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Umkehrung des Denkens, Umwertung, WahrheitsverdrehungWehe denen, die das Böse gut und das Gute Böse nennen, die die Finsternis zum Licht und
das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.
AT, Jesaja 5,20
Es ist mancher scharfsinnig und doch ein Bösewicht und kann die Sache drehen, wie er sie
haben will.
AT, Jesus Sirach 19,22
Böses erscheint dem als Gutes, dem ein Gott seine Sinne führt ins Verhängnis.
Sophokles (496-406 v.Chr.), griechischer Philosoph
Heutzutage
werden die belohnt, die aus Scharz Weiß machen.
Terenz (190-159 v. Chr.), römischer Komödiendichter
Ein kranker Sinn sieht Falsches als wahr.
Lucius Annaeus Seneca (um 4 v.Chr-65 n.Chr.), römischer Dichter,
Philosoph und Politiker
Wenn einer sich der Erziehung und Philosophie widmet, ist er ein Phantast; wenn er keusch
in Demut lebt, ist er ein Dummkopf; wenn er fromm ist, wird er als widerwärtig angesehen;
wenn er gerecht sein will, hält man ihn für grausam; wenn er an Gott glaubt und auf ihn
vertraut, gilt er als unwissend; wenn er nur in Christus seine Hoffnung setzt, wird er von
allen verhöhnt; wenn er die Nächstenliebe übt, ist er ein Schwächling.
Girolamo Savonarola (1452-1498), italienischer
Bußprediger
Je besser und sicherer der Betrug gelingt, desto mehr Lob und Ruhm erwirbt man.
Die Bösen
werden wegen ihrer Geschicklichkeit gelobt, die Guten wegen ihrer Einfalt getadelt.
Niccolò Machiavelli (1469-1529), italienischer
Politiker, Philosoph, Geschichtsschreiber und Dicher
Was ist es denn für eine verkehrte Weisheit, in nichtigen Dingen, ja in der Bosheit
erfahren und gewitzt zu sein, in dem aber, was allein zu unserem Heil gehört, nicht
verständiger zu sein als das Vieh!
Erasmus von Rotterdam (1469-1536), holländischer
Theologe, Philologe und Humanist
Von Advokaten wollen sie rein gar nichts wissen, da deren Prozessführung hinterlistig und
ihre Rechtsauslegung verdreht sei. Sie halten es nämlich für zweckmäßig, dass jeder
persönlich seine Sache führe und dem Richter dasselbe sage, was er seinem Anwalt würde
erzählt haben; so gebe es weniger Umschweife und lasse sich die Wahrheit leichter
herausbekommen.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und
Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.
Wenn ich alle diese heutigen Gemeinwesen ringsherum vor meinem Geiste vorbeiziehen lasse,
kann ich - so wahr mir Gott helfe - nichts anderes sehen als die reinste Verschwörung der
Reichen, die unter dem Namen und Titel des Staates für ihren eigenen Vorteil tätig sind.
Thomas Morus (1478-1535), englischer Staatsmann und
Humanist, Märtyrer unter Heinrich VIII.
Diejenigen, die in der Unordnung leben, sagen zu denen, die in der Ordnung leben, dass sie
sich von der Natur entfernen.
Blaise Pascal (1623-1662), französischer
Philosoph, Mathematiker und Physiker
Ich sagte es gab eine Gesellschaft von Menschen unter uns, die von Jugend in der Kunst der
Worte, die zu diesem Zweck vervielfältigt wurden, das weiß schwarz und schwarz weiß
ist, je nachdem wie sie bezahlt werden.
Jonathan Swift (1667-1745), anglo-irischer
Schriftsteller und Satiriker
Wer Gut
und Böse vertauscht, ist ein Feind Gottes.
Edmund Burke (1729-1797), irischer protestantischer Politiker und Redner,
Kämpfer für die Katholikenemanzipation
Freunde, bedenket euch wohl, die tiefere, kühnere Wahrheit laut zu sagen, sogleich stellt
man sie euch auf den Kopf.
Friedrich Schiller (1759-1805), deutscher Dichter
Wir haben einen natürlichen Geschmack für das Falsche, aber wir haben natürlich das
Bedürfnis zu glauben, dass das Falsche wahr ist.
Alexandre Rodolphe Vinet (1767-1847),
schweizerischer evangelischer Theologe und Literaturhistoriker
Der Mensch besitzt eine solche Leidenschaft für Systematik und abstrakte Folgerungen,
dass er es fertig bringt, bewusst die Wahrheit zu verdrehen und mit sehenden Augen nicht
zu sehen und mit hörenden Ohren nicht zu hören.
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij (1821-1881),
russischer Dichter
Wenn wir die Wahrheit auf den Kopf stellen, bemerken wir gewöhnlich nicht, dass auch
unser Kopf nicht dort steht, wo er stehen sollte.
Friedrich Nietzsche (1844-1900),
deutscher Philosoph und klassischer Philologe
Wenn wir heute in geordneten Verhältnissen leben, sind wir allen ein Ärgernis.
Jules Renard (1864-1910), französischer
Schriftsteller
Die heutige Umkehrung des Denkens zeigt sich mitunter in einer besonders hinterlistigen
Form: Die Dinge werden auf den Kopf gestellt, indem man das moralisch Gute als sozialen
Konformismus hinstellt. Als Helden des Tages gelten diejenigen, die sich gegen die
überlieferten Werte stellen. Dafür spricht man denen, die diese Werte achten, die
Glaubwürdigkeit ab.
Jean Daniélou (1905-1974), katholischer Theologe,
Jesuitenpater und Kardinal
Rechtsverdrehung
Verflucht, wer das Recht verdreht.
AT, Deuteronomium 27,19 Wenn ein Reicher sich mit Worten vergriffen hat, so gibt man ihm noch recht.
AT, Jesus Sirach 13,26
Heute ist eine große Nachfrage nach Menschen, die das Unrecht so
erscheinen lassen, als wäre es Recht.
Terenz (190-159 v. Chr.), römischer
Komödiendichter
Das Recht ist, wo das meiste Geld ist.
Lukian von Samosata (ca. 120 bis Ende des 2. Jh.),
griechischer Satiriker syrischer Herkunft
Das Töten eines Menschen gilt als Unrecht, und es steht darauf eine Todesstrafe. Die
Tötung von hundert Menschen verdient demnach hundert Todesstrafen. Kommen wir nun aber
zur Ungerechtigkeit im Großen, nämlich zum Angriff auf einen Staat, dann verurteilen die
Menschen diese nicht mehr, im Gegenteil, sie rühmen sie und nennen sie gerecht.
Sie
verstehen die Dinge nicht und wissen nicht, was recht und unrecht ist.
Mo-ti (um 470-400 v.Chr.), chinesischer Philosoph
Um sicher Recht zu tun, braucht man sehr wenig vom Recht zu wissen. Allein, um sicher
Unrecht zu tun, muss man die Rechte studiert haben.
Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), deutscher
Physiker und Schriftsteller, Aphoristiker
Sie haben viele
Gesetze gemacht und die Reichen dürfen sie brechen, die Armen aber nicht.
Sie nehmen das Geld der Armen und Schwachen, um die Reichen und Starken
damit zu stützen.
Sitting Bull (Tatanka
Iyotanka) (1831-1890),
Stammeshäuptling und Medizinmann der Hunkpapa-Lakota-Sioux
Juristische
Schwierigkeiten gibt es nicht für Leute mit Geld.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis
für Literatur 1925
Wenn du etwas gegen das Gesetz tun willst, dann
frage immer erst einen tüchtigen Rechtsanwalt.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis
für Literatur 1925
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