|
Eine Auswahl von
Zitaten des letzten wirklichen Universalgelehrten

ABC
Wer seine Schüler das ABC gelehrt, hat eine größere Tat vollbracht als der
Feldherr, der eine Schlacht geschlagen.
Atheismus
Mit dem Aufhören der Gottesfurcht beginnt die Entfesselung der
Leidenschaften und die Herrschaft einer Sinnesart, welche die Welt mit einer
Sündflut von Blut überschwemmen wird.
Atheismus
Ob auch schon diejenigen einer Todsünde schuldig sind, die nicht glauben,
dass ein Gott ist? Ich denke ja, und zwar nicht minder, als jene nicht zu
entschuldigen sind, die das Werk eines Künstlers zerstören, dessen Existenz
sie leugnen.
Äußerlichkeit
Ich gestehe auch, dass ich einen Fehler habe, der in der Welt als
schwerwiegend gilt: nämlich häufig gegen das Zeremoniell zu verstoßen und
bei der ersten Begegnung keinen allzu guten Eindruck zu machen. Wenn man auf
diese Dinge großes Gewicht legt … und wenn es gilt zu trinken, um zu gelten,
so wissen sie selbst, dass ich dann fehl am Platze bin.
Beichte
Es ist in der Tat eine große Wohltat Gottes, dass er seiner Kirche die
Gewalt gegeben hat, Sünden nachzulassen und zu behalten, eine Gewalt, welche
die Kirche durch die Priester ausübt, deren Amt daher ohne Sünde nicht
verachtet werden kann.
Bewegung
Bewegung ist etwas rein Relatives. Welcher Körper bewegt erscheint und
welcher nicht ist allein eine Interpretation des Betrachters.
Bibliothek
Es ist bekannt, dass eine Bibliothek mit wertvollen gedruckten Büchern zu
den Dingen gehört, die durch einfaches Bewahren nicht bewahrt werden können,
das heißt, sie ist nicht in einem guten Zustand zu erhalten, wenn sie nicht
vermehrt wird.
Deutsch
Ja, es scheint, manche dieser Leute haben ihr Deutsch vergessen und
Französisch nicht gelernt. Wollte Gott, es wäre jedesmal unter zehn solcher
fliegenden Papiere eines, so ein Fremder ohne Lachen, ein Patriot ohne Zorn
lesen könne.
Deutsch
Sagen sie, dass sie nach vielem Nachsinnen und Nagelbeißen kein Deutsch
gefunden, so herrliche Gedanken auszudrücken gut genugsam gewesen, so geben
sie wahrscheinlich mehr die Armut ihrer vermeinten Beredsamkeit als der
Vortrefflichkeit ihrer Einfälle zu erkennen.
Ehe
Weder Ehre, Reichtum, Schönheit oder sonst etwas dergleichen, das der
Veränderung unterworfen ist, im geringsten dazu geeignet ist, eine Ehe
beständig glücklich zu machen.
Erfindung
Es lohnt sich, die Entdeckungen anderer zu studieren, dass für uns selbst
eine neue Quelle für Erfindungen entspringt.
Erfolg
Ein großer Erfolg ist eine große Gefahr.
Erkenntnis
Die vollkommenste Erkenntnis ist diejenige, die zugleich adäquat und
intuitiv ist.
Erkenntnis
Die Wege zur Erkenntnis sind interessanter als die Erkenntnis selbst.
Erziehung
Überlasst mir die Erziehung und in einem Jahrhundert ist Europa umgestaltet.
Evolution
Nichts geschieht auf einen Schlag; und es
ist einer meiner größten und bewährtesten Grundsätze, daß die Natur niemals
Sprünge macht. Das nannte ich das Gesetz der Kontinuität.
Existenz
Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?
Fachsprache
Das also steht fest, dass, was nicht in der Umgangssprache ausgedrückt
werden kann, nichts wert ist.
