig und gleichgültig, mit so wenig innerer Vorbereitung, und er ändert dabei seinen Lebenswandel so wenig, dass man ganz klar sieht: Er erfüllt eben nur seine Pflichten, gewohnheitsmäßig, aus Routine, weil gerade ein Fest ist und weil er das für gewöhnlich um diese Zeit tut. Aber es ist ein Glaube ohne Eifer, eine Hoffnung ohne Beständigkeit, eine Liebe ohne Glut... eine taten- und kraftlose Liebe... Ach, meine Brüder, diese arme Seele in ihrer Lauheit ist wie jemand, der im Halbschlaf liegt. Eine laue Seele begeht, wenn ihr so wollt, keine schlimmen Sünden. Aber eine üble Nachrede, eine Lüge, eine Regung von Hass, Abneigung, Eifersucht, eine kleine Verstellung - das kostet sie so gut wie nichts. Wenn man ihr nicht die Achtung zollt, die sie zu verdienen glaubt, dann lässt sie einen das deutlich fühlen, weil sie wohl meint, dass man damit den lieben Gott beleidigt. Richtiger wäre, wenn sie zugäbe, dass man sie selbst beleidigt hat. Alles, was nicht gerade eine schwere Sünde ist, ist diesen Leuten schon gut genug... Sie wollen Gutes tun, aber sie möchten, dass es sie nichts kostet - oder zumindest nur ganz wenig. Sie würden sich zwar gern um die Kranken kümmern, aber die Kranken müssten zu ihnen kommen. Sie haben genug Geld für Almosen, sie kennen auch Leute, die es brauchen könnten, aber sie warten darauf, dass sie kommen und darum bitten... Die laue Seele sperrt ihren Gott in sich ein wie in ein düsteres, schmutziges Gefängnis. Sie tötet Gott nicht, aber er findet in diesem Herzen weder Freude noch Trost.
Jean-Marie Vianney (1786-1859), französischer Priester, Hl. Pfarrer von Ars

Wenn mir jemand den Aberglauben unserer Voreltern einwenden will, so muss ich ihm leider entgegnen, dass er schaue, wie heute der religiöse Indifferentialismus der sogenannten gebildeten Klasse furchtbar und widerwärtig neben demselben alten Aberglauben der Masse steht - und zuletzt ist Aberglaube schöner, heiliger, kräftiger als jene sieche Kraftlosigkeit des Indifferentialismus, der bei den Worten Gott, Unsterblichkeit, Ewigkeit nichts denkt und sie nur als Redeformen in dem Munde führt, die er überkommen hat wie andere Worte, bei denen er auch nichts denkt.
Adalbert Stifter (1805-1868), österreichischer Schriftsteller

Das Christentum ist bei den meisten keine Inbrunst mehr, sondern eine bequeme Gewohnheit.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Wer vom Göttlichen Bereich leidenschaftlich gepackt ist, kann um sich keine Dunkelheit, keine Lauheit und keine Leere in dem ertragen, was von Gott erfüllt sein und von Gott schwingen sollte.
Teilhard de Chardin (1881-1955), französischer Theologe, Geologe und Anthropologe

Ich sage es immer wieder und wieder: der gegenwärtige Zustand der Welt ist eine Schande für die Christenheit. Wir klagen unablässig, dass die Welt unchristlich wird. Aber nicht die Welt hat Christus empfangen, wir haben ihn für sie empfangen. Aus unseren Herzen entfernt sich Gott, wir, wir Elenden werden unchristlich.
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Schriftsteller

Wenn ein Christ die Gemeinschaft mit anderen Christen scheut, lächelt der Teufel. Wenn der Christ aufhört, in der Bibel zu lesen, lacht der Teufel. Wenn er aufhört zu beten, jauchzt der Teufel vor Freude.
Corrie ten Boom (1892-1982), niederländischer Schriftsteller, KZ-Überlebender

Die Kirche war doch einmal anders. Es wurden doch einmal die Fragen des Lebens und des Todes hier ausgetragen und entschieden. Warum ist das nicht mehr so? Weil wir selbst die Kirche zu etwas gemacht haben und immer wieder machen, was sie nicht ist. Weil wir zu viel von falschen, nebensächlichen, menschlichen Dingen und Gedanken in der Kirche reden und zu wenig von Gott selbst. … Weil wir zu gemütlich von Gott reden und denken und uns von ihm und seiner Gegenwart nicht stören und beunruhigen lassen wollen; weil wir selbst im Grunde nicht glauben wollen, dass er wirklich jetzt hier mitten unter uns ist und unser Leben und Tod, Herz und Seele und Leib von uns fordert.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), deutscher evangelischer Theologe, von den Nazis im KZ ermordet

In Bezug auf das Evangelium ist es nicht schlimm, nur eine kleine Anzahl zu sein, wohl aber, sich nicht zu regen oder sich zu schleppen wie Greise.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

Wir sind heute, bewusst oder nicht, von Gleichgültigen und Ungläubigen umgeben. Leute haben, vereinzelt oder in Scharen, aufgehört zu glauben oder haben niemals geglaubt oder wissen nicht einmal etwas von dem, was wir glauben. Diese sind unser Nächster.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

Mission oder Demission? Lautlos naht der Kirche eine Grundgefahr: die Gefahr einer Zeit, einer Welt, in der Gott nicht mehr geleugnet, nicht mehr verfolgt, sondern ausgeschlossen, in der er undenkbar sein wird; einer Welt, in der wir seinen Namen herausschreien möchten, es aber nicht können, weil uns kein Plätzchen bleibt, um unsere Füße hinzustellen.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

Die neuen Häuser in der Stadt, die zum Bersten voll sind; das Rathaus, das mit seinen Aktivitäten, Einrichtungen und Veränderungen in immer neuen Wandlungen erscheint; die Kindergärten, Grund- und Berufsschulen; das Arbeitsamt, die Parkanlagen und Sportstadien: alles schweigt auf der ganzen Linie von Gott, und zwar so total, dass ich mich dabei ertappe, die Passanten anzublicken, ob nicht wenigstens eine Spur von Staunen bei ihnen zu entdecken ist. Doch die Leute, die meinen Weg kreuzen, sind nicht erstaunt.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

Eine Welt, die einmal christianisiert war, scheint sich von innen her zu entleeren: zuerst verliert sie Gott, dann den Sohn Gottes, dann das Göttliche, das er seiner Kirche vermittelt - und oft ist es die Fassade, die als letzte einstürzt.
Madeleine Delbrêl (1904-1964), französische Sozialarbeiterin und Mystikerin

Früher einmal waren wir Christen der Thermostat der Gesellschaft. Jetzt sind wir bestenfalls noch ihr Thermometer.
Dom Helder Pessôa Câmara (1909-1999), brasilianischer katholischer Theologe, Erzbischof

Weil viele Zeitgenossen keine eigenen anspruchsvollen Fragen haben, besitzen sie auch kein Schöpfgefäß mehr, um in die Tiefe des Brunnens der Gottesfrage hinabzureichen. Das merken sie jedoch gar nicht, sondern behaupten im Gegenteil kühn, dass dieser Brunnen kein Wasser mehr enthalte.
Heinz Zahrnt (1915-), deutscher evangelischer Theologe

Der Irrtum des Menschen heute, ist es zu leben, "als ob Gott nicht existiere".
André Frossard (1915-1995), französischer Journalist und Essayist, zum Katholizismus konvertierter Kommunist

  Laizismus, Säkularismus

Die Christen sind dem Geist des Laizismus gegenüber wehrlos.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin und Schriftstellerin

Die öffentliche Rolle der Religion zu verdunkeln bedeutet, eine ungerechte Gesellschaft aufzubauen, da sie nicht im rechten Verhältnis zur wahren Natur der menschlichen Person steht.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927-), deutscher Papst

Mit der gleichen Entschiedenheit, mit der alle Formen von Fanatismus und religiösem Fundamentalismus verurteilt werden, muss auch allen Formen von Religionsfeindlichkeit, die die öffentliche Rolle der Gläubigen im zivilen und politischen Leben begrenzen, entgegengetreten werden.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927-), deutscher Papst

Man darf nicht vergessen, dass der religiöse Fundamentalismus und der Laizismus spiegelbildlich einander gegenüberstehende extreme Formen der Ablehnung des legitimen Pluralismus und des Prinzips der Laizität sind. Beide setzen nämlich eine einengende und partielle Sicht des Menschen absolut, indem sie im ersten Fall Formen von religiösem Integralismus und im zweiten von Rationalismus unterstützen. Die Gesellschaft, die die Religion gewaltsam aufzwingen oder – im Gegenteil – verbieten will, ist ungerecht gegenüber dem Menschen und Gott, aber auch gegenüber sich selbst.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927-), deutscher Papst

