| "Heiligste Dreifaltigkeit" Altdorf b.Nürnberg Soziale Markwirtschaft oder neoliberaler Kapitalismus? |
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Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland:
Vor dem Hintergrund der sozialen Entwicklung unserer Zeit und der Diskussion um eine sogenannte "Neue Soziale Marktwirtschaft" einige Zitate als Denkanstösse und die dazugehörigen Quellen als Leseempfehlung:
Die Reformer haben nicht begriffen, welche nachhaltigen Folgen
die totale Ökonomisierung aller Lebensbereiche haben wird. Die Reformer sehen den Menschen nur noch als
Produktionsfaktor. Kinder müssen geboren werden, weil wir sie zur Finanzierung
der Renten brauchen. Kinder müssen mit fünf in die Schule, weil sie dann früher ins Arbeitsleben einsteigen und zur Stärkung
unserer Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Arbeitnehmer sind Kostenfaktoren und sonst nichts. Da Kosten niedrig sein müssen, müssen
auch die Löhne niedrig sein, ganz gleich, wie die Arbeitnehmer und ihre Familien damit zurechtkommen. Umwelt- und
Klimaschutz sind Kostenfaktoren. Also runter damit. Die Alten sind ein Kostenfaktor. Was machen wir nur mit ihnen? Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche wird dadurch verschärft, dass ihre Fürsprecher nicht einsehen, dass
auch Dinge einen Wert haben, die
sich nicht sofort rechnen. Sie sehen nicht, dass es auch ökonomisch vernünftig ist, wenn ein gutes soziales Klima im Land
herrscht und die Menschen sich wohl fühlen. Da in den Zeiten der Massenarbeitslosigkeit
jeder Job zählt, reicht die Drohung, Arbeitsplätze ins Ausland zu
verlegen, um jeden Politiker gefügig zu machen. Insofern ist eine
gewisse Höhe der Arbeitslosigkeit günstig für Unternehmen. Zum einen
können sie ihre Belegschaft unter Druck halten, in Fragen von Lohnhöhe und
Arbeitszeit, zum anderen gibt ihnen die monatliche Horrorzahl aus Nürnberg,
wo die Bundesanstalt für Arbeit sitzt, Macht über die Politik. Sie zwingt
Politiker, die Gedanken von Managern zu denken. Deshalb reden bei
Verhandlungen zwischen Politik und Unternehmen Managern mit Managern, egal
ob Sozialdemokraten regieren oder Konservative. Dirk Kubjeweit: Unser effizientes Leben.
Die Diktatur der Ökonomie und ihre Folgen. Hamburg: Rowohlt 2004, S.
60-61 Wissenschaft und Technologie werden zur Waffe, um Konkurrenten auszuschalten. Der entfesselte Markt wird dann nicht Arbeitsplätze und Wohlstand für alle schaffen, sondern die Profitquellen einer kleinen Minderheit ins ungeheure steigern. Die Profiteure werden sich einen Blick auf die Verelendeten angewöhnen, der sie von allen Gewissensbissen entlastet. Die Idee eines neuen Bundes zwischen Markt und Mensch zieht die Rechtfertigung des Elends der anderen nach sich. Sie werden nicht als Benachteiligte registriert, sondern als Versager. Und weil sie Versager sind, haben sie auch selber Schuld. Und weil sie selber Schuld haben, muss niemand etwas für sie tun. Reimer Gronemeyer: Eiszeit der Ethik. Die Zehn Gebote als Grenzpfähle für eine humane Gesellschaft. Würzburg: Echter 2003, S. 136 Im Gefolge dieses Wandels der
Daseinsbedingungen haben sich unversehens Vorstellungen in die
menschliche Gesellschaft eingeschlichen, wonach der Profit der eigentliche
Motor des wirtschaftlichen Fortschritts, der Wettbewerb das oberste Gesetz
der Wirtschaft, das Eigentum an den Produktionsmitteln ein absolutes
Recht, ohne Schranken, ohne entsprechende Verpflichtungen der Gesellschaft
gegenüber darstellt. Dieser ungehemmte Liberalismus führte zu
jener Diktatur, die Pius XI. mit Recht als die Ursache des finanzkapitalistischen
Internationalismus oder des Imperialismus des internationalen
Finanzkapitals brandmarkte. Man kann diesen Missbrauch nicht scharf genug
verurteilen. Noch einmal sei feierlich daran erinnert, dass die
Wirtschaft ausschließlich dem Menschen zu dienen hat. (Enzyklika
"Populorum Progression" 1967 von Paul VI.) Weiterführende Links
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