Freiheit
Wir sind um so freier, je mehr wir der Vernunft gemäß handeln, und umso
geknechteter, je mehr wir uns von Leidenschaften regieren lassen.
Fremdsprache
Ja, es scheint, manche dieser Leute haben ihr Deutsch vergessen und
Französisch nicht gelernt.
Fremdwort
Es ist demnach die Meinung nicht, dass man in der Sprache zum Puritaner
werde und mit einer abergläubischen Furcht ein fremdes,
aber bequemes Wort als eine Todsünde meide, dadurch aber sich selbst
entkräfte und seiner Rede Nachdruck nehme
Fremdwort
Und wenn Volkswörter zur Verfügung stehen, so ist es eine Sünde, durch meist
unbequeme selbst gemachte Neuwörter die behandelten Gegenstände zu
verdunkeln.
Friede, ewiger
Der ewige Friede passt als Aufschrift über Kirchhofspforten; denn nur die
Toten schlagen sich nicht mehr.
Geheimnis
Denn man hat über Dinge, die man nicht kennt, immer eine bessere Meinung,
und Geheimnisse, die enthüllt werden, fordern oft den Spott heraus.
Gemeinwohl
Es ist eine meiner Überzeugungen, dass man für das Gemeinwohl arbeiten muss
und dass man sich im selben Maße, indem man dazu beigetragen hat, glücklich
fühlen wird.
Gemeinwohl
Es ist mein Grundsatz, für das öffentliche Wohl zu arbeiten, ohne mich zu
sorgen, ob es mir jemand dankt. Ich glaube, dass man damit Gott nachahmt,
der sich um das Wohl des Universums sorgt, egal ob die Menschen es
anerkennen oder nicht.
Gemeinwohl
Nicht was dein, was mein, sondern was nützt der ganzen Gemein.
Gerechtigkeit
Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.
Gerechtigkeit
Weil also die Gerechtigkeit fordert, das Wohl eines anderen um seiner selbst
willen zu erstreben, und weil das Wohl eines anderen um seiner selbst willen
zu erstreben bedeutet, andere zu lieben, so folgt aus der Natur der
Gerechtigkeit, dass sie Liebe ist.
Gerechtigkeit
Die göttliche, absolute Gerechtigkeit ist nichts anderes als eine der
Weisheit konforme Liebe.
Gewissen
Niemals habe ich um eines Gewinns willen das geringste getan, was mir mein
Gewissen vorwerfen könnte.
Glaube
Der wahre Glaube … ist nicht nur reden, ja nicht nur denken, sondern
praktisch denken, das ist tun, als wenn es wahr wäre.
Glück
So ist das Glück in seinem ganzen Umfang genommen die größte Lust, deren wir
fähig sind, und das Unglück ebenso genommen der größte Schmerz, den wir
fühlen können. Und der unterste Grad dessen, was man Glück nennen kann, ist
derjenige Zustand, wo man, von jedem Schmerze frei, ein solches Maß
gegenwärtiger Lust genießt, dass man mit einem geringeren nicht zufrieden
sein kann.
Glücklichsein
Jeder Moment, in dem du glücklich bist, ist ein Geschenk an den Rest der
Welt.
Glückseligkeit
Ein glückseliges Leben besteht darin, dass man ein vollkommenes, vergnügtes
und ruhiges Gemüt hat und nutzt.
Glückseligkeit
Unser letzter Zweck ist die Glückseligkeit, aber das einzige geeignete
Mittel für diesen Zweck ist die Tugend und Geistesbildung.
Gott
Gott ist der letzte Grund der Dinge, die Erkenntnis von ihm daher ebso das
Prinzip aller Wissenschaft, wie seine Wesenheit und sein Wille die
Prinzipien der Dinge sind.
Gott
Gott ist nicht bloß tätig als die allgemeine und verborgene Vorsehung der
Welt … sondern er hat auch seinen besonderen geoffenbarten Willen als
oberster Gesetzgeber aller Geister ausgesprochen und durch Androhung von
Lohn und Strafe als Verpflichtung allen auferlegt.