Die Politik und die Diplomatie sollten auf das von den großen Weltreligionen angebotene moralische und geistige Erbe schauen, um die Wahrheit sowie die allgemeinen Prinzipien und Werte zu erkennen und zu vertreten, die nicht geleugnet werden können, ohne damit auch die Würde des Menschen zu leugnen.
Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) (1927-), deutscher Papst

  Aberglaube, Astrologie, Magie, Wahrsagerei, Horoskop

Ihr sollt nicht Wahrsagerei noch Zeichendeutung betreiben.
AT, 1. Samuel 15,23

Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?
NT, Lukas 12,56

Mein Kind, sei kein Vogelschauer, weil das zum Götzendienst führt; auch kein Beschwörer, auch kein Sterndeuter, auch kein Sühnezauberer; hab auch nicht die Absicht, das zu sehen (und zu hören); aus diesem allem nämlich entsteht Götzendienst.
Didache, 3,2

Die, die ihren eigenen Weg nicht kennen, zeigen anderen die Richtung.
Marcus Tuilius Cicero (106-43 v.Chr.), römischer Philosoph

Halte den Aberwitz nicht für wahr, den die Astrologen lügenhafterweise auskramen, indem sie vorgeben, dass die verschiedene Geburtszeit der Individuen sie mit einer Tugend oder einem Fehler begabe und dass das Individuum zu den entsprechenden Handlungen unwiderstehlich gezwungen sei.
Moses Maimonides (1135-1204), jüdischer Philosoph, Arzt und Rechtsgelehrter

Der Aberglaube ist ein Kind der Furcht, der Schwachheit und der Unwissenheit.
Friedrich II., der Große (1712-1786), preußischer König

Vom Wahrsagen lässt sich wohl leben in dieser Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker

Gemeinschaftlicher Wahnsinn hört auf, Wahnsinn zu sein und wird Magie. Wahnsinn nach Regeln und vollem Bewusstsein.
Novalis (Freiherr Friedrich Leopold von Hardenberg) (1772-1801), deutscher Dichter

Vom trostlosesten Unglauben führt der nächste Weg zum albernsten Aberglauben.
Ignaz Heinrich von Wessenberg (1774-1860), deutscher katholischer Theologe und Kirchenpolitiker

Wo der Glaube und der Sinn für das Übernatürliche aufhört, da fängt der Aberglaube an die Natur an.
Joseph von Eichendorff (1788-1857), deutscher Dichter

Der astrologische Aberglaube ruht auf dem dunklen Gefühl eines ungeheuren Weltganzen.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Es wird oft angenommen, dass Menschen, wenn sie aufhören an Gott zu glauben, an nichts glauben. Leider ist es schlimmer als das. Wenn sie aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie an alles.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Publizist

Je mehr die Menschen an die Sterne glauben, desto weniger glauben sie an das, was über den Sternen ist.
Albert Schweitzer (1875-1965), elsässischer evangelischer Theologe, Musiker, Arzt und Philosoph

Horoskope sind Religionsersatz, denn wer Religion hat, dem sind die Sterne schnuppe.
Sigismund von Radecki (1891-1970), lettischer Feuilletonist und Übersetzer

Astrologie ist Aberglaube aus zweiter Hand.
Theodor Wiesengrund Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker

Astrologie ist eine Form von Aberglauben, die sich anmaßt, Gott in die Karten zu schauen.
Hoimar von Ditfurth (1921-1989), deutscher Wissenschaftspublizist

  Unglaube

Ein Mensch ohne Glauben: ich weiß nicht, was mit einem solchen zu machen ist.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt.
William Shakespeare (1564-1616), englischer Schauspieler und Dramatiker

Die Ungläubigen sind die Allerleichtgläubigsten.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

An die Stelle des Glaubens ist der Unglaube getreten, an die Stelle der Bibel die Vernunft, an die Stelle des Himmels die Erde, des Gebetes die Arbeit, der Hölle die materielle Not, an die Stelle des Christen der Mensch.
Ludwig Feuerbach (1804-1872), deutscher Philosoph

Wer an nichts glaubt, verzweifelt an sich selber.
Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832), deutscher Dichter

Man muss heute weniger die Ketzerei als den Unglauben fürchten, die Kirche steht heute vor anderen Feinden und Gefahren und auch vor anderen Sorgen und Kämpfen.
Joseph Joubert (1754-1824), französischer Moralist und Essayist

Der rechte Unglaube bezieht sich auf keine einzelnen Sätze und Gesetze, sondern auf die Erblindung gegen das Ganze.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Unglaube und Aberglaube sind beide Angst vor dem Glauben.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Die Krankheit unserer Zeit ist der Verlust des Glaubens.
Anaïs Nin (1903-1977), französische Schriftstellerin

  Skeptizismus

Der Skeptizismus herrscht so uneingeschränkt, dass man das Christentum so behandelt, als sei es reine Fiktion ... dass es zu nichts mehr dienen könne, als der öffentlichen Belustigung und Verhöhnung preisgegeben zu werden.
Joseph Butler (1692-1752), englischer anglikanischer Theologe und Philosoph

Skeptizismus in sittlichen Angelegenheiten ist ein tatkräftiger Bundesgenosse der Unsittlichkeit.
William James (1842-1912), US-amerikanischer Psychologe und Philosoph

Wenigstens fünf Mal ist mit den Arianern und den Albigensern, den humanistischen Skeptikern, mit Voltaire und mit Darwin der Glaube vor die Hunde gegangen. Doch stets war es der Hund, der starb.
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Publizist

Skeptizismus bedeutet nicht allein geistigen Zweifel, sondern auch sittlichen Zweifel, allerlei Unglauben, Unaufrichtigkeit, geistige Lähmung.
Albert Schweitzer (1875-1965), deutscher evangelischer Theologe, Musikforscher, Philosoph und Arzt

Die Saat des Skeptizismus ist aufgegangen. Tatsächlich besitzt der moderne Mensch kein geistiges Selbstvertrauen mehr. Hinter einem selbstsicheren Auftreten verbirgt er eine große geistige Unsicherheit. Trotz seiner großen materiellen Leistungsfähigkeit ist er ein in Verkümmerung begriffener Mensch.
Albert Schweitzer (1875-1965), deutscher evangelischer Theologe, Musikforscher, Philosoph und Arzt

Über den Skeptizismus: Wer behauptet, die Wahrheit existiere nicht, behauptet damit, dies sei die Wahrheit, und gerät damit so in handgreiflichen Widerspruch.
Antonio Machado (1875-1939), spanischer Lyriker

  Gottlosigkeit

Die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer; denn zur Ruhe kann es nicht kommen, und seine Wasser wühlen Schlamm und Kot auf.
AT, Jesaja 57,20

Die Gottlosen sind glücklich in der Welt und werden reich. Ich sann nach, ob ich's begreifen könnte, aber es war mir zu schwer, bis ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.
AT, Psalm 73,12.16-17

Die Gottlosen folgen nur der eigenen Willkür.
NT, Römer 1,31

Die Gottlosen laufen immer nur im Kreis herum.
Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153), französischer Mönch, Kreuzzugsprediger und Mystiker

Frömmigkeit verbindet sehr, aber Gottlosigkeit noch viel mehr.
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), deutscher Dichter

Merkwürdigerweise ist gerade die Gottlosigkeit am unduldsamsten, sobald sie das Recht erstritten hat, mit Frechheit offen sich zeigen zu dürfen.
Jeremias Gotthelf (Albert Bitzius) (1797-1854), schweizerischer Erzähler

Die Gottlosigkeit ist eine Zwangsvorstellung, die allen hochmütigen Dummköpfen als Strafe auferlegt wird.
August Strindberg (1849-1912), schwedischer Dichter

Gottlos sind die, denen keine höhere Macht bekannt ist, als ihr eigenes Ich ... Gottlos ist niemand, der sich für eine große Angelegenheit opfern kann.
Friedrich Naumann (1860-1919), deutscher evangelischer Theologe und Politiker, christlich-soziale Bewegung

Wenn Menschen gottlos werden, dann sind Regierungen ratlos, Lügen grenzenlos, Schulden zahllos, Besprechungen ergebnislos, dann ist Aufklärung hirnlos, sind Politiker charakterlos, Christen gebetslos, Kirchen kraftlos, Völker friedlos, Sitten zügellos, Mode schamlos, Verbrechen maßlos, Konferenzen endlos, Aussichten trostlos.
Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944), französischer Schriftsteller und Flieger