Gottesexistenz
Ohne GOTT (=1) ist NICHTS (=0).
Gottesvorstellung
Wer in göttlichen Dingen nichts glaubt, als was er mit seinem Verstande
ausmessen kann, verkleinert die Idee von Gott.
Gottesvorstellung
Meine Absicht ist es, die Menschen von den falschen Vorstellungen zu
befreien, die ihnen Gott als einen absoluten Herrscher darstellen,
despotisch Macht ausübend, wenig geeignet und wenig wert, geliebt zu werden.
Gottvertrauen
Es genügt also, dieses Vertrauen zu Gott zu haben, dass er alles zum besten
tut und dass denen, die ihn lieben, nichts schaden kann.
Grund
Was besteht und wirkt, muss einen Grund seines Bestehens und Wirkens haben.
Gute
Nur die Vorstellung des Guten, welche die entgegen gesetzte Vorstellung
überwiegt, treibt stets den Willen zur Handlung an.
Handeln, ethisches
Gesetzt, wir halten etwas für gut, so ist es unmöglich, dass wir es nicht
auch wollen; gesetzt, wir wollen es und kennen zugleich die uns zu Gebote
stehenden Hilfsmittel, so ist es unmöglich, dass wir es nicht ausführen.
Handlung
Die Handlungen der Menschen leben fort in den Wirkungen.
Handlung
In Dreiviertel unserer Handlungen sind wir Automaten.
Induktion
Nun genügen aber alle Beispiele, die eine allgemeine Wahrheit bestätigen,
mögen sie noch so zahlreich sein, nicht, um die allgemeine Notwendigkeit
eben dieser Wahrheit festzustellen; denn es folgt nicht, dass, was geschehen
ist, immer ebenso geschehen wird.
Interesse
Es gibt kein größeres Einzelinteresse, als die allgemeinen Interessen zu den
eigenen zu machen.
Katholik
Alle, die durch ihre Schuld die Kirchenspaltung bestätigen, indem sie der
Wiederversöhnung gegen die Liebe Hindernisse entgegensetzen, sind wahre
Schismatiker; dagegen sind diejenigen, die bereit sind, alles nur Mögliche
zu tun, um auch in die äußere Gemeinschaft einzutreten, wirkliche
Katholiken.
Katholizität
Das Wesen der Katholizität besteht nicht darin, Rom äußerlich anzugehören;
sonst würden alle, die ungerecht aus der Kirche ausgeschlossen wurden, wider
Willen und gegen ihre Schuld aufhören, Katholiken zu sein. Die wahre und
wesentliche Gemeinschaft, die bewirkt, dass wir zu dem Körper Jesu Christi
gehören, ist die Liebe.
Katholische Kirche
Ich bekenne ihnen sehr gern, dass ich um jeden möglichen Preis in
der Gemeinschaft der römischen Kirche sein möchte, wenn ich es nur mit einer
wahren Ruhe des Geistes und mit diesem Frieden des Gewissens vermag, den ich
gegenwärtig genieße.
Klarheit
Klarheit in den Worten, Brauchbarkeit in den Sachen.
Kulturaustausch
Ohne Zweifel liegen in China zahlreiche Geheimnisse von Natur und Kunst
verborgen, von denen wir nichts wissen, und es ist nur recht und billig,
dass wir sie im Austausch erhalten, dass ihr Orden (Jesuiten) bereits nach
China getragen hat.
Kulturaustausch
Unsere Missionare sollen sich bemühen im Austausch für die europäischen
Wissenschaften, die sie nach China tragen, uns das chinesische Wissen
zurückzubringen.
Kulturaustausch
Wenn die Chinesen unsere Wissenschaft gelernt haben, jagen sie eines Tages
die Europäer fort, so dass es mir scheint, dass keine Gelegenheit versäumt
werden sollte, sich durch einen Austausch ihrer und unserer Kenntnisse zu
entschädigen.
Liebe
Liebe ist allumfassendes Wohlwollen, und Wohlwollen ist Gesinnung zur Liebe.
Liebe
Jeder Liebende strebt das Wohl der geliebten Person als solcher an.
Liebe
Lieben heißt, unser Glück in das Glück eines anderen zu legen.
Meinung
Man hat über Dinge, die man nicht kennt, immer eine bessere Meinung;
Geheimnisse, die enthüllt werden, fordern oft den Spott heraus.
Musik
Die Freude, die uns die Musik macht, beruht auf unbewusstem Zählen.
Musik
Musik ist die versteckte mathematische Tätigkeit der Seele, die sich nicht
dessen bewusst ist, dass sie rechnet.
Mystik
Halte es für einen zuverlässigen Grundsatz: Wenn der Mensch wider das
mystische Leben redet, so kennt er es nicht und hat keinen Begriff von der
inneren Regeneration.
Name, geographischer
Die ältesten sprachlichen Überreste sind in den Namen von Flüssen und
Wäldern überliefert, die meist auch dann erhalten bleiben, wenn die Anwohner
gewechselt haben.
Ökumene
Die haben nicht Gottes Liebe, die nicht die Einheit der Kirche lieben.
Ökumene
Wie liebenswert die Einheit der Kirche ist und wie schwere Schäden aus der
Kirchenspaltung erwachsen, werden verständige Männer, die auch nur ein wenig
Gefühl für Frömmigkeit haben, nicht bestreiten.
Ordnung
Die Ordnung, das Ebenmaß, die Harmonie bezaubert uns....Gott ist lauter
Ordnung. Er ist der Urheber der allgemeinen Harmonie.
Ordnung
Ordnung, Proportionen, Harmonie entzücken uns, Malerei und Musik sind
Beispiel dafür.
Person
Es gibt freilich auch zivilrechtliche Personen wie etwa Vereine; dennoch
haben sie einen Willen, und zwar einen solchen, wie ihn zusammengesetzte
Glieder oder natürliche Personen im Falle ihrer Uneinigkeit für eine einzige
Gesamtperson gehalten wissen wollen.
Pflichtbewusstsein
Ich tue, was ich kann, und auch wenn mir kein Erfolg beschieden ist, werde
ich trotzdem zufrieden sein. Gott wird seinen heiligen Willen vollziehen und
ich habe meine Pflicht getan.
Philosoph
Denn die Philosophen übertreffen die schlichten Menschen nicht immer nur
darin, dass sie andere Dinge bemerken als jene, sondern dass sie sie anders
bemerken, nämlich mit dem Auge des Geistes, mit dem Nachdenken, Aufmerken
und Vergleichen.
Philosophie
Ich komme nur zur Philosophie, so wie man sie einrichten und betreiben
müsste - gleichermaßen um der Wahrheit wie um des Christentums willen.
Philosophie
Ich beginne als Philosoph und endige als Theologe. Eines meiner großen
Prinzipien ist dieses, dass nichts ohne Grund geschehe. Das ist ein Prinzip
der Philosophie. Im Grunde ist dies aber nichts anderes als die Anerkennung
der göttlichen Weisheit, obwohl ich davon nicht an erster Stelle spreche.
Raum
Der Raum ist die Ordnung der zur gleichen Zeit existierenden Dinge, die Zeit
die Ordnung ihrer kontinuierlichen Veränderungen.
Rechenmaschine
Es ist unwürdig, die Zeit von hervorragenden Leuten mit
knechtischen Rechenarbeiten zu verschwenden, weil bei Einsatz einer Maschine
auch der Einfältigste die Ergebnisse sicher hinschreiben kann.
Religion
Wer die ungeheure Bedeutung der Religion unterschätzt, arbeitet trotz aller
Aufklärung nur dem Aberglauben in die Hände.
Religion
Der wahre Zweck von Religion soll sein, die Grundsätze der Sittlichkeit tief
in die Seele einzudrücken.