Der gegenwärtige Mensch ist weithin nicht nur gott-los, rein tatsächlich oder auch entscheidungsmäßig, es geht die Gottlosigkeit viel tiefer. Der gegenwärtige Mensch ist in eine Verfassung des Lebens geraten, in der er Gottes unfähig ist. Alle Bemühungen um den gegenwärtigen und kommenden Menschen müssen dahin gehen, ihn wieder gottesfähig und somit religionsfähig zu machen.
Alfred Delp (1907-1945), deutscher katholischer Theologe, Jesuit, Widerstandskämpfer im Kreisauer Kreis, von den Nazis ermordet

Eine Welt ohne Gott ist eine Welt gegen den Menschen.
Johannes Paul II. (Karol Woytila) (1920-2005), polnischer Papst

  Atheismus

Töricht waren von Natur alle Menschen, denen die Gotteserkenntnis fehlte. Sie hatten die Welt in ihrer Vollkommenheit vor Augen, ohne den wahrhaft Seienden erkennen zu können. Beim Anblick der der Werke erkannten sie Ihren Meister nicht... Und wenn sie über ihre Macht und ihre Kraft in Staunen gerieten, dann hätten sie auch erkennen sollen, wie viel mächtiger jener ist, der sie geschaffen hat; denn von der Größe und Schönheit der Geschöpfe lässt sich auf ihren Schöpfer schließen.
AT, Weisheit 13,1,4-5

Atheismus ist eine Krankheit der Seele bevor es ein Fehler des Verstehens wird.
Plato (427-347 v. Chr.), griechischer Philosoph

Niemand leugnet Gott, wenn er kein Interesse daran hat, dass es ihn nicht gibt.
Aurelius Augustinus (354-430), Bischof von Hippo in Nordafrika, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Es gibt ein Argument, das man allen Spitzfindigkeiten der Glaubenslosen entgegenhalten kann: Noch niemand hat je auf seinem Sterbebette bereut, ein Christ gewesen zu sein.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.

Atheismus überlässt den Mensch der Vernunft, der Philosophie, dem natürlichen Mitleid, den Gesetzen, dem guten Ruf; alle von ihnen mögen Führer zu einem äußeren moralischen Wert sein, sogar wenn die Religion verschwindet; aber wenn die Religion verschwindet, überwindet der Aberglaube dies alles und errichtet eine absolute Monarchie in den Köpfen der Menschen.
Francis Bacon (1561-1626), englischer Philosoph, Essayist und Staatsmann, entwarf die Methodologie der Wissenschaften

Der einzige Grund, warum viele meinen, die Existenz Gottes und das Wesen der Seele seien schwer zu erkennen, liegt darin, dass sie ihren Geist niemals von den Sinnen ablenken und über die Körperwelten erheben.
René Descartes (1596-1650), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturforscher

Atheismus ist Zeichen eines starken Geistes - aber nur bis zu einem gewissen Grade.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Wenn der Glaube an Gott einige Obskuitäten mit sich bringen kann, so bringt die Verneinung Gottes eine Absurdität mit sich.
Jaques-Bénigne Bossuet (1627-1704), französischer katholischer Bischof und Philosoph

Der Atheismus und der Fanatismus sind zwei Ungeheuer, die die Gesellschaft verschlingen und zerreißen können.
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Die aufgeblasene Philosophie führt zur Freigeisterei, wie blinde Frömmigkeit zum Fanatismus führt.
Voltaire (François Marie Arouet) (1694-1778), französischer Schriftsteller und Philosoph, Aufklärer

Wer nicht an Christus glauben will, der muss sehen, wie er ohne ihn raten kann. Ich und du können das nicht. Wir brauchen jemanden, der uns hebe und halte, weil wir leben, und uns die Hand unter den Kopf lege, wenn wir sterben sollen; und das kann er überschwänglich.
Matthias Claudius (1740-1815), deutscher Dichter, Redakteur, Erzähler und Herausgeber des Wandsbeker Boten

Eine Gesellschaft von Atheisten würde sogleich eine Religion erfinden.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Der Westen hat Christus verloren; daran muss er zugrunde gehen.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Die Abwesenheit Gottes würde nicht durch die Liebe des Menschen ausgeglichen, denn dann würde der Mensch sich fragen: Wozu ist es gut, die Menschheit zu lieben?
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Du wirst niemals mehr beten, niemals mehr in endlosem Vertrauen ausruhen. Du versagst es dir, vor einer letzten Weisheit, Güte, letzten Macht stehen zu bleiben. Du hast keinen fortwährenden Wächter und Freund für deine sieben Einsamkeiten. Mensch der Entsagung, in alledem willst du entsagen? Wer wird dir die Kraft dazu geben? Noch hatte niemand diese Kraft.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Wir haben Gott getötet, ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder! Was taten wir, als wir diese Erde von der Sonne losketteten, wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts? Ist es nicht kälter geworden? Wie trösten wir uns? Die Mörder aller Mörder?
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Wer die Existenz Gottes verneint, verneint sich selbst.
Gandhi, Mahatma (Mohandas Karamchand G.) (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Wir freien Geister von heute sind nicht mehr der Gefahr ausgesetzt, gekreuzigt oder verbrannt zu werden. Um so mehr will es der Anstand und die Solidarität, uns neue Gefahren zu suchen und zu schaffen, und sollten es die der Selbstkreuzigung, der Selbstverbrennung sein.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Nichts ist schrecklicher als der priesterliche Eifer der Ungläubigen.
Antonio Machado (1875-1939), spanischer Lyriker

Es gibt keinen Gott, ist der anschwellende Ruf der Massen. Damit wird aber auch der Mensch wertlos, in beliebiger Zahl hingemordet, weil er nichts ist.
Karl Jaspers (1883-1969), deutscher Philosoph des Existentialismus und Schriftsteller, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Religion ist Bindung. Atheismus eine höchst fragwürdige Ungebundenheit.
Ludwig Marcuse (1894-1971), deutscher Literaturkritiker, Philosoph und Journalist

Ich bin als Atheist in das Konzentrationslager gekommen, und nach allem, was ich dort erlebt habe verließ ich es als gläubiger Christ. Mir ist klar geworden, dass ein Volk ohne metaphysische Bindung, ohne Bindung an Gott, weder regiert noch auf Dauer blühen kann.
Carlo Mierendorff (1897-1943), deutscher Politiker, SPD, Sozialwissenschaftler und Schriftsteller

Atheisten drücken ihre Wut gegen Gott aus, obwohl er nach ihrer Meinung gar nicht existiert.
Clive Staples Lewis (1898-1963), englischer Schriftsteller

Dass Gott tot ist, wird gern von denen ausgestreut, die sein Erbe anzutreten hoffen.
Erwin Chargaff (1905-2002), österreichisch-amerikanischer Biochemiker und Schriftsteller

Gewöhnt man die Kinder daran, nicht an Gott zu denken, so werden sie Faschisten oder Kommunisten, aus dem Bedürfnis, sich irgendeiner Sache hinzugeben.
Simone Weil (1909-1943), französische Philosophin und Schriftstellerin

Ein Mensch ohne Religion ist ein Wanderer ohne Ziel, ein Fragender ohne Antwort, ein Ringender ohne Sieg und ein Sterbender ohne neues Leben.
Dom Helder Pessôa Câmara (1909-1999), brasilianischer katholischer Theologe, Erzbischof

Atheismus ist das Grundübel unserer Zeit. Die Menschen haben Gott vergessen, und das ist der Grund für die Probleme des zwanzigsten Jahrhunderts.
Alexander Solschenizyn (1918-), russischer Schriftsteller, Literaturnobelpreisträger

  Blasphemie, Gotteslästerung

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
AT, Exodus 20,7

Mit Gottes Wort ist nicht zu scherzen.
AT, 2. Makkabäer 4,17

Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten.
NT, Galater 6,7

Wer nach dem Himmel speit, dem fällt der Speichel in den eigenen Bart.
deutsches Sprichwort

Wenn die Männer anfangen die Götter zu verspotten und die Frauen durchsichtige Kleider tragen, ist das Ende einer Epoche gekommen.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 1-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Alle anderen Sünden haben ihren Ursprung, teils in menschlicher Schwachheit, teils in Unwissenheit; aber die Sünde der Gotteslästerung entspringt aus Bosheit des Herzens.
Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153), französischer Mönch, Kreuzzugsprediger und Mystiker