Religionskritiker
Damit zu spielen und öffentlich zu bekennen, was man nicht glaubt, geziemt
sich weder für einen gewissenhaften noch für einen ehrlichen Mann.
Ritualismus
Es geschieht nur zu oft, dass die Frömmigkeit durch äußere Formen erstickt
und das göttliche Licht von den Meinungen der Menschen verdunkelt wird.
Sammlung
Ich strebe nicht danach, dass meine Sammlung sich von andern darin
unterscheidet, dass man von mir sagt, ich hätte den ganzen Stoff
zusammengetragen; worauf ich Wert lege, ist dass ich bringe, was die anderen
noch nicht haben.
Schach
Die erstaunliche Logik und die mathematische Exaktheit stellen das
Schachspiel auf eine Stufe mit jeder exakten Wissenschaft, während Schönheit
und Bildhaftigkeit seiner Ausdrucksform im Verein mit künstlerischer
Phantasie es in eine Reihe mit allen anderen Künsten rücken lässt.
Schach
Schach ist eine Übung der Denkfähigkeit und der Erfindungsgabe: Wir müssen
nämlich überall dort, wo wir uns der Vernunft bedienen, eine ausgearbeitete
Methode zum Erlangen des Ziels haben.
Schönheit
Schöne Dinge begehren wir, weil sie erfreulich sind. Ich definiere die
Schönheit nämlich als dasjenige, dessen Betrachtung erfreut.
Schöpfer
Gott ist die erste Ursache aller Dinge: denn die beschränkten Dinge, wie
alles, was wir sehen und erfahren, sind zufällig und besitzen nichts, was
ihnen notwendige Existenz verleiht; ist es doch offenbar, dass Zeit, Raum
und Materie, an sich einheitlich und gleichförmig und gegen alles
gleichgültig, andere Bewegungen und Gestalten in anderer Anordnung erhalten
konnten. Es gilt also, den Grund für die Existenz der Welt, als den
Zusammenschluss aller zufälligen Dinge, aufzusuchen, und zwar in der
Substanz, die den Grund ihrer Existenz in sich selbst trägt und die darum
notwendig und ewig ist.
Schöpfung
Gott hätte die Welt nicht erschaffen, wenn sie nicht unter allen möglichen
die beste wäre.
Schöpfung
Indem Gott rechnet und seinen Gedanken ausführt, entsteht die Welt.
Seele
Die Seele ist der Spiegel eines unzerstörbaren Universums.
Sekte
Nichts fördert die Spaltung von Gläubigen und die Bildung von Sekten mehr
als der Versuch, die Vertreter abweichender Meinungen mit Wort und Schrift
zu unterdrücken. Sie können nicht besser als durch Nichtachtung bekämpft und
zum Schweigen gebracht werden, so wie die Fackeln auflodern, wenn man sie
herum schwingt, aber erlöschen, wenn man die Luftzufuhr verhindert.
Selbstbestimmung
Ich war über nichts glücklicher, als dass ich meine Studien nicht nach der
Meinung anderer, sondern nach meinem eigenen Willen gestaltet hatte.
Selbstbeherrschung
Wir sind umso freier, je mehr wir der Vernunft gemäß handeln, und umso mehr
geknechtet, je mehr wir uns von den Leidenschaften regieren lassen.
Sinne
Wir gebrauchen die äußeren Sinne, wie ein Blinder seinen Stock braucht, und
sie geben uns Kenntnis von ihren besonderen Objekten, d.h. den Farben,
Tönen, Gerüchen, Geschmäcken und den Tastqualitäten. Dagegen geben sie uns
nicht zu erkennen, was diese sinnlichen Qualitäten sind, noch worin sie
eigentlich bestehen.
Sprache
Alles. was sich nicht mit Mitteln der Volkssprache auseinandersetzen lässt,
damit ist es nichts.