Man sieht sogar Leute, die so verkehrte Anschauungen über Religion haben, dass sie eher die schrecklichsten Lästerungen gegen Christus als den geringfügigsten Scherz gegen den Papst oder ihren Fürsten ertragen.würden, besonders wenn ihr materielles Interesse dabei im Spiel ist.
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Man wird zum Gotteslästerer und Vernunftleugner beim Blick auf die Welt, und doch ist dieser Gedanke an Gott und Vernunft das einzige Heilige und Große, was wir haben. Der Rest ist Schlamm und Sumpfluft.
Johann Gottfried Seume (1763-1810), deutscher Schriftsteller und Dichter

Weil Gott nicht Objekt sein kann für den Menschen, da Gott das Subjekt ist, eben darum erweist auch das Umgekehrte sich absolut: wenn einer Gott leugnet, so tut er Gott keinen Schaden, sondern vernichtet sich selbst; wenn einer Gott spottet - so spottet er seiner selbst.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller

Wenn ich eine Beleidigung Gottes sehe, würde ich, auch wenn ich ein Heer gegen mich hätte, nicht weichen, um sie zu verhüten.
Johannes Bosco (Don Bosco) (1815-1888), italienischer katholischer Pfarrer und Ordensgründer

Lass niemals von Gott! Liebe ihn! Wenn du das im Augenblick nicht kannst, dann streite mit ihm, klage ihn an und rechte mit ihm wie Hiob, ja, wenn du kannst, lästere ihn, aber - lass ihn nie! Sonst wirst du zum lächerlichsten Lappen, und das schrecklichste, du wirst es selbst gar nicht merken.
Theodor Haecker (1879-1945), deutscher Schriftsteller, Kulturkritiker und Übersetzer

  Vergnügungssucht, Genussucht, Hedonismus, Zerstreuung

Du dienst einem Götzen, wenn du immer nur deinen Lüsten nachlebst.
Hildegard von Bingen (um 1098-1179), deutsche katholische Ordensschester, Äbtissin, Mystikerin, Heilige

Wer dem Genuss nachjagt, findet den Überdruss.
Christine von Schweden (1626-1689), schwedische Königin, zum Katholizismus konvertiert

Das einzige, was uns in unserem Elend tröstet, ist die Zerstreuung, und dabei ist sie die Spitze unseres Elends, denn sie ist es, die uns grundsätzlich hindert, über uns selbst nachzudenken, die uns unmerklich verkommen lässt. Sonst würden wir uns langweilen, und diese Langeweile würde uns antreiben, ein besseres Mittel zu suchen, um sie zu überwinden. Die Zerstreuungen aber vergnügen uns und geleiten uns unmerklich bis zum Tode.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer Philosoph, Mathematiker und Physiker

Zerstreuung ist wie eine goldene Wolke, die den Menschen, wär es auch nur auf kurze Zeit, seinem Elend entrückt.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Was aber ist Zerstreuung? Alles, was mir den Endzweck meines Daseins und meines Lebens aus den Augen rückt oder verdunkelt.
Johann Kaspar Lavater (1741-1801), Schweizer evangelischer Theologe, Physiognomiker, Religionsphilosoph und Schriftsteller

Von Vergnügen zu Vergnügen rastlos taumeln hin und her, ist ein eitel Selbstbetrügen und bald kein Vergnügen mehr.
Friedrich Martin von Bodenstedt (1819-1892), deutscher Schriftsteller

Die Vergnügungssucht ist unersättlich und frisst am liebsten das Glück.
Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), österreichische Erzählerin und Aphoristikerin

Das Vergnügen gleicht gewissen Medikamenten: um dauernd dieselben Wirkungen zu erzielen, muss man die Dosis verdoppeln und die letzte enthält Tod oder Verblödung.
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Genuss kann unmöglich das Ziel des Lebens sein. Genuss ohne etwas darüber ist etwas Gemeines.
Christian Morgenstern (1871-1914), deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Journalist und Übersetzer

Die Menschen eines Hauses finden kaum Zeit, hastig und abgehetzt miteinander zu essen, aber sie leben nicht mehr miteinander, sie kennen keine ruhigen, beschaulichen Feierstunden mehr, wo ihr Geist ausruht, oder sich in Zwiesprache mit dem andern oder einem zum Nachdenken anregenden Buche erholt; sondern es gibt nur noch angestrengteste Arbeit und geistlose Zerstreuung, die über die Müdigkeit hinwegtäuschen soll.
Albert Schweitzer (1875-1965), deutscher evangelischer Theologe, Musikforscher, Philosoph und Arzt

Amusement ist die Verlängerung der Arbeit unterm Spätkapitalismus. Es wird von dem gesucht, der dem mechanisierten Arbeitsprozess ausweichen will, um ihm von neuem gewachsen zu sein. Zugleich aber hat die Mechanisierung solche Macht über den Freizeitler und sein Glück, sie bestimmt so gründlich die Fabrikation der Amüsierwaren, dass er nichts anderes mehr erfahren kann als die Nachbilder des Arbeitsvorgangs selbst. Der vorgebliche Inhalt ist bloß verblasster Vordergrund; was sich einprägt, ist die automatisierte Abfolge genormter Verrichtungen. Dem Arbeitsvorgang in Fabrik und Büro ist auszuweichen nur in der Angleichung an ihn in der Muße. Daran krankt unheilbar alles Amusement.
Theodor Wiesengrund Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker

Der technologischen Gesellschaft ist es gelungen, die Gelegenheiten für Vergnügen zu vervielfältigen, aber sie hat eine große Schwierigkeit damit Freude zu erzeugen.
Paul VI. (Giovanni Montini) (1897-1978), italienischer Papst

Vergnügen kann ein Fließbanderzeugnis sein, Glück niemals.
John Steinbeck (1902-1968), US-amerikanischer Schriftsteller

Da wir nicht wissen, wie wir die Seele nähren sollen, versuchen wir, ihr Verlangen durch Zerstreuungen zu beschwichtigen.
Anne Morrow Lindbergh (1906-2001), Schriftstellerin und Flugpionierin, Ehefrau von Charles A. Lindbergh

Freizeit(-Industrie) : Die hohe Kunst, die ausdauernden beruflichen Denkhindernisse bis in den sogenannten Feierabend hinüberzuretten - eine freudige Fete für nette Event-Manager, Animateure und Hoteliers - den Fließbandarbeitern des Fußvolk-Entertainments.
Andreas Egert (1968-), deutscher Journalist, Publizist und Aphoristiker

  Langeweile

Wer die Kunst versteht, mit sich selbst leben zu können, kennt keine Langeweile.
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Menschen, die einen Überfluss an Zeit haben, denken zumeist auf Böses.
Baruch de Spinoza (Benedictus d'Espinoza) (1632-1677), niederländischer Philosoph mit iberisch-jüdischen Vorfahren

Wer täglich herumrennt, wird fremd in seinem eigenen Hause; wer immer in Zerstreuung lebt, wird fremd in seinem eigenen Herzen, muss im Gedränge müßiger Leute seine innere Langeweile zu töten trachten, büßt das Zutrauen zu sich selber ein und ist verlegen, wenn er sich einmal sich selbst gegenüber findet.
Adolph Freiherr von Knigge (1752-1796), deutscher Schriftsteller, Aufklärer

Langeweile, aus Sicherheit und Überfluss geboren, steht dem irdischen Glück entgegen.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Vergnügen suchen, heißt das nicht, Langeweile zu finden?
Honoré de Balzac (1799-1850), französischer Romanschriftsteller

Im Untergeschoss unseres vollgestopften Lebens rumort das Gefühl, unerfüllt zu sein. Überprüft man diese Erfahrung der Unerfülltheit etwas genauer, so lassen sich darin verschiedene Empfindungen ausmachen. Die bezeichnendsten von ihnen sind: Langeweile, Groll und Niedergeschlagenheit.
Henri Nouwen (1932-1996), niederländischer katholischer Theologe

  Bequemlichkeit

Bequemlichkeit erjagt kein Wild, kostbare Güter erlangt der Fleißige.
AT, Sprüche 12,27

Ein gebildeter Mensch, der sein Herz an die Bequemlichkeit des Heims hängt, ist nicht wert als gebildet betrachtet zu werden.
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Jedermann schneidet die Bretter da, wo sie am dünnsten sind; man bohrt nicht gern durch dicke Bretter.
Martin Luther (1483-1546), deutscher Augustinermönch, Reformator

Mach aus Gott nicht dein Kopfkissen noch aus dem Gebet dein Federbett.
Dom Helder Pessôa Câmara (1909-1999), brasilianischer katholischer Theologe, Erzbischof

Es ist bequem, aber nicht gut, das Bequeme für das Gute zu halten.
Ernst Ferstl (1955-), österreichischer Lehrer und Autor

Aus Bequemlichkeit suchen wir nach Grenzen.
Novalis (Freiherr Friedrich Leopold von Hardenberg) (1772-1801), deutscher Schriftsteller, Philosoph und Bergbauingenieur

  Denkfaulheit

Fauler Verstand, leerer Verstand.
Bernhard von Cluny (1. Hälfte 12. Jh.), französischer Benediktinermönch

In unserm Geiste steckt mehr Faulheit als in unserem Körper.
François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Adeliger, Militär, Aphoristiker

Nicht mehr selber denken müssen, sich lenken lassen ... Dieses Abdanken ist der Kern allen Übels.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Das ist die gemeinste Faulheit: die des Denkens.
Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904)

Nach meiner Erfahrung ist der Feind und Verderber der Menschen der auf Denkfaulheit und Ruhebedürfnis beruhende Drang nach dem Kollektiv, nach Gemeinschaften mit absolut fester Dogmatik, sei diese nur religiös oder politisch.
Hermann Hesse (1877-1962), deutsch-schweizerischer Dichter, Schriftsteller und Maler, Literaturnobelpreisträger

  Aktionismus

Wer seine Tätigkeiten einschränkt, erlangt Weisheit.
AT, Jesus Sirach 38,25

Wenn du dein ganzes Leben und Erleben ins Tätigsein verlegst und keinen Raum mehr für die innere Besinnung vorsiehst, soll ich dich dann loben? Dafür lobe ich dich nicht.
Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153), französischer Mönch, Kreuzzugsprediger und Mystiker

Es ist nichts furchtbarer anzuschauen als grenzenlose Tätigkeit ohne Fundament.
Johann Wolfgang von Goethe (1782-1832), deutscher Dichter

Wer zu geschäftig Gutes tut, hat nicht die Zeit, gut zu sein.
Rabindranath Tagore (1861-1941), indischer Dichter, Literaturnobelpreisträger

Viele Menschen können überhaupt nicht ausspannen. Die Welt ist voll von freiwilligen Zwangsarbeitern.
Karl Heinrich Waggerl (1897-1973), österreichischer Dichter und Erzähler

Ihr könnt euch an einer Aufgabe totarbeiten; wenn sie nicht mit Liebe getan ist, nützt sie nichts.
Mutter Teresa (Agnes Gonxha Bojaxhiu) (1910-1997), albanische Ordensschwester unter den Armen in Indien, Friedensnobelpreisträgerin

  Oberflächlichkeit

So entspinnt sich denn die Unterhaltung, nicht über Landhäuser und Stadtpaläste anderer Leute, auch nicht über Herrn Lepos' Erfolge oder Misserfolge im Ballett; nein, wir besprechen, was uns näher angeht, was wir, um nicht Schaden zu nehmen, verstehen müssen: ob Reichtum, ob Tugend das Menschenglück begründet, ob wir Freundschaft nur aus Vorteil schließen oder um sittlich uns zu fördern; dazu die Frage nach dem Wesen des Guten und dem höchsten Gut.
Horaz (65-8 v.Chr.), römischer Dichter

Das worüber sich die Masse freut, gewährt dünne und oberflächliche Freude.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 1-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Es gibt vielleicht mehr oberflächliche Geister in der großen Welt als in den unteren Gesellschaftsschichten.
Luc de Clapiers Vauvenargues (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Das Oberflächliche wird uns schließlich des Notwendigen berauben.
Choderlos de Laclos (1741-1803), französischer Offizier und Schriftsteller

Einmal war es so: Der Mensch verstand nur wenig, aber das Wenige bewegte ihn tief. Heute versteht er viel, aber es bewegt ihn nicht oder doch nur oberflächlich.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Man kann die allgemeine geistige Verflachung so recht bemerken an unserem Briefwechsel. Ob eine Zeit wirklich kultiviert ist, erkennt man doch nicht daran, wie schnell man sich etwas mitteilen konnte, sondern ob das, was man sich mitteilte, etwas Gescheites war.
Heinrich von Treitschke (1834-1896), deutscher Historiker, Publizist und Politiker

Die Hast des Tages unter der Geißel des Geldes verflacht den Menschen.
Friedtjof Nansen (1861-1930), norwegischer Polar- und Meeresforscher, Friedensnobelpreisträger

Bei oberflächlichen Menschen erzeugen armselige Gedanken große Wirkungen; bei Geistern, mächtig wie der Ozean, kräuselt selbst die Sturzsee der Eingebung kaum die Oberfläche.
Paramhansa Yogânanda (1893-), indischer Yogi, Philosoph und Schriftsteller

Wenn du einzig und allein an der Oberfläche lebst, wenn dich nur dein Außen interessiert, deine Aufmachung, dein Aussehen und dein Ansehen, dann hängt dein Glück an einem launischen Pendel: heute glücklich - morgen unglücklich, heute in Stimmung - morgen verzweifelt.
Phil Bosmans (1922-), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und Schriftsteller

Wir sind die Generation ohne Bindung und ohne Tiefe.
Wolfgang Borchert (1921-1947), deutscher Schriftsteller

Unsere Oberflächlichkeit macht uns sehr leicht zu Sklaven der Äußerlichkeiten.
Ernst Ferstl (1955-), österreichischer Lehrer und Autor

  Falschverstandene Freiheit

Immer wenn eine Trennung zwischen Freiheit und Gerechtigkeit vorgenommen wird, ist keine, meiner Meinung nach, sicher.
Edmund Burke (1729-1797), irischer protestantischer Politiker und Redner, Kämpfer für die Katholikenemanzipation

Freiheit zu drohen, zu drücken, zu rauben, zu betrügen, auszusaugen, zu morden, ist Freiheit Satans!
Johann Kaspar Lavater (1741-1801), Schweizer evangelischer Theologe, Physiognomiker, Religionsphilosoph und Schriftsteller

Zügellosigkeit hat zur natürlichen Folge Erschlaffung; Missbrauch der Freiheit den Verlust derselben.
Friedrich  Schlegel (1772-1829), deutscher Philosoph, Kritker, Literaturhistoriker und Übersetzer

Der Unterschied zwischen Freiheit und Freiheiten ist so groß wie zwischen Gott und Göttern.
Ludwig Börne (Löb Baruch), (1786-1837), deutscher Schriftsteller, Demokrat

Freiheit kann nur fordern, wer sich zur Toleranz bekennt.
Alphonse de Lamartine (1790-1869), französischer Dichter

An unbeschränkter Freiheit gehen die Menschen nicht dutzendweise, sondern zu Tausenden zugrunde.
Jeremias Gotthelf (Albert Bitzius) (1797-1854), schweizerischer Erzähler

Die Freiheit ist eine neue Religion, die Religion unserer Zeit.
Heinrich Heine (1797-1856), deutscher Dichter

Die Freiheit gefällt allen, am meisten aber denen, die den anderen keine lassen wollen.
Francesco Domenico Guerrazzi (1804-1873), italienischer Schriftsteller und Politiker

Es gibt zwei Freiheiten: Die falsche, wo ein Mensch frei ist zu tu was er mag, und die wahre, wo ein Mensch frei ist zu tun, was er tun sollte.
Charles Kingsley (1819-1875), englischer Schriftsteller

Die Freiheit ist nicht die Willkür, beliebig zu handeln, sondern die Fähigkeit, vernünftig zu handeln.
Rudolf Virchow
(1821-1902), deutscher Arzt

In der heutigen Zeit hält man Zügellosigkeit für Freiheit.
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881), russischer Dichter

Wer politische Freiheit mit persönlicher Freiheit verwechselt und politische Gleichheit mit persönlicher Gleichheit, hat niemals auch nur fünf Minuten lang über Freiheit und Gleichheit nachgedacht.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreisträger

Hast du die Herrschaft Gottes nicht über dir, so wird bald ein anderer über dich herrschen. Die Liebe Gottes sollte uns zu den freiesten Menschen machen.
Christoph Blumhardt (1880-), deutscher evangelischer Theologe, Begründer des religiösen Sozialismus

Es hat keinen Sinn, Freiheit "von" zu fordern, wenn vorher nicht die Freiheit "zu", nämlich zu den großen Werten der personalen Existenz, gesehen und gewollt ist.
Romano Guardini (1885-1968), deutscher katholischer Theologe und Religionsphilosoph

Wir halten den Menschen für frei: aber seine Freiheit ist nur in dem Maße real und konkret, wie sie engagiert ist, ein Ziel anstrebt und sich anstrengt, einige Veränderungen in der Welt zu bewirken.
Simone de Beauvoir (1908-1986), französische Schriftstellerin