Sprache
Das Band der Sprache, der Sitten, sogar auch des gemeinsamen Namens
vereinigt die Menschen auf eine starke, wenn auch unsichtbare Weise und
bewirkt eine Art Verwandtschaft.
Sprache
Es ist bekannt, dass die Sprache ein Spiegel des Verstandes, und dass die
Völker, wenn sie den Verstand hoch schwingen, auch zugleich die Sprache wohl
ausüben.
Sprache
Reichtum ist das Erste und Nötigste bei einer Sprache; er besteht darin,
dass kein Mangel, sondern vielmehr ein Überfluss aufscheine an bequemen und
nachdrücklichen Worten, die zu allen Gelegenheiten passen, damit man alles
kräftig und sachgemäß vorbringen und gleichsam mit lebenden Farben abmalen
könne.
Sprache
Jede Rede ist umso verständlicher, je mehr ihre Ausdrücke der Volkssprache
entnommen sind.
Staatsfeind
Gegen öffentliche Feinde im Staate ist jeder Bürger Soldat, sonst droht uns
der Umsturz aller Ordnung.
Talent
Man ist mit seinen Talenten Gott und dem Allgemeinwohl verpflichtet.
Tod
Im Schlaf und in der Ohnmacht hat uns die Natur ein Beispiel gezeigt, woraus
wir schließen können, dass der Tod nicht ein Aufhören aller Funktionen ist,
sondern nur eine Unterbrechung gewisser besonders deutlich bemerkbarer
Funktionen.
Todsünde
Der Mensch, der tödlich sündigt, weiß, soweit er selbst urteilen kann, dass
sein Handeln gegen das allgemeine Wohl verstößt und mit diesem nur in
Einklang gebracht werden kann durch seine eigene Bestrafung; da er sie
hasst, die Tat aber dennoch will, hasst er notwendigerweise das allgemeine
Wohl, ja sogar die Herrschaftsordnung der Welt und sündigt insofern tödlich.
Toleranz
Ihre abweichenden Ansichten brauchen Sie nicht zu entschuldigen; denn über
seine Zustimmung kann man nicht willkürlich verfügen. Das aufrichtige
Streben nach Wahrheit, die Sorgfalt in der Prüfung und die Offenheit und
Mäßigung in der Aussprache muss uns beiden genug sein; denn die kann
Wohlgesinnten nur förderlich und willkommen sein.
Übel
Man kann das Übel in metaphysischer, physischer und moralischer Hinsicht
unterscheiden. Das metaphysische besteht in der einfachen Unvollkommenheit,
das physische im Leiden und das moralische in der Sünde.
Übel, kleineres
Wie ein geringeres Übel eine Art Gut ist, ebenso ist ein geringeres Gut eine
Art Übel, wenn es ein größeres Gut verhindert.
Unglaube
Den meisten Menschen ist es kein Ernst. Sie haben die Wahrheit nicht
gekostet und stecken in einem unheimlichen Unglauben.
Universalismus
Alles, was der Gesellschaft, das heißt dem Menschengeschlecht und der Welt
nützt, ist ehrenvoll, alles, was ihr schädlich ist, schändlich.
Universalismus
Ich halte den Himmel für mein Vaterland und alle wohlgesinnten Menschen für
dessen Mitbürger.
Unsterblichkeit
Keine Kraft geht in der Welt verloren, und nicht bloß die Seelen der
Menschen sind unsterblich, sondern auch alle ihre Handlungen. Sie leben fort
in ihren Wirkungen.
Verirrung
In Wahrheit verirren wir uns gern, führen unseren Geist spazieren und gehen
Regeln und Ordnungen aus dem Wege.
Vernunft
Das Übergewicht der Neigungen entschuldigt den Menschen nicht, dass er nicht
Herr seiner selbst ist; er soll seine Kraft gebrauchen lernen, die in der
Vernunft besteht.
Vernunft
Das Vermögen, welches die Verbindung der Wahrheiten untereinander einsieht,
heißt im eigentlichen Sinne Vernunft.
Völkerversöhnung
Vielleicht zielt die höchste Vorsehung darauf hin, dass, während sich hoch
zivilisierte, aber weitest entfernte Nationen die Hand reichen, allmählich
auch die Völker der dazwischen liegenden Regionen zu einem vernunftgemäßeren
Leben geführt werden.
Vorsehung
Das Vorauswissen Gottes macht alles Kommende gewiss und bestimmt; ja seine
Voraussicht und seine Vorausbestimmung, auf welche das Vorauswissen
gegründet erscheint, tut noch mehr, da Gott nicht gleich dem Menschen die
Ereignisse mit Gleichgültigkeit betrachten und sein Urteil anhalten kann,
weil alles nur durch die Beschlüsse seines Willens und die Wirksamkeit
seiner Macht zum Dasein gelangt.
Vorsehung
Die Irrtümer der Menschen werden durch die göttliche Vorsehung gelenkt, so
dass oft schlechte Entschlüsse zum Guten führen.
Wahrheit
Die Menschen sind verschieden, doch die Wahrheit ist eine, und alle, die sie
suchen, auf welchem Gebiet es sei, helfen einander.
Wahrheit
Die Wahrheit ist weiter verbreitet, als man glaubt, aber oft ist sie
übertüncht, sehr oft auch eingehüllt und abgeschwächt, verstümmelt und
verfälscht durch Hinzufügungen, dies sie verderben oder weniger nützlich
machen. Indem man diese Spuren der Wahrheit bei den Alten, oder, um es
allgemeiner zu sagen, bei den Vorgängern herausarbeitet, kann man das Gold
aus dem Dreck, den Diamanten aus der Mine, das Licht aus der Finsternis
gewinnen; und dies wäre in der Tat eine immerwährende Philosophie.
Wahrheit
Für uns gibt es nur zwei Wege, um die zufälligen Wahrheiten zu erkennen: der
eine ist der der Erfahrung, der andre der der Vernunft.
Wahrheit
Ich habe von jeher versucht, die Wahrheit, die unter den Ansichten der
verschiedenen philosophischen Sekten begraben und verstreut liegt,
aufzudecken und mit sich selbst zu vereinigen, und ich glaube, von meiner
Seite dazu mitgewirkt zu haben, dass wir hierein einige Schritte vorwärts
gekommen sind.
Wahrheit
Ich nehme an, dass zwei Wahrheiten sich nicht widersprechen können, dass der
Gegenstand des Glaubens die Wahrheit ist, welche Gott auf außergewöhnliche
Weise offenbart hat, und dass die Vernunft die Verkettung der Wahrheiten
ist, besonders jedoch (verglichen mit dem Glauben) derjenigen, zu denen der
menschliche Geist auf natürliche Weise gelangen kann, ohne vom Licht des
Glaubens erleuchtet zu werden.
Wahrheit
Und im allgemeinen bin ich der Ansicht, dass nichts wahrer ist als das Glück
und nichts beglückender und angenehmer als die Wahrheit.
Wahrheit
Wer die Wahrheit sucht, darf die Stimmen nicht zählen.
Weisheit
Weisheit ist nichts anderes als die Wissenschaft der Glückseligkeit, so uns
nämlich zur Glückseligkeit zu gelangen lehrt.
Weite, geistige
Alles was mich körperlich oder geistig beengt, kommt daher, dass ich nicht
in einer großen Stadt wie Paris oder London lebe, welche an großen Männern
Überfluss haben…
Welt, Erschaffung der
Warum aber die allerbeste und ausbündigste Ordnung existiert, davon findet
man den Grund in seiner Weisheit, welch ihn dieselbe hat erkennen lassen; in
seiner Güte, welche ihn zur Erwählung derselben bewogen hat und in seiner
Macht, wodurch er vermögend gewesen, solche aus dem Unsichtbaren an das
Licht zu stellen.