Freiheit ohne Gerechtigkeit ist Willkür.
Jean Anouilh (1910-1987), französischer Dramatiker

Freiheit besteht nicht darin, dass man tun kann, was man will. Sie gibt einem nur das Recht zu tun, was man tun sollte.
Johannes Paul II. (Karol Woytila) (1920-2005), polnischer Papst

Es gibt nachweislich drei große alte Werteströmungen: Freiheit, Gerechtigkeit und Wahrheit, das heißt Sinn des Lebens. Nehmen Sie die Freiheit: Wir haben sehr lange um ihre Durchsetzung gekämpft, heute haben wir praktisch in ganz Europa die Demokratie als Regierungsform. Die Frage ist, ob wir auch schon Menschen haben, die freiheitsfähig sind.
Paul Michael Zulehner (1939-) österreichischer katholischer Theologe und Priester

Wir definieren häufig die Freiheit als jeden Tag neue beliebige Entscheidung. Das ist ein Trugschluss. Die Berufsfreiheit lädt zum Arbeitsvertrag ein, die Ehefreiheit zur Bindung, die Religionsfreiheit zur Zugehörigkeit, die Wissenschaftsfreiheit zur beharrlich vertretenen Erkenntnis.
Paul Kirchhof (1943-), deutscher Verfasssungs- und Steuerrechtler, Richter beim Bundesverfassungsgericht

  Falschverstandene Toleranz

Wie weit geht die Pflicht der Toleranz? 1. Keine Kirche ist durch die Pflicht der Toleranz gehalten, in ihrem Schoß diejenigen zu behalten, die hartnäckig ihren Gesetzen zuwiderhandeln. 2. Wir haben nicht das Recht, wen auch immer in der Arbeit, die er macht, in Frage zu stellen unter dem Vorwand, dass er einer anderen Kirche angehört.
Thomas Jefferson (1743-1826), Präsident der USA, hauptsächlicher Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung

Die Toleranz ist niemals etwas anderes als das System der Verfolgten, ein System, das er fallen lässt, sowie er stark genug ist, um selbst zum Verfolger zu werden.
Denis Diderot
(1713-1784), französischer Schriftsteller

Toleranz ist gut. Aber nicht gegenüber Intoleranten.
Wilhelm Busch (1832-1908), deutscher Dichter und Zeichner

Der Tolerante erlebt sich selbst als souverän; doch häufig ist die Toleranz “die Tugend des Mannes, der keine Überzeugungen hat".
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936), englischer Schriftsteller und Publizist

Wir glauben, dass wir tolerant sind, dabei haben wir nur zu nichts einen klaren Standpunkt.
Umberto Eco (1932-), italienischer Philosoph, Sprachwissenschaftler und Schriftsteller

Toleranz ist nicht Gleichgültigkeit gegen den eigenen Glauben, sondern tieferes Verständnis für ihn, reinere Liebe.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Die Toleranz in jeder Gesellschaft muss jedem Bürger die Freiheit sichern, zu glauben, was er will. Aber sie darf nicht so weit gehen, dass sie die Frechheit und Zügellosigkeit junger Hitzköpfe gutheißt, die etwas vom Volke Verehrtes dreist beschimpfen.
Friedrich II., der Große (1712-1786), preußischer König

Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.
Thomas Mann (1875-1955), deutscher Schriftsteller

Man wird zuletzt tolerant, denkt man, gegen die Menschen; aber man ist nur gleichgültig.
Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) (1763-1825), deutscher Dichter

Es darf keine Freiheit geben zur Zerstörung der Freiheit.
Karl Jaspers (1883-1969), deutscher Philosoph des Existentialismus und Schriftsteller, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

In der Welt wird es Toleranz genannt, aber in der Hölle wird es Verzweiflung genannt, die Sünde, die an nichts glaubt, sich um nichts kümmert, nichts wissen will, sich in nichts einmischt, sich an nichts erfreut, nichts hasst, keinen Sinn in etwas findet, für nichts lebt, und am leben bleibt, weil es nichts gibt, für das es sterben will.
Dorothy Sayers (1893-1957), englische Schriftstellerin

Toleranz ist auch so viel wert wie das Motiv des Tolerierens. Es gibt eine Menge Motive: zum Beispiel Gedankenlosigkeit, Faulheit, Feigheit.
Ludwig Marcuse (1894-1971),
deutsch-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller

Aber die Gesellschaft kann nicht dort unterschiedslos verfahren, wo die Befriedung des Daseins, wo Freiheit und Glück selbst auf dem Spiel stehen: hier können bestimmte Dinge nicht gesagt, bestimmte Ideen nicht ausgedrückt, bestimmte politische Maßnahmen nicht vorgeschlagen, ein bestimmtes Verhalten nicht gestattet werden, ohne dass man Toleranz zu einem Instrument der Fortdauer von Knechtschaft macht.
Herbert Marcuse (1898-1979),
deutsch/US-amerikanischer Philosoph, Politologe und Soziologe

Toleranz wird oft mit Meinungslosigkeit verwechselt. Aber nicht der Meinungslose ist tolerant, sondern der, der eine Meinung hat, aber es anderen zubilligt, eine abweichende Meinung zu haben und diese auch zu sagen.
Manfred Rommel (1928-1996), deutscher Politiker, CDU, Oberbürgermeister von Stuttgart

  Falschverstandene Selbstverwirklichung

Lasst euch nicht täuschen. Fallt nicht herein auf die Propheten des Egoismus, der falsch verstandenen Selbstverwirklichung, der irdischen Heilslehren, die diese Welt ohne Gott gestalten wollen.
Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) (1920-2005), polnischer Papst

Was heißt "Selbstverwirklichung"? Der Mensch kann sich selbst vielfältig verwirklichen - einer hat das Potenzial, um heiliger Franz zu werden, anderer hat das Potenzial, Hitler zu werden. Sollen wir denn sagen, dass unsere Aufgabe darin besteht, jedem Menschen sein Potenzial verwirklichen zu lassen, unabhängig davon, welches Potenzial es ist?
Leszek Kolakowiski (1927-2009), polnischer Philosoph und Essayist

Das Wort "Selbst"-Bestimmung sagt es auf verräterische Weise. Es hat das "Selbst" aus fast allen Zwängen und Normen befreit. Vorfahrt für das Individuum, das ist ein Triumph unserer Zeit. Wenn aber ein jeder sich selbst der Nächste ist, ist am Ende keiner mehr für den anderen da. "Selbst"-Verwirklichung wird dann für jene "anderen", die sich selbst zu verwirklichen nicht die Kraft oder die Möglichkeiten haben und auf Hilfe angewiesen sind, zum Unwort unserer Zeit. Denn es steht für Egoismus und entpflichtet von Nächstenliebe und Solidarität.
Günther von Lojewski (1935-), deutscher Journalist

Man sollte nicht auf Selbstverwirklichung hoffen, sondern Hoffnung selbst verwirklichen.
Gerhard Uhlenbruck (1929-), deutscher Biologe und Aphoristiker

Bei der Selbstverwirklichung hat schon so mancher sich Selbst verwirkt.
Jürgen Wilbert (1945-), deutscher Literat und Aphoristiker

  Selbstzufriedenheit, Selbstgefälligkeit

Kennst du jemanden, der sich selbst für weise hält? Ich sage dir: Für einen Dummkopf gibt es mehr Hoffnung als für ihn!
AT, Sprüche 26,12

Wenn wir einen starken Glauben haben, ist es unsere Pflicht, die Bedenken der Schwachen ernst zu nehmen und nicht selbstgefällig unsere Stärke zur Schau zu stellen.
NT, Römer 15,1

Das Laster des Geistes heißt Selbstzufriedenheit.
Tschuangtse (365-290 v.Chr.)

Wer sich zu sehr gefällt, gefällt mir nicht.
Marcus Porcius Cato (234-149 v.Chr.), römischer Feldherr, Geschichtsschreiber, Schriftsteller und Staatsmann

Sobald du sagst: ich habe genug geleistet, bist du verloren.
Aurelius Augustinus (354-430), Bischof von Hippo in Nordafrika, Philosoph, Kirchenvater, Heiliger

Gefährlich ist es, wenn wir mit uns selbst zufrieden sind.
Theresia von Avila (Teresa de Cepeda y Ahumada) (1515-1582), spanische Karmelitin, Mystikerin, Kirchenlehrerin und Heilige

Die Selbstzufriedenheit entsteht meistens aus Unzufriedenheit und wird zu einer Glückseligkeit des Unverstandes, die zwar nicht ohne Annehmlichkeit sein mag, jedoch unserem Ruf und Ansehen nicht förderlich ist.
Baltasar Gracián y Morales (1602-1658), spanischer Schriftsteller und Philosoph, Jesuit

Nichts sollte unsere Selbstzufriedenheit mehr erschüttern als die Erkenntnis, dass wir verwerfen, was wir früher gebilligt haben.
François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Adeliger, Militär, Aphoristiker

Leute, die mit sich selbst zufrieden sind, richten wenig aus.
Christine von Schweden (1626-1689), schwedische Königin

Je dümmer der Mensch, desto mehr Wohlgefallen hat er an sich selbst.
Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862), österreichischer Schauspieler, Sänger, Dramatiker und Satiriker

Die größte Selbstzufriedenheit und das ruhigste Gewissen finden sich bei Leuten, deren Passionen und Lebensansprüche nicht über das hinausgehen, was die höhere Gesellschaft zulässt: Mätressen, Bordelle, sogar Päderastie, Dienst, Gehalt, Bereicherung durch Heirat, Krieg, Duelle und dergleichen.
Leo Tolstoi (1828-1910), russischer Dichter

Wer eine Seele hat, kann nicht selbstzufrieden sein.
Graham Greene (1904-1991), englischer Schriftsteller

Ich habe die Zerstörer der Nationen genannt: Bequemlickkeit, Überfluss und Sicherheit - aus denen ein gelangweilter und träger Zynismus entsteht, in dem die Rebellion gegen die Welt wie sie ist und einen selbst wie ich bin in gleichgültiger Selbstzufriedenheit untergehen.
John Steinbeck (1902-1968), US-amerikanischer Schriftsteller

  Selbstgerechtigkeit

Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.
NT, Lukas 18,11-12

Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge?
NT, Matthäus 7,3

Die Selbstgerechten, das sind wohl die größten Räuber der Tugend!
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chinesischer Philosoph

Zwei Ranzen packte Jupiter uns auf, den voll der eigenen Fehler auf den Rücken, den von den fremden schwer vorn auf die Brust. Drum sehn wir eigene Gebrechen nicht, sind aber Tadler gleich, wenn andere fehlen.
Phädrus (ca. 20 v.Chr.-ca. 51 n.Chr.), römischer Fabeldichter

An anderen zählt ihr die Pusteln, selbst seid ihr über und über mit Geschwüren bedeckt.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 1-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Wer es sich herausnimmt, den Lebenswandel anderer zu kritisieren und ihre Sünden an den Pranger zu stellen, wo sollte der Verzeihung erlangen, wenn er selber auch nur einen Augenblick von dem strengen Pfade der Pflichten abbog?
Marcus Tuilius Cicero (106 v.Chr.-43 v.Chr.), römischer Philosoph

Wir geben acht auf die Sünden des Nächsten, nicht um darüber zu weinen, sondern um zu schimpfen, nicht um zu heilen, sondern zu schlagen und unsere eigenen Fehler mit den Wunden der Mitmenschen zu entschuldigen.
Gregor von Nazianz (ca. 329-390), kleinasiatischer Bischof, Kirchenvater

Wenn du einen anderen öffentlich sündigen oder schwere Verbrechen begehen siehst, so halte dich deshalb nicht für besser als ihn; denn, siehe, du weißt ja nicht, wie lange du im Guten noch feststehen wirst.
Thomas von Kempen (1379/80-1471), holländischer Augustinermönch und Prediger

Während seines Lebens aber meint jeder Kaufmann, Soldat oder Richter, dass er, wenn er nur ein kleines Geldstück von seinem Raube in die Büchse wirft, sämtliche Fehltritte und Vergehen mit einem Male wieder gutgemacht und alle Meineide, alle Unlauterkeiten, alle Schlemmereien, jeden streit, jeden Mord, jeden Betrug, jeder Treulosigkeit, jdern Verrat gleichsam vertragsmäßig gesühnt hat, und zwar so gut gesühnt, dass er sich sogleich wieder berechtigt glaubt, eine neue Reihe von Verbrechen zu begehen.
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer Theologe, Philologe und Humanist

Der heutige Mensch lacht über den Unverstand der Vorfahren und beginnt mit stolzem Selbstvertrauen eine Reihe von neuen Verirrungen, über die dann wieder die Nachkommen lachen werden.
Nikolai Gogol (1809-1852), russischer Schriftsteller, ukrainischer Herkunft

Es gibt Menschen, die vor lauter Vortrefflichkeit unausstehlich sind.
Elbert Hubbard (1856-1915), US-amerikanischer Schriftsteller, Essayist, Philosoph und Verleger

Es gibt Ärzte, die Krankheit nie am eigenen Leibe erfahren - Pfarrer, die niemals gesündigt oder gelitten zu haben scheinen.
Albert Schweitzer (1875-1965), deutscher evangelischer Theologe, Musikforscher, Philosoph und Arzt

Der Splitter in deinem Auge ist das beste Vergrößerungsglas.
Theodor Wiesengrund Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph, Soziologe und Musiktheoretiker

Gott bewahre uns vor den Unschuldigen und Guten.
Graham Greene (1904-1991), englischer Schriftsteller

Selbst der Gerechte wird ungerecht, wenn er selbstgerecht wird.
Rudolf Hagelstange (1912-1984), deutscher Schriftsteller

Zur Selbstgerechtigkeit gehört das Wegschauen vor den wahren Problemen.
Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007), deutscher Physiker, Philosoph und Friedensforscher

  Selbstbetrug, Selbsttäuschung

Niemand betrüge sich selbst.
NT, 1. Korinther 3,18

Nichts ist leichter als Selbstbetrug, denn was ein Mensch wahrhaben möchte, hält er auch für wahr.
Demosthenes (384-322 v.Chr.), griechischer Redner

Zu glauben, man täusche sich nicht, ist die größte Täuschung.
Pierre Abélard (1079-1142), französicher Philosoph

Endlich verführt die Fähigkeit zu sprechen den Menschen auch dazu, zu reden, wenn er überhaupt nichts denkt, und indem er, was er redet, für wahr hält, sich selbst zu täuschen.
Thomas Hobbes (1588-1679), englischer Mathematiker und Philosoph

Es ist ebenso leicht, sich zu täuschen, ohne es zu merken, wie es schwer ist, die anderen zu täuschen, ohne dass sie es merken.
François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Adeliger, Militär, Aphoristiker

Man ist untröstlich, von seinen Feinden betrogen und von seinen Freunden getäuscht zu werden, und lässt es sich oft gefallen, es durch sich selbst zu werden.
François de La Rochefoucauld (1613-1680), französischer Adeliger, Militär, Aphoristiker

Man ist nie scharfsinniger, als wenn es darauf ankommt, sich selbst zu täuschen und seine Gewissensbisse zu unterdrücken.
Fénélon (François de Salinac de La Mothe-Fénelin) (1651-1715), französischer Geistlicher, Erzbischof und Schriftsteller

Die Natur betrügt uns nie. Wir sind es immer, die wir uns selbst betrügen.
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), französischer Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

Wer sich selber betrügt, betrügt andere.
Luc de Clapiers Vauvenargues (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Wir reden uns oft unsere eigenen Lügen ein, um uns nicht Lügen strafen zu müssen, und täuschen uns selbst, um die anderen zu täuschen.
Luc de Clapiers Vauvenargues (1715-1747), französischer Philosoph, Moralist und Schriftsteller

Wir betrügen und schmeicheln niemanden durch so feine Kunstgriffe als uns selbst.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph

Der Grund, weshalb wir uns über die Welt täuschen, liegt sehr oft darin, dass wir uns über uns selbst täuschen.
Johann Jakob Mohr (1828-1886), deutscher Pädagoge und Dichter

Die Bereitschaft des Menschen zur Selbsttäuschung ist unermesslich größer als die Möglichkeit, andere zu täuschen.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Nichts ist so schwer, als sich nicht zu betrügen.
Ludwig Wittgenstein (1889-1951), österreichisch-britischer Philosoph

Ein Mensch, der heuchelt und betrügt, betrügt sich selbst und verkennt sein eigenes Wesen.
Ralph Waldo Emerson (1803-1882), US-amerikanischer Essayist, Dichter und Philosoph

Betrüg dich nicht selbst, fürchte dich von allen Betrügern am meisten vor dir selbst.
Sören Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Essayist, Theologe und religiöser Schriftsteller

Die Hauptsache ist, belügen Sie sich nicht selbst. Wer sich selbst belügt und auf seine eigene Lüge hört, kommt schließlich dahin, dass er keine einzige Wahrheit mehr, weder in sich noch um sich, unterscheidet. Das aber führt zur Nichtachtung sowohl seiner selbst als der anderen. Wer aber niemanden achtet, der hört auf zu lieben; um sich aber ohne Liebe zu beschäftigen und zu zerstreuen, ergibt er sich den Leidenschaften.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Uns selbst anzulügen ist tiefer in uns drin als andere anzulügen.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821-1881), russischer Dichter

Es ist gefährlich, anderen etwas vorzumachen; denn es endet damit, dass man sich selbst etwas vormacht.
Eleonora Duse (1858-1924), italienische Schauspielerin

Der Selbstbetrug ist der häufigste Betrug und auch der schlimmste. Er kann tragisch werden. Er kann ein Lebenswerk verunmöglichen.
Jakob Boßhart (1862-1924), schweizerischer Schriftsteller

  Hast, Hektik, Hetze, Zeitdruck, Getriebenheit, Ruhelosigkeit

Hast ist die Scheuklappe des Menschen gegenüber den Dingen, auf die es im Leben wirklich ankommt.
chinesisches Sprichwort

Der Gelassene nutzt seine Chance besser als der Getriebene.
chinesisches Sprichwort

Die Hast erzeugt Magenkrankheit.
jüdisches Sprichwort

Gönne dir einen Augenblick der Ruhe und du begreifst, wie närrisch du herumgehastet bist.
Laotse (ca. 500 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Hektik weist auf ein krankes Gemüt. Hauptmerkmal eines geordneten Verstandes ist Beharrungsvermögen und die Fähigkeit, mit sich selbst umgehen zu können.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 1-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Es ist einerlei, wieviel Zeit den Vielgeschäftigen gegeben sein mag, wenn kein Punkt da, wo sie haften bleibt, durch schadhafte und durchlöcherte Seelen rinnt sie durch.
Lucius Annaeus Seneca (ca. 1-65 n.Chr.), römischer Dichter, Philosoph und Politiker

Nichts kann gleichzeitig hastig und klug erledigt werden.
Publilius Syrus (ca. 90-40 v.Chr.), römischer Moralist

Wir arbeiten rasch genug, wenn wir gut arbeiten. Die Hummeln machen mehr Lärm und gebärden sich geschäftiger als die Bienen, aber sie erzeugen weder Wachs noch Honig. So arbeitet weder viel noch gut, wer sich überhastet.
Franz von Sales (1567-1622), französischer Bischof, Ordensgründer, Mystiker und Kirchenlehrer, Heiliger

Obwohl ich immer in Eile bin, bin ich niemals in Hetze, weil ich nur soviel Arbeit auf mich lade, wie ich ruhigen Herzens bewältigen kann.
John Wesley (1703-1791), englischer Erweckungsprediger, Begründer der Methodisten

Zur Plage unsers Daseins trägt nicht wenig auch dieses bei, dass stets die Zeit uns drängt, uns nicht zu Atem kommen lässt und hinter jedem her ist.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Das Lächerlichste vom Lächerlichen auf dieser Welt sind mir die Leute, die es eilig haben, die nicht schnell genug essen und arbeiten können. Was richten sie aus, diese ewig Hastenden? Ergeht es ihnen nicht wie jener Frau, die aus ihrem brennende Haus in der Verwirrung die Feuerzange rettete.
Søren Kierkegaard (1813-1855), dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Man schämt sich jetzt schon der Ruhe; das lange Nachsinnen macht beinahe Gewissenbisse. Man denkt mit der Uhr in der Hand, wie man zu Mittag isst, das Auge auf das Börsenblatt gerichtet - man lebt wie einer, der fortwährend etwas "versäumen könnte".
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe

Zur Plage unsers Daseins trägt nicht wenig auch dieses bei, dass stets die Zeit uns drängt, uns nicht zu Atem kommen lässt und hinter jedem her ist wie ein Zuchtmeister mit der Peitsche.
Arthur Schopenhauer (1788-1860), deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer

Der rastlose Arbeitsmensch von heute hat tagsüber keine Zeit, sich Gedanken zu machen - und abends ist er zu müde dazu. Alles in allem hält er das für Glück.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreisträger

Der größte Fehler dieses Zeitalters ist es, dass alle Menschen so hektisch und so aktiv geworden sind. Wer keine Ruhe hat, kann nicht das Wesen der Dinge erfahren.
Hazrat Inayat Khan (1882-1927), indischer Sufi, Gründer des internationalen Sufi-Ordens

Der Furchtmensch ist scheu und unruhig. Seine hastigen, an Störung gewöhnten Freuden sind kurz. Deshalb braucht er Abwechslung. Der Reichtum seines Lebens ist nicht Tiefe sondern Mannigfaltigkeit.
Walther Rathenau (1867-1922), deutscher Industrieller, Schriftsteller und Politiker

Der moderne Mensch wird in einem Tätigkeitstaumel gehalten, damit er nicht zum Nachdenken über den Sinn seines Lebens und der Welt kommt.
Albert Schweitzer (1875-1965), deutscher evangelischer Theologe, Musikforscher, Philosoph und Arzt

Das Gefühl des Getriebenwerdens, das die passive Weise jenes Gefühls darstellt, das der Verlust an Schwung des Wachstums auslöst, ist eine der leidvollsten Qualen, die die Seelen der Männer und Frauen erfahren, die aufgerufen sind, ihr Leben in einem Zeitalter des sozialen Zerfalls zu leben; und dieses Leid ist vielleicht eine Strafe für die Sünde der Vergötzung, die durch die Verehrung des Geschöpfes an Stelle des Schöpfers begangen wird.
Arnold Joseph Toynbee (1889-1975), englischer Kulturtheoretiker und Geschichtsphilosoph

Was ist es, das den Menschen heutzutage so jämmerlich klagen lässt, er sei gehetzt; was hetzt ihn eigentlich? Er kann nichts tun, ja, er kann nicht einmal nichts tun, ohne nach irgendeinem Nutzen zu schielen.
Karl Heinrich Waggerl (1897-1973), österreichischer Dichter und Erzähler

Man muss leben, als hätte man hundertfünfzig Jahre Zeit. Hast ist der Feind des Lebens.
Thornton Wilder (1897-1975), US-amerikanischer Schriftsteller

Man muss sich fragen, was der heutigen Menschheit größeren Schaden an ihrer Seele zufügt: die verblendende Geldgier oder die zermürbende Hast.
Konrad Lorenz (1903-), österreichischer Verhaltensforscher

Es fiel ihm auf, dass das wirklich Charakteristische des heutigen Lebens nicht seine Grausamkeit und Unsicherheit, sondern seine Nacktheit, seine Schäbigkeit, seine Ruhelosigkeit war.
George Orwell (1903-1950), britischer Schriftsteller, Essayist und Journalist

Was ist das für eine Regel? Je mehr zeitsparende Maschinen es gibt, desto mehr steht der Mensch unter Zeitdruck.
Sebastian de Grazia
(1917-2001), US-amerikanischer Schrifsteller und Philosophiedozent

  Beschleunigung, Geschwindigkeit, Schnelllebigkeit

Alles verändert sich so schnell, dass man mit dem Hören und Sehen gar nicht nachkommen kann; und es in Worte zu fassen ist erst recht unmöglich.
AT, Kohelet 12,8

Bei der ungeheuren Beschleunigung des Lebens werden Geist und Auge an ein halbes und falsches Sehen und Urteilen gewöhnt.
Friedrich Nietzsche (1844-1900), deutscher Philosoph und klassischer Philologe

Man kann mit dem Leben mehr anfangen, als es nur immer schneller zu leben.
Mahatma Gandhi (1869-1948), indischer Freiheitskämpfer, Verfechter des gewaltfreien Widerstandes

Jeder ist immer erreichbar. Die ganze Welt beschleunigt sich, alles ist dringend, und wo alles dringend ist, ist nichts mehr dringend, und damit schlittern wir in eine Bedeutungslosigkeit hinein.
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Schriftsteller

Unsere Tragödie besteht genau genommen darin, dass sich der Lebensrhythmus nicht mehr nach dem Herzschlag richtet, sondern nach der rasenden Umdrehungsgeschwindigkeit von Turbinen, die sich täglich steigert.
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Schriftsteller

Schneller vorwärts! Um jeden Preis schneller!" Schneller? Aber wohin? Danach fragt ihr überhaupt nicht, ihr Narren!
Georges Bernanos (1888-1948), französischer Schriftsteller

Der Mensch von heute hat nur ein einziges wirklich neues Laster erfunden: die Geschwindigkeit.
Aldous Huxley (1894-1963), englischer Schriftsteller

Wir sind geschlagen in dem Wahn, die Zeit überholen zu wollen.