Weltverbesserung
Ich habe immer gedacht, dass man das Menschengeschlecht bessere, wenn man
die Jugend bessert.
Wille, göttlicher
Es scheint mir auch, dass man durch die Behauptung, die Dinge seien nicht
durch eine Regel der Güte, sondern einzig durch den Willen Gottes gut, alle
Liebe zu Gott und seinen ganzen Ruhm, ohne es selbst zu merken, vernichtet.
Denn warum soll man ihn für seine Werke loben, wenn er bei entgegen gesetztem
Tun genauso lobenswürdig wäre? Wie steht es dann mit seiner Gerechtigkeit
und Weisheit, wenn nur eine gewisse despotische Macht übrig bleibt, wenn der
Wille an die Stelle der Vernunft tritt und wenn, nach der Definition des
Tyrannen, das Belieben des Mächtigsten als solches schon gerecht ist?
Wissenschaft
Der Sinn und das Kennzeichen echter Wissenschaft besteht nach meiner Meinung
in den nützlichen Erfindungen, die man daraus herleiten kann.
Wissenschaft
Wenn es den meisten Menschen erlaubt wird, sich den allgemeinen Vergnügungen
hinzugeben, wird es mir gestattet sein, für den Fortschritt der
Wissenschaften zu arbeiten.
Wunder
Wunder sind mit der allgemeinen Ordnung im Einklang, auch wenn sie gegen
untergeordnete Maximen verstoßen.

Zahl
Das die Zahlen die tiefsten Geheimnisse in sich bergen - davon ist man schon
seit den Zeiten des Pythagoras überzeugt.
Zahl
Die imaginären Zahlen sind ein wunderbarer Schatz des menschlichen Geistes,
fast eine Amphibie zwischen Sein und Nichtsein.
Zahl
Gott freut sich der ungeraden Zahlen.
Zahl
Solche ewigen Wahrheiten sind die Zahlen in der Rechenkunst; die Wahrheiten
der Figuren in der Messkunst, die Wahrheiten der Bewegung in der
Gewichtkunst, und in der Sternkunst. Und deswegen sagt man mir Recht, dass
Gott alles nach Zahl, Maß und Gewicht gemacht habe.
Zeitverschwendung
Ein Teil des Lebens geht zu Grunde, so oft eine Stunde verschleudert wird.
Zeitverschwendung
Es scheint, die allgemeine Bequemlichkeit sei nicht gut; indem sie machen,
dass die Menschen ihr Leben mit ihrer Zeit gleichsam unbemerkt verlieren und
es nicht genugsam brauchen noch empfinden.
Zensur
Niemand hat weniger den Geist eines Zensors als ich. Es klingt seltsam: ich
billige das meiste, das ich lese … Mir, der ich weiß, wie verschieden die
Dinge genommen werden können, fällt beim Lesen meistens etwas ein, wodurch
die Schriftsteller entschuldigt oder verteidigt werden.
Zerstreuung
Es lässt sich nicht sagen, wie außerordentlich zerstreut ich bin. Ich suche
Verschiedenes in den Archiven zu ermitteln, nehme alte Papiere vor Augen und
suche ungedruckte Urkunden zusammen. ... Briefe und empfange und erwidre ich
in großer Zahl. Ich habe aber zugleich so viel Neues in der Mathematik, so
viele Gedanken in der Philosophie und Kenntnis vieler anderer literarischer
Neuigkeiten ... dass ich oft nicht weiß, was ich zuerst tun soll.
Quellen:
Annette Antoine/Annette von Boetticher (Hrsg.): Leibnitz Zitate. Göttingen:
MatrixMedia Verlag 2007
Leibniz. Ausgewählt und vorgestellt von Thomas Leinkauf. Philosophie jetzt!
Herausgegeben von Peter Sloterdijk. München: Deutscher Taschenbuch Verlag
2000
Reinhard Finster/Gerd van der Heuvel: Gottfried Wilhelm Leibniz. Hamburg:
Rowohlt 2000 u.a.